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1

Dienstag, 11. März 2008, 09:52

Das Wörgler Wirtschaftswunder

Gestern erhielt ich vom User Atlan diese mp3 Datei einer Radiosendung des zweiten Bayrischen Rundfunks über das Geldwunder von Wörgl. Die sehr empfehlenswerte Sendung dauert knapp 30 Minuten.





Hier stelle ich noch eine Version für den Download zur Verfügung.

http://zeitwort.at/files/das_geldwunder_von_woergl64.zip

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2

Dienstag, 11. März 2008, 10:57

Um das Ganze noch etwas zu unterstreichen, stelle ich hier die Beiträge von Wikipedia zu diesem ohnehin schon oft im Forum besprochenen Thema rein.

Zitat

Wörgler Geldexperiment

In Wörgl war um 1932 die örtliche Zement- und Zellulosefabrikation stark zurückgegangen und die Arbeitslosenquote bedrohlich angestiegen. Die Gemeinde hatte einerseits beträchtliche Steuerausfälle, andererseits hohe Lasten durch Unterstützungsleistungen an Arbeitslose. Die Kasse war leer, und ein Ende war nicht abzusehen. Ab Anfang Juli 1932 gab die Gemeindeverwaltung unter Bürgermeister Michael Unterguggenberger als Lohn der Gemeindeangestellten eigene sogenannte Arbeitswertscheine aus, den Wörgler Schilling. Die Scheine gab es in Nennwerten von 1, 2 und 5 Schilling. Bis zum Ende der Aktion im August 1933 waren insgesamt Scheine im Wert von etwa 34.500 Schilling ausgegeben worden. Maximal wurden 12.000 Schilling gleichzeitig emittiert.

Die Arbeitswertscheine waren umlaufgesichertes Freigeld. Ideenlieferant war dabei die Freiwirtschaftslehre Silvio Gesells. Monatlich musste eine Marke zu einem Prozent des Nennwertes der Note gekauft und in ein dafür vorgesehenes Feld auf der Vorderseite des Geldscheins geklebt werden, um ihn gültig zu erhalten. Das Geld war durch Hinterlegung von Schillingen der Gemeinde bei der örtlichen Raiffeisenkasse gedeckt und gleichwertig an Schillinge gekoppelt. Mit diesen Scheinen konnten Gemeindesteuern bezahlt werden. Einheimische Geschäftsleute nahmen das Geld in Zahlung.

Das Experiment glückte. Geldkreislauf und Wirtschaftstätigkeit wurden – allerdings im Einklang mit dem allgemeinen Trend im Land – wiederbelebt. Überall in Wörgl wurde gebaut und investiert. Noch heute zeugt unter anderem eine Straßenbrücke mit der Aufschrift „mit Freigeld erbaut“ davon. In den vierzehn Monaten des Experiments nahm die Arbeitslosenquote in Wörgl von 21 auf 15 Prozent ab, während sie im übrigen Land weiter anstieg.

Die positiven Auswirkungen führten dazu, dass der Modellversuch in der Presse als das „Wunder von Wörgl“ gepriesen wurde. Das Interesse daran stieg derart, dass über hundert weitere Gemeinden in Österreich dem Beispiel folgen wollten. Auch im Ausland und in Übersee fand die Aktion starke Beachtung und Nachahmer. Aus Frankreich reiste der Finanzminister und spätere Ministerpräsident Édouard Daladier nach Wörgl, und in den USA schlug der Wirtschaftswissenschaftler Irving Fisher der amerikanischen Regierung – wenn auch vergeblich – vor, ein Wörgl-ähnliches Geld mit Namen Stamp Scrip zur Überwindung der Wirtschaftskrise einzuführen.

Allerdings erhob die Oesterreichische Nationalbank gegen die Wörgler Freigeld-Aktion vor Gericht erfolgreich Einspruch, weil allein ihr das Recht auf Ausgabe von Geld zustand. Das Experiment von Wörgl und alle weiteren Planungen wurden verboten. Unter Drohung von Armeeeinsatz beendete Wörgl das Experiment im September 1933. Da bald darauf der Zweite Weltkrieg ausbrach, gerieten das Modell und sein Erfolg weitgehend in Vergessenheit.

