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14.03.2008, 16:26

Wenn zuviel einfach nicht genug ist

Zitat

Deutscher Milliardär befürchtet "Edel-DDR"
09.03.2008
Norman Griebel

Wie die Süddeutsche Zeitung am Freitag berichtete , hat der deutsche mehrfache Milliardär Reinhold Würth in einem Interview gegenüber der Schwäbischen Zeitung seine Sorgen um den Erhalt seines Vermögens hinsichtlich einer von ihm befürchteten "Enteignung" durch zukünftige Besteuerungsmaßnahmen zum Ausdruck gebracht und so einmal mehr gezeigt, daß ein Vermögen offenbar niemals so groß sein kann, als daß dessen Besitzer der Ansicht wäre, weniger könne auch noch genug sein.

In der kürzlich veröffentlichten Liste der reichsten Menschen der Welt stufte das US-Magazin Forbes Würth mit seinem – in US-Dollar umgerechneten – Vermögen von geschätzten 7,7 Milliarden – also etwa 5 Milliarden Euro – auf Platz 120 ein. Ungeachtet dieses immensen Vermögens fand Würth in dem Interview äußerst drastische Worte, um seiner Angst vor einer Vermögensminderung Ausdruck zu verleihen.

"Wir werden spätestens 2013 eine rot-rot-grüne Koalition haben. Dann kommt das ganze Folterwerkzeug wieder heraus", sagte er. "Die Erbschaftsteuer wird erhöht, die Vermögensteuer und neue Reichensteuern eingeführt. Wir befinden uns auf einem geradlinigen Weg in eine DDR-ähnliche Zeit, in eine Edel-DDR." Und weiter: "Ich mache mir Sorgen, ob meine Arbeit, die ich in über 58 Jahren gemacht habe, umsonst war. Ob das ganze nicht konfiskatorisch besteuert wird - also quasi enteignet - und ich quasi sechs Jahrzehnte in den Sand gesetzt habe." Schon seine Wortwahl zeigt angesichts der Bezeichnung von Steuergesetzen als "Folterwerkzeugen", ihren Auswirkungen als "Enteignung" und des Begriffs "Edel-DDR" nur zu klar Würths Geisteshaltung. Noch bemerkenswerter ist allerdings eine von ihm ebenfalls in dem Interview aufgestellte "Rechnung" hinsichtlich der vorgeblichen Folgen von neuen Steuergesetzen.

"Die Gewinne, die ich in diesen jetzt 58 Jahren gemacht habe, sind schon mal im Durchschnitt zu 50 Prozent versteuert worden. Wenn die Erbschaftsteuer kommt, dann sind noch mal mindestens 15 Prozent weg. ... Dann blieben also gerade mal 35 Prozent übrig", so Würth. Sollte eine zukünftige rot-rot-grüne Regierung versuchen, den deutschen Staatshaushalt "auf Kosten der Vermögenden" zu sanieren, so würde diesen noch einmal die "Hälfte weggenommen". "Dann bleiben noch 17 Prozent für unsere Unternehmen. Diese Rechnung beträfe den ganzen Mittelstand: Alle, die etwas erwirtschaftet haben, würden gnadenlos ausgenommen. Das geht nahe an den Kommunismus heran."

