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291

Samstag, 9. April 2011, 21:17

Aber eine Frage sei mir gestattet. Wenn man Straftaten nicht signifikant verhindern kann, darf man sie auch nicht verfolgen?
Nur nicht zu verhindernde Straftaten dürfen/müssen verfolgt werden - für andere muss die Prävention vorrangig sein. Ein nicht geschehenes Verbrechen ist doch allemal besser als ein aufgeklärtes, oder?

Ich sehe, Dir ist unser Grundsatz bekannt!

Gefahrenabwehr vor Strafverfolgung.

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292

Samstag, 9. April 2011, 21:27

Gut, wir sind bis hier her ungeteilter Meinung.

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Linksaussen

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293

Samstag, 9. April 2011, 21:28

Nur machen wir uns natürlich auch Gedanken über die Zeit danach.

294

Samstag, 9. April 2011, 21:35


Warum sind BGE oder Freiland für dich ungerecht, wenn sie jedem Menschen zustünden? Ungerecht ist doch die bisweilige Situation, weil nur eine relativ kleine Minderheit BGE und Freiland genießen darf - und zwar in dem heftigen Maße, dass der ärmlich geborene Rest ständig für das BGE und Freiland der Reichen schuften muss, was wiederum die Kaufkraft der ohnehin Kaufkräftigen und das Eigentum der Großeigentümer erhöht, während die Ärmeren noch ärmer, abhängiger und "schärfer" gemacht werden.

Möglicherweise finden viele Menschen BGE und ein eigenes Stück Land gar nicht so erstrebenswert, wie du glaubst?

Nicht jeder will das Land beackern um seine Nahrung anzubauen. Und was ist mit Berufen wie z.B. Lehrer? Wer sollte unser gesammeltes Wissen an die Kinder weitergeben? Ein Lehrer, der nach der Schule sein Gemüse bewässern muß, die Ernte einbringen, Vorräte anlegen, das Vieh füttern, selber schlachten etc.? Nicht für jeden ein erstrebenswertes Leben. Bei einer echt demokratischen Entscheidung würde dein Vorschlag wohl noch nicht mal 5% bekommen.

Und wohin mit dem Geld aus dem BGE, wenn doch jeder nur noch Selbstversorger ist? Keiner mehr, der Straßen baut, keine neue Technologie mehr, weil ja alle sich um Ackerbau und Viehzucht kümmern müssen.

Die Menschheit würde ganz schön ärmlich werden, wenn die Welt so wäre, wie du sie dir vorstellst. Alle selbstständig, keiner mehr abhängig beschäftigt und jeder sein eigener Herr - klingt ja wirklich toll, nur in der Realität nicht machbar, weil es ein großer Rückschritt für die Menschheit wäre.


Die Geschichte allein lehrt uns nur, was der Herrschaft dient und den Beherrschten schadet. Deine Auslegung erstaunt mich, denn nur, weil eine total straffreie Gesellschaft Utopie ist, meinst du, dass alles nicht nur bleiben kann wie es ist, sondern auch noch verschlimmbessert werden soll. Zudem wünsche ich keine Anarchie, sondern das Ende der Ausbeutung per Mangelwirtschaft über Nahrung, Wohnen, Energie, Gesundheit, Bildung, Sicherheit.

Du stellst es so dar, als würde alles nur der Herrschaft dienen und den Beherrschten schaden. Damit setzt du voraus, dass es gar nicht anders sein kann und redest am Problem vorbei.

Es ist ja gar nicht so schlecht, dass es 'Herrschaft' gibt. Ein paar Wenige sollten schon den Hut aufhaben, weil sie es besser können wie andere. Das ist einfach so. Die Menschen sind eben unterschiedlich intelligent.

Ja, es gibt Ausbeutung per Mangelwirtschaft und über Nahrung, Energie etc. - wir haben ein Problem, das ist richtig. Nur so wie du die Lösung angehen willst, ist es falsch.

Es gibt immer mehr Monopole, denn profitorientiertes Wirtschaften führt automatisch dahin, dass sich immer mehr Vermögen und Macht bei immer weniger Menschen anhäuft. Es müssen Kosten gesenkt werden und das führt dann dazu, dass weniger Geld für immer mehr Leistung gezahlt wird und die Masse verarmt.

Großkonzerne übernehmen immer mehr den Einfluss auf die Politik und bringen Politiker dazu, für ihre Geschäftsinteressen Politik zu machen. Eine starke Regulierung ist hier notwendig, da das Ganze nun schon Ausmaße erreicht, die für die Menschheit lebensbedrohlich sind.

