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621

Freitag, 8. Juni 2012, 16:24

Zitat von »Uebersicht«
Diese konnten sehr wohl durch eine Erschütterung ohne menschliches Zutun herausfallen.


Was kein Mensch gesehen hat. Außerdem vergisst du den Gegenpart: Sollte eine "Erschütterung" stattgefunden haben, müssten Kotflügelteile und Seitenspiegel im Böschungsbereich zu finden gewesen sein. Also weshalb ordnest du "zwei abgefallene Schilder bei unberührter VZ-Stange" überhaupt zu 100% einem Autounfall zu und übersiehst dabei alle anderen Widersprüche zum Unfallhergang? Nur weil ein zerknittertes Auto auf der Straße steht? Die Gummileiste, die bis auf den Boden hängt beweist defintiv den Vandalakt 11. Oktober 2008.
Ausserdem gibt es eine der wichtigsten Hauptfragen zu beantworten (BZÖ, Büro Dörfler und User John Doe halten sich bis heute "schwer bedeckt" zu dieser Geheimfrage: Wo am Tatort wurden die beiden abgetrennten/abgerissenen/abgeschnittenen Kotflügel gefunden? Wo polizeilich markiert??
Das hat kein Mensch gesehen? Starkes Argument! Hat irgendwer die Unfalls-Inszenierung gesehen, die weit auffälliger als ein Unfall gewesen wäre? Und was die "wichtigste Hauptfrage" betrifft: man muss nicht jeden Splitter markieren. Und es wäre für mich sehr plausibel, dass der Böschungsbereich gerade deshalb nicht abgesperrt war, weil man mit diesem schon vor Tagesanbruch "durch" war: alles fotographiert und aufgeräumt. Gerade um eben eine zu weiträumige Absperrung zu vermeiden. Und die "überlange" Gummileiste ist ja als Widerspruch überhaupt völlig obskur. Das hatten wir aber schon alles ...

Ich hab's schon einmal gesagt und wiederhole es, bevor ich mich wieder 'raushalte: die Menschen, die deinen "Widersprüchen" überhaupt nichts abgewinnen können, sind weder in eine Verschwörung eingebunden noch uneinsichtig. Sie zeichnen sich im Gegenteil durch technisches Verständnis und gesunden Menschenverstand aus.
:frieden:

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622

Freitag, 8. Juni 2012, 16:36

Da wäre noch ein sehr enger Freund von Priklopil der die Finger im Spiel gehabt haben soll, der aber nach Befragungen über seine Rolle in diesem Fall in Ruhe gelassen wurde. Es ist durchaus möglich, dass da noch andere die Finger im Spiel hatten.
Nun, was Ernst H. betrifft, wird es ja in Bälde ein Gerichtsverfahren geben. Da kann man abwarten, was das bringt. Es ist durchaus möglich, dass da noch andere die Finger im Spiel hatten? Ja, möglich ist freilich alles. Nur gibt es dafür halt keinerlei Hinweise.

Der Herr Kröll war wahrscheinlich im Besitz von Unterlagen die nie an die Öffentlichkeit gelangen dürften und deshalb ermordert wurde und zwar so, dass es aussieht wie Selbstmord. Der Fall Kröll wurde nie näher untersucht.
Das wäre höchst sonderbar. Ermittlungen macht nicht einer alleine, das ist immer Teamarbeit. Auch ist die Polizei, was immer man ihr sonst vorwerfen kann, sehr akribisch im Protokollieren. Jede Aktivität, jede Vernehmung, jede Nachforschung wird da festgehalten. Und diese Akten wurden schon zig-mal durchgekaut, zuletzt vom Parlamentsausschuss. Und wie jeder derartige Todesfall wurde natürlich auch der von Herrn Kröll eingehend kriminaltechnisch und gerichtsmedizinisch untersucht.