Hierbei sei zunächst daran erinnert, daß der Körperschaftsteuersatz zum 1. Januar 2008 auf 15 Prozent gesenkt worden ist, nachdem er zuvor bereits jahrelang bei 25 Prozent gelegen hat. Bei genauerer Betrachtung fällt also auf, daß Würth – kaum versehentlich – die Personen- und die Unternehmensbesteuerung munter vermischt. Dem deutschen Vermögensteuergesetz zufolge beträgt die – infolge eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts im Jahr 1995 nicht mehr erhobene – Vermögensteuer bei natürlichen Personen 1 Prozent und bei Körperschaften 0,6 Prozent – und keineswegs 50 Prozent, wie Würth andeutet. Die Tatsache, daß "bereits versteuertes Einkommen" im Todesfall durch die Erbschaftsteuer erneut besteuert wird, trifft – abgesehen von Freibeträgen – die Vermögen von Unternehmern ganz genau so wie Privatvermögen von einfachen Angestellten. Allerdings mit dem Unterschied, daß die Steuern im Falle eines vererbten Unternehmens unter der Bedingung dessen Fortführung bis zu zehn Jahre lang gestundet werden können. Ein bereits eingebrachter Gesetzentwurf sieht unter entsprechenden Auflagen sogar vor, 85 Prozent des Betriebsvermögens den der Erbschaftsteuer auszunehmen. Kindern bleibt im Falle des Todes der Eltern hingegen häufig nur der Verkauf ihres Elternhauses.

All dessen vollkommen ungeachtet reicht es allerdings vollkommen aus, wenn man Würths Rechnung mit seinen ganz persönlichen Zahlen Leben einhaucht. Seine Erben erhielten demnach von seinen rund 5 Milliarden Euro "nur" noch 3,5 Milliarden Euro übrig. Käme es dann zur der von ihm befürchteten "Enteignung" wären es "gerade einmal noch" 1,7 Milliarden Euro. Bei einer – sehr zurückhaltend – angenommenen Verzinsung von 4 Prozent pro Jahr ergäben sich hieraus Zinseinkünfte von knapp 190.000 Euro - pro Tag, jeden Tag.

Der Regelsatz der jetzt "Hartz IV" beziehungsweise beschönigend "Arbeitslosengeld II" genannten Sozialhilfe beträgt in Deutschland derzeit 347 Euro – pro Monat.
http://www.freace.de/artikel/200803/090308a.html
Heute stelle ich mal wieder einen kompletten Beitrag, der mich sehr beeindruckte - ich hoffe der Autor verzeiht mir das - doch die meisten Leser sind zu faul Links zu klicken.

Lasst euch diesen Text auf der Zunge zergehen und schmeckt mal wirkliche Schmarotzer.

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18.03.2008, 13:16

Null Reaktion - woran das liegen mag? Ist dieser Artikel etwa zu seicht, zu dumm, zu weinerlich, zu unverständlich? Wo bleiben die Wortmeldungen der Leute, die die Ursachen der menschlichen Katastrophen durchschaut haben?

Wo finde ich die Flüchtlinge mit 190.000 Euro Tageslohn fürs Nixtun?

Sollen wir eine Unterschriftenliste für den armen Herrn Würth organisieren? :kopfkratz:

3

18.03.2008, 13:21

Null Reaktion - woran das liegen mag? Ist dieser Artikel etwa zu seicht, zu dumm, zu weinerlich, zu unverständlich? Wo bleiben die Wortmeldungen der Leute, die die Ursachen der menschlichen Katastrophen durchschaut haben?

Wo finde ich die Flüchtlinge mit 190.000 Euro Tageslohn fürs Nixtun?

Sollen wir eine Unterschriftenliste für den armen Herrn Würth organisieren? :kopfkratz:


zu lang; ja die Durchschauer vermisse ich auch. ..... naaaaa, ned wirklich.
Man muss einem Menschen die Wahrheit hinhalten, dass er wie in einen
offenen Mantel hineinschlüpfen kann, und nicht wie einen nassen Lappen um
die Ohren hauen.

4

18.03.2008, 15:43

Null Reaktion - woran das liegen mag?


"Herr Würth" ist nur einer von den vielen Parasiten, für mich verdient er keine besondere Achtung.
Beim lesen kam mir die Galle hoch, was für eine Reaktion erwartest du?

