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ASY

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Mittwoch, 30. September 2009, 14:31

Meine weitere Frage, die wohl auch nicht beantwortet werden wird.

Zitat

Christian G.: Warum sind die Gelder für die Zinsen und Zinseszinsen nie vorhanden? Was bezweckt man mit diesem System?


Walter Rothensteiner: Ich bitte Sie um eine Präzisierung der Frage.
Meine Präzisierung:

Zitat

In einem Zentralbankensystem werden die fälligen Zinsen nicht gleichzeitig mit dem Kredit ausgegeben - es gibt somit immer mehr Schulden als Geld vorhanden ist. Rein rechnerisch sind Kredite zur Gänze nie rückzahlbar.

Zitat

Walter Rothensteiner: Buchgeld ist auch Geld. Vielleicht kann man damit die Diskrepanz aufklären.

Christian G.: Fallen nicht auch für das Buchgeld Zinsen an?

Walter Rothensteiner: Jetzt sind wir im Bereich der volkswirtschaftlichen Philosophie, und das ist leider nicht mein unmittelbares Fachgebiet.
Dieser Fragen und aussagen wurden nicht mehr kommentiert.

Zitat

Christian G.: Jetzt haben Sie mich verwirrt, denn Fiat-Money wird doch auch verzinst, mir fehlt jedoch die Herkunft dieses Geldes zur Gänze.

Christian G.: Fiat-Money, Kreditgeld, Assignaten, Zentralbankgeld halte ich für gefährliche Machtinstrumente, nicht umsonst wurden Leute mit dem Tode bestraft, wenn sie Assignaten nicht annehmen wollten.

Christian G.: Ich danke Ihnen für die Antworten und darf somit annehmen, dass Ihnen ein pyramidialer Nachschuldnerzwang nicht suspekt vorkommt, obgleich Pramidenspiele in Östereich verboten sind?
Hier der komplette Chat.

Zitat

Moderator: Herzlich Wilkommen zum KURIER.at-Chat mit Walter Rothensteiner. Der Generaldirektor der RZB sitzt bestens gelaunt neben uns und freut sich auf Ihre Fragen!

Ludwig M.: Was halten Sie von Ethik-Fonds? Ist das wirklich kontrollierbar, ob die Firmen Umwelt und Mitarbeiter gut behandeln?

Walter Rothensteiner: Ich finde gut, dass Ethik-Fonds gibt. Raiffeisen Capital Management bietet etwa den Raiffeisen Ethik Aktienfonds an. Die Fondsmanager müssen auf unabhängige Öko- und Sozialaudits verlassen können.

Ludwig M.: Werden der RZB die Manager davonlaufen, wenn ihre Boni begrenzt werden, wie das in Pittsburgh beschlossen wurde?

Walter Rothensteiner: Das betrifft uns gar nicht. Denn die Auswüchse um die es da geht, hat es bei uns nie gegeben.

Ludwig M.: Wie haben Sie ihr Geld veranlagt?

Walter Rothensteiner: Langfristig. Ich investiere nur sehr selten in Aktien, meist bei Börsegängen, da ich durch meine Tätigkeit in der RZB auch über Insiderwissen verfüge

Maria C.: Wieso sollte man bei Ihnen sein Geld anlegen und nicht bei einer anderen österreichischen Bank?

Walter Rothensteiner: Vorausschicken möchte ich, dass natürlich auch andere Banken Vertrauen verdienen. Was für Raiffeisen spricht: durch die Raiffeisen-Kundengarantiegemeinschaft sind Einlagen besonders sicher, eine Raiffeisenbank gibt es praktisch überall in Österreich und als Genossenschaften sind Raiffeisenbanken besonders nahe am Kunden. Denn unsere Kunden sind gleichzeitig unsere Eigentümer und Aufsichtsräte. Raiffeisenbanken sind von Kunden für Kunden gegründet worden und das spürt man einfach.

Caecilia S.: Glauben Sie, dass die nun anvisierte Regulierung der Finanzmärkte eine neue Krise in 30 Jahren verhindern könnte? Oder passiert so ewtas einfach ab und an?

Walter Rothensteiner: Es ist ein Irrglaube, dass immer Regulierung die Finanzmärkte stabilisiert. Auf das richtige Regulieren kommt es an. Mehr Regulierung kostet auch viel. Am Ende müssen das dann die Kunden zahlen. In den USA, wo die Krise ihren Ausgang nahm, gab es aber tatsächlich zu wenig.