Die Katastrophe im Golf von Mexiko konnte nur passieren, weil die Ölkonzerne ein ganzes Ministerium mit Leuten besetzt hatten, die für ihre Geschäftsinteressen Politik gemacht haben. Sicherheitsvorschriften wurden abgeschafft, weil sie Kosten für die Konzerne bedeuteten und somit tat man das, was man Profitmaximierung nennt. Dabei sind denen auch illegale Mittel Recht. BP hat immer mehr Entscheidungen getroffen, die der Firma Zeit und Geld gespart haben, aber damit das Risiko einer Katastrophe erhöhten. Sie entschieden sich für Kostensenkungen und gingen immer mehr Sicherheitsrisiken ein, um Profite zu maximieren.

Dasselbe passierte im Fall der nuklearen Katastrophe in Japan. Tepco hatte hier die IAEO voll im Griff und konnte seine überalteten Anlagen so weiter betreiben, ohne Auflagen der Erneuerung. Neue Technologie hätte die Katastrophe zumindest abgemildert, aber das hätte die Profite von Tepco geschmälert und die wollten jeden Cent rausziehen, ohne zu investieren. So passieren Katastrophen, wenn die Politik das macht, was die Konzerne wollen.

Inzwischen sind wir so weit, dass der Profithunger der Konzerne unsere Erde bedroht und wenn Politiker das nicht erkennen wollen, so wird Leben für die Menschen auf der Erde nicht mehr möglich sein - egal ob sie reich oder arm sind.

Durch die beiden Katastrophen der letzten 12 Monate ist einiges an Nahrungsmitteln für lange Zeit ungeniesbar geworden. Fisch aus dem Golf von Mexiko kann man nicht essen und Fisch aus dem Pazifik ebenfalls nicht. Wir haben Meerwasser verseucht und in Japan ist das Trinkwasser verseucht. Auch dort, wo der radioaktive Niederschlag runter kommt, ist das was da wächst ungeniesbar.

Die Funktion Transnationaler Konzerne ist nicht, eine gesunde Umwelt zu erhalten, sondern so viel wie möglich an Wert aus der Natur zu ziehen und in Profit zu verwandeln, auch wenn das bedeutet, dass man die Umwelt zerstört. Ein immer weiter wachsender Konzern sucht neue Profitmöglichkeiten in einer zerbrechlichen Umwelt, die schnell aus dem ökologischen Gleichgewicht gebracht werden kann. Wenn es um Profit geht, wird darauf keine Rücksicht genommen und auf die Menschen ebensowenig und Politiker die nur eine gute Presse haben wenn sie Politik betreiben, die den Konzernen immer weiter Profitmöglichkeiten einräumt, beschleunigen damit das Ende der Menschheit.

Es ist nicht so, dass die Manager der Großkonzerne das nicht wüßten, aber sie denken: 'wie können es sich die Leute rausnehmen zu denken, unser Planet sei wichtiger wie ihre Profite?'

Diese Leute sind krank. Sie erklären Umweltschützer sogar zu 'Ökoterroristen'. Sie sind süchtig und Sucht ist eine Krankheit. Genauso reagieren sie auch.

Ich habe die Hoffnung, dass durch diese Katastrophen ein Umdenken stattfindet und Politiker sich von der Wirtschaft nicht mehr alles vorschreiben lassen, verantwortungsbewußt den Menschen gegenüber handeln, statt nur an ihre Karriere zu denken. Einer wird den Anfang machen und die Anderen werden nachziehen, wenn sie merken dass die Menschen das unterstützen, Medienschmutzkampagnen der Konzerne keinen Glauben mehr schenken.

So schlimm diese Katastrophen auch sind, vielleicht mußten sie passieren, damit sich etwas ändert. Die Änderung kann aber nicht so aussehen, wie du sie gerne hättest, denn das würde uns nicht dabei helfen, unsere Probleme zu lösen, sondern neue schaffen.


Wie Staaten funktionieren, habe ich erst letztens hier deponiert - Missbrauch des Rechtsstaats - was ich nicht wiederhole, kann nicht nochmalig ignoriert werden.

