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Dienstag, 19. Februar 2013, 23:52

Thema "Teamarbeit"

Hallo!

Ich möchte hier meine bisherigen Erfahrungen mit Teamarbeit schildern.
Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht.

OK.

Zuerst mal, ich arbeite in einem großen Unternehmen (Fahrzeugbau)

An unserem Standort wurde im November 2012 offiziell die Teamarbeit gestartet. In einem Bereich des Standortes wurde schon 2 Jahre vorher Teamarbeit "light" im Rahmen eines Pilotprojektes getestet.
Aufgrund der Erfahrungen im Pilotprojekt wurde sogar seitens der Standortleitung von einem verfrühten Start der Teamarbeit standortweit abgeraten.

Doch alles umsonst, der neue Firmeneigentümer bestand auf einen sofortigen Start der Teamarbeit.

Ja und da sind wir nun.
In einer 2-tägigen Werbeveranstaltung (der Vortragende meinte, ihm sei es egal ob wir mitmachen, er bekommt sein Geld...) wurde versucht uns die Teamarbeit nahezubringen.

Nach eingehender Betrachtung und tagelanger Informationssuche meinerseits fiel mir auf daß die Teamarbeit nichts neues für uns bringt.

Am Band haben wir ja eigentlich immer schon als Team gearbeitet, ist ja auch nicht anders machbar.
Soll heißen, wenn man bemerkte daß ein Kollege Probleme mit seiner Arbeit hatte oder ein Fahrzeug mit besonders vielen zu verbauenden Teilen dann half man dem Kollegen bei seiner Arbeit.
Auch wurde seitens der Arbeiter immer Wert darauf gelegt möglichst viele Arbeiten in seinem Abschnitt zu beherrschen.

Also alles was uns als längst überfällige Änderungen im Rahmen der Teamarbeit "verkauft" wurde.

Der eigentliche Sinn der Teamarbeit für das Unternehmen wurde dann auch schnell sichtbar.

Vor dem Start der Teamarbeit hatten wir einen sogenannten "Springer". Die Aufgabe desselben: Laut betrieblicher Vereinbarung standen jedem Mitarbeiter 34 Minuten täglich zusätzliche Pause zur Verfügung.

Teamarbeit da - Springer ersatzlos weg.

Weiters wurden mittels komplizierter Rechenvorgänge für jedes Team die genau erforderliche Mitarbeiteranzahl errechnet.
Leider waren es laut Rechnung um einige MA zuviel, deshalb Entlassungen, in meinem Bereich seit Montag gesamt 34 MA weniger.

Ein Team besteht aus den regulären Arbeitern, einem Qualitätsmitarbeiter (für etwaige Ausbesserungsarbeiten) und einem MA für Abwesenheit.
Aufgrund generellem Personalmangel ist der MA für Abwesenheit real nicht verfügbar.

Mittlerweile wird immer deutlich sichtbarer wie unvorbereitet und laienhaft die Administration zum Thema Teamarbeit ist.
Kompetenzen werden von einem zum anderen verschoben, selbst aufgestellte Regeln zur Teamarbeit ständig gebrochen.
Bei kritischen Fragen ist plötzlich niemand mehr zuständig, Gesprächstermine werden laufend kurzfristig abgesagt.

Unsere direkten Vorgesetzten erhalten selbst keinerlei Infos zur Teamarbeit, wir Arbeiter folglich noch viel weniger.
Die Betriebsräte sind auch plötzlich wahnsinnig beschäftigt und somit selten zu erreichen.

Das Grundproblem ist ein nicht funktionierender Informationsfluss. Im Büro wurden an die 40 neue Stellen geschaffen die nur die Aufgabe hätten die Teamarbeit zum Laufen zu bringen.
Darunter sogenannte Teambegleiter die den oben genannten Informationsfluss ermöglichen sollen. Problem dabei: Keiner weiß bis heute wer die Teambegleiter sind.

Also Chaos soweit man blicken kann, doch anstatt irgendwelche Versuche die Umstände zu bessern wird immer noch mehr Druck gemacht.

Auch komisch: Bis vor kurzem (also in der Zeit der Entlassungen) wurde verbreitet, wir hätten wenige Aufträge, weshalb auch ein Personalabbau notwendig sei.
Letzte Woche hieß es dann plötzlich: Wir müssen bis Juni 1000 zusätzliche Einheiten fertigen, deshalb sei es notwendig länger zu arbeiten, auch an Samstagen muss gearbeitet werden.

Wir kommen uns alle ein wenig verarscht vor.

Der Überhammer aber kam heute: Die Firmenleitung hat festgestellt daß es aufgrund des Personalstandes nicht möglich ist daß alle MA ihren Urlaub konsumieren.
Eine Lösung des Problems ist derzeit nicht in Sicht.

Naja, jeden Tag denke ich es kann eigentlich nur noch besser werden. Jeden Tag werde ich eines Besseren belehrt...


Werde bei weiteren Problemen weiterschreiben...



Grüsse, Andreas
Wir werden für dumm verkauft und von dem Erlös werden wir verarscht...

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Andreas Zehetbauer

alias HerrAbisZ - unbequemer Zeitgenosse

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Mittwoch, 20. Februar 2013, 16:34

Das kenne ich doch. Bei uns heißt das aber anders

Chaos in der Firma hatten wir auch und da keiner mehr da war (krank, Urlaub) hat man mich geholt.Ich habe das mow wieder alles so gut es ging hingebogen und heftig verbal mich zur Wehr gesetzt, da man immer wieder von außen Änderungen vorgenommen hat. Ich habe es trotzdem geschafft.

Bezüglich Urlaub lies das hier §4 Absatz 4 Urlaubszeitgesetz

Zitat

...
(4) Hat der Arbeitnehmer in Betrieben, in denen ein für ihn zuständiger Betriebsrat errichtet ist, den von ihm gewünschten Zeitpunkt für den Antritt seines Urlaubes oder eines Urlaubsteiles in der Dauer von mindestens zwölf Werktagen dem Arbeitgeber mindestens drei Monate vorher bekanntgegeben und kommt eine Einigung zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer nicht zustande, so sind die Verhandlungen unter Beiziehung des Betriebsrates fortzusetzen. Kommt auch dann keine Einigung zustande, so kann der Arbeitnehmer den Urlaub zu dem von ihm vorgeschlagenen Zeitpunkt antreten, es sei denn, der Arbeitgeber hat während eines Zeitraumes, der nicht mehr als acht und nicht weniger als sechs Wochen vor dem vom Arbeitnehmer vorgeschlagenen Zeitpunkt des Urlaubsantrittes liegen
....
Anlage
»Andreas Zehetbauer« hat folgende Datei angehängt:

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