Maria C.: Die EU hat die Intransparenz des österreichischen Bankwesens kritisiert, in punkto Kontogebühren. Wie hält es die Raiffeisen mit der Transparenz der Kontogebühren bzw. wollen Sie da etwas ändern?

Walter Rothensteiner: Die Einschätzung der EU beruht auf einem Missverständnis: Bei uns sind umfassende und für unsere Kunden auch günstige Kontopakete üblich. Das sind natürlich die einzelnen Leistungen nicht als separate GEbühr ausgewiesen. Das Zusammenzählen von Einzelnpreisen macht keinen Sinn, weil das bei uns ja keiner so nutzt. Außerdem ist das Gebührenblatt in jeder Filiale ausgehängt. Jeder der es will, bekommt es mit.

Gertrud V.: Sehr geehrter Herr Rothensteiner: Ich habe gelesen, dass Österreich die Einlagensicherung ab 2010 mit 100.000 Euro deckeln will. Was ist Ihre Meinung dazu?

Walter Rothensteiner: Ich sehe darin kein Problem. Früher war die Einlagensicherung bis 20.000 Euro, in der schwierigsten Zeit der Krise hat die Republik zur Vertrauensbildung die Vollgarantie abgegeben. Das ist meines Erachtens derzeit nicht mehr notwendig - und außerdem bei Raiffeisen sind sowieso alle Einlagen gesichert.

Martin S.: Wie ist ihr Führungsstil - eher autoritär oder eher kollegial? Mit wie vielen Ihrer Mitarbeiter, von den Vorstandskollegen einmal abgesehen, sind Sie per du?

Walter Rothensteiner: Führungsstil: kollegial. Per du mit sehr vielen Mitarbeitern.

peter p.: Die Erste Bank ist im Berreich CSR mit der Zweite Bank einen sehr guten und annerkannten Weg gegegangen. Was macht ihr Unternehmen im Bereich CSR?

Walter Rothensteiner: Aus unserem CSR-Bericht können Sie entnehmen, dass wir eine Vielzahl von Aktivitäten setzen. Jüngstes Beispiel sind die Aktivitäten des Vereins "Wirtschaft für Integration".

Deger B.: Finden Sie es gerecht, dass Ihr Kollege Helmut Elsner seit Anfang 2007 in U-Haft sitzt?

Walter Rothensteiner: Persönliche Ansichten sind hier wahrscheinlich nicht relevant. Darüber haben die zuständigen Gerichte zu entscheiden.

Josef C.: Guten Tag, Herr Rothensteiner. Wie sehen Sie die Diskussion über eine vorzeitige Rückzahlung von Staatsgeldern (PS-Kapital)? Etliche europäische Banken setzen dementsprechende Schritte (Kapitalerhöhung) oder haben diese angekündigt. Besteht Ihrer Meinung nach die Gefahr, dass es zum "Wettbewerbs"-Nachteil werden könnte, falls man hier als Bank nicht mitzieht?

Walter Rothensteiner: Das PS-Kapital dient letztendlich zur Stabilisierung des Finanzmarktes, daher ist ein Wettbewerb über eine Rückzahlung mit Sicherheit kontraproduktiv.

Kathrin P.: Würden Sie anderen noch raten, Banker zu werden?

Walter Rothensteiner: Selbstverständlich.

peter p.: Was sind diese vielzähligen Aktivitäten und was genau macht der Verein Wirtschaft für Integration?

Walter Rothensteiner: Er kümmert sich um die bessere Integration von Migranten in Wien.

Martin S.: Wie gestalten sie ihre Bürokommunikation? Was sind Ihre bevorzugten Kommunikationsmittel? Sind sie für Ihre Mitarbeiter leicht erreichbar?

Walter Rothensteiner: Ich bin für die Mitarbeiter immer erreichbar, sowohl über PDA als auch über Handy.

Georg S.: Würden Sie jetzt privat lieber in Aktien oder Gold investieren?

Walter Rothensteiner: In Aktien investiert man langfristig, Gold sehe ich nur als kleine, eiserne Reserve.

Fritz R.: Herr Generaldirektor: Wie geht es Ihnen in Zeiten wie diesen?

Walter Rothensteiner: Nicht sehr viel anders als sonst, nur stressiger.

Georg S.: Sehen Sie kurz/mittelfristig eine Währungsreform auf uns Europäer zukommen? Den Dollar wird es in dieser Form wohl nicht mehr lange geben - oder??

Walter Rothensteiner: Sehe ich generell nicht. Auch die hohen Budgetdefizits sind mittelfristig abbaubar.