Du nennst es selber 'Missbrauch'. D.h. ja übersetzt, dass man den Rechtsstaat nicht für das nützt, für das er vorgesehen ist. Deswegen ist ein Rechtsstaat ja nichts schlechtes. Man muß nur den Missbrauch unterbinden und den Rechtsstaat für das nutzen, wofür er vorgesehen ist und wofür er eben die Möglichkeiten bietet.

http://de.wikipedia.org/wiki/Missbrauch

Zitat

Das zugrundeliegende Verb mit der Bedeutung falsch oder böse gebrauchen findet sich bereits im Althochdeutschen.



Eine Gesellschaft wird nie ohne das auskommen, was Du "Überwachung" nennst.
Eine sehr totalitäre Aussage, die einschließt, dass du deine Familie (=Gesellschaft) auch überwachst - oder gibt es besonders gute Gründe, warum deiner Familie vertraut werden kann? Wer überwacht, ist dringend verdächtig, das Überwachte als kaputt oder nicht funktionierend zu betrachten.

Bei der Familie heißt es nicht überwachen, sondern darauf acht geben.

Wie schön du immer alles negativ auslegen kannst...

Ich würde bei meinen Kindern z.B. auch darauf achten, dass sie beim Spielen nicht in den Gartenteich fallen. Ich achte also darauf, dass ihnen nichts passiert - und du nennst das 'Überwachung'. Übrigens, wer nicht auf seine Kinder achtet, begeht eine Verletzung der Sorgfaltspflicht. So kann man die Sache mit der Überwachung auch mal positiv sehen: Der Staat kommt seiner Sorgfaltspflicht nach.



Zur DDR und sonstigen Diktaturen lasse ich jemanden reden, der das besser kann:

Nur weil es Länder gibt, die die Instrumente der Überwachung 'missbrauchen', ist das nicht überall so.
People who lie to others have merely hidden away the truth, but people
who lie to themselves have forgotten where they put it.

295

Sonntag, 10. April 2011, 09:10

Nur machen wir uns natürlich auch Gedanken über die Zeit danach.
Danach wird überlegt, wie ein stattgefundenes Verbrechen in Zukunft verhindert werden kann - was ich ebenfalls gut finde. Nur kommen wir auf unterschiedliche Lösungsstrategien, wo ich meine gerne wiederhole.

Lassen wir doch allen Datenschutz fallen und üben die totale Transparenz! Alle sollen überwacht werden und ganz besonders jene, die mit Macht ausgestattet sind, was bedeutet, dass dann ohnehin auch die Ohnmächtigen mit überwacht werden.

Ein paar Beispiele:

  • Alle Amtshandlungen müssen aufgezeichnet werden. Polizisten tragen dafür Kameras, was kein Problem sein kann, da auch die Dienstwaffe ständig mitgenommen wird. Es könnten sogar Kameras in die Waffe oder Dienstkleidung eingebaut sein.
  • Amtsstuben mit Parteienverkehr sollten auch alles aufzeichnen ... nach der Rechtskraft ohne Beschwerden, kann die Aufzeichnung gerne gelöscht werden.
  • Offenlegung aller Vermögensverhältnisse (Geld, Immobilien, Beteiligungen)
  • ... aller Einkommen.
  • ... aller verschachtelten Körperschaften und der stillen Teilhaber.

Gibt es irgendwelche Einwände?

Linksaussen

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296

Sonntag, 10. April 2011, 10:38

Nur machen wir uns natürlich auch Gedanken über die Zeit danach.
Danach wird überlegt, wie ein stattgefundenes Verbrechen in Zukunft verhindert werden kann - was ich ebenfalls gut finde. Nur kommen wir auf unterschiedliche Lösungsstrategien, wo ich meine gerne wiederhole.

Lassen wir doch allen Datenschutz fallen und üben die totale Transparenz! Alle sollen überwacht werden und ganz besonders jene, die mit Macht ausgestattet sind, was bedeutet, dass dann ohnehin auch die Ohnmächtigen mit überwacht werden.

Ein paar Beispiele:

  • Alle Amtshandlungen müssen aufgezeichnet werden. Polizisten tragen dafür Kameras, was kein Problem sein kann, da auch die Dienstwaffe ständig mitgenommen wird. Es könnten sogar Kameras in die Waffe oder Dienstkleidung eingebaut sein.
  • Amtsstuben mit Parteienverkehr sollten auch alles aufzeichnen ... nach der Rechtskraft ohne Beschwerden, kann die Aufzeichnung gerne gelöscht werden.
  • Offenlegung aller Vermögensverhältnisse (Geld, Immobilien, Beteiligungen)
  • ... aller Einkommen.
  • ... aller verschachtelten Körperschaften und der stillen Teilhaber.

