Du bist nicht angemeldet.

ASY

33.333 Beiträge sind genug

  • »ASY« ist männlich
  • »ASY« ist der Autor dieses Themas
  • Private Nachricht senden

1

Dienstag, 15. Februar 2011, 08:23

Studenten unter Terrorverdacht

Zitat

Weil sie eine Abschiebung gefilmt haben, wird gegen vier Studenten aus Wien ermittelt

Weil sie eine Abschiebung für ein Uni-Projekt gefilmt hatten, sehen sich vier Studenten der Akademie der bildenden Künste mit dem Vorwurf konfrontiert, eine terroristische Vereinigung zu konstruieren. Der Verfassungsschutz wittert den „Verdacht einer terroristischen Vereinigung" und ermittelt gemäß dem entsprechenden Paragraph 278 b. Das berichten das Monatsmagazin Datum sowie das Profil in ihren aktuellen Ausgaben.

Die Verfassungsschützer wurden im Zuge der Ermittlungen wegen brennender Mistkübel in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni auf die Studenten aufmerksam. Nach einer Hausdurchsuchung am 6. Juli wurden sie für mehrere Wochen in U-Haft genommen. Dabei wurde das Video von der Abschiebung gefunden. Die Verfassungsschützer werfen den Studenten zudem vor, dass ihre Wohnung als "eines der Zentren der Protestbewegung in den Jahren 2009 bis 2010 gedient" habe. Damit gemeint ist die #unibrennt-Bewegung, die ihren Ausgang an der Akademie der bildenden Künste gefunden hat.

Das Video selbst zeigt eine Abschiebung vom Schubhaftgefängnis an der Wiener Rossauer Lände bis zum Wiener Flughafen. Die Verfassungschützer sehen die Aufnahmen als "Observation". Die "professionelle Vorgangsweise" bei der Obsvervation sei eine "Indiz für die Begehung einer terroristischen Straftat". Auch dass"diese Vereinigung mit den Gegebenheiten/Örtlichkeiten am Flughafen äußerst vertraut ist", sei ein "enormes Sicherheitsrisiko". Als mögliche terroristische Aktivitäten sehen die Verfassungsschützer laut Profil die „Manipulation an den Funkeinrichtungen", was für den Flugverkehr "unabsehbare Folgen" haben könne. Zu dieser Annahme kommen die Verfassungsschützer, weil auf dem Video Funkanlagen für den Flugbetrieb zu sehen seinen. Tatsächlich soll es sich um einfache Mobilfunkanlagen handeln. (red/derStandard.at, 14. Februar 2011)
http://derstandard.at/1297216303129/Kuns…-Terrorverdacht
Hier zum längeren Bericht: http://www.datum.at/0211/stories/alarmstufe-rot/comment

Zitat

Grober Missbrauch. Der Paragraf 278 b ist quasi der große Bruder des Anti-Mafia-Paragrafen 278 a, der spätestens seit dem Prozess gegen die Tierschützer bekannt wurde (siehe Kasten). Die Strafbarkeit setzt schon bei den Vorbereitungshandlungen für eine Straftat ein. Albert Steinhauser, der Justizsprecher der Grünen, sieht in den Ermittlungen gegen die Kunststudenten einen „besonders groben Missbrauch“ des Paragrafen 278 b. „Die Polizei fantasiert sich strafrechtliche Absichten zusammen“, kritisiert er und konstatiert prinzipiell übergroße Bereitschaft der Verfassungsschützer, in der linken Szene zu ermitteln. Steinhauser: „Dabei liegen die rechtsextremen Straftaten in Österreich im internationalen Vergleich auf sehr hohem Niveau.“
http://www.profil.at/articles/1106/560/2…cherheitsrisiko

"Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten", hält nicht wirklich. Wieder mal bin ich sprachlos!

Die Werbung ist nur für Gäste sichtbar!

