Du bist nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Zeitwort Nachrichten Diskussionsforum. Falls dies dein erster Besuch auf dieser Seite ist, lies bitte die Hilfe durch. Dort wird dir die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus solltest du dich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutze das Registrierungsformular, um dich zu registrieren oder informiere dich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls du dich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert hast, kannst du dich hier anmelden.

ASY

33.333 Beiträge sind genug

  • »ASY« ist männlich
  • »ASY« ist der Autor dieses Themas
  • Private Nachricht senden

51

Freitag, 15. Dezember 2006, 15:54

Zitat von »"Eberndorfer"«

Zitat von »"ASY"«

Vielleicht handelt es sich dabei um eine Anomalie des Chaos.

Wozu brauchst du diese Annahme?

Ich brauche diese Annahme nicht unbedingt, aber ich lehne mich gerne den Besonderheiten unserer Umgebung zu und die Anomalie des Wassers gibt uns viele Denkansätze zur Entstehung von Neuem und darum geht's doch.

Zitat von »"Eberndorfer"«

Ich schliesse Geist aus.


Ich kann das Denken nicht ausschließen - ich kann gar nix ausschließen was ich als Wirkung erkenne.

Zitat von »"Eberndorfer"«

Denn damit kommst du notgedrungen zu deinem Gott, den du suchst, ich nicht (mehr). Ich glaube eher, dass was wir unter Geist verstehen, nur unser Nervensystem ist, dass Nervsystel aller Lebewesen, in welchem Fall wir uns von den Tieren nicht unterscheiden, sondern vermutlich nur einen hoeher entwickelten, subtileren Geist haben als andere Tiere.

Ich hätte als starker Atheist überhaupt kein Problem mit so einer Enttäuschung. Dass unser, den Tieren überlegenes Nervensystem einfach eine höhere Ordnungsfähigkeit folgt, führt für mich keinesfalls unbedingt zu einem Gott.

Zitat von »"Eberndorfer"«

Ich bin Agnostiker. Wie religioes kann ich sein? Wie Einstein, nicht mehr.

Ich kenne sehr religiöse Atheisten, die Selbstbezeichnung ist immer mit Immanenzfehlern behaftet – da führt kein Weg vorbei.

@sj413 & Eberndorfer

Ich genieße eure Eingaben, weil ihr beide nichts von einem nicht existenten Gott wissen wollt. Ihr klammert euch repräsentativ zu sehr an die Götter Wissenschaft, Religion und all ihren erdenkbaren Kombinationen und Abwandlungen – dabei springt mir tagtäglich altbekanntes Neues ins Gesicht.

Noch immer kann ich kaum nachvollziehen warum ihr die Überschrift dieses Threads derart ignoriert.

Verkehrte Welt, verkehrte Suche?

Mir kommt eure Unterhaltung vor als ob ihr in jedem Heuhaufen eine zu suchende Nadel voraussetzt und hier ist mein Problem mit dem ich mich in solchen Disputen immer wieder konfrontiert sehe – auch bei mir zuhause mit meiner Frau, die alles und jedes in gut und böse aufteilen muss – dabei gibt es gut und böse nur im menschlichen Raumzeit-Denkkegel, wenn ich SJ413s Ausdruck abgewandelt strapazieren darf.

Für mich deutet alles Erkennbare im Kosmos auf eine Entstehung hin und keinesfalls auf eine fertige oder sterbende Sache. Ich meine sogar, dass wir uns in einem "Prinzip" befinden, welches sich asymptotisch reduziert und die Asymptote ist dann als Weg vom Chaos in die allumfassende Ruhe zu verstehen. Um es religiös auszudrücken, Chaos ist der echte Teufel und Gottsein haben wir für unseren Teil noch nicht erreicht – also gibt es ihn noch nicht oder es wird ihn nie geben.

Es dreht sich nicht um uns – es wird uns und es wurde uns nicht gegeben, sondern wir sind der Ordnung zunutze gegeben worden und wenn wir uns nicht bald besinnen Richtung Ordnung zu denken, dann werden wir uns selbst arbeitslos machen und der ordnenden Falsifikation zum Opfer fallen.