Gibt es irgendwelche Einwände?

Bei der Zeit danach habe ich neben der Strafverfolgung tatsächlich auf die zukünftige Verhinderung im Fokus der Betrachtung.

Über Lösungsansätze habe ich hier noch gar nicht gesprochen. Ich spreche hier über Rechtmäßigkeit, Notwendigkeit und Verhältnismäßigkeit.

Totale Transparenz ist auch völlig daneben. Es geht nur um die Möglichkeit, die notwendige Transparenz in einem begründeten Einzelfall herbeiführen zu können.

Da wir nie über die selben Dinge reden, reden wir auch aneinander vorbei. Ich bleibe hart am Thema und Du wandelst auf Nebenwegen, wobei Du nur eine geringe Chance hast, den Hauptweg zu finden.

Kommen wir zu Deinen Beispielen. Auch unabhängig einer umfassenden und lückenlosen Transparenz der Menschen, sind einige Deiner Beispiele gängige Praxis.

Ich gehe mal davon aus, dass Du die Mitnahme der Dienstwaffe auf den Dienst der Polizisten beziehst. Was meinst Du mit alle Amtshandlungen? Alles, wo der Polizist einen Kontakt zum Menschen hat? Da stimme ich Dir voll zu.
Wenn man diese Amtsstuben zu reinen Vernehmungszimmern macht, stimme ich Dir voll zu.

Dies ist aber in Teilen bereits Praxis. Die Videovernehmung ist noch in den Kinderschuhen, ist aber ein wunderbares Mittel. Übrigens hat man bei Vernehmungen auch das Recht auf einen Beistand.

In den letzten drei Punkten stimme ich Dir vollkommen zu.

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297

Sonntag, 10. April 2011, 16:48

Über Lösungsansätze habe ich hier noch gar nicht gesprochen.
Wenn Lösungen vorrangig durchgesetzt würden, müssten sich viele Berufsgruppen selbst wegrationalisieren. Von deren Seite besteht für mich somit wenig Hoffnung. So wie kein Steuerberater seinen Kunden Tipps gibt, wie sie ohne Steuerberatung auskommen, so gibt es auch keine Politiker, Richter, Staatsanwälte, Anwälte, Gefängniswärter, Polizisten, Verwaltungsbedienstete, die sich dem Gemeinwohl dienend selbst verüberflüssigen resp. zur Kündigung vorschlagen.
Ich spreche hier über Rechtmäßigkeit, Notwendigkeit und Verhältnismäßigkeit.
Ich würde, anstatt der Rechtmäßigkeit, eher die Gerechtigkeit aufs Podest setzen.

Ich wiederhole mich zwar, weil es der Tatsachenfindung dient, doch die Rechtsmäßigkeit ist und bleibt ein Zirkelschluss. Rechtmäßig ist, was vorher legalisiert wurde. Bspw. unsere gesetzlichen Zahlungsmittel (Assignaten) wurden vor ein paar Jahrhunderten per Gesetz eingeführt. Wer sich weigerte diese Währung anzunehmen oder für sie einen höheren Preis verlangte, wurde mit dem Tode bestraft. Dieses damals legale Verbrechen, ist die Grundlage für unser Geldsystem. Auch das Christentum hat sich ähnlich etabliert - nur die Gläubigen wurden am Leben gelassen, bis dieser Glaube zur allgemein anerkannten Nächstenliebe-Religion wurde.

Die Notwendigkeit und Verhältnismäßigkeit entstehen aus subjektiven Eindrücken, und genau diese - so vermute ich - spalten unser beider Meinung, zwar nicht direkt bei der Lösungsfindung, doch indirekt bei der Ursachenfindung, letzte du ablehnst, die aber mit der Lösungsfindung untrennbar verbunden ist, weil sie erstere bedingt. Ich kann kein Problem ausmerzen, wenn ich es nicht wahrnehme.

Natürlich bevorzugst du das Konzept der personalaufwändigen Abschreckung von Straftätern, weil deine Lebenssicherheit der Beruf in der forensischen Industrie ist. Meine Ambition ist eine ganz andere, nämlich, dass ich die Lebenssicherheit in einer ausgeglichen satten Gesellschaft zu finden behaupte. Eine Art Polizei, die per Gesetz verpflichtet ist, auffällige Nachteile und deren Verursacher in der Bevölkerung zu ahnden, würde bei mir offene Türen eintreten.

