Du bist nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Zeitwort Nachrichten Diskussionsforum. Falls dies dein erster Besuch auf dieser Seite ist, lies bitte die Hilfe durch. Dort wird dir die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus solltest du dich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutze das Registrierungsformular, um dich zu registrieren oder informiere dich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls du dich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert hast, kannst du dich hier anmelden.

1

Montag, 26. März 2012, 10:47

Milde Strafen für kriminelle Beamte

Zitat

Kinderpornos am Dienstcomputer, Folter für einen Schubhäftling, Prügel für die Ehefrau: Für eine Entlassung aus dem Staatsdienst reichte das alles nicht aus.

Ein Zollfahnder lädt auf dem Computer in seiner Dienststelle haufenweise kinderpornografisches Material herunter und gibt es an andere weiter. Der medizinische Sachverständige stuft den Mann wegen seiner pädophilen Neigung für nicht ungefährlich ein.

Ist dieser Beamte für den Staatsdienst noch tragbar?

Die Disziplinaroberkommission erachtet seine Entlassung für nicht erforderlich und findet mit einer Geldstrafe im Ausmaß von drei Monatsbezügen das Auslangen.

Dieselbe Sanktion wurde über einen Polizisten verhängt, der seine Ehefrau attackiert und dabei verletzt hat; sowie über einen anderen Exekutivbeamten, der während der Dienstzeit seinen Nebenjob in einem Detektivbüro ausgeübt und dabei eine Person gefesselt hat.

Seit der Falter vergangene Woche die milde Behandlung jener Fremdenpolizisten aufdeckte, die im August 2006 den Schubhäftling Bakary J. in einer Lagerhalle gefoltert haben, stehen die Disziplinarmaßnahmen gegen Beamte unter Beschuss. Zwei der insgesamt vier strafrechtlich (zu bedingten Haftstrafen) verurteilten Beamten wurden in Frühpension geschickt, die zwei anderen bloß versetzt. Der eine habe nur die Lagerhalle aufgesperrt, in der Bakary J. im Zuge einer Scheinhinrichtung die Schädelknochen gebrochen wurden. Der andere sei nur Chauffeur gewesen und habe bei der Folter nur zugeschaut, so wird die sanfte Beurteilung begründet.

Amtsverlust
Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek will die Disziplinarkommissionen bis 2014 auflösen und deren Aufgabe professionellen Richtern übergeben. Davor soll ein Katalog von Strafdelikten definiert werden, die automatisch zum Amtsverlust führen.

Häufig fällt das Urteil der im jeweiligen Ressort angesiedelten Disziplinarkommission strenger aus, wird in der Berufung dann aber abgeschwächt. Wie beim Zollfahnder, der Kinderpornos sammelt, und bei den folternden Fremdenpolizisten. Oder bei einem Postler, der einer 90-jährigen Kundin ihr Sparguthaben (10.000 Euro) gestohlen hat. Die Ent­lassung wurde durch eine Geldstrafe von 12.900 Euro ersetzt. Der Berufungssenat hob zugleich die Kürzung der Bezüge während der Suspendierung auf, was dem Postler eine Nachzahlung von 12.000 Euro bescherte.

Ein schmuggelnder Finanzbeamter kam mit 10.000 Euro Strafe davon. Ein Ausbildner bei der Exekutive, der einer Lehrgangsteilnehmerin bei einer Feier aufs Gesäß gegriffen und vulgäre Äußerungen getätigt hatte, wurde ebenso freigesprochen wie ein Kriminalbeamter, der betrunken einen Unfall verursacht und dann den Alkotest verweigert hatte. Der Ausrutscher war nicht anstößig genug und dem Kripobeamten hielt man zugute, dass er als Brandermittler ja nicht mit dem Vollzug der Straßenverkehrsordnung betraut sei.

Es lassen sich stets mildernde Umstände finden. Zum Beispiel, dass der vom Weg abgekommene Beamte vorher belobigt worden war.

Flucht
Die Disziplinarsenate, die über Justizbedienstete oder Lehrer zu urteilen haben, drücken weniger gern ein Auge zu. Ein Justizwachebeamter, der auf einen wegen Mordes verurteilten Häftling nicht aufgepasst hatte, so dass diesem die Flucht gelungen war, wurde entlassen.