JonDonym anonymous proxy servers

IP-Check

2

Dienstag, 15. Februar 2011, 09:17

....ein anderes indiz: die poesen studentinnen haben muelleimer in brand gesetzt....daraus wird ihnen jetzt gedreht: sie haben muelleimer als brandsaetze verwendet....und ja das ist dann schon richtig terroristisch

ps: der film wurde vom dach eines parkhauses am flughafen gedreht....natuerlich befinden sich am dach diese mobilfunkeinrichtungen....die ermittlung hat draus gemacht: studenten wollten evtl. einrichtungen des flugverkehrs sabotieren und damit den flugverkehr lahm legen



wie konditioniert sind wir eigentlich schon, dass wir angesichts solcher faschistischen methoden noch immer nicht aufstehen, die arbeit niederlegen und mit steinen bewaffnet gegen das parlament laufen

ja der suesse kuscheleffekt der demokratie

ASY

33.333 Beiträge sind genug

  • »ASY« ist männlich
  • »ASY« ist der Autor dieses Themas
  • Private Nachricht senden

3

Dienstag, 15. Februar 2011, 09:37

die arbeit niederlegen und mit steinen bewaffnet gegen das parlament laufen
Wenn du den Gegner schon für so böse und berechnend hältst, dann verstehe ich nicht, wie du annehmen kannst, wir hätten mit Steinen eine Chance. Genau solche Handlungen werden nach und nach provoziert, um den ohnehin stattfinden müssenden Wirtschaftszusammenbruch dem eigentlich unbewaffneten Pöbel in die Schuhe zu schieben.

Unsere Väter und Großväter haben uns entwaffnen lassen - und wir werden die Folgen dieser Krot jetzt fressen müssen.

4

Dienstag, 15. Februar 2011, 10:03

haaaaaeeeeeh?

die ARBEIT NIEDERLEGEN und mit steinen bewaffnet


wie man sieht: reicht das vollkommen...#ägypten, #tunesien

wenn der rubel nimma fliesst, wenn die sklaven die produktivität lahmlegen, dann wars das fuer die eliten, und dann brauchen sie zumindest einen verbloedenden plan b oder c oder d

ohne moos nix loooss

handfeuerwaffe brauch ich keine, weil dann kommt von der anderen seite der granatenwerfer und der panzer und die atombombe....und das hab ich alles net....

Die Werbung ist nur für Gäste sichtbar!

JonDonym anonymous proxy servers

IP-Check

ASY

33.333 Beiträge sind genug

  • »ASY« ist männlich
  • »ASY« ist der Autor dieses Themas
  • Private Nachricht senden

5

Dienstag, 15. Februar 2011, 10:08

wie man sieht: reicht das vollkommen...#ägypten, #tunesien
Du siehst nur was du dir erhoffst, doch dort gibt es lediglich einen Machtwechsel, was bedeutet, dass nur der tretende Stiefel ausgetauscht wird. Oder findest du, dass im Iran nach dem Schah Reza irgendetwas besser wurde?

6

Dienstag, 15. Februar 2011, 11:02

komisches gespraech, wennst nicht meine ganzen messages liest, is mir zu bloed, letzter versuch

Zitat

wenn der rubel nimma fliesst, wenn die sklaven die produktivität lahmlegen, dann wars das fuer die eliten, und dann brauchen sie zumindest einen verbloedenden plan b oder c oder d




momentan laufen in #ägypten plan b

plan a mit eleganten switch zu herrschaft unter puppe suleiman hat volk nicht akzeptiert, also jetzt plan b: militärisch-industirellen komplex mit tollen sponsoring durch usa weiter aufrecht erhalten: 6 monate militaerregierung, in der zwischenzeit ein pseudodemokratisches system ausarbeiten, und dem sheeples vorlegen....akzeptieren sie, bleiben sie sheeples, akzeptieren sie nicht, sind sie wieder kurz people, kriegen plan c und dann fuer immer sheeple

ASY

33.333 Beiträge sind genug

  • »ASY« ist männlich
  • »ASY« ist der Autor dieses Themas
  • Private Nachricht senden

7

Dienstag, 15. Februar 2011, 11:16

komisches gespraech, wennst nicht meine ganzen messages liest, is mir zu bloed, letzter versuch
Komisch finde ich, dass von deinen Ideen kein einziger Verantwortlicher betroffen sein wird und die daraus entstehenden Pläne sind dann Blutvergießen-Plan A, B, C, D, E usw.