Totale Transparenz ist auch völlig daneben. Es geht nur um die Möglichkeit, die notwendige Transparenz in einem begründeten Einzelfall herbeiführen zu können.
Die totale Transparenz hätte den Vorteil, dass die Bevorzugten ausgeglichen benachteiligt würden. Die Quellen von Reichtum und Macht sollten peinlichst genau herleitbar sein.
Da wir nie über die selben Dinge reden, reden wir auch aneinander vorbei. Ich bleibe hart am Thema und Du wandelst auf Nebenwegen, wobei Du nur eine geringe Chance hast, den Hauptweg zu finden.
Wir reden nicht aneinander vorbei, sondern unsere Lebenserfahrung zeigte uns verschiedene Perspektiven, die uns ebenso verschiedene Vorurteile einpflanzten, welche wir nun beide zu bestätigen versuchen. Wir haben beide dasselbe symbolische WeisheitsBuch zur Verfügung, nur unterschiedliche Denkanfänge.

So nebenbei: "Lieber zehn Schuldige frei, als ein Unschuldiger im Gefängnis" - Was hältst du, als potentiell Betroffener, von diesem Spruch?

Linksaussen

unregistriert

298

Sonntag, 10. April 2011, 17:06

Über Lösungsansätze habe ich hier noch gar nicht gesprochen.
Wenn Lösungen vorrangig durchgesetzt würden, müssten sich viele Berufsgruppen selbst wegrationalisieren. Von deren Seite besteht für mich somit wenig Hoffnung. So wie kein Steuerberater seinen Kunden Tipps gibt, wie sie ohne Steuerberatung auskommen, so gibt es auch keine Politiker, Richter, Staatsanwälte, Anwälte, Gefängniswärter, Polizisten, Verwaltungsbedienstete, die sich dem Gemeinwohl dienend selbst verüberflüssigen resp. zur Kündigung vorschlagen.

Die Gefahr besteht bei mir nicht. Es gibt keinen Lösungsansatz, der "Kriminalität" und die kleinen Probleme der Menschen gänzlich beseitigen würde. Das gilt für alle Konzepte, weil sie alle einen Faktor haben, der dies verhindert, den Menschen.

Es gibt sehr viele Ansätze für Lösungen im "Kleinen". Man sucht immer nach Lösungen für bestimmte Phänomene. Wegen der Vielschichtigkeit liegt die größte Schwierigkeit dabei nicht in der eingentlichen Lösungen, sondern daran alle Beteiligten an einen Strang zu bekommen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Linksaussen« (10. April 2011, 20:48)


Linksaussen

unregistriert

299

Sonntag, 10. April 2011, 17:51


Ich spreche hier über Rechtmäßigkeit, Notwendigkeit und Verhältnismäßigkeit.
Ich würde, anstatt der Rechtmäßigkeit, eher die Gerechtigkeit aufs Podest setzen.

Ich wiederhole mich zwar, weil es der Tatsachenfindung dient, doch die Rechtsmäßigkeit ist und bleibt ein Zirkelschluss. Rechtmäßig ist, was vorher legalisiert wurde. Bspw. unsere gesetzlichen Zahlungsmittel (Assignaten) wurden vor ein paar Jahrhunderten per Gesetz eingeführt. Wer sich weigerte diese Währung anzunehmen oder für sie einen höheren Preis verlangte, wurde mit dem Tode bestraft. Dieses damals legale Verbrechen, ist die Grundlage für unser Geldsystem. Auch das Christentum hat sich ähnlich etabliert - nur die Gläubigen wurden am Leben gelassen, bis dieser Glaube zur allgemein anerkannten Nächstenliebe-Religion wurde.

Die Notwendigkeit und Verhältnismäßigkeit entstehen aus subjektiven Eindrücken, und genau diese - so vermute ich - spalten unser beider Meinung, zwar nicht direkt bei der Lösungsfindung, doch indirekt bei der Ursachenfindung, letzte du ablehnst, die aber mit der Lösungsfindung untrennbar verbunden ist, weil sie erstere bedingt. Ich kann kein Problem ausmerzen, wenn ich es nicht wahrnehme.

Natürlich bevorzugst du das Konzept der personalaufwändigen Abschreckung von Straftätern, weil deine Lebenssicherheit der Beruf in der forensischen Industrie ist. Meine Ambition ist eine ganz andere, nämlich, dass ich die Lebenssicherheit in einer ausgeglichen satten Gesellschaft zu finden behaupte. Eine Art Polizei, die per Gesetz verpflichtet ist, auffällige Nachteile und deren Verursacher in der Bevölkerung zu ahnden, würde bei mir offene Türen eintreten.