Bei einem Lehrer, den man in der Schule beim Rauchen erwischt hatte, blieb es noch beim Verweis. Über die Entlassung eines Kollegen, der mit einer Schülerin intim geworden war, gab es jedoch keine Debatte.

Ab sechs Monaten Haft ist Entlassung zwingend
Zuerst wird das Strafverfahren abgewartet, dann entscheidet die dreiköpfige Disziplinarkommission, ob noch zusätzliche dienstrechtliche Sanktionen angemessen sind. Den Vorsitz führt ein Vertreter der Dienstgeberseite, im Justizressort etwa ein Senatspräsident, im Innenressort ein Sicherheitsdirektor, sonst ein Ministerialrat. Die beiden anderen Mitglieder sind je ein Vertreter der Dienststellenleitung und der Personalvertretung. Bei Entlassung ist die einstimmige Beschlussfassung erforderlich.
Erheben der Beschuldigte oder der Disziplinaranwalt (= Ankläger) Berufung, entscheidet die im Bundeskanzleramt angesiedelte Disziplinaroberkommission.
Bis zur Beendigung des Verfahrens kann der Beschuldigte suspendiert werden, die Bezüge werden dann um ein Drittel gekürzt.
Ab einer im Strafprozess ausgesprochenen unbedingten Haftstrafe von sechs Monaten oder einer bedingten von einem Jahr tritt automatisch der Amtsverlust ein.
Für Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek sind die Kommissionen ein Auslaufmodell. Bis zur Auflösung 2014 will sie deren Spielraum einengen, indem bestimmte Strafdelikte automatisch zur Entlassung führen.

http://kurier.at/nachrichten/4489957-mil…elle-beamte.php
Darum lege man sich nie mit einem Staatsdiener an. Besser das Maul halten und eine Ungerechtigkeit runterschlucken, anstatt heldenhaft in einer Lagerhalle halb totgeprügelt zu werden. Dies ist auch der Grund, warum anständige Beamte nichts ändern können und das ganze System so bleibt wie es ist.

Die Werbung ist nur für Gäste sichtbar!

JonDonym anonymous proxy servers

IP-Check

2

Dienstag, 27. März 2012, 14:41

Milde Strafen für kriminelle Beamte
Ja, das ist skandalös. Was mich dabei besonders ärgert: immer wieder wird in solchen Fällen gesagt, man müsse erst das Gerichtsverfahren abwarten. Das stimmt aber nicht. Wenn ein Polizist den Ruf der Polizei schädigt, ist das alleine arbeitsrechtlich bereits ein formidabler Entlassungsgrund, egal, ob er Gesetze verletzt hat oder nicht. Man darf an einen Polizisten (und andere) schon höhere Ansprüche stellen als dass sie lediglich die Gesetze einhalten.

Dies ist auch der Grund, warum anständige Beamte nichts ändern können und das ganze System so bleibt wie es ist.
So skeptisch sehe ich das nicht, denn es hat sich hier einiges geändert. Vor vielleicht 30 Jahren sind Polizisten so gut wie nie verurteilt worden, ihre Aussagen wurden prinzipiell für glaubwürdiger eingeschätzt als die anderer Zeugen. Und Kollegen haben sie regelmäßig durch Falschaussagen entlastet. Jetzt gibt es doch schon recht häufig Verurteilungen und Prügelpolizisten können weniger auf die Hilfe ihrer Kollegen vertrauen als früher. Die angekündigte Abschaffung der Disziplinarkommission ist zweifellos auch ein Schritt in die richtige Richtung.

3

Dienstag, 27. März 2012, 15:38

"Man kann eine Person nicht dazu bringen etwas zu verstehen, wenn vom “Nicht Verstehen” sein Einkommen abhängt." Klar, dass du schändlich relativieren musst und nicht verstehen kannst.

Weiter geht's, bevor der Kurier den Beitrag wieder löscht!

Zitat

Der fleißige Herr Bezirkskriminalinspektor
Ein Polizist spielte im Fall Pichler eine nicht unwesentliche Rolle: Bezirksinspektor Friedrich H.

H. stand in den 1970er-Jahren selbst mehrmals vor Gericht. Bereits 1958 war er wegen Verdachts des Amtsmissbrauchs vom Dienst suspendiert worden. Er war es, der federführend dazu beigetragen hat, dass Erhard Pichler vier Mal zwangsweise in eine geschlossene psychiatrische Anstalt eingewiesen wurde.