Der Verein Unterguggenberger Institut hält das Erbe des Wörgler Geld-Experimentes hoch und bringt historische Erfahrungen mit aktuellen Projekten zusammen. Gemeinsam mit dem Heimatmuseum und dem Stadtarchiv wird eine Ausstellung bereitgehalten. Zeitgemäße Lösungen rund um das Thema Komplementärwährung werden umfassend zusammengetragen und einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Das Jahr 2007 wurde von der Stadt Wörgl offiziell zum "Wörgler Freigeldjahr" erklärt. In zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen wurde den Bürgern der Stadt und anderen Interessenten das Freigeldexperiment nähergebracht. In einer persönlichen und sehr skeptischen Einschätzung erklärte der amtierende Wörgler Bürgermeister, dass das Freigeldexperiment in der heutigen Zeit nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen funktionieren würde. Darunter findet sich die Bedingung, das Freigeld rein virtuell auf entsprechenden Konten verwalten zu lassen (inkl. der Abzinsung am Ende jeden Monats), sowie die Ausdehnung des Geltungsbereichs des "Experiments" um Währungsflucht zu verhindern. http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%B6rgl
Michael Unterguggenberger war der mutige Bürgermeister von Wörgl, der mit seinem Projekt letztendlich die Österreichische Nationalbank und die Regierung als Verursacher und Helfershelfer von der Krise in Österreich entlarvte.

Zitat

Als Folge der Weltwirtschaftskrise von 1929 war die Wirtschaftslage in der Region um Wörgl 1931 geprägt von einer Deflation. Eine Schuldenlast in Höhe von 1,3 Millionen Schilling und 1.500 Arbeitslose, von denen etwa die Hälfte auf die Armenfürsorge der Gemeinde angewiesen war, machten es unmöglich, auch nur die notwendigsten Investitionen zu tätigen. Die in Umlauf befindliche, an die Goldreserven gebundene Geldmenge verkleinerte sich zusehends.

Vor diesem Hintergrund arbeitete Michael Unterguggenberger ein Nothilfe-Programm aus, umlaufgesichertes Freigeld als Komplementärwährung im Wert von 34.500 Schillingen für die Region Wörgl auszugeben. Ideenlieferant war ihm dabei die Freiwirtschaftslehre Silvio Gesells. Am 8. Juli 1932 wurde das Experiment von Wörgl vom Gemeinderat einstimmig angenommen.

Unterguggenbergers Nothilfe-Programm wirkte. Wachsende Bautätigkeit und Konsumfreude ließ bis 1933 die Arbeitslosenzahl in der Region um ein Viertel sinken, während sie sonst in Österreich weiter stieg. Das Experiment fand weltweite Beachtung. Im September 1933 wurde der Umlauf des Wörgl-Schillings per Gerichtsbeschluss auf Betreiben der Oesterreichischen Nationalbank AG beendet. http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Unterguggenberger
Wir brauchen als gar nicht großartig zu überlegen, warum sich an unserer Situation nichts verbessert, weil sie einfach mit Zwang erhalten wird.

3

Dienstag, 11. März 2008, 11:17

Wir brauchen als gar nicht großartig zu überlegen, warum sich an unserer Situation nichts verbessert, weil sie einfach mit Zwang erhalten wird.



Du sagst es, solange Geld mehr Geld verdient, als Leistung, wird es nicht besser werden. Nicht Leistung, sondern Geldbesitz und daraus resultierende Einkommen müsste stärker besteuert werden. :up
Dies aber ist das Dritte, was ich hörte, dass Befehlen schwerer ist als Gehorchen. Friedrich Nietzsche

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4

Dienstag, 11. März 2008, 11:27

Ich erinnere mich einen Thread gestartet zu haben - Die Arbeit eines Menschen ist sein Eigentum!

Ich werde diesen sogleich in den Verbesserungspolitik - Bereich verschieben.

Das nützliche Tätigsein muss belohnt werden und nicht das Kapitalschäffeln der Schmarotzer.

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Donnerstag, 13. März 2008, 17:23

Schade, dass so wenig Interesse herrscht an Verbesserungsdiskussionen. Ich habe mal die Radiosendung ausgelagert, weil es sich immer wieder beim Öffnen des Threads runterlädt. Vielleicht lag es daran, dass sich so wenige bis niemand zu Wort meldet.

Zum Freigeld habe ich mich mal wieder erkundigt und erkennen müssen, dass alle Engagements im Sand verlaufen sind. Von den wenigen Berichten über Erfolge sind wohl keine zu glauben und meist sind sie schon über ein Jahr alt.