Gerechtigkeit ist ein subjektives Empfinden geworden. Wirkliche Gerechtigkeit setzt sich aus dem zsuammen, was ich geschrieben habe, Rechtmäßigkeit, Notwendigkeit und Verhältnismäßigkeit.

Einen Zirkelschluss kann ich nicht erkennen. Es gehört zu den Prinzipien einer Rechtstaatlichkeit, dass sich Ermächtigung und Strafbarkeit nur auf der Grundlage der bestehenden Gesetze geprüft werden dürfen. Daraus erwachsen Grundsätze wie keine Strafe ohne Gesetz.
Die Menschen müssen wissen, was verboten und erlaubt ist und sie müssen zumindest grob wissen, was sie bei Verstößen gegen Gesetze zu erwarten haben. Natürlich muss eine Rechtmäßigkeit vorher legaisliert sein, im Nachhinein wäre es Willkür.

Dein jahrhundertealtes Beispiel bringt uns gerade bei diesem Thema nicht wirklich weiter. Es zeigt nur, wie wir uns weiter entwickelt haben.

Notwendigkeiten und Verhältnismäßigkeiten werden von einer breiten Mehrheit bestimmt. Verhältnismäßigkeit ist definiert und wird so im Einzelfall geprüft. Auch die Notwendigkeit ist das, was einen breiten Konsenz findet. Beide sind durch Mandatsträger und unabhängige Richter definiert.
Bisher reden wir nur sehr allgemein darüber. Ich habe unzählige Male angeboten über die Notwendigkeit der Vorratsdatenspeicherung zu diskutieren, sowie über die Rechtmäßigkeit und die aktuellen Folgen.

In der DIskussion über die angebliche Überwachung und der von ihr berührten Lebenssituiationen entfällt eine Suche nach Lösungsansätzen und Ursachenfindung in der Diskussion um deren Notwendigkeit. Diese Diskussion kann in Teilen geführt werden, hat aber niemals Einfluß auf das Ganze.

Aber auch hier steht mein Angebot im Detail zu diskutieren, ob Ursachenfindung und Lösungsansätze einen Einfluß auf die Notwendigkeit haben. Ich lehne diese Suche nicht ab, versuche Dir nur zu erklären, dass dies philosophisch ist und keinen Einfluss auf das Ganze haben wird.

Kommen wir später noch einmal zu den Problemen.


Nein, ich bevorzuge nichts, um mein Darsein zu rechtfertigen oder mir meinen Lebensunterhalt zu sicher. Das tun die Menschen für mich und kein Modell dieser Welt, wird daran etwas ändern.

Dazu sind Deine Behauptungen zum Personalaufwand der wahre Zirkelschluß. Der Personalaufwand wird dadurch mit erzeugt, dass man den Ermittlungsbehörden in ihren tatsächlichen rechtstaatlichen Möglichkeiten die Flügel stutzt. Reine Datenschutzpolemik, die aus Opportunität nicht angegangen wird. Aus diesem Kreis kommt wiederum die Kritik des zu großen Appartes.
Eine Industrie sind wir ebenfalls nicht, was aber Dein Unwissen dokumentiert.

Dein Ansatz ist Utopie. Das hat die Vergangnheit gezeigt und das wird die Zukunft zeigen. Selbst in einer satten Gesellschaft werden einige ihren Hunger behaupten und andere wiederum ihren höheren Bedarf erklären. Dein Wunsch nach Ausgeglichenheit ist unerreichbar. Er kann nur diktatorisch erreicht werden und wird dann einer Elite nicht nur Macht sondern auch grenzenlosen Wohlstand bieten, während alle anderen ausgeglichen satt sind. Dies wird sich bis in die Lebensbereiche der Menschen staffeln. Diese Diskrepanz wird wiederum Begehren erzeugen und zu den schon bekannten Entwicklungen führen.

Dein Ziel ist ehrenhaft, taugt aber nicht im Bereich der Strafverfolgung und er Gefahrenabwehr. Vielleicht können wir in ein paar Jahrhunderten daran gehen, die Staatsgewalt abzubauen, bis sie nicht mehr existent ist. Heute auch nur im Ansatz daran zu denken und Ablehnung an diesem Zioel auszurichten, wäre naiv.