In diesem Jahr hat bei uns die Gratiszeitung 20Minuten eine mehrteilige Serie gestartet mit eben sämtlichen Ungereimtheiten die in diesem Fall Kampusch sind.
Dass Zeitungen - und Gratiszeitungen insbesondere - lieber über "Ungereimtheiten" und "Skandalöses" berichten, als nur über Tatsachen, ist nichts Neues. Ich würde mich da getrost an seriösere Medien halten.

623

Freitag, 29. Juni 2012, 07:18

Zitat von »fidelio777« In diesem Jahr hat bei uns die Gratiszeitung 20Minuten eine mehrteilige Serie gestartet mit eben sämtlichen Ungereimtheiten die in diesem Fall Kampusch sind.
Dass Zeitungen - und Gratiszeitungen insbesondere - lieber über "Ungereimtheiten" und "Skandalöses" berichten, als nur über Tatsachen, ist nichts Neues. Ich würde mich da getrost an seriösere Medien halten.

Gratiszeitungen schreiben sicher nicht immer die Wahrheit, so wie grosse Zeitungen auch nicht. Es ist immer etwas dabei was nicht ganz stimmt. Nur ist bei dieser Serie der Gratiszeitung ja vorbildliches Bildmaterial vorhanden und daran zweifle ich nicht, dass ein sehr grosser Teil dieser Serie stimmt. Die einzige die die reine Wahrheit kennt ist sicher Frau Kampusch selbst. Und sie sagt ja selbst, dass man da nicht alles preisgeben muss.

Ich bin überzeugt, dass in diesem Fall mehr geschehen ist, als alle beteiligten von sich geben wollen.
Wir sind nicht verantwortlich für das, was uns widerfährt, sondern dafür, wie wir damit umgehen.
Vergebung ist, alle Hoffnung auf eine bessere Vergangenheit aufzugeben!

:)


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624

Dienstag, 3. Juli 2012, 14:17

Es tut sich was im Fall Kampusch. Nun hat der Untersuchungsausschuss bereits ein Resultat vorliegen.



Zitat



Fall Kampusch

29. Juni 2012 13:58; Akt: 02.07.2012 16:04

«Staatsanwälte und Polizei haben versagt»

von K. Leuthold/F. Burch - Zu viele Hinweise wurden ignoriert, zu viele Fragen blieben offen: Ein Ausschuss will den Fall Kampusch neu aufrollen lassen. Im Bericht kommen Ermittler und Staatsanwälte schlecht weg.


Jetzt also doch noch: Im Fall Kampusch hat der Unterausschuss für Innere Angelegenheiten einen Entscheid getroffen. Sechs Jahre nach der Flucht des Entführungsopfers Natascha Kampusch empfiehlt der Ausschuss, die Causa erneut zu untersuchen. Dazu sollen Cold-Case-Spezialisten des FBI oder Experten des Bundeskriminalamts aus Deutschland (BKA) beigezogen werden. Die Begründung für ein Wiederaufrollen ist im mehrseitigen Bericht, der an das Bundesministerium für Innere Angelegenheiten und das Bundesministerium für Justiz geht, aufgeführt:

. Die Ermittler von Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei sind ihrer Aufgabe nicht mit der nötigen Sorgfalt und Professionalität nachgegangen.

2. Den wesentlichen Fragen, die sich im Lauf der Ermittlungen ergeben haben, ist man nicht ausreichend nachgegangen.

Klare Worte im Bericht

Im Bericht wird klar und deutlich von «offensichtlichen Ermittlungsfehlern» und einer «bedenklichen Vernachlässigung von Erkenntnissen» gesprochen. Dazu gehört etwa, dass den Aussagen der Augenzeugin Ischtar A., die stets sagte, am Entführungsort zwei Männer gesehen zu haben, wenig Beachtung geschenkt wurde. Man will nun überprüfen, ob Beamte Ischtar A. im Jahr 2009 unter Druck gesetzt hatten. Die Aussagen von Ischtar A. sind deshalb so zentral, weil die Frage nach allfälligen Mittätern oder Mitwissern nebst Wolfgang Priklopil weiter ungeklärt bleibt.