Anna K.: Wann endet ihrer Meinung nach die aktuelle Börsen-Ralley?

Walter Rothensteiner: Börsenprognosen gebe ich ungern ab. Aber ich freue mich, wenn es bergauf geht.

Maria C.: Haben Sie persönlich in der Krsie Geld verloren?

Walter Rothensteiner: Ja leider. Aber ich habe die Verluste nicht realisiert.

Caecilia S.: Wann werden Ihrer Meinung nach die Folgen der Krise auch real bei den Menschen ankommen?

Walter Rothensteiner: Zum Teil sind sie leider angekommen bei betroffenen Unternehmen und deren Mitarbeitern. Andere werden vielleicht gar nichts davon merken.

Fiona H.: Glauben Sie, dass die Bank das staatliche Partizipationskapital zurückzahlen kann?

Walter Rothensteiner: Ja, natürlich!

Fiona H.: War die Expansion nach Zentral- und Osteuropa der richtige Entscheidung?

Walter Rothensteiner: Ja, es war eine einmalige Chance - und nicht nur die Banken haben sie wahrgenommen, sondern auch zahlreiche Unternehmen, die damit viele Tausende Arbeitsplätze geschaffen haben, auch in Österreich.

Fritz R.: Der Kurier gehört doch zum Teil zum Raiffeisen-Konzern. Ist dieser Chat noch objektiv?

Walter Rothensteiner: Die Kurier-Redaktion würde sich von Eigentümer-Vertretern sicher nichts dreinreden lassen. Da zweifle ich nicht an der Objektivität.

peter p.: Ist der Verkauf der Anteile am Kurier für sie zur Zeit ein Thema?

Walter Rothensteiner: Nein.

Mitch M.: Werden Sie nach der Krise wieder expandieren?

Walter Rothensteiner: Ja.

Mitch M.: Was ist wichtiger? Jobabbau oder durchtauchen?

Walter Rothensteiner: Das wichtigste ist für die Zeit nach der Krise ordentlich aufgestellt zu sein.

Helga S.: Was halten Sie von einer Finanztransaktionssteuer?

Walter Rothensteiner: Nicht besonders viel.

Christian G.: Warum sind die Gelder für die Zinsen und Zinseszinsen nie vorhanden? Was bezweckt man mit diesem System?

Walter Rothensteiner: Ich bitte Sie um eine Präzisierung der Frage.

Moderator: Halbzeit im KURIER.at-Chat, unsere Tastaturen glühen. Walter Rothensteiner arbeitet im Minutentakt Ihre Fragen ab.

Reinhard F.: Durch die verfehlte Finanz- und Wirtschaftspolitik der Regierung werden wir noch lange auf einen so genannten Aufschwung warten müssen. Werden das die Banken bei einer so niedrigen EK Decke überhaupt schaffen können? Werden noch mehr staatliche Hilfen notwendig? Vielen Dank im Voraus für eine hoffentlich ehrliche Antwort!

Walter Rothensteiner: Die Banken sind ausreichend kapitalisiert. Die Wirtschaftsforscher prognostizieren einen Aufschwung für Österreich bereits nächstes Jahr. Weitere staatliche Hilfen für Banken werden nicht notwendig sein.

Christian G.: In einem Zentralbankensystem werden die fälligen Zinsen nicht gleichzeitig mit dem Kredit ausgegeben - es gibt somit immer mehr Schulden als Geld vorhanden ist. Rein rechnerisch sind Kredite zur Gänze nie rückzahlbar.

Walter Rothensteiner: Buchgeld ist auch Geld. Vielleicht kann man damit die Diskrepanz aufklären.

Reinhard F.: Warum finanziert der österreichische Bankensektor Österreichs Konsum und nicht nachaltige Investitionen in EEC Staaten? Nichts gelernt?

Walter Rothensteiner: Wir finanzieren durchaus nachhaltige Investitionen in CEE. Aber auch was der Kunde braucht.

Mitch M.: Was ist Ihrer Meinung nach das Unwort des Jahres?

Walter Rothensteiner: Finanzkrise.

Gerhard F.: Wird durch aufgeweichte Bilanzierungsregeln noch mehr Luft in Bankbilanzen geblasen?

Walter Rothensteiner: Bis dato werden die Bilanzierungsregeln ganz im Gegenteil enger als weiter.

Christian G.: Fallen nicht auch für das Buchgeld Zinsen an?

Walter Rothensteiner: Jetzt sind wir im Bereich der volkswirtschaftlichen Philosophie, und das ist leider nicht mein unmittelbares Fachgebiet.

