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Montag, 30. April 2007, 20:00

Vergiftete Geschenke

Zitat

Vergiftete Geschenke - wie die EU Afrika in die Armut treibt

Im Senegal kommen die Tomaten aus Italien, die Kartoffeln und Zwiebeln aus Holland. SPIEGEL TV Special über einen Teufelskreis, der seinen Ursprung in der europäischen Subventionspraxis hat.
[Cinergy] Wer im Senegal einkauft, findet auf den Märkten kaum einheimisches Obst und Gemüse: Die Tomaten kommen aus Italien, die Kartoffeln und Zwiebeln aus Holland. In den Geschäften ist es ähnlich: Dort steht Trockenmilch, importiert aus Europa. In Afrika, wo 85 Prozent der Bevölkerung von der Landwirtschaft und Viehzucht leben, können lokale Milchproduzenten ihre Milch nicht mehr verkaufen, weil die importierte Trockenmilch erheblich billiger ist. Der Grund liegt in der Subventionspolitik der EU. Auch die Fischer Afrikas leiden darunter. Einst fuhren sie hinaus aufs Meer und kamen zurück mit reicher Beute: Doch heute gibt es kaum noch etwas zu fangen. Die Gewässer vor Mauretanien und dem Senegal sind leer gefischt - von grossen Fabrikschiffen, die von Europa, Russland oder Japan aus in See stechen. Die Rechte, vor ihren Küsten zu fischen, wurden den armen afrikanischen Ländern abgekauft - von der Europäischen Gemeinschaft. Weil senegalesische Fischer kaum noch Geld mit der Fischerei verdienen können, rüsten viele ihre Boote um und vermieten sie an Menschenhändler, die Flüchtlinge aus Westafrika auf die Kanarischen Inseln schleusen. Die Bilder sind bekannt. Wer Glück hat, überlebt den Höllentrip. Wer noch mehr Glück hat, kriegt einen spanischen Pass. Und wer das vollkommene Glück hat, findet einen Job. Zum Beispiel als Matrose. Auf einem spanischen Fabrikschiff, das vor der Küste Westafrikas fischt.



Sehr interessanter Bericht am Wochenende im Nachrichtenmagazin "Spiegel TV". Dieses Thema ist so umfangreich, dass hierbei leider nur etwas der politische Teil zum Thema "Hilfe" angekratzt werden konnte. Aber dabei könnt ihr erkennen, wie krank unser System der Agrar-Subventionierung ist. Nicht nur dass Steuerzahler dieses finanzieren muss, zerstört es in Afrika ganze Industriezweige bzw. gibt dort dem Handel keine Chance.

Wie soll sich Afrika selbst helfen, wenn man ihn tagtäglich daran hindert?
Die glücklichen Sklaven
sind die
erbittertsten Feinde der Freiheit!

Marie von Ebner-Eschenbach

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Montag, 30. April 2007, 23:29

Re: Vergiftete Geschenke

Frage?
Ich wußte nicht, dass es im Senegal soviel Wasser gibt, dass alles so üppig gedeihen kann?
Was sich nie und nirgends hat begeben,
Das allein veraltet nie!

3

Montag, 30. April 2007, 23:37

@ schlauerrabe

Also die Bilder welche wir oft von Afrika übermittelt bekommen, existieren in Afrika gar nicht. Das stammt nicht von mir, sondern von einem Roten Kreuz Mitarbeiter welcher jahrelang dort in der Entwicklungshilfe tätig war.

Aber um deine Frage zu beantworten, der Senegal ist sehr wohl fruchtbar und leidet an keinen Wassermangel.
Die glücklichen Sklaven
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Marie von Ebner-Eschenbach

ASY

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4

Dienstag, 1. Mai 2007, 10:06

Re: Vergiftete Geschenke

@ Santa

Afrika soll sich doch gar nicht selber helfen können. Aufschussreich über Senegal finde ich auch den Beitrag in Wikipedia, der wohl mehr mehr hergibt als er eigentlich soll.

Grundsätzlich hat Senegal den Status eines Entwicklungslandes, ist jedoch im Vergleich zu anderen westafrikanischen Ländern weiter entwickelt, was aber ihre Produkte im Regionalvergleich überteuert wirken lässt.

In Senegal sind 78 % der Erwerbstätigen im Agrarsektor tätig, der allerdings weniger als 20 % am BIP ausmacht (60 % stammen inzwischen aus dem Dienstleistungssektor, z. B. Tourismus). Gleichzeitig hat das Land mit 47 % eine der höchsten Urbanisierungsraten Afrikas. Aufgrund des ariden Klimas können nur 16 % der Landfläche für landwirtschaftlichen Anbau genutzt werden und zwar lediglich im Senegal-Tal und an den nördlichen Küstenstreifen Bewässerungslandwirtschaft. Die wichtigsten agrarischen Devisenbringer sind Erdnüsse und Baumwolle (Senegal gehört weltweit zu den größten Erdnussproduzenten). Weil große Teile der Nutzfläche für den Erdnussanbau gebraucht werden, kann der Eigenbedarf an Grundnahrungsmittel nicht gedeckt werden, daher werden diese (vor allem Reis und Weizen) im großen Stil importiert, was zu einem enormen Devisenverbrauch führt.

Fischerei ist inzwischen der wichtigste Wirtschaftszweig, da die Küstengewässer Senegals reiche Fischfanggründe aufweisen. Die senegalesischen Kleinfischer können die lokalen und regionalen Märkte ausreichend versorgen. Die Fangrechte für Hochseefischerei sind jedoch an Japan und Südkorea verkauft. Insgesamt stellt der Fischfang heute das wichtigste Exportgut Senegals dar (28,5 %) und hat den früher dominierenden Erdnussanbau abgelöst.

Senegal hat eine verhältnismäßig weit entwickelte verarbeitende Industrie (allerdings nur in den Großstädten), aber das Industriekapital ist in ausländischer Hand. Wichtige Industriezweige sind Lebensmittel- (Öl, Fisch, Zucker), chemische Industrie und Textilverarbeitung.

Die Nationalparks ziehen einige Touristen an, wobei die Regierung darauf bedacht ist, Massentourismus zu vermeiden.

Als Bodenschätze sind Phosphat und Gold zu nennen, ebenso Eisenerz und Erdöl, allerdings können letztere wegen fehlender Infrastruktur und Geldes nicht gefördert werden


Es wird sich schon ein "sich selbst Geldgeber" finden, denn irgendwann wird das Prinzip des nicht existieren dürfens greifen.

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