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ASY

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Samstag, 14. Oktober 2006, 09:01

Häusliche Gewalt in Zahlen

Gut jedes zweite vollendete Tötungsdelikt geschieht in der Familie – zum ersten Mal liegen verlässliche Daten vor. Pro Jahr werden in der Schweiz im Durchschnitt 21 Frauen von ihren Männern umgebracht. Umgekehrt sterben vier Männer durch die Hand ihrer Frauen. Wie sich die strengere Verfolgung häuslicher Gewalt auswirkt, ist noch unklar.


Zitat

Zahlen zur häuslichen Gewalt beruhten bisher hauptsächlich auf Hochrechnungen: «Jede fünfte Frau erleidet während ihres Lebens psychische oder sexuelle Gewaltanwendung durch ihren Lebensgefährten», ist etwa ein viel zitierter Befund einer Studie des nationalen Forschungsprogramms «Frauen und Recht im Alltag» aus dem Jahr 1996. Gegen 1000 Frauen und noch einmal so viele Kinder suchen jährlich Zuflucht in einem der Frauenhäuser der Schweiz. Doppelt so viele werden wegen Platzmangels abgewiesen. Dies die Zahlen aus dem Jahr 2000.

Das Bundesamt für Statistik ist nun den umgekehrten Weg gegangen und hat sich die Spitze des Eisbergs vorgenommen: Erstmals liegt nach der Erfassung aller vollendeten und versuchten Tötungsdelikte eine gesamtschweizerische Statistik vor. Sie umfasst die Jahre 2000 bis 2004 und wurde gestern vorgestellt.

Zahl der Tötungsdelikte stabil

Ganz allgemein kann gesagt werden, dass die Zahl der Tötungsdelikte keine steigende Tendenz aufweist. Männer wurden häufiger Opfer versuchter Tötung als Frauen (Verhältnis 3 zu 2). Bei den Todesopfern ist das Verhältnis jedoch eins zu eins. 60 Prozent aller männlichen Opfer kannten die tatverdächtige Person bereits vor der Tat. Bei den weiblichen Opfern liegt diese Zahl mit 85 Prozent weit höher. Und hier beginnt sich die geschlechtsspezifische Schere immer weiter zu öffnen: Männer werden häufiger an öffentlich zugänglichen Orten angegriffen (56 Prozent), während Frauen in 75 Prozent der Fälle in den eigenen vier Wänden Opfer eines Tötungsdelikts werden. Aber auch insgesamt lässt sich sagen, dass die grösste Gefahr vom näheren persönlichen Umfeld kommt: Bei den Tötungsdelikten ist der Anteil der Todesopfer mit 54 Prozent innerhalb einer häuslichen Beziehung am höchsten.

Häusliche Gewalt weit gefasst

Dieses Resultat hat selbst die Verfasserinnen der Studie, Isabel Zoder und Gabriela Maurer vom Bundesamt für Statistik, überrascht. Sie benutzten allerdings eine breite Definition des häuslichen Bereichs: Sie zählen dazu nicht nur alle bestehenden und aufgelösten Partnerschaften, sondern auch die erweiterte Familie wie etwa den Freund der Tochter oder den neuen Freund der Ex-Partnerin. Ebenfalls mitgezählt wurden Arbeitskollegen oder Bekannte, die in einen häuslichen Konflikt involviert wurden.
Durchschnittlich werden in der Schweiz pro Jahr 21 Frauen durch ihren Partner oder ihren Ex-Partner getötet. Umgekehrt sind es durchschnittlich vier Männer pro Jahr, die durch die Hand ihrer Partnerinnen sterben. Zählt man alle anderen vollendeten Tötungsdelikte im häuslichen Umfeld dazu, so kommt man auf jährlich 13 männliche und 28 weibliche Todesopfer (siehe Grafik). 88 Prozent der Tatverdächtigen sind Männer.

Täter meist schon bekannt

Diese Zahlen unterliegen jedoch grossen Schwankungen. Insbesondere bei der Zahl der Todesopfer ist keine Tendenz erkennbar. Es sei noch nicht möglich, aufgrund dieser Zahlen die Frage zu klären, wie sich die strengere Verfolgung der häuslichen Gewalt in der Praxis auswirke, sagt Monique Aeschbacher vom Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann. Die Studie zeige jedoch einmal mehr, dass Tötungsdelikte im familiären Bereich eine Vorgeschichte haben: 46 Prozent der weiblichen Opfer sind vorgängig von der tatverdächtigen Person bedroht oder tätlich angegriffen worden. Und 52 Prozent der Tatverdächtigen waren der Polizei vor der Tat aus irgendeinem Grund schon bekannt.