Wem von euch ist das Mandala bekannt?

Eine Art von Mandalas sind Sandhaufen, die nachträglich mit einem Muster gefärbt werden. Ich kenne auch Systeme, die bunte Mandalas aus gefärbtem Sand herstellen.

Diese Bilder werden dann vermischt und den Beteiligten wird dabei erklärt, dass das Symbol noch immer im Sandhaufen vorhanden ist, man kann es jedoch nicht mehr erkennen – so würde auch unser Kosmos zu verstehen sein und das ist mE vollkommen falsch.

Diese Art der Weltanschauung ist eine minimalistische, eine von der verkehrten Seite angegangene, weil ich meine, dass das richtige Mandala und die damit transportierte Weltanschauung genau umgekehrt erfolgt- nämlich so:

Der vermischte, färbige Sand ist das Chaos und ein mühsam geordnetes Mandala aus diesem Haufen wäre dann für mich die erreichbare Ordnung schlechthin.

Theorien (Theo=Gott), auch wenn sie relative erster oder zweiter Ordnung sind, bleiben für mich falsche Beweise, wie eben vorsätzlich gestellte Mandalas, die eine Kosmoszielordnung weismachen wollen.

Die Werbung ist nur für Gäste sichtbar!

JonDonym anonymous proxy servers

IP-Check

52

Freitag, 15. Dezember 2006, 17:32

Zitat von »"ASY"«

Zitat von »"Eberndorfer"«

Zitat von »"ASY"«

Vielleicht handelt es sich dabei um eine Anomalie des Chaos.

Wozu brauchst du diese Annahme?

Ich brauche diese Annahme nicht unbedingt, aber ich lehne mich gerne den Besonderheiten unserer Umgebung zu und die Anomalie des Wassers gibt uns viele Denkansätze zur Entstehung von Neuem und darum geht's doch.

Zitat von »"Eberndorfer"«

Ich schliesse Geist aus.


Ich kann das Denken nicht ausschließen - ich kann gar nix ausschließen was ich als Wirkung erkenne.

Zitat von »"Eberndorfer"«

Denn damit kommst du notgedrungen zu deinem Gott, den du suchst, ich nicht (mehr). Ich glaube eher, dass was wir unter Geist verstehen, nur unser Nervensystem ist, dass Nervsystel aller Lebewesen, in welchem Fall wir uns von den Tieren nicht unterscheiden, sondern vermutlich nur einen hoeher entwickelten, subtileren Geist haben als andere Tiere.

Ich hätte als starker Atheist überhaupt kein Problem mit so einer Enttäuschung. Dass unser, den Tieren überlegenes Nervensystem einfach eine höhere Ordnungsfähigkeit folgt, führt für mich keinesfalls unbedingt zu einem Gott.

Zitat von »"Eberndorfer"«

Ich bin Agnostiker. Wie religioes kann ich sein? Wie Einstein, nicht mehr.

Ich kenne sehr religiöse Atheisten, die Selbstbezeichnung ist immer mit Immanenzfehlern behaftet – da führt kein Weg vorbei.

@sj413 & Eberndorfer

Ich genieße eure Eingaben, weil ihr beide nichts von einem nicht existenten Gott wissen wollt. Ihr klammert euch repräsentativ zu sehr an die Götter Wissenschaft, Religion und all ihren erdenkbaren Kombinationen und Abwandlungen – dabei springt mir tagtäglich altbekanntes Neues ins Gesicht.


Hallo Asy, :wink

Naja...machst Du es Dir da nicht ein bisschen leicht? Eine These die Du aufstellst muss ja nachvollziehbar sein (Sonst ist es ja keine These mehr). Beweisbarkeit verlangt keiner hier. Beweise können zu diesem Thema auch nur teilweise und schwerlich erbracht werden. :D

Zitat

Noch immer kann ich kaum nachvollziehen warum ihr die Überschrift dieses Threads derart ignoriert.

Verkehrte Welt, verkehrte Suche?