1969 zog der Bezirksinspektor, der dem Rayon Wien-Währing zugeteilt war, die Amtshandlung bezüglich Pacht- und Steuerhinterziehung der Betreiber des Blumenkiosks am Wiener Westbahnhof an sich. Der KURIER schrieb vier Jahre später: H. nahm Sieglinde Pichler (geborene Mildner) aufs Korn, ließ durchblicken, dass sie die Alleinschuldige ist. Beweise für die Involvierung mehrerer Mitglieder der Familie Mildner, die ihm Pichlers Anwalt Karl Katary vorlegte, ließ H. einfach unter den Tisch fallen. Später gab er zu Protokoll, er habe die Akten für „vertraulich“ gehalten. Katary bestätigt dies. Erhard Pichler vermutet, dass H. seinem Schwiegervater Wilhelm Mildner zu Diensten war.

Folgen für H.: Keine.

Weniger vertraulich ging der Polizist mit fingierten Informationen um. Als Baumeister Erhard Pichler sich um eine Stelle bei einem Bauunternehmen beworben hat, ließ die Gewerbebehörde MA 63 routinemäßig ein Leumundszeugnis einholen. H. griff in die Tasten: Gegen Pichler laufe unter GZ 28. ST. 18. 971/69 ein Verfahren wegen Betrugs und Bigamie. Verfahren und Aktenzahl waren vom Bezirksinspektor jedoch frei erfunden. Das hätte Pichler fast seinen Job gekostet.

Folgen für H.: Keine.


Innenminister
Wegen des Vorfalls kam sogar der damalige Innenminister Otto Rösch (SPÖ) zum Zug. Er bat Pichler in

einem Brief lapidar um Vergebung, dass sich die Behörde (das Kommissariat Währing) nicht bei Ihnen für die Fehlauskunft entschuldigt hat.

Folgen für H.: Keine.

Der Bezirksinspektor spann ein immer feineres Netz um Erhard Pichler. Bald sollte es ans Eingemachte gehen. H. hatte an Erhard Pichler Spuren einer Geisteskrankheit diagnostiziert und Belege gesammelt. Schließlich fertigte der Psychiater Dr. Rudolf Jech ein elfseitiges Gutachten (siehe auch oben) an. Darin hielt der Arzt als Begründung für Pichlers Geisteskrankheit unter anderem fest, dass dieser aus dem Brief des Innenministeriums, welches sich im Sinne einer Gefälligkeitsdemokratie formhalber entschuldigt (hat), ableitet, ihm sei überhaupt Unrecht geschehen. So wurde dem Baumeister aus dem formellen Entschuldigungsschreiben des Innenministers auch noch ein Strick gedreht. Er musste in die Psychiatrie. H. kam, um ihn abzuholen.

1973 schrieb das Nachrichtenmagazin profil: Mittlerweile ist H. dort gelandet, wo er Pichler gerne sehen wollte: Nach Selbstmorddrohungen liegt er auf der geschlossenen Abteilung einer psychiatrischen Anstalt. Angesichts H.s weit verzweigter Tätigkeiten und Verbindungen kann er sich berechtigte Hoffnungen machen, dort so ruhig zu schlafen, bis die Staatsanwaltschaft Wien – dem Trend der letzten Monate folgend – zu dem Schluss gekommen ist, dass gegen den Polizeikommissar eigentlich nichts vorliegt.

Prozess

Die Kollegen lagen gar nicht so falsch: H. wurde im Jahr 1974 in einem andern Fall der Prozess gemacht – er war wegen des Verdachts der Verleumdung, der gefährlichen Drohung und der Geschenkannahme in Amtssachen verhaftet worden. Der Vorsitzende des Schöffensenats Walter Cermak wunderte sich

über „fünf, sechs Zeugen“ (allesamt Polizisten, Anm.), die im Laufe des Prozesses ihre Aussagen revidiert haben.

Der Richter weiter: „Ich bin neugierig, wie lange der Staatsanwalt noch so sanft und gutmütig bleibt.“ Von der Anklage blieb wenig übrig. Am 26. 11. 1974 wurde H. für Missbrauch der Amtsgewalt zu zehn Monaten bedingt verurteilt. Er berief und wurde zwei Jahre später freigesprochen.