Christa H.: was war bisher ihr größter erfolg? (beruflich oder privat)

Walter Rothensteiner: 35 Jahre bei Raiffeisen und 32 Jahre glücklich verheiratet.

Josef C.: Ist somit eine Rückzahlung des aufgenommenen PS-Kapitals vor dem Jahr 2013 kein Thema für Sie?

Walter Rothensteiner: Kann sein, muss nicht sein.

Christian G.: Werter Herr Rothensteiner! Das Nachpumpen von „Rettungsgeld“ war doch nur nötig, weil dem Markt durch die Zinsbedienung das Umlaufgeld fehlt und gleichzeitig die realen Sicherheiten für neue Kredite zuneige gehen. Die Bankenrettung bedingt wieder zu zahlenden Zinsen, die dem Markt noch gar nicht geliehen wurden, wo doch die bisherigen exponentiell steigenden Zinsen gar nicht zu leisten waren. Mir ist nicht klar, wie eine Finanzkrise mit jenen Mitteln bekämpft werden kann, die zu ihr geführt haben. Wollen Sie mir die Funktionsweise der monopolisierten Mindestreservesatz-Geldgroßhändler mit einfachen Worten erklären? Woher kommt der Zins, wenn nicht wieder von der Zentralbank?

Walter Rothensteiner: Hier gilt das vorhin gesagte.

Reinhard F.: Warum hat der Finanzsektor in Österreich und auch global überhaupt keinen Zugang zu ethischem Verhalten, spekuliert und riskiert mit immer neuen Modellen das hart erarbeitete Geld der Bevölkerung und verzögert immer mehr das Krisenende?

Walter Rothensteiner: Diesen Unterstellungen kann ich mich nicht anschließen.

Herbert K.: Guten Tag, wie halten Sie es mit den sogenannten Insiderinformationen - dh. Tips, die von Investmanbankern extern weitergegeben werden um Gewinne im Aktienhandel zu lukrieren? Bsp. Freund hat ein Aktiendepot... Sind hier Vorkehrungen getroffen um dies zu verhindern?

Walter Rothensteiner: Ich kaufe Aktien nur aus IPOs und SPOs und damit ist das kein Thema für mich.

Herbert K.: Guten Tag, halten Sie es für gerechtfertigt, dass selbst kleine Bankangestellte im Investmanbanking horrende Boni bekommen, das zum Teil deren Bruttojahresgehalt übersteigt?

Walter Rothensteiner: Nein.

Margot K.: Banker gehören zurzeit zu den unbeliebtesten Berufsgruppen. Würden Sie anderen noch empfehlen, Investment Banker zu werden?

Walter Rothensteiner: Persönlich halte ich mich nicht für so unbeliebt - und seriöse Investmentbanker wird man in Zukunft vielleicht noch mehr brauchen.

Margot K.: Wollten Sie schon immer Banker werden?

Walter Rothensteiner: Nein.

Margot K.: Haben Sie einen Karrieretipp für junge Menschen?

Walter Rothensteiner: Gute Ausbildung, fließend Englisch und nicht täglich den Karriereplan überarbeiten.

Mitch M.: Was ist Ihre Lebensphilospophie?

Walter Rothensteiner: Einen Beitrag leisten.

Fritz R.: Herr Generaldirektor, können Sie das Wort "Krise" noch hören? Was können Sie tun um sie zu verkürzen?

Walter Rothensteiner: Ich kann es nicht mehr hören, kann es aber nicht verhindern, dass es laufend in aller Munde ist. Aber wir arbeiten alle gemeinsam an der Verkürzung.

Moderator: Unser Chat läuf noch zehn Minuten lang, stellen Sie jetzt Ihre letzten Fragen!

Mitch M.: Worüber haben Sie als letztes gelacht?

Walter Rothensteiner: Ich lache oft.

Fritz R.: 35 Jahre bei Raiffeisen. Was hat Sie so lange gehalten?

Walter Rothensteiner: Die Freude an der Aufgabe.

Josef C.: Bankaktien waren früher teilweise zum Vielfachen Buchwert bewertet, wo sehen Sie nach der Krise die Obergrenze für eine "vernünftige" 'Bewertung?

Walter Rothensteiner: Es gibt keine "vernünftige" Bewertung, es gibt nur eine Marktbewertung, dass heißt: Wieviel ist jemand bereit, für eine Aktie zu zahlen.