Der EU-Haftbefehl macht das möglich - ein funktionierendes Wirtschaftssystem, an dem Schmarotzer nix verdienen können, zu vernichten - und der Mehrheit fehlt einfach der Verstand zu der Sache.

6

Donnerstag, 13. März 2008, 21:16

Schwundgeld wäre mit Sicherheit eine echte Alternative zum Zinssystem. Allerdings muss man auch sagen, dass es nicht schlecht ist, wenn Menschen ein wenig sparen oder sich was für die Rente zur Seite legen. Gerade in Bezug der Rente müsste eine tragbare Lösung gefunden werden!

Es hat auch in Argentinien zahlreiche Tauschbörsen sowie Schwundgeld gegeben und viele Gemeinden schlossen sich diesem System an. Dann tauchte aber immer mehr Falschgeld auf, was das System nicht mehr tragen konnte.
Die glücklichen Sklaven
sind die
erbittertsten Feinde der Freiheit!

Marie von Ebner-Eschenbach

7

Donnerstag, 13. März 2008, 21:17

und der Mehrheit fehlt einfach der Verstand zu der Sache.


Das bedeutet, das wir alle deppad san, Danke für diese Einschätzung, du bist ja ärger als der Gusi mit seinem Sager.

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Donnerstag, 13. März 2008, 21:36

Es hat auch in Argentinien zahlreiche Tauschbörsen sowie Schwundgeld gegeben und viele Gemeinden schlossen sich diesem System an. Dann tauchte aber immer mehr Falschgeld auf, was das System nicht mehr tragen konnte.
Diese Meldung kann nicht richtig sein, weil Schwundgeld zu schnell ausgewechselt werden muss um daraus Falschgeld zu produzieren. Du weißt ja, es müssen Marken geklebt werden, die den Wertverfall ausgleichen. Nach ein, zwei Jahren kommen wieder völlig neue Scheine. Außerdem gibt es gar nicht so viel Geld, weil es eine Umlaufwährung und keine Sammelwährung ist.

Über eine Pension habe ich noch nicht nachgedacht, doch da ich ohnehin für ein bedingungsloses Grundeinkommen bin, dürfte das kein Problem sein. Ansparungen für den Ruhestand könnten doch einfach vom Wertverfall
ausgenommen werden. Missbrauch wäre nicht möglich, weil ich gegen die Erbschaft bin.
Das bedeutet, das wir alle deppad san, Danke für diese Einschätzung, du bist ja ärger als der Gusi mit seinem Sager.
Du schreibst nur zum Stänkern. Konstruktives habe ich noch nicht gelesen und deine Aufplattler lässt du unkommentiert. Wie die SPÖ!

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Donnerstag, 13. März 2008, 22:11

Diese Meldung kann nicht richtig sein, weil Schwundgeld zu schnell ausgewechselt werden muss um daraus Falschgeld zu produzieren. Du weißt ja, es müssen Marken geklebt werden, die den Wertverfall ausgleichen. Nach ein, zwei Jahren kommen wieder völlig neue Scheine. Außerdem gibt es gar nicht so viel Geld, weil es eine Umlaufwährung und keine Sammelwährung ist.

Wo sollte das Problem liegen, die Scheine und Marken zu fälschen? Aber auch wenn nicht so viel Geld im Umlauf ist, davon weiss der einzelne Abnehmer nix.
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sind die
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Marie von Ebner-Eschenbach

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10

Donnerstag, 13. März 2008, 22:25

Natürlich kann es flinke Fälscher geben, doch was will er sich damit kaufen? Ein Haus? Einen Ferrari? - das macht er nur einmal, dann sitzt er wohl. Das Geld wird immer regelmäßig ausgetauscht - es kann ja auch halbjährlich gewechselt werden. Wir leben im digitalen Zeitalter, also könnten wir auch nur digital zahlen, so wie mit der Ecard beim Arzt abgerechnet wird. Da sehe ich keine Probleme und außerdem wird ja das jetzige Geld auch gefälscht.

Ich denke, man könnte mit ganz normaler Arbeit auch sehr glücklich sein und die besonders Tüchtigen können ja mehr arbeiten, wenn es überhaupt notwendig ist. Derzeit treibt uns ja nur der Zins.

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