Die Affäre Pichler war hingegen nie Gegenstand der Gerichtsverhandlung.
http://kurier.at/nachrichten/wien/448893…alinspektor.php
Geändert hat sich bisher nichts, was sich an den wenig bekannt gewordenen Fällen herleiten lässt.

4

Mittwoch, 28. März 2012, 10:03

Geändert hat sich bisher nichts, was sich an den wenig bekannt gewordenen Fällen herleiten lässt.
In diesem Fall "Pichler" war natürlich auch maßgeblich, dass Herr Pichler selbst ein höchst schwieriger Mensch war, der auch sehr ungeschickt vorgegangen ist. Der Artikel gibt nicht wieder, warum der kriminelle Herr H. in der Berufung freigesprochen wurde, das kann ja zum Beispiel auch an einer Verjährung gelegen sein, das weiß ich nicht. Jedenfalls lag der Fall an die 30 Jahre zurück. Ich bleibe dabei, dass sich hier langsam etwas zum Besseren ändert. So ist z.B. der Kriminalbeamte, der einen vermeintlichen Drogendealer in einer Bahnstation höchst unsanft behandelt hat, verurteilt worden. Ich bin mir sehr sicher, dass der vor 30 Jahren noch freigesprochen worden wäre. Warum soll man positive Zeichen nicht auch wahrnehmen? Für mich ist die beabsichtigte Abschaffung der Disziplinarkommission bei der Polizei z.B. ein solches.

"Man kann eine Person nicht dazu bringen etwas zu verstehen, wenn vom “Nicht Verstehen” sein Einkommen abhängt."
:frag: Mein Einkommen ist sehr übersichtlich und hängt nicht vom "Nicht Verstehen" ab.

Die Werbung ist nur für Gäste sichtbar!

JonDonym anonymous proxy servers

IP-Check

5

Mittwoch, 28. März 2012, 10:26

z.B. der Kriminalbeamte, der einen vermeintlichen Drogendealer in einer Bahnstation höchst unsanft behandelt hat, verurteilt worden.
Urteil im Fall Mike Brennan gefällt: Polizist zu 2.800 Euro Geldstrafe verurteilt. Beamter verwechselte Sportlehrer mit Drogendealer. Rechtsanwalt: "Hat Fehler gemacht und steht dazu".

Der Täter bat um Bedenkzeit, das Urteil erlangte keine Rechtskraft.

Dazu sollte freilich noch erwähnt werden, dass der Schlägerpolizist lediglich zuschlagen "durfte", weil sein Auftrag die Drogenprohibition ist, die dafür Sorge trägt, dass Drogen immer ganz teuer bleiben, damit die legalen als auch illegalen Drogendealer ganz viel verdienen. Verstehst du das?

6

Mittwoch, 28. März 2012, 17:44

Der Täter bat um Bedenkzeit, das Urteil erlangte keine Rechtskraft.
Das klingt ja so, als ob man mit der Bitte um Bedenkzeit eine Verurteilung vermeiden könnte. Der Polizist hat berufen, im jetzt rechtskräftigen Urteil wurde die Geldstrafe bestätigt, allerdings noch reduziert. Dass mag wieder empören, aber wenn jemand einer Person ins Gesicht schlägt und die stürzt und verletzt sich beim Aufprall am Pflaster tödlich, ist die Strafe auch verhältnismäßig gering. Es kommt eben auf den Vorsatz an. Ich glaube nicht, dass eine Privatperson unter vergleichbaren Umständen eine weit härtere Strafe ausgefasst hätte. Ich nehme an, dass Herr Brennan auch zivilrechtliche Ansprüche an den Täter geltend macht; nach dessen strafrechtlicher Verurteilung werden ihm solche auch zweifellos zugesprochen werden.

Dazu sollte freilich noch erwähnt werden, dass der Schlägerpolizist lediglich zuschlagen "durfte", weil sein Auftrag die Drogenprohibition ist, die dafür Sorge trägt, dass Drogen immer ganz teuer bleiben, damit die legalen als auch illegalen Drogendealer ganz viel verdienen. Verstehst du das?
Ich verstehe, was du meinst. Aber das ist ein komplexes Problem. Ich zweifle, ob die Welt besser wäre, wenn alle Drogen legal handelbar wären.