Meiner Meinung nach sind wir alle voll beim Thema!

Du sagst: Wir können Gott nicht finden, weil er sich erst aus dem Chaos herausordnen muss.

Welchen Sinn hätte Gott dann, wenn er nicht immerwährend ist? Dann wäre er ja kein Gott mehr, sondern etwas anderes. Warum klammerst Du Dich dann so sehr auf den Begriff des Gottes. Du beschreibst (für mich) lediglich einen der möglichen Zustände des Universums...demnach könnte es übrigens eine Vielzahl an Göttern geben. Frage daher: Was ist ein "Gott" für Dich?



Zitat

Mir kommt eure Unterhaltung vor als ob ihr in jedem Heuhaufen eine zu suchende Nadel voraussetzt und hier ist mein Problem mit dem ich mich in solchen Disputen immer wieder konfrontiert sehe –


Wenn ich mir eine Theorie basteln will, so muss ich doch ein Ziel verfolgen (Oder zumindest einen Weg), denkst Du nicht auch? Zumindest muss ich zum Beispiel ein Ziel haben wie: "Wie könnte das Universum entstanden sein!" oder "Ist das Universum noch gar nicht entstanden?" ... usw. ...


Zitat


auch bei mir zuhause mit meiner Frau, die alles und jedes in gut und böse aufteilen muss – dabei gibt es gut und böse nur im menschlichen Raumzeit-Denkkegel, wenn ich SJ413s Ausdruck abgewandelt strapazieren darf.


Der Kegel definiert klar, was wir überhaupt wahrnehmen können. Der Kegel sagt nur, daß wir keine Aussage über das dahinter machen können (Wissenschaftlich fundiert) ... das ergibt natürlich philosophische Freiräume, wenn man es allzu räumlich betrachtet. Natürlich ist der Kegel nur ein Modell der Raumzeit.


Zitat


Für mich deutet alles Erkennbare im Kosmos auf eine Entstehung hin und keinesfalls auf eine fertige oder sterbende Sache.


STOPP!!! Alles ist Entwicklung. Du bewertest hier Entwicklungen (Mahnst Du nicht einen Absatz vorher von der "Gut" - "Böse" Schubladierung Abstand zu nehmen) Entstehung oder Sterbend sind zutiefst menschliche Einschätzungen. Eine Entwicklung ist stets wertfrei zu betrachten! Selbst beim Leben auf der Erde...das Tier stirbt, der Kadaver verfault und dieses Verfaulen schafft neues Leben, ... usw.


Zitat


Ich meine sogar, dass wir uns in einem "Prinzip" befinden, welches sich asymptotisch reduziert und die Asymptote ist dann als Weg vom Chaos in die allumfassende Ruhe zu verstehen.


Die konstante Entropie...

Zitat


Diese Bilder werden dann vermischt und den Beteiligten wird dabei erklärt, dass das Symbol noch immer im Sandhaufen vorhanden ist, man kann es jedoch nicht mehr erkennen – so würde auch unser Kosmos zu verstehen sein und das ist mE vollkommen falsch.


Naja...es stimmt aber. Die Elemente des Bildes existieren ja nach wie vor. Ich muss ja nur alle möglichen Kombinationen der Sandkörner durchspielen - voila - irgendwann habe ich mein Bild wieder.

Zitat


Der vermischte, färbige Sand ist das Chaos und ein mühsam geordnetes Mandala aus diesem Haufen wäre dann für mich die erreichbare Ordnung schlechthin.


Alle Bilder sind gleich mühsam. Die einen sind (subjektiv) hübsch - die anderen nicht. Wie gesagt höchst subjektiv. Jedes ist aber gleich wahrscheinlich!

Das verstehe ich bei Deiner Theorie nicht! Warum sollten gewisse Konstellationen bevorzugt sein? Das müsste doch einen Grund haben! 8)

LG

Andy :wink
Muht die Kuh laut im Getreide, war ein Loch im Zaun der Weide

Die Werbung ist nur für Gäste sichtbar!