Daten für gezielte Prävention

Auffällig ist im Weiteren der überproportionale Anteil der ausländischen Wohnbevölkerung: Auf der Opferseite kommen fast zwei Ausländerinnen auf eine Schweizerin, auf der Täterseite drei Ausländer auf einen Schweizer. Gemäss Zoder ist diese Kluft auf soziale und ökonomische Faktoren zurückzuführen. Das Bundesamt für Statistik wird dieser Frage jedoch noch weiter nachgehen.
Risikofaktoren für die Täter sind: keine feste Arbeitsstelle sowie der Einfluss von Alkohol und anderen Drogen. Aufgrund der neuen Daten der Statistik könne nun eine zielgerichtete Prävention gegen häusliche Gewalt aufgebaut werden, sagt Zoder. In Baden-Würtemberg werde genau dies seit kurzem gemacht und die Resultate seien sehr ermutigend.


Kommentar:

Zu früh für eine Bilanz

Die Zahlen sind erschreckend: 54 Prozent aller vollendeten Tötungsdelikte geschehen in der Familie. Dabei ist die Zahl der weiblichen Opfer mehr als doppelt so hoch wie die der männlichen. Und auf Seiten der Täter überwiegen die Männer im Verhältnis sieben zu eins. Bei diesen erstmals vorliegenden statistischen Daten zur häuslichen Gewalt fällt auch der überdurchschnittlich hohe Anteil der ausländischen Wohnbevölkerung sowohl auf der Seite der Opfer als auch auf der Seite der Täter auf. Mit sozialen und ökonomischen Faktoren kann diese Kluft zum Teil erklärt werden. Doch es bleiben Fragen offen.

Zum Schutz vor häuslicher Gewalt hat die Politik in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Massnahmen beschlossen: Gewalttäter können heute in vielen Kantonen für eine bestimmte Zeit von zu Hause weggewiesen werden, so dass nicht mehr die Opfer fliehen müssen. Der Schutz der Opfer bei Drohungen und Nachstellungen ist verbessert worden. Und schliesslich müssen die Opfer keine Anzeige mehr erstatten: Häusliche Gewalt ist seit 2004 ein Offizialdelikt. Die Polizei ist von Gesetzes wegen verpflichtet, zu ermitteln.
All dies hat dazu geführt, dass die Zahl gemeldeter Fälle von häuslicher Gewalt stark zugenommen hat. Es stellt sich die Frage: Steckt dahinter ein Anstieg der Fälle – oder kommt es dank den neuen Gesetzen gar zu weniger häuslicher Gewalt?
Die vorliegenden Zahlen geben aber noch keine Antwort auf die Frage, wie sich die strengere Verfolgung häuslicher Gewalt in der Praxis für die Opfer auswirkt, denn der untersuchte Zeitraum reicht nur bis ins Jahr 2004. Die in aufwändiger Arbeit zusammengetragenen Daten bieten jedoch eine gute Basis für einen Vergleich mit den kommenden Jahren. Künftig wird die Kriminalstatistik nämlich vergleichbare Zahlen aus allen Kantonen liefern.
Schliesslich können die neuen Zahlen helfen, bekannte Opfer- und Tätergruppen mit Präventionsmassnahmen gezielt anzusprechen. Damit hat man etwa in Deutschland bereits gute Erfahrungen gemacht.


Quelle:www.espace.ch

Ein schrecklicher Tatsachenbericht, den ich hier nicht ohne sozialpolitische Motivation einstelle und den ich gerne von der Multikulti-Liga erklärt hätte.

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2

Montag, 16. Oktober 2006, 08:32

Veranschaulicht schön, dass Arbeitslosigkeit nicht nur ein Geldproblem sondern ein soziales Problem ist. Die Arbeitslosigkeit ist der Beginn einer Spirale nach unten - über Alkohol und Gewalt.
I walk the earth, my darling. This is my home.
(voice of the beehive)

3

Montag, 16. Oktober 2006, 11:16

Warum ist die Gewalt bei Unterprivilegierten höher als bei denen, die bei der vollen Futterschüssel sitzen ?
Gewalt in der eigenen Familie hängt auch vom Bildungsgrad ab.

ASY

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4

Montag, 16. Oktober 2006, 11:28

Der Bildungsgrad ist ein künstlicher Wert - es hängt vom Einkommen ab.

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5

Montag, 16. Oktober 2006, 16:32

aha wenn du jetzt weniger einkommen hast, bekommt dei oide von dir die watschn

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