7

Mittwoch, 28. März 2012, 19:01

Ich verstehe, was du meinst. Aber das ist ein komplexes Problem. Ich zweifle, ob die Welt besser wäre, wenn alle Drogen legal handelbar wären.
Du bezweifelst so ziemlich alles, das sich gegen die rechtsstaatlich legitimierte Mafia wendet. Wenn ich dir einen positiven Charakter anlaste, was ich im Zweifel immer versuche, so könnte ich vermuten, dass du dir mit der gezeigten System-Unterwürfigkeit lediglich deine Zukunft nicht versauen willst. Vielleicht ist deine schräge Einstellung lediglich mit Angst zu begründen.

Das Thema Drogen habe ich schon erschöpfend erörtert .... eine Aufhebung der Prohibition hätte nur Vorteile, natürlich nicht für das wölfische System im Schafpelz, deren Vasallen freilich in der profitierenden Pharmaindustrie mitschneiden und dafür auch die Gesetze schaffen.
Es kommt eben auf den Vorsatz an. Ich glaube nicht, dass eine Privatperson unter vergleichbaren Umständen eine weit härtere Strafe ausgefasst hätte. Ich nehme an, dass Herr Brennan auch zivilrechtliche Ansprüche an den Täter geltend macht; nach dessen strafrechtlicher Verurteilung werden ihm solche auch zweifellos zugesprochen werden.
Ui, Privatpersonen gehen sogar für Delikte ohne Opfer für Jahre in den Häfen ... bspw. Haschischdealer oder Gedankenverbrecher. Für zivilrechtliche Ansprüche braucht es Kapital oder Rechtsschutzversicherung, denn der Armenanwalt setzt sich nur in den seltensten Fällen für das Opfer ein. Außerdem scheint dir der zugesprochene Schmerzensgeldsatz nicht bekannt zu sein, zumal du sonst niemals solche Unargumente deponieren würdest.

Brennan ist Sportlehrer, also sehr vermutlich kräftig, reaktionsschnell und beweglich. Der Sachverständige argumentierte jedoch für den Schlägerpolizisten, indem er die fehlenden Verletzungen im Gesicht als Nachweis erörterte, der Psychopolizist hätte nicht zugeschlagen, weil er doch ein austrainierter Boxer wäre.

Aber was sudere ich da lange um deine Menschen verhöhnenden Irrtümer rum, wenn es für Bakary lediglich 3.000 Euro Schmerzensgeld gab. http://www.krone.at/Oesterreich/WEGA-Bea…eil-Story-51681

8

Freitag, 30. März 2012, 13:04

Für zivilrechtliche Ansprüche braucht es Kapital oder Rechtsschutzversicherung, denn der Armenanwalt setzt sich nur in den seltensten Fällen für das Opfer ein. Außerdem scheint dir der zugesprochene Schmerzensgeldsatz nicht bekannt zu sein, zumal du sonst niemals solche Unargumente deponieren würdest.
Ein Lehrer an der "Vienna International School" ist kaum auf einen Armenanwalt angewiesen, der kann sich durchaus eines regulären Anwaltes bedienen. (Bei einem armen Teufel wie Bakary ist das natürlich ganz anders.) Und Rechtsschutzversicherung ist auch nicht erforderlich, denn die Anwaltskosten werden mit eingefordert und nach einer strafrechtlichen Veruteilung des Täters sind zivilrechtliche Ansprüche an sich gesichert, nur über die Höhe wird natürlich immer heftig gefeilscht. Vielfach wird sowas ja außergerichtlich zwischen den Anwälten abgewickelt. Ich weiß, dass das Schmerzensgeld (etwa 100, 200 und 300 Euro pro Tag für leichte, mittlere und starke Schmerzen) nicht üppig ist, die zivilrechtlichen Ansprüche umfassen aber auch andere Dinge. Reich wird da niemand, aber eine gewisse Entschädigung ist es trotzdem.

Der Sachverständige argumentierte jedoch für den Schlägerpolizisten, indem er die fehlenden Verletzungen im Gesicht als Nachweis erörterte, der Psychopolizist hätte nicht zugeschlagen, weil er doch ein austrainierter Boxer wäre.
Ich kann mich an das erinnern, weiß aber nicht mehr, ob es der Sachverständige oder der Anwalt des Polizisten war, der so argumentiert hat. Diese Argumentation ist mir damals sofort als völlig unsinnig aufgefallen, weil ja ein Schläger dosieren kann, wie hart er zuschlägt. Für das Gericht war hier wohl entscheidend, dass es ja tatsächlich keine Verletzungen im Gesicht gab und damit unabhängig davon ob es Schläge gab, bzw. ob die ans Ziel gekommen sind, eine Körperverletzung dadurch nicht gegeben war. Gesetz und Gerechtigkeitsempfinden fallen wie so oft hier nicht zusammen.