Zitat

Eine Art Polizei, die per Gesetz verpflichtet ist, auffällige Nachteile und deren Verursacher in der Bevölkerung zu ahnden, würde bei mir offene Türen eintreten.
Wie soll das geschehen? Wie auffällig müssen Nachteile sein, um sie ohne großen Aufwand zu erkennen? Glaubst Du wirklich, die Menschen sind so dämlich, so auffällig zu sein? Weißt Du überhaupt, wie Kriminalität funktioniert?

Du legst Feststellung, Ermittlung und Ahndung in eine Hand. Da sind wir heute aber Jahrhunderte weiter und trennen dies strikt. Deine Vorstellung ist naiv und gefährlich. Du willst untätig sein, bis wir in Jahrhunderten am Rand des Bewußtsein angelangt sind, mit dem wir derartiges überhaupt in Angriff nehmen können.


OK, die Probleme:


Zitat

a) Straftaten des Friedensverrats, des Hochverrats und der Gefährdung des demokratischen Rechtsstaates sowie des Landesverrats und der Gefährdung der äußeren Sicherheit nach den §§ 80 bis 82, 84 bis 86, 87 bis 89a, 94 bis 100a,

b) Abgeordnetenbestechung nach § 108e,

c) Straftaten gegen die Landesverteidigung nach den §§ 109d bis 109h,

d) Straftaten gegen die öffentliche Ordnung nach den §§ 129 bis 130,
Lassen wir unseren Staat also von außen und innen ungeschützt. Kein Problem, nur hindert es uns daran, den Weg zu dem von Dir beschriebenen Ziel überhaupt zu gehen, geschweige denn konsequent.

Zitat

e) Geld- und Wertzeichenfälschung nach den §§ 146 und 151, jeweils auch in Verbindung mit § 152, sowie nach § 152a Abs. 3 und § 152b Abs. 1 bis 4,
Hat nicht viel mit der diktatorischen Wirtschaftswelt zu tun. Die Folgen dürften Dir klar sein. Menschen verlieren ihr Geld, der Staat wird zahlungsunfähig. Ein Währungs- und Machtwechsel ist die Folge. Der wiederum ein eigenes Geldsystem bringen wird.
Wir haben viel gewonnen, wenn wir uns bis dahin über die Probleme und Lösungsansätze im Klaren sind.

Zitat

f) Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung in den Fällen der §§ 176a, 176b, 177 Abs. 2 Nr. 2 und des § 179 Abs. 5 Nr. 2,

g) Verbreitung, Erwerb und Besitz kinder- und jugendpornographischer Schriften nach § 184b Abs. 1 bis 3, § 184c Abs. 3,
Machen wir vor allem Frauen und Kinder zu Freiwild.

Zitat


h) Mord und Totschlag nach den §§ 211 und 212,
Auch ein Gesetz, dass im Zirklelschluß vorher als strafbar bestimmt wurde.

Zitat

i) Straftaten gegen die persönliche Freiheit nach den §§ 232 bis 233a, 234, 234a, 239a und 239b,
Wer brauch schon Freiheit.

Zitat

j) Bandendiebstahl nach § 244 Abs. 1 Nr. 2 und schwerer Bandendiebstahl nach § 244a,

k) Straftaten des Raubes und der Erpressung nach den §§ 249 bis 255,

l) gewerbsmäßige Hehlerei, Bandenhehlerei und gewerbsmäßige Bandenhehlerei nach den §§ 260 und 260a,
Unter der Annahme, dass eine ausgeglichene Sättigung alle Probleme beseitig, sind diese gegen das Eigentum (und die Freiheit) gerichteten Straftaten Vergangenheit.

Zitat

m) Geldwäsche und Verschleierung unrechtmäßig erlangter Vermögenswerte nach § 261 Abs. 1, 2 und 4,
Ist nur die logische Konsequenz, wenn wir kriminelle Gewinnmaßnahmen erlauben, müssen wir diese auch schützen.

Zitat


n) Betrug und Computerbetrug unter den in § 263 Abs. 3 Satz 2 genannten Voraussetzungen und im Falle des § 263 Abs. 5, jeweils auch in Verbindung mit § 263a Abs. 2,

o) Subventionsbetrug unter den in § 264 Abs. 2 Satz 2 genannten Voraussetzungen und im Falle des § 264 Abs. 3 in Verbindung mit § 263 Abs. 5,

p) Straftaten der Urkundenfälschung unter den in § 267 Abs. 3 Satz 2 genannten Voraussetzungen und im Fall des § 267 Abs. 4, jeweils auch in Verbindung mit § 268 Abs. 5 oder § 269 Abs. 3, sowie nach § 275 Abs. 2 und § 276 Abs. 2,

q) Bankrott unter den in § 283a Satz 2 genannten Voraussetzungen,

r) Straftaten gegen den Wettbewerb nach § 298 und, unter den in § 300 Satz 2 genannten Voraussetzungen, nach § 299,
In einer homogenen Wirtschaft und einer gesättigten Menschheit wird vieles überflüssig.