Caecilia S.: Wie sehen Sie als Bankdirektor den Einfluss, den die staatliche Ebene nun nehmen will?

Walter Rothensteiner: Der wird im Rahmen der vereinbarten Verträge stattfinden.

Fritz R.: Wie lange wird Ihr Tag heute noch dauern? Haben Sie auch mal frei?

Walter Rothensteiner: Heute wahrscheinlich bis 20 Uhr und natürlich habe ich auch hin und wieder frei.

Herbert K.: Guten Tag, Sehen Sie aureichende Maßnahmen seitens der Politik um einen solchen Crash in der Finanzwirtschaft in Zukunft zu vermeiden?

Walter Rothensteiner: Meines Erachtens sind ausreichende Vorkehrungen getroffen.

Fiona H.: Wann wird sich die österreichische Wirtschaft wieder erholen?

Walter Rothensteiner: Die Wirtschaftsforscher prophezeien ein leichtes Wachstum ab nächstes Jahr.

Fiona H.: Gibt es tatsächlich eine Kreditklemme?

Walter Rothensteiner: Gibt es nicht, es gibt aber in vielen Fällen auch weniger Nachfrage nach Krediten.

Fiona H.: Wird sich die Raiffeisen International aus irgendeinem Markt zurückziehen?

Walter Rothensteiner: Nein.

Fiona H.: Wie sieht ein Tag im Leben des privaten Herrn Rothensteiner aus?

Walter Rothensteiner: Nicht anders als bei anderen Führungskräften.

Herta M.: Wann rechnen Sie mit einer Entspannung am Arbeitsmarkt?

Walter Rothensteiner: Parallel zum Wirtschaftswachstum, allerdings etwas verzögert.

mario r.: Warum korrigieren die "Experten" der Ökonomie laufend Ihre Vorhersagen bezüglich Ende der Krise? Können darüber überhaupt verbindliche Aussagen abgegeben werden? Warum wird über das "bedingungslose Grundeinkommen" nicht öffentlich diskutiert?

Walter Rothensteiner: Analysten können gar keine verbindlichen Vorhersagen machen, sonst wären sie Hellseher. Analysten agieren auf Basis von erprobten Rechenmodellen und Annahmen. Wenn sich das Umfeld ändert, müssen auch diese nachjustiert werden.

Anna K.: Haben sie im ersten Halbjahr in Aktien investiert? Wenn ja in welche?

Walter Rothensteiner: Nein.

Christian S.: Wie sehr kann man denn all den Prognosen trauen. Ich erinnere mich, dass der Weltwährungsfond vor kurzem prophezeiht hatte, dass die gesamte Wirtschaft im ehemaligen Osten an der Kippe steht. Wochen später mussten sie einräumen, dass die Zahlen falsch waren. Woran kann man denn noch glauben? Und: Wie kann ein so großes Institut wie das Ihre seine Strategie nach so wackeligen Daten ausrichten?

Walter Rothensteiner: Wir haben eigene Analyseabteilungen und die waren bisher ziemlich treffsicher.

Christian S.: Nicht den Generaldirektor, sondern den Privatmann Rothensteiner gefragt: Gibt es in Ihrem Leben irgendetwas, das sich seit Beginn der Krise geändert hätte? Machen Sie irgendetwas anders, gibt es Dinge, auf die Sie nun verzichten müssen?

Walter Rothensteiner: Das Leben ist stressiger geworden und das wirkt sich auch im Privatleben aus.

Moderator: Wir haben das Ende unseres Chats erreicht. Walter Rothensteiner bedankt sich bei allen KURIER.at-Lesern recht herzlich für die spannenden Fragen!

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Mittwoch, 30. September 2009, 18:05

Ich gratuliere dir ASY - du hast sogar ein paar Fragen beantwortet beommen. :up

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ASY

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Mittwoch, 30. September 2009, 19:26

Die Antworten waren eher verhöhnend, weil Walter Rothensteiner genau weiß, dass es nicht um "volkswirtschaftliche Philosophie" ging, sondern um perfekte Ausbeuterei von Menschen - erstere gilt es durch Konsumwahn zu verstecken, zweitere müssen dafür vollkommen vertrottelt werden.