Du bezweifelst so ziemlich alles, das sich gegen die rechtsstaatlich legitimierte Mafia wendet.
Ich habe eingangs ausdrücklich festgestellt, dass ich die milden Strafen für kriminelle Beamte für einen schlimmen Skandal halte. Unsere Diskussion hat sich nur daran entzündet, dass ich der Meinung bin, dass sich hier langsam eine Besserung abzeichnet und der Beamte im Brennan-Fall vor 30 Jahren vermutlich erst gar nicht vor Gericht gekommen wäre. Mag ja sein, dass ich da ein naiver Optimist bin ...

Die Werbung ist nur für Gäste sichtbar!

JonDonym anonymous proxy servers

IP-Check

9

Montag, 2. April 2012, 13:32

"Polizist schon in früheren Gold-Krimi verwickelt"

Du tust gerne um den heißen Brei herumreden.

Zitat

Überrascht will der 50- jährige Innsbrucker Walter O. den im Gold- Mord (siehe auch Storys in der Infobox) verdächtigen Polizisten erkannt und Parallelen des Falles zum Tod seiner Ex- Freundin entdeckt haben. Der Zeuge berichtet von einem Goldgeschäft, das die Innsbrucker Nobelprostituierte Ende Juni 2010 mit dem Beamten abgewickelt haben soll.

"Er hat mir 2008 Moni als Freundin ausgespannt", erzählt O., der fast 20 Jahre lang zwar "Herzbube", aber nicht Zuhälter der Dame gewesen sein will. "Trotzdem hatte ich weiterhin ein ausgezeichnetes Verhältnis zu ihr." Anfang Juli 2010 war Monika A. in ihrer Innsbrucker Wohnung tot aufgefunden worden. Die polizeilichen Erhebungen wurden damals ergebnislos eingestellt.

O. hatte bald starke Zweifel an einem natürlichen Tod seiner langjährigen Freundin und erstattete Anzeige. "Ähnlich wie bei der jetzigen Tat ging es auch bei Moni, die sehr vermögend war und ständig hohe Bargeldbeträge im Haus aufbewahrte, um einen Golddeal. Kurz vor ihrem Tod wollte sie mir Golddukaten abkaufen. In einem E- Mail (das der "Krone" vorliegt, Anm.) teilte sie mir dann aber plötzlich mit, dass sie lieber einen Barren kaufen würde. Nach ihrem Tod wurde vom Gold keine Spur gefunden. Auch meine Dukaten waren weg." O. ist überzeugt: "Solche Zufälle kann es einfach nicht geben."
http://www.krone.at/Nachrichten/Polizist…t_-Story-316029

10

Dienstag, 3. April 2012, 00:43

"Polizist schon in früheren Gold-Krimi verwickelt"
Du tust gerne um den heißen Brei herumreden.
Ich sehe nicht, was dieser Fall mit dem Thema "Milde Strafen für kriminelle Beamte" zu tun hat, es ist ja noch lange nicht so weit, dass es hier ein Urteil gibt. Dass es unter Polizisten auch Kriminelle, selbst Mörder gibt, ist ja nicht weiter überraschend. Das kommt schließlich in allen Berufsgruppen vor und auch unter Feuerwehrleuten gibt es Brandstifter. Immerhin: wenn der Mann letztlich nur wegen fahrlässiger Tötung verurteilt wird und im Dienst bleibt, ziehe ich meine Meinung, dass ich in diesem Bereich eine langsame Besserung sehe, sofort zerknirscht zurück.

Anmerkung: Ich übersehe nicht, dass man hier auf Grund des Krone-Artikels evtl. den Verdacht haben könnte, Polizeikollegen hätten den Mann in einem früheren Fall gedeckt. Was in dem Krone-Artikel zu diesem früheren Fall berichtet wird, ist allerdings von den Fakten her ziemlich dürftig, da müsste man schon mehr über diesen Fall wissen. Im jüngsten Fall haben ihn die Kollegen jedenfalls nicht gedeckt sondern ausgeforscht und verhaftet ...

Thema bewerten