Ein weiterer «schwerer Ermittlungsfehler» gemäss dem Ausschuss: Der Hinweis eines Polizeihundeführers, der Wolfgang Priklopil als Entführer nahelegte, wurde nicht beachtet. Wäre man diesem und einem weiteren Hinweis aus Priklopils Nachbarschaft nachgegangen, hätte Kampusch möglicherweise viel früher befreit werden können, so der Ausschuss.

Viele offene Fragen

Es folgt eine Aufzählung von unzähligen Widersprüchen und unterlassenen Ermittlungen, die jetzt endlich untersucht werden sollen. «Warum fuhr Wolfgang Priklopil in ein Waldstück, telefonierte dort und stellte fest, dass Natascha Kampusch nicht abgeholt würde? Warum erfolgte die Entführung am 2. März 1998, obwohl das sogenannte Verlies zu diesem Zeitpunkt nicht fertiggestellt war? In welchem Zusammenhang stehen Geldüberweisungen an und von Wolfgang Priklopil über ein Konto seiner Mutter unmittelbar vor und nach der Entführung?» – diese Fragen stellte der Abgeordnete Werner Amon an einer vom Parlament einberufenen Pressekonferenz.

Mehr als einmal erwähnt der Ausschuss in seinem Bericht auch Ernst H., Priklopils besten Freund, der eine dubiose Rolle im Fall Kampusch spielte und auch schon als Mittäter verdächtigt wurde. Für Ernst H. gilt die Unschuldsvermutung. Er könnte nun aber in den Fokus der Justiz geraten.

Klares Zeichen gesetzt

Nebst den neuerlichen Ermittlungen im Fall Kampusch sollen in Zukunft die mächtigen Staatsanwälte, die in der Causa unter anderem des Amtsmissbrauchs beschuldigt wurden (das Verfahren wurde eingestellt) besser kontrolliert werden. Der Kampusch-Ausschuss argumentiert: Die Staatsanwaltschaft habe im Entführungsfall miserabel gearbeitet und sei womöglich von aussen beeinflusst worden. Deshalb sei eine bessere Kontrolle angebracht.

Peter Pilz, Abgeordneter der Grünen, sagt: «Die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei haben komplett versagt.»

War Priklopil wirklich ein Einzeltäter?

Zunächst sollen nun FBI und BKA die 14 Jahre zurückliegende Entführung von Kampusch untersuchen. Laut der seriösen österreichischen Zeitung «Der Standard» gilt es als sicher, dass die externen Cold-Case-Ermittler beigezogen werden. Und weiter schreibt das Blatt: «Es kann nichts schaden, wenn sich Profis von aussen den Fall ansehen, solange es so massive Zweifel gibt, dass Wolfgang Priklopil ein Einzeltäter war. Man kann nicht ausschliessen, dass Mitwisser dem Opfer selbst nicht bekannt waren.» Das habe nichts mit Verschwörungstheorien zu tun.

20 Minuten Online veröffentlichte Anfang Jahr eine Serie zum Fall Kampusch und publizierte bisher unveröffentlichtes Material. Es wurden Widersprüche, Fehler und Vertuschungen aufgezeigt. Pannen, die offenbar auch der Untersuchungsausschuss für unhaltbar hielt.


Quelle: http://www.20min.ch/ausland/dossier/kampusch/story/-Staatsanwaelte-und-Polizei-haben-versagt--19336031
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Andreas Zehetbauer

alias HerrAbisZ - unbequemer Zeitgenosse

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625

Freitag, 13. Juli 2012, 18:42

Zitat


Fall Kampusch: Beginn der Cold-Case-Überprüfung
12. Juli 2012, 18:52
...
http://derstandard.at/1341845227393/Star…m-Fall-Kampusch
Das Innenministerium verspricht volle Akteneinsicht.