Planen kann nur jemand, der über Macht verfügt - Ohnmächtige können nur träge reagieren und dies passiert auch nie geschlossen. Aber du kannst mir gerne ein einziges Beispiel nennen, wo der Plan wirklich funktionierte.

Wo: Iran, Venezuela, Kolumbien, Tibet, Thailand?

Ich meine, dass wir derzeit lediglich eine Wohlstandswanderung über den Erdball erleben - wenn es wo Aufschwung gibt, dann bedeutet dieser irgendwo Abschwung.

8

Dienstag, 15. Februar 2011, 11:57

Ich meine, dass wir derzeit lediglich eine Wohlstandswanderung über den Erdball erleben - wenn es wo Aufschwung gibt, dann bedeutet dieser irgendwo Abschwung.
Gilt der Spruch, "jeder kann einen Aufschwung (reich werden) haben, aber nicht ALLE!"

So lange unser Denken davon bestimmt ist, dass wir es - meist materiell - besser haben wollen als die meisten, muss es folglich vielen schlechter gehen. Unser "Wohlstand" ist nicht darauf zurück zu führen, dass wir so fleißig sind, sondern dass wir andere ausbeuten. Deswegen werden Regime wie Mubarak etc. weiterhin unterstützt. Für "unser" Interesse!

Hier mal ein Auszug aus Platons "Der Staat"

Zitat

Nun denn, sagte ich, wir wollen einen Staat von vornherein aufbauen. Bauen wird ihn, wie es scheint, unser Bedürfnis.

Jawohl.

Nun ist aber das erste und größte Bedürfnis die Herbeischaffung von Nahrung um des Seins und Lebens willen.

Gewiss.

Das zweite das der Wohnung, das dritte das der Kleidung und dergleichen.

So ist's.

Wohlan denn, sagte ich, wie wird der Staat so vieles herbeizuschaffen vermögen? Nicht wahr, der eine ist ein Landmann, der andere ein Häuserbauer, ein dritter Weber? Oder wollen wir auch noch einen Schuhmacher hinzufügen oder irgend einen andern, der für den Leib sorgt?

Recht so.

So bestünde also der notdürftigste Staat aus vier bis fünf Menschen.

Offenbar.

Wie ist's nun? Soll jeder von diesen seine Arbeit für alle gemeinschaftlich machen, z.B. der Landmann allein für vier Getreide herbeischaffen und die vierfache Zeit und Mühe aufwenden zu Herbeischaffung von Getreide, oder soll er, um sie unbekümmert, für sich allein den vierten Teil dieses Getreides schaffen in dem vierten Teil der Zeit und die drei andern Vierteile das eine zu Anschaffung des Hauses verwenden, das andere zu der eines Kleides, das dritte zu der von Schuhen, und nicht mit der Mitteilung an andere sich bemühen, sondern allein für sich seine Sachen besorgen?

Adeimantos erwiderte: Vielleicht, Sokrates, ist es auf die erste Art leichter als auf die letztere.

Das ist in der Tat, bei Zeus, nicht auffallend, versetzte ich; denn ich bin während deiner Worte auf den Gedanken gekommen, dass erstens jeder von uns dem andern von Natur durchaus nicht gleich ist, sondern verschieden in Bezug auf die Anlage, je zu Verrichtung eines anderen Geschäftes. Oder meinst du nicht?

O ja.

Und dann: wird es einer schöner machen, wenn er, der Einzelne, viele Fertigkeiten übt, oder wenn ein Einzelner nur eine einzige?

Wenn einer nur eine einzige übt, antwortete er.