Zitat

s) gemeingefährliche Straftaten in den Fällen der §§ 306 bis 306c, 307 Abs. 1 bis 3, des § 308 Abs. 1 bis 3, des § 309 Abs. 1 bis 4, des § 310 Abs. 1, der §§ 313, 314, 315 Abs. 3, des § 315b Abs. 3 sowie der §§ 316a und 316c,
Da die Vernunft einsetzt, gibt es auch kein gemeingefährliches Handeln mehr.


Zitat

t) Bestechlichkeit und Bestechung nach den §§ 332 und 334,
Klar, keine Aparat, keine Bestechung, vor allem aber - kein Anreiz, keine Bestechung.

Zitat

2. aus der Abgabenordnung:

a) Steuerhinterziehung unter den in § 370 Abs. 3 Satz 2 Nr. 5 genannten Voraussetzungen,

b) gewerbsmäßiger, gewaltsamer und bandenmäßiger Schmuggel nach § 373,

c) Steuerhehlerei im Falle des § 374 Abs. 2,
Da wir Steuern abschaffen und eine Abgabe zum Gemeinwohl eingeführt wird, sind die auch überflüssig.


Zitat


3. aus dem 96 Abs. 2,

b) Einschleusen mit Todesfolge und gewerbs- und bandenmäßiges Einschleusen nach § 97,
6. aus dem 6,

b) Verbrechen gegen die Menschlichkeit nach § 7,

c) Kriegsverbrechen nach den §§ 8 bis 12,
Ohne Kommentar.

Zitat

11. aus dem Waffengesetz:

a) Straftaten nach § 51 Abs. 1 bis 3,

b) Straftaten nach § 52 Abs. 1 Nr. 1 und 2 Buchstabe c und d sowie Abs. 5 und 6.
Nur wegen der Vollständigkeit.

Linksaussen

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300

Sonntag, 10. April 2011, 17:58

Totale Transparenz ist auch völlig daneben. Es geht nur um die Möglichkeit, die notwendige Transparenz in einem begründeten Einzelfall herbeiführen zu können.
Die totale Transparenz hätte den Vorteil, dass die Bevorzugten ausgeglichen benachteiligt würden. Die Quellen von Reichtum und Macht sollten peinlichst genau herleitbar sein.
Da wir nie über die selben Dinge reden, reden wir auch aneinander vorbei. Ich bleibe hart am Thema und Du wandelst auf Nebenwegen, wobei Du nur eine geringe Chance hast, den Hauptweg zu finden.
Wir reden nicht aneinander vorbei, sondern unsere Lebenserfahrung zeigte uns verschiedene Perspektiven, die uns ebenso verschiedene Vorurteile einpflanzten, welche wir nun beide zu bestätigen versuchen. Wir haben beide dasselbe symbolische WeisheitsBuch zur Verfügung, nur unterschiedliche Denkanfänge.

So nebenbei: "Lieber zehn Schuldige frei, als ein Unschuldiger im Gefängnis" - Was hältst du, als potentiell Betroffener, von diesem Spruch?
Eine Totale Transparenz wäre trotzdem Blödsinn. So lange bei der Speicherung der Daten keine Ausnahmen gemacht werden, hast Du Dein Ziel erreicht. Nur müssen wir uns da noch Gedanken machen, ob manchen Menschen die Möglichkeit gegeben ist, ihre Daten vorzuenthalten. Dem ist nicht so. Es ist vielmehr so, dass es bei der Erhebung und Nutzung zu Privilegierungen kommen könnte.

Mein Ziel ist, kein Unschuldiger im Gefängnis und alle Schuldigen in Haft. An dem ersten Ziel arbeiten wir hartnäckig und ich glaube, dass man in Deutschland da ganz gute Resultate erzielt. Hier gilt nämlich, dass die Richter durch die Instanzen vollkommen von der Schuld des Täters überzeugt sien müssen. Ich schätze mal, dass die Zahl der wirklich Unschuldigen in deutschen Gefängnissen kaum auszudrücken ist. Der Preis ist auch, dass viele Schuldige frei herum laufen.

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