Also soviel ich weiß ist da bis jetzt ne Menge NICHT untersucht worden.Wir werden sehen.

Zitat

...
Folgend eine Übersicht über die wichtigsten strittigen Punkten.
  • Kampusch hat bei ihren Einvernahmen stets von einem Täter gesprochen. Dem entgegen steht eine Zeugenaussage einer im Jahr 1998 zwölf Jahre alten Schülerin, die gesehen haben will, dass Kampusch von zwei Person gekidnappt wurde: Während ein Mann Kampusch ins Auto zerrte, saß ein zweiter hinter dem Steuer.
  • Eine Beamtin hielt in einer Aktennotiz fest, Kampusch habe nach ihrer Selbstbefreiung auf die Frage nach Mittätern geantwortet, sie könne "keine Namen nennen".
  • Nach der Entführung fuhr Priklopil nicht unmittelbar zu seinem Haus mit dem Verlies, sondern zu einem einem Waldstück. Dort telefonierte er und erklärte dann, dass "die anderen" nicht kommen würden.
  • Warum erfolgte die Entführung am 2. März 1998, obwohl zu diesem Zeitpunkt das "Verlies" noch nicht fertiggestellt war?
  • Dubios ist auch die Rolle des ehemals besten Freund von Priklopil, Ernst H., der im Zuge der Ermittlungen seine Aussagen grundlegend geändert hat. Anfangs hatte er behauptet, nichts von der Entführung gewusst zu haben. Am Tage der Selbstbefreiung von Kampusch habe Priklopil ihn gebeten, ihn vom Donauzentrum abzuholen, da er in angetrunkenem Zustand einer Polizeikontrolle davon gerast sei. Als später die Polizei bei ihrer Suche nach Priklopil zu der Veranstaltungshalle von H. gekommen ist, hatte dieser auf die Frage, wo Priklopil sein könnte, mit dem bemerkenswerten Satz "Hat er se umgebracht?" geantwortet. Später änderte H. seine Aussage dahingehend, dass der Entführer im Auto eine umfassende Lebensbeichte abgelegt hatte, wodurch auch etwaiges Insiderwissen erklärbar ist.
  • Fraglich war auch eine Geldüberweisung von 500.000 Schilling (rund 36.300 Euro) von H. an Priklopil rund um den Zeitpunkt der Entführung. Nachdem die ursprüngliche Version, dass H. seinem Freund das Geld für ein Auto geliehen hatte, nicht schlüssig war, hatte H. auch hier seine Version geändert.
Im Zuge einer Pressekonferenz legte er einen Zettel mit dem Wort "Mama" vor und behauptete, dies wäre eine Art Abschiedsbrief gewesen. Gutachten ergaben allerdings, dass die Schrift nicht mit jener von Priklopil übereinstimmte.

http://derstandard.at/1342138992240/Die-…m-Fall-Kampusch
Ich denke, das gibt es noch viel mehr.

626

Mittwoch, 8. August 2012, 09:01

Ich bin ja nur mal gespannt ob dieser Untersuchungsausschuss mit der vollen Wahrheit herausrücken wird.

Es könnte ja für manchen unter Umständen böse enden. Es wird sicher wieder versucht werden, dass nicht alles an die Öffentlichkeit gelangen wird. Ich kann nur hoffen, dass da wirklich alles aufgeklärt wird. Und auch diejenigen, die eine Straftat begannen haben sollten, zur Rechenschaft gezogen werden.
Wir sind nicht verantwortlich für das, was uns widerfährt, sondern dafür, wie wir damit umgehen.
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627