Nun ist aber auch dies klar, dass, wenn jemand die rechte Zeit für ein Geschäft vorüber lässt, es verdorben ist?

Freilich.

Denn das Geschäft hat, scheint mir's, keine Lust zu warten, bis der Handelnde Zeit hat, sondern der Handelnde muss dem Geschäfte durchaus nachgehen und darf es nicht als Nebensache behandeln.

Notwendig.

Hiernach wird also alles mehr und schöner und leichter, wenn es ein Einzelner nach seiner Anlage und zur rechten Zeit verrichtet, alles übrige aber beiseite lässt.

Allerdings.

So brauchen wir denn, Adeimantos, zu den erwähnten Verrichtungen mehr als vier Gemeindeglieder; denn der Landmann wird sich, wie es scheint, seinen Pflug nicht selbst machen, wenn er gut ausfallen soll, noch einen Spaten oder die übrigen Werkzeuge alle, die zum Landbau gehören. Ebenso auch nicht der Häuserbauer: auch dieser braucht vieles, und der Weber und Schuhmacher gleichfalls: oder nicht?

O ja.

Es werden also Zimmerleute und Schmiede und viele andere Handwerker dieser Art Genossen unseres kleinen Gemeinwesens werden und es bevölkert machen?

Allerdings.

Nun wäre es aber noch kein besonders großes, wenn wir ihnen Rinderhirten und Schäfer und sonstige Hüter hinzufügten, damit die Landleute zum Pflügen Rinder hätten und die Bauleute zu den Fuhren in Gemeinschaft mit den Landleuten Zugvieh gebrauchen könnten, und die Weber und Schuhmacher Häute und Wolle.

Das wäre aber, bemerkte er, keine kleine Gemeinde, die das alles hätte. Indessen, fuhr ich fort, das Gemeinwesen an einem Orte zu gründen, wo es der Einfuhr nicht bedarf, ist nahezu unmöglich.

Freilich ist's so.

Es würden daher weiter andere nötig sein, die ihm aus andern Staaten herbeischaffen, was es bedarf.

Allerdings.

Falls nun aber der Ausgesandte mit leeren Händen kommt, ohne etwas zu bringen von dem, was diejenigen brauchen, von denen sie das holen lassen, was sie selbst bedürfen, so wird er auch mit leeren Händen abziehen: nicht wahr?

So scheint mir.

Man muss demnach zu Hause nicht nur das für sich selbst Zureichende schaffen, sondern auch derartiges und so viel, wie jene bedürfen?

Allerdings.

Eine größere Zahl Landleute und der sonstigen Arbeiter bedarf demnach unser Staat.

Allerdings.

Auch wohl von den Gehilfen, welche die Aus- und Einfuhr zu besorgen haben; das sind aber die Kaufleute, nicht wahr?

Ja.

Auch Kaufleute also werden wir bedürfen.

Gewiss.

Und falls der Handel zur See stattfindet, so werden noch viele andere nötig sein, die sich auf Arbeiten verstehen, die sich auf das Meer beziehen.

Allerdings viele.

Weiter: im Städtewesen selbst - auf welche Weise werden sie da einander mitteilen von dem, was jeder arbeitet? Um dessen willen haben wir ja eine Gemeinschaft gestiftet und ein Gemeinwesen gegründet.

Offenbar, antwortete er, durch Verkaufen und Kaufen. So werden wir also infolgedessen einen Markt und als verabredetes Zeichen für den Tausch eine Münze bekommen?

Allerdings.

Falls man der Landmann oder sonst einer der Arbeiter, der etwas von ihm Gefertigtes auf den Markt bringt, nicht zu derselben Zeit kommt wie die, welche das Seinige einzutauschen wünschen, - wird er seine Arbeit versäumen und auf dem Markt müßig sitzen?