174

Donnerstag, 1. Oktober 2009, 01:54

ich glaube, er wollte damit folgendes sagen: "junge, was du da ansprichst, ist nicht meine krise. auf der wu hatten wir auch diese pflicht-vo, wo dir die versager vorne mit ethik aus der wirtschaftsphiloscheiße kommen. ich weiß zwar nicht genau, wie das mit der buchgeldverzinsung zusammenhängt, aber jetzt könnte es endlich passen. du verstehst, dass ich mit leuten wie dir nicht diskutieren kann, zumindest nicht so bei mir zuhause."

sonst ist er ja ein sehr gesprächiger kurier, der herr rothensteiner. margot k. klingt übrigens wie frisch der woman-journalistenschule entglitten.

und hier kann man statt "chat" auch "chef" lesen, wenn man ermüdet ist.

Zitat

Moderator: Unser Chat läuf noch zehn Minuten lang, stellen Sie jetzt Ihre letzten Fragen!


mühsame sache, aber sehr verdienstvoll und aufschlussreich, dass du dich um sie angenommen hast, asy!
man muss aufpassen, dass schreibspeise nicht zu speischreibse wird

175

Samstag, 9. Januar 2010, 01:03

Habe mir nun diese Diskussion durchgelesen und wie üblich - nicht nur hier sondern auch in anderen Foren - werden die vorgeschnitzten Floskeln von den Verteidigern des Zins-Systems aus der Schublade gezogen. Dabei ist es mir immer wieder unverständlich, dass Leute die ansonsten sehr gut imstande sind logisch und vor allem in Zusammenhängen zu denken, diese Logik nicht hierbei anwenden wollen und gebetsmühlenartig weiter in die Falsche Richtung denken.

Vielleicht muss man hier ansetzen und sich überlegen wie man das Thema anders rüber bringen kann. Wie, ja das kann ich auch nicht sagen weil an nachvollziehbaren Beispielen fehlte es nicht. Nichtsdestotrotz wurde es mir wieder einmal klar, wie weit wir noch vom Freigeld-System entfernt sind, so doch eigentlich intelligente Menschen nicht die schadhaften Auswüchse des Zins-Systems begreifen wollen.

Aber ein Beispiel möchte ich dennoch anbringen.

Ich arbeite in einem Hotel dass der Hotelier vor ein paar Jahren per Kredit kaufte und somit monatlich Tilgung+Zinsen leisten muss. Er lebt wahrlich nicht im Luxus, hat kein teures Auto, trägt normale Kleidung usw..

Der Hotelier nebenan, hat sein Hotel vom Vater geerbt, ist schuldenfrei und obwohl dessen Hotel in etwa 20-25% weniger Umsatzvolumen hat und auch dementsprechend weniger Umsatz macht (also kleiner ist), hat er genausoviel Personal wie wir wobei das Lohnniveau gleich ist.

So und nun bin ich eigentlich schon am Punkt des Problems. Das Personal in unserem Hotel - also ich auch - "muss" mehr arbeiten oder mehr Stunden leisten als das Personal vom schuldenfreien Hotel. Um es kurz zu machen, diese Mehrarbeit bzw. das Ergebnis daraus fließt in die Bank. Ich bspw. bin objektiv betrachtet sicher nicht gezwungen diese Mehrarbeit zu verrichten, aber gehen wir doch einfach eine Stufe aufwärts. Wir leben in Staaten welche hoch verschuldet sind. Wir wissen alle, dass der Staat - die Gesellschaft - keine Schuldentilgung leistet, sondern nur Zinsen bezahlt. Damit aber diese bezahlt werden können, "muss" die Gesellschaft mehr arbeiten als eigentlich notwendig wäre.

Ähnlich wie im Hotel, nur etwas größer.
Die glücklichen Sklaven
sind die
erbittertsten Feinde der Freiheit!

Marie von Ebner-Eschenbach

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176

Samstag, 9. Januar 2010, 09:12

Wir leben in Staaten welche hoch verschuldet sind. Wir wissen alle, dass der Staat - die Gesellschaft - keine Schuldentilgung leistet, sondern nur Zinsen bezahlt.
Tja das ist aber noch schlimmer und hat sich in der mMn jetzt wieder bewusst ausgelösten jetzigen Finanzkrise, da das Geld für die Zinsen NICHT EXISTIERT (Mindestreservepolitik), gezeigt. Die angeblich nicht existierende Kreditklemme. Doch sie existiert! Also verschuldet sich der Staat weiter,



damit wieder Geld für Zinsen zu Altkredite da ist und das Pyramidenspiel weiter geht. Doch das Geld für die Zinsen der neuen Kredite existiert ja wieder nicht! Also wird der unvermeidliche Zusammenbruch nur verzögert, und dann wandern alle Sachwerte zu den Urgeldverleihern!

Hier ein Video dazu mit ein bischen Hoffnung


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