Mittwoch, 8. August 2012, 11:05

Ich bin ja nur mal gespannt ob dieser Untersuchungsausschuss mit der vollen Wahrheit herausrücken wird. ... Es wird sicher wieder versucht werden, dass nicht alles an die Öffentlichkeit gelangen wird. Ich kann nur hoffen, dass da wirklich alles aufgeklärt wird. Und auch diejenigen, die eine Straftat begannen haben sollten, zur Rechenschaft gezogen werden.
Da wird man dem Untersuchungsausschuss wohl vertrauen müssen. Denn ob er mit der "vollen Wahrheit" herausrückt, ist für einen Außenstehenden, der die "volle Wahrheit" nicht kennen kann, nicht feststellbar. Immerhin gab es im Ausschuss sehr kritische Personen und es kam vom Ausschuss die Empfehlung - der inzwischen ja auch nachgekommen wurde - ausländische Spezialisten nochmals mit dem Fall zu befassen. Nach dem, was bis jetzt bekannt wurde, hat der Ausschuss allerdings allen kühnen Theorien über einen Pornoring oder eine Ermordung von Prikopil oder des Ermittlers Kröll eine klare Absage erteilt. Dass es schwere Ermittlungsfehler und nachfolgende Vertuschungsversuche gegeben hat, steht dagegen fest. Offen ist die Frage einer evtl. Mittäterschaft.

Natürlich soll jeder, der eine Straftat begangen hat, zur Rechenschaft gezogen werden. Allerdings muss man das realistisch sehen: wenn Mittäter nicht ermittelt werden können oder man ihnen nichts nachweisen kann, dann kommen sie ungestraft davon. Das passiert in vielen Fällen und das könnte auch im Fall Kampusch so sein. Jetzt wird einmal die Stellungnahme der ausländischen Spezialisten und der Zivilprozess gegen Ernst H. abzuwarten sein.

628

Freitag, 5. Oktober 2012, 10:29

Geheimakte Kampusch aufgetaucht

Zitat

Auch in den Archiven des Heeresgeheimdienstes schlummern Kampusch-Akten. Eine ist erst jetzt aufgetaucht.

Die Entführung der Natascha Kampusch ist die meistgeprüfte Kriminal-Causa. Mehrere Polizeidienststellen und Staatsanwaltschaften sowie ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss tüftelten über Aktenbergen, die noch viele Fragen offen lassen. Erst jetzt, 14 Jahre nach der Tat, stellt sich aber heraus, dass auch beim Bundesheer unentdeckte Kampusch-Erhebungsakten liegen.

Der parlamentarische Untersuchungsausschuss kam im Juni zum Schluss, dass die Ermittler im Entführungsfall nicht mit der ausreichenden Sorgfalt gearbeitet hätten, und dass wesentliche Fragen nicht beantwortet wurden. Kritisch wurde von den Parlamentariern im Abschlussbericht angemerkt: "Dabei wurde die Arbeit des Unterausschusses durch den Umstand, dass ihm nicht alle Akten vorgelegen sind, erschwert."

Eines dieser fehlenden Aktenkonvolute betrifft höchst sensible Erhebungen des Abwehramtes – dem Inlandsnachrichtendienst des Bundesheeres – in der Sado-Maso-Szene gegen einen Milizoffizier und einen aktiven Brigadier des Ministeriums. Das spielt nun hinein in die Frage, ob der Kampusch-Entführer Wolfgang Priklopil ein Einzeltäter war. Denn seinem Freund Ernst H. wird von verschiedenen Seiten Mitwisserschaft und sogar Mittäterschaft nachgesagt. Beides konnte bis jetzt nicht bewiesen werden. Laut Rufdatenerfassung hatte Ernst H. engen Kontakt zum Milizoffizier. Auch eine Pornoladen-Besitzerin spielt bei dieser Verbindung eine Rolle.

Der Kripo-Beamte Franz Kröll brachte in Erfahrung, dass gegen einen Freund des Milizoffiziers – ein Brigadier im Ministerium – schon früher vom Abwehramt wegen eines Pornoskandals ermittelt wurde. Darüber müsse es einen dicken Erhebungsakt unter dem Codenamen "Geh.Abb/98-Sonderprogramm Dürer" geben.