Keineswegs, erwiderte er, sondern es gibt Leute, welche, wenn sie das sehen, sich zur Aushilfe hierfür anschicken, und zwar in den gut eingerichteten Gemeinwesen so ziemlich die körperlich Schwächsten und solche, die unfähig sind, andere Geschäfte zu verrichten. Denn sie müssen dableiben in der Gegend des Marktes und das eine für Geld eintauschen bei denen, welche etwas verkaufen wollen, und hin-wiederum an andere, die einzukaufen wünschen, für Geld vertauschen.

Dieses Bedürfnis also, sprach ich, wird in unserem Staat Händlern die Entstehung geben. Oder heißen wir nicht Händler diejenigen, welche, auf dem Markte sitzend, in Bezug auf Kaufen und Verkaufen aushelfen; dagegen die, welche in den Städten herumziehen, Kaufleute?

Allerdings.

Nun gibt es aber, glaube ich, auch noch andere Gehilfen, die zwar hinsichtlich des Geistes der Aufnahme in die Gemeinschaft nicht besonders würdig wären, aber vermöge ihrer Körperstärke zu schweren Arbeiten tüchtig sind; diese verkaufen die Verwendung ihrer Kraft, nennen diesen Preis Lohn und heißen deswegen, denke ich, Lohndiener; nicht wahr?

Freilich.

Auch Lohndiener also,scheint es, gehören zur Vervollständigung des Staates.

Ich glaube.

Ist nun, Adeimantos, unser Staat so erwachsen, dass er vollständig ist?

Vielleicht.

Wo wäre nun wohl in ihm die Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit? Und in welchem von dem Betrachteten ist sie mit hinein gekommen?

Ich weiß es nicht, Sokrates, versetzte er, wenn nicht etwa in einem Bedürfnis derselben in ihrem Verhältnis zu einander. Vielleicht, sagte ich, hast du recht; gehen wir denn ohne Zögern an die Untersuchung! - Fürs erste nun wollen wir sehen, auf welche Weise die so Eingerichteten leben werden. Nicht wahr, sie werden beim Bereiten von Getreide und Wein und Kleidern und Schuhen und beim Bauen von Häusern in der guten Jahreszeit meist leicht gekleidet und unbeschuht arbeiten, in der schlechten aber gehörig eingehüllt und beschuht? Und sich nähren werden sie dadurch, dass sie aus Gerste grobes und aus Weizen feines Mehl verfertigen und das eine auswirken, das andere kneten? Dann werden sie tüchtige Laibe und Weißbrote auf Stroh oder reinlichem Laube vor sich hinstellen, gelagert auf Streuen von Efeu und Myrten, und werden schmausen samt ihren Kindern und Wein dazu trinken, bekränzt und die Götter preisend, und fröhlich mit einander verkehren und nicht mehr Kinder zeugen, als sie ernähren können, aus Furcht vor Armut und Kämpfen.

Da fiel Glaukon ein: Es scheint, du lässt die Leute ohne Zukost schmausen.

Du hast recht, versetzte ich. Ich habe vergessen, dass sie auch Zukost haben werden; natürlich werden sie Salz und Oliven und Käse und Zwiebeln und Gemüse, was man eben auf dem Lande zu benützen pflegt, zubereiten. Auch einen Nachtisch wollen wir ihnen meinethalben vorsetzen von Feigen und Kichererbsen und Bohnen, und Myrtenbeeren und Eicheln werden sie am Feuer rösten und mäßig dazu trinken, und so werden sie friedlich und gesund, wie natürlich, ihr Leben verbringen und in hohem Alter sterbend ihren Nachkommen ein anderes ähnliches Leben hinterlassen.

Da meinte jener: Würdest du, Sokrates, ein Gemeinwesen von Schweinen aufbauen, mit was anderem als hiermit würdest du sie füttern?

Aber wie anders machen, Glaukon? fragte ich.

Dem Brauche gemäß, antwortete er: auf Polstern müssen sie gelagert sein, denke ich, wenn sie nicht ein elendes Leben führen sollen, und an Tischen speisen sowohl Zukost, wie man sie jetzt hat, als auch Nachtisch.

