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10.02.2011, 15:16

Es war einmal in einer Kneipe....

Die klügsten Leitartikler und Wirtschaftswissenschaftler haben es
versucht. Doch so einfach und lustig wie der unbekannte Verfasser eines
im Internet kursierenden Textes hat uns noch niemand erklärt, wie es zur
weltweiten Finanzkrise kommen konnte.

Mandy besitzt eine leider
nicht sehr erfolgreiche Kneipe in Berlin-Kreuzberg. Um den Umsatz zu
steigern, beschließt sie, die Getränke der Stammkundschaft
(hauptsächlich alkoholkranke Hartz-IV-Empfänger) auf den Deckel zu
nehmen, ihnen also Kredit zu gewähren.
Das spricht sich in Kreuzberg
schnell herum und immer mehr Kundschaft drängt sich in Mandys Bar. Da
die Kunden sich um die Bezahlung keine Sorgen machen müssen, erhöht
Mandy die Preise für Bier und Schnaps und steigert damit auch massiv
ihren Umsatz.
Der junge und dynamische Kundenberater der lokalen Bank bemerkt Mandys Erfolg und bietet ihr eine unbegrenzte Kreditlinie an.
Um
die Deckung macht er sich keinerlei Sorgen, er hat ja die Schulden der
Trinker als Deckung. Zur Refinanzierung – eine Bank muss ja ihr Geld
irgendwo herkriegen – taufen top ausgebildete Investmentbanker die
Bierdeckel in verbriefte Schuldverschreibungen um, nennen sie SUFFBOND,
ALKBOND und KOTZBOND.
Diese Papiere laufen unter der modernen
Bezeichnung SPA (Super Prima Anleihen) und werden bei einer usbekischen
Online-Versicherung per E-Mail abgesichert.
Daraufhin werden sie von
mehreren Rating-Agenturen mit ausgezeichneten Bewertungen versehen.
Niemand versteht zwar, was die Abkürzungen bedeuten oder was genau diese
Papiere beinhalten, aber dank steigender Kurse werden diese Konstrukte
ein Renner für institutionelle Investoren.
SPA ist ein Hit, Vorstände und Investmentspezialisten der Bank erhalten Boni im dreistelligen Millionenbereich.
Eines
Tages, obwohl die Kurse immer noch steigen, stellt ein Risk-Manager
(der später wegen seiner negativen Grundeinstellung selbstverständlich
entlassen wurde) fest, dass es an der Zeit sei, die ältesten Deckel von
Mandys Kunden langsam abzukassieren (fällig zu stellen nennen das die
Banker).
Überraschenderweise können weder die ersten noch die
folgenden Kneipenkunden ihre Schulden, von denen viele inzwischen ein
Vielfaches ihres Jahreseinkommens betragen, bezahlen.
SUFFBOND, ALKBOND und KOTZBOND verlieren 98 %. Mandys Kneipe geht pleite. Der Wein- und der Schnapslieferant gehen Konkurs.
Beide
hatten sich von Mandy lange und gerne mit Super Prima Anleihen bezahlen
lassen. Der Bierlieferant wird wegen der besonderen Bedeutung der
Bierindustrie vom Staat teilweise entschuldet und von einer belgischen
Investorengruppe übernommen.
Die Bank wird durch den Staat mit
Steuergeldern gerettet. Der Bankvorstand verzichtet für das abgelaufene
Geschäftsjahr auf den Bonus...
Die Nahrung soll deine Medizin sein, nicht die Medizin deine Nahrung.

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2

10.02.2011, 16:46

Das entspricht leider nicht der Realität unseres Geldwesens.
Hier wurde zuerst eine Geldmenge von 100% in das System gepumpt,
Sprich, Dieser Mandy geliehen, das sie die Kneipe überhaupt erst einmal bauen kann.

Als Rückzahlung einigte man sich auf Raten, die aber mit dem Umlaufgeld
nur genug sind, um 100% zurückzuzahlen.
Nebenbei wird vom Umlaufgeld noch weiteres Geld den Banken übereignet,
in dem Moment wenn die Bank einen Kredit vergibt, und nochmals neue Zinsen erschafft,
die einen neuen Geldwert darstellen, der nicht in den 100% Umlaufgeld enthalten ist.
Damit sind nicht nur die 2% des Grundkredites nicht vorhanden, sondern noch alle
weiteren Zinsen, die durch weitere Kreditvergaben erschaffen werden.
Die Kapitaleinlage für die 2% des Basiskredites wären 40%,
um über Guthabenzinsen die Differenz auszugleichen,
die aber ab dem Zeitpunk neuer Kredite auch nicht mehr ausreichend ist.

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