Polizist Kröll forderte vom Bundesheer den Akt an. Laut Aktenvermerk Krölls wurde ihm die Übermittlung verweigert, weil der Akt nicht mehr auffindbar sei.

Selbstmorde

Der Ermittler erschoss sich später zu Hause in Graz. Der Heeres-Brigadier wurde auf einer Autobahnraststätte in Deutschland erschossen aufgefunden.
Und der Akt blieb verschwunden – auch für den parlamentarischen Untersuchungsausschuss.

Der BZÖ-Abgeordnete Gerald Grosz unterstellte in einer parlamentarischen Anfrage an Verteidigungsminister Norbert Darabos einem namentlich bekannten Oberst der Abwehr, der ein ausgeprägtes Naheverhältnis zum Ministerbüro hat, dass er den Akt quasi in böser Absicht vernichtet habe. Jetzt liegt die überraschende Antwort des Ministers vor: Der Oberst habe nichts angestellt. Der Akt wurde nicht vernichtet.

Jetzt sei es höchste Zeit, sagt Grosz, dass Darabos den Akt an den parlamentarischen Untersuchungsausschuss übermittelt. Denn die Abgeordneten hätten auch nach der Erstellung des Abschluss-Kommuniqués ein Recht darauf, den Akteninhalt zu erfahren.

Hektik hat die Darabos-Antwort auch im Innenministerium ausgelöst. Dort lagern in einem Hochsicherheitstrakt 250 Kampusch-Aktenordner und zahlreiche Datenträger. Eine Evaluierungskommission der Justiz und des Innenministeriums soll gemeinsam mit Experten des FBI und des deutschen Bundeskriminalamtes den ganze Fall noch einmal überprüfen. Ob auch hier der Akt des Heeres fehlt, muss nun geklärt werden. Ein Vertreter des Verteidigungsministeriums beteuert jedenfalls, dass man in aller Transparenz alle Akten liefern werde, die von Behörden angefordert werden.
http://kurier.at/nachrichten/4514563-geh…aufgetaucht.php
Es ist nicht zu fassen, dass es immer noch Menschen gibt, die sich über den Kampusch-Fall beschweren, weil er nicht abgeschlossen wird.

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629

Sonntag, 7. Oktober 2012, 22:50

Es ist nicht zu fassen, dass es immer noch Menschen gibt, die sich über den Kampusch-Fall beschweren, weil er nicht abgeschlossen wird.
Solche Menschen werden ihre Meinung wegen des Aktes beim Heeresgeheimdienst sicher nicht ändern, denn dieser Akt hat mit größter Sicherheit mit dem Kampusch-Fall überhaupt nichts zu tun. Diese Akte, von mir kurz "Akte Dürer" benannt, beschäftigt sich mit zwei ranghohen Offizieren mit einem Faible für SM-Praktiken. Sowas soll vorkommen und geht den Dienstgeber normalerweise gar nichts an. Bei hohen Offizieren ist das anders, denn solche Personen sind gegebenenfalls leicht erpressbar und so hat der Heeresgeheimdienst ermittelt und eine Akte dazu angelegt.

Die Verbindung zum Kampusch-Fall kommt dadurch zustande, dass Ernst H. die Telefonnummer eines dieser beiden Offiziere im Handy unter einem ominösen Codenamen gespeichert hatte und auch Anrufe getätigt wurden. Ernst H. bestreitet, den Offizier zu kennen, er will nur mit dessen Frau geschäftlich gesprochen haben. Das ist nicht unbedingt glaubwürdig, aber weitere Indizien für die Verbindung zwischen diesen beiden Männern wurden nicht gefunden. Eine Verbindung zwischen diesen beiden Männern bedeutet aber natürlich ohnehin nicht, dass die "Akte Dürer" für den Kampusch-Fall relevant ist. Denn die Verbindung zwischen Ernst H. und dem Offizier muss ja überhaupt nichts mit dem Kampusch-Fall zu tun haben, sie könnte z.B. in Richtung SM-Szene gegangen sein, ganz ohne Frau Kampusch.