Gut, versetzte ich, ich verstehe: Wir betrachten, scheint's, nicht bloß, wie ein Staat entsteht, sondern gleich auch einen üppigen Staat. Nun, vielleicht schadet's gar nichts; denn wenn wir auch einen solchen betrachten, so gewahren wir vielleicht die Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, wie sie in den Staaten sich erzeugen. Das wahre Gemeinwesen nun zwar scheint uns das beschriebene zu sein, gleichsam eines im Zustande der Gesundheit; wenn ihr aber wollt, dass wir auch das aufgedunsene Gemeinwesen besehen, so steht dem nichts im Wege. Es werden nämlich, scheint es, diese Dinge manchen nicht genügen, auch nicht diese Lebensweise; sondern es werden noch Polster dabei sein und Tische und sonstiges Gerät, ferner Zukost und Salben und Räucherwerk und Freudenmädchen und Backwerk, und zwar alles dies in großer Auswahl. Und auch in Bezug auf das, was wir zuerst nannten, werden wir nicht mehr bloß das Unentbehrliche annehmen, nämlich bei den Häusern und Kleidern und Schuhen, sondern die Malerei muss man in Bewegung setzen und Gold und Elfenbein und alles dergleichen anschaffen; nicht wahr?

Ja, antwortete er.

So müssen wir also wiederum das Gemeinwesen größer machen; denn jenes gesunde reicht nicht mehr aus, sondern man muss es jetzt mit Wulst ausfüllen und mit einer Masse von Dingen, die nicht mehr der Notdurft halber in den Staaten sind, dergleichen alle Jäger sind und die Nachahmer, deren es viele gibt sowohl in Bezug auf Formen und Farben als auf die Tonkunst, und Dichter samt deren Gehilfen, die Rhapsoden, Schauspieler, Reigentänzer, Theaterunternehmer und die Verfertiger von mancherlei Gerät, unter anderem von dem, was zum weiblichen Putz gehört. Wir werden dann auch mehr Diener bedürfen. Oder glaubst du nicht, dass wir Knabenerzieher brauchen, Ammen, Wärterinnen, Kammerjungfern, Barbiere und andererseits Köche und Bäcker? Weiter werden wir Schweinehirten haben müssen; denn im früheren Gemeinwesen hatten wir keine, weil wir nicht sie brauchten; in dem nunmehrigen aber werden wir auch diese noch dazu haben müssen: auch noch sehr vieles sonstige Mastvieh werden wir brauchen, wenn man es essen will: nicht wahr?

Natürlich.

Dann werden wir auch Ärzte nötig haben, bei dieser Lebensweise viel eher als bei der früheren?

Jawohl.

Und das Gebiet, das damals zureichend war, die damaligen Bewohner zu nähren, wird jetzt statt zureichend zu klein sein. Oder meinst du nicht?

O ja.

Wir müssten also von dem Lande der Nachbarn etwas abschneiden, wenn es hinreichen soll zum Weiden und Ackern, und jene hin-wiederum von dem unsrigen, wenn auch sie sich auf endlosen Erwerb von Gütern einlassen, die Grenze des Notwendigen überschreitend?

Das ist ganz notwendig, Sokrates, erwiderte er.

So werden wir also Krieg haben infolgedessen, Glaukon,- oder was sonst?

Eben dies, versetzte er.

Und wir wollen noch nichts sagen, fuhr ich fort, weder von dem Schlimmen noch von dem Guten, was etwa der Krieg wirkt, sondern nur so viel, dass wir nunmehr die Entstehung des Kriegs gefunden haben, und daraus entsteht vorzugsweise Unheil für die Staaten, für die Einzelnen wie für das Ganze, wofern Krieg entsteht.

Die glücklichen Sklaven
sind die
erbittertsten Feinde der Freiheit!

Marie von Ebner-Eschenbach

Die Werbung ist nur für Gäste sichtbar!

JonDonym anonymous proxy servers

IP-Check

Thema bewerten