JonDonym anonymous proxy servers

IP-Check

ASY

33.333 Beiträge sind genug

  • »ASY« ist männlich
  • »ASY« ist der Autor dieses Themas
  • Private Nachricht senden

53

Samstag, 16. Dezember 2006, 13:43

Servas SJ413

Zitat von »"sj413"«

Naja...machst Du es Dir da nicht ein bisschen leicht? Eine These die Du aufstellst muss ja nachvollziehbar sein (Sonst ist es ja keine These mehr). Beweisbarkeit verlangt keiner hier. Beweise können zu diesem Thema auch nur teilweise und schwerlich erbracht werden.

Ich bezweifle, dass ich es mir leicht mache, zumal ich ja überhaupt nicht auf Beweismechanismen zurückgreife. Ich habe ja geschrieben:

Zitat von »"ASY"«

dabei springt mir tagtäglich altbekanntes Neues ins Gesicht.

Das verstand ich als Hinweis auf unsere erkennbaren Umstände auf der Erde, die immer eine Ordnung anstreben. Aus mehr wird weniger - zwei Menschen zeugen ein Kind - Zwillinge oder Viellinge sind ja auch einzelne Geschöpfe. Nie zeugt ein Kind die Eltern.

Bewährtes/Geordnetes bleibt, Chaos zu einer Sache wiederholt sich bis sie eine Ordnung - auch wenn sie komplex scheint - findet. Chaos bewegt sich vorwärts ordnend. Scheitert das Ordnen, wiederholt sich das Chaotische bis es einen ordnenden Weg beschreitet.

Zitat von »"sj413"«

Meiner Meinung nach sind wir alle voll beim Thema!

Ich meinte auch keine Themen-, sondern eine Perspektivenverfehlung.

Beispiel: Du siehst ein Foto eines Mannes, der seine Unterhose mit beiden Händen an seinen Knien hält. Zieht er sich nun aus oder an? Wenn du Glück hast, dann ist das Foto weitreichend und du kannst vielleicht an der Umgebung erkennen was er grad macht. Wenn du ein ungemachtes Bett siehst, dann kann es sein, dass er sich grade anzieht - es kann aber auch darauf hinweisen, dass er am Vortag sein Bett nicht gemacht hat und sich gerade auszieht. Vielleicht ist auf dem Foto eine Wanduhr - auch hier ließen sich Rückschlüsse ziehen.

Zitat von »"sj413"«

Welchen Sinn hätte Gott dann, wenn er nicht immerwährend ist?

Welchen Sinn hat ein immerwährender Gott? Auftrag hat er keinen gegeben, denn die Glaubensbücher sind von Menschen geschrieben und der Sinn in diesen Texten deutet nur auf eine Vergöttlichung der Menschen hin - zu irdisch sind mir die dort dargestellten Weltbilder, als ob Gott irgendein Interesse an der Unwichtigkeit Mensch habe - das wäre doch wirklich zu absurd.

Zitat von »"sj413"«

Warum klammerst Du Dich dann so sehr auf den Begriff des Gottes.

Der Begriff Gott ist für mich ein Synonym für die Wandlung von Unwissen in Erkenntnis. Du musst zugeben, dass wir vom Wissen sehr weit entfernt sein müssen.

Zitat von »"sj413"«

Wenn ich mir eine Theorie basteln will, so muss ich doch ein Ziel verfolgen (Oder zumindest einen Weg), denkst Du nicht auch?

Schon wieder lieferst du mir ein Indiz deiner anderen, massendynamischen Perspektive.

Ich fühle den Kosmos im Entstehen - keine Ahnung was das ordnende Chaos noch vor hat - ich denke ja nicht wie du, dass sich das Chaos vergrößert, was auf einen zerstreuenden Gott hinweisen würde.

Zitat von »"sj413"«

Zumindest muss ich zum Beispiel ein Ziel haben wie: "Wie könnte das Universum entstanden sein!" oder "Ist das Universum noch gar nicht entstanden?" ... usw. ...

Das Universum ist mE nicht entstanden - es ist die Summe seiner Teile, also universal. Das Universum tut universal wirken.