Ist es aber nicht höchst verdächtig, dass das Heer auf Anfrage des Ermittlers Kröll behauptet hat, diese Akte wäre verloren gegangen? Ich sage nein. Geheimdienste sind immer Geheimniskrämer, das Heer kann nicht daran interessiert sein, dass diese Informationen weitere Verbreitung bekommen und evtl. über undichte Stellen an die Öffentlichkeit gelangen. Und weil man ja schlecht einfach nein sagen kann, sagt man eben "Tut uns leid, der Akt ist verloren gegangen". Behindert man damit aber nicht in strafbarer Weise die Ermittlungen im Fall Kampusch? Auch das ist nicht der Fall, wenn man den Akteninhalt kennt und weiß, dass daraus nichts Kampusch-Relevantes zu holen ist. Der parlamentarische Untersuchungsausschuss ist nun über diese Ablehnung auf die Akte aufmerksam geworden, eines seiner Mitglieder hat eine Anfrage an den Verteidigungsminister gestellt, und siehe da, die Akte gibt es ohnehin und sie wird auch ausgefolgt.

Das Szenario, dass ein Psychopath ein Mädchen entführt und nur für sich gefangen hält, scheint vielen zu simpel. Interessanter wäre es doch, wenn das entführte Mädchen der Prostitution mit SM-Praktiken zugeführt wurde und hier auch noch hohe Politiker beteiligt waren, wegen denen jetzt alles vertuscht wird. Dieses komplexere Szenario beflügelt sexuelle Phantasien und lässt überdies in Verschwörungstheorien schwelgen. Allerdings gibt es für dieses Szenario keinerlei ernstzunehmende Indizien, obwohl die Polizei durchaus auch in diese Richtung ermittelt hat. Auch der parlamentarische Untersuchungsausschuss konnte dazu nichts finden und das wäre wohl auch so gewesen, wenn ihm die "Akte Dürer" von Anfang an zur Verfügung gestanden wäre. Aber die Untersuchungen gehen ja ohnehin noch weiter. Es steht einerseits der Zivilprozess gegen Ernst H. an, andererseits wird der Kampusch-Fall von ausländischen Polizeispezialisten unter die Lupe genommen, die dann auch die "Akte Dürer" einsehen können.

Meine Vorhersage, was dabei herauskommen wird: nicht mehr, als man jetzt schon weiß. Schwere Ermittlungsfehler der Polizei und die letztlich misslungenen Versuche, diese Ermittlungsfehler zu vertuschen. Offene Fragen bzgl. einer evtl. Mitwisser-/Mittäterschaft, die aber vermutlich offen bleiben werden, wie fast in jedem Kriminalfall offene Fragen unbeantwortet bleiben. Sonst aber schon gar nichts. Keine als Selbstmord getarnten Morde, kein Kampusch-Baby, und erst recht kein Pornoring, an dem hohe Politiker teilgenommen haben.

630

Freitag, 26. Oktober 2012, 11:31

Ich finde es in Ordnung, dass im Fall Kampusch genauer hingeschaut wird.

Ob es so kommen wird wie beschrieben von Herr Heinirich Pangratz kann niemand mit Sicherheit sagen. Tatsache bleibt einfach, dass in diesem Fall viel falsch gelaufen ist. Und das beginnt ja bereits an dem Tag an dem Natascha Kampusch entführt wurde bis hin zu dem Tag an dem sie frei kam. Die Untersuchungen die danach stattgefunden haben, wurden sicherlich nicht mit sorgfältiger Pflicht durchgeführt.

Denn wäre dies der Fall gewesen, so hätte man den ganzen Fall ohne riesen Wirbel abschliessen können und die möglichen Schuldigen wären bestraft worden.

Es kann sein, dass noch einige mit schlechten Gewissen frei sind.
Wir sind nicht verantwortlich für das, was uns widerfährt, sondern dafür, wie wir damit umgehen.
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