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18.03.2008, 15:45

Beim lesen kam mir die Galle hoch, was für eine Reaktion erwartest du?
Hemmungslose Verbreitung! :evil: :D

6

18.03.2008, 15:48

Ist für mich selbstverständlich und naturgegeben. ;)

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18.03.2008, 15:57

Die Sensoren der Menschen für solches Unrecht müssten sensibilisiert werden. Derzeit reagieren sie lediglich auf Umstände die das Unrecht verstärken.

8

18.03.2008, 16:13

Vieleicht ist darauf keine Reaktion zu erwarten, weil es so gut wie jeder weiß, und seinen Frust nicht in Worte kleiden kann.
Man sollte das Vermögen eines Herrn Reinhold Würth in 1€ Geldstücke wechseln, und ihn damit überschütten um ihm eine Vorstellung seines Überflusses zu geben, oder er müsste verpflichtet werden für Nahrungsmittel und sonsige Konsumgüter prozentmäßig so viel zu zahlen, wie es im unteren Einkommensbereich der Fall ist.

Allerdings ist er nur einer von vielen, und das wird es nicht spielen, aber die Vorstellung finde ich hat etwas an sich. :D
Dies aber ist das Dritte, was ich hörte, dass Befehlen schwerer ist als Gehorchen. Friedrich Nietzsche

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18.03.2008, 16:23

So einer Überschüttung mit Geld würde ich zustimmen. :twisted:
Vieleicht ist darauf keine Reaktion zu erwarten, weil es so gut wie jeder weiß, und seinen Frust nicht in Worte kleiden kann.
Nur wenige begreifen, dass diese 190.000 Euro täglich an eine einzige Person von den Arbeitern und Konsumenten bezahlt werden müssen. Der Zinsverdienst schlägt sich natürlich auch auf die Lebenserhaltungskosten.

So viel Gewinn pro Tag erfordert genau so viel Verlust pro Tag - das gilt für jeden Gewinn/Verlust.

10

18.03.2008, 17:14

So einer Überschüttung mit Geld würde ich zustimmen. :twisted:
Vieleicht ist darauf keine Reaktion zu erwarten, weil es so gut wie jeder weiß, und seinen Frust nicht in Worte kleiden kann.
Nur wenige begreifen, dass diese 190.000 Euro täglich an eine einzige Person von den Arbeitern und Konsumenten bezahlt werden müssen. Der Zinsverdienst schlägt sich natürlich auch auf die Lebenserhaltungskosten.

So viel Gewinn pro Tag erfordert genau so viel Verlust pro Tag - das gilt für jeden Gewinn/Verlust.



190.000 Euro täglich an eine einzige Person :shock: , wer sagt das er das das real "begreifen" kann, der ist ein Genie, oder er macht sich was vor.

Ich bekomme bei den Gedanken "Kabeln" ans Hals und Stirne, ergo :flucht
Dies aber ist das Dritte, was ich hörte, dass Befehlen schwerer ist als Gehorchen. Friedrich Nietzsche

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18.03.2008, 17:19

190.000 Euro täglich an eine einzige Person :shock: , wer sagt das er das das real "begreifen" kann, der ist ein Genie, oder er macht sich was vor.

Ich bekomme bei den Gedanken "Kabeln" ans Hals und Stirne, ergo :flucht
Das kannst du ganz leicht realer begreifen - mit diesem Geld könntest du täglich 3800 Familien 50 Euro schenken - diese hätten dann ein Grundeinkommen von monatlich 1500 Euro! Der Würth würde aber noch immer nix verlieren und es gibt viele Würths!

12

18.03.2008, 18:08



Das kannst du ganz leicht realer begreifen - mit diesem Geld könntest du täglich 3800 Familien 50 Euro schenken - diese hätten dann ein Grundeinkommen von monatlich 1500 Euro! Der Würth würde aber noch immer nix verlieren und es gibt viele Würths!



Ehrlich kannst du dir das real und nicht nur abstrakt vorstellen? Ich glaub ich will es garnicht, sonst platzt mir der Kragen :hmpf:
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