Zitat von »"sj413"«

Der Kegel definiert klar, was wir überhaupt wahrnehmen können. Der Kegel sagt nur, daß wir keine Aussage über das dahinter machen können (Wissenschaftlich fundiert) ... das ergibt natürlich philosophische Freiräume, wenn man es allzu räumlich betrachtet. Natürlich ist der Kegel nur ein Modell der Raumzeit.


Dein Kegel gefällt mir und ich werde ihn gleich für meine Idee missbrauchen. Du nimmst den Kegel als Trompete, ich verwende ihn als kosmischen Trichter. *michgradgenialfühl* :D

Zitat von »"sj413"«

STOPP!!! Alles ist Entwicklung. Du bewertest hier Entwicklungen (Mahnst Du nicht einen Absatz vorher von der "Gut" - "Böse" Schubladierung Abstand zu nehmen) Entstehung oder Sterbend sind zutiefst menschliche Einschätzungen. Eine Entwicklung ist stets wertfrei zu betrachten! Selbst beim Leben auf der Erde...das Tier stirbt, der Kadaver verfault und dieses Verfaulen schafft neues Leben, ... usw.

Meine Worte transportieren keinen Wert. Ich bewerte nur die menschliche, einseitige Sichtweise von Gott ausgehend als sträflichen Unfug.

Zitat von »"sj413"«

Die konstante Entropie...

Jein - ich lasse mich da überraschen. Ich kenne kein Ziel - vielleicht ist unsere Materie nur ein Hindernislauf unserer Gedanken? Verlange bitte nicht von mir was ich anderen vorwerfe - nämlich fixierte Vermutungen.

Zitat von »"sj413"«

Naja...es stimmt aber. Die Elemente des Bildes existieren ja nach wie vor. Ich muss ja nur alle möglichen Kombinationen der Sandkörner durchspielen - voila - irgendwann habe ich mein Bild wieder.

Du schippst da Wasser auf meine Mühlen. Du kannst ein Bild nur nachbauen, wenn du es vorher gesehen hast. Kennst du das Ziel? -ich nicht.

Zitat von »"sj413"«

Alle Bilder sind gleich mühsam. Die einen sind (subjektiv) hübsch - die anderen nicht. Wie gesagt höchst subjektiv. Jedes ist aber gleich wahrscheinlich!

Hier unterliegst du einer Missinterpretion. Verwirf vorerst das Mandala und nimm ein Puzzle, wo du das fertige Bild nicht kennst. Allein nicht zu wissen welches Bild sich darin verbirgt erhöht deinen Denk- und Kombinationsleistungsaufwand ins Unermessliche - obwohl dir nur ein einziges, mögliches Bild als Variante gegeben wird. Also überhaupt nicht wie im chaotischen Mandala.

Nun gehen wir wieder zum Mandala mit allen möglichen, vermischten Farben. Du stellst ein Bild zusammen und präsentierst es deinen Gott/Prüfer, der nur den Kopf schütteln würde, so es ihn gäbe.

Verstehst meine wortwörtliche Denkrichtung jetzt?

Anonymous

unregistriert

54

Dienstag, 19. Dezember 2006, 09:06

Zitat von »"sj413"«

Zitat


Wir Menschen zaehlen als Einzelteile des Univesums nicht. Wir sind zuwenig wichtig um fuer Gott etwas vom Ganzen Unterscheidbares zu sein. Wir sind Teil des Ganzen, neutral gesehen, als Einzeleinheit nur fuer uns Menschen selbst wichtig, wie auch die Ameisen, von denen wir uns als Einzel-Bestandteile des Universums nicht im Geringsten unterscheiden, fuer sich selbst wichtig sind - fuer keinen Gott und nichts sonst.

Mit genuegt das vollauf. Damit bin ich wunderbar frei. Andere sind deshalb einsam, furchtsam, ich frei, furchtlos frei!


Als ich diese Zeilen gelesen habe, da ist es mir ein wenig kalt über den Rücken gelaufen, muss ich gestehen! :oops:

Ich mache mir oft Gedanken darüber, was passiert, wenn ich sterbe. Der Gedanke daran, daß dannach nichts mehr ist bereitet mir nicht gerade Behagen. Ehrlich gesagt bewundere ich Deine Furchtlosigkeit in dieser Beziehung. Was denkst Du über das dannach?


(Andy, ich schulde dir eine Erklärung!)

Wie gottlos ist der Eberndorfer wirklich?

Ich bin zwanzig Meter neben einer Kirche aufgewachsen und war ihr auf diese Weise zwanzig Jahre treu und nahe, obwohl ich, soweit ich mich auf meine Jugendzeit zurück erinnern kann, in Bezug auf einen persönlichen Gott schon immer sehr skeptisch war. Mit meinem besten Jugendfreund der Primar in Wien ist, unterhielten wir uns oft bis zum frühen Morgen über Gott, diese scheinbare Non-Entität. Vielleicht nur aus der physischen Nähe der Kirche heraus, besuchte ich auf meinen unzähligen Solo-Radreisen durch Kärnten immer auch die Kirche jeden Ortes den ich passierte und verweilte in Gedanken an etwas Höherem eine Weile darin. Ich ließ den fuer mich nicht-existenten Gott dadurch wissen, dass ich da war und an ihn dachte.

Ungefähr bis zu meinem 20. Lebensjahr besuchten meine Freunde und ich, von denen niemand sehr religiös war, regelmäßig die Sonntagsmesse im Dorf. Zwischen meinem 15. du 18. Lebensjahr hatte ich abwechselnd zwei Pfarrer zu Freunden. Der erste Pfarrer belieferte mich mit schöngeistigen Büchern aus der deutschen Literatur – es befand sich nie ein religiöses, bekehrungsverdächtiges darunter -, der zweite vor seiner Abreise nach Ägypten, wohin ihn der damalige Kärntner Bischof ihn um Eschatologiestudien zu betreiben geschickt hatte, blickte bei einer seiner letzten Predigten zu mir hinauf zum Chor, als er vom verlorenen und wieder heimgekehrten Sohn sprach. Auch er hatte nie versucht mich zu bekehren, außer, indirekt, mit seiner Abschiedsrede von der Kanzel.

Während meiner Sturm-und-Drang-Zeit als bezüglich Mädchen total frustrierter und darunter leidender Jugendlicher, begab ich mich vor allem beim Bergsteigen immer wieder freiwillig in Lebensgefahr von denen Freunde und Bekannte oft meinten, dass eine davon mich einer Tages zum Verhängnis sein würde. Mir war das innerlich ziemlich egal, - ja ich provozierte das Leben! - weil ich damals immer an irgendeinem fuer mich nicht mehr lebenswürdigen Liebeskummer lit.

Ich schwebte einige Male trotzig in selbst gesuchter Lebensgefahr. Trotzdem geschah mir nie etwas Ernstes, und wenn, dann immer nur das weniger Schlimme, zusammen mit den üblichen schlottrigen Knien nach der Selbstbefreiung von einer mir freiwillig unterzogenen Gefahr. So wollte, auf einer Fähre von Algiers nach Marseille mein Reisepass just nicht ins Wasser fallen, wohin es gemäß dem Gesetz der Schwerkraft eigentlich hätte fallen müssen.

Es gab einige Ereignisse in meinem Leben nach deren zufälliger oder ‚gelenkter’ Vermeidung oder Errettung ich zu glauben begann einen Schutzengel oder jemanden ‚da oben’ zu haben, der mich trotz meiner kirchlichen Abtrünnigkeit und zeitweisen Selbstaufgabe ins Herz geschlossen hatte. Dieses Gefühl ‚von oben’ beschützt zu werden, zusammen mit dem Wunder des Ich-Bewusstseins, das mich, natürlich auch alle anderen Menschen wenn sie sich dessen bewusst sind, zum absoluten Einzelwesen im Universum macht, kam mir mehr und mehr zum Bewusstsein. Mich selbst liebte ich nicht, obwohl was meinen Lebenswandel betraf, ich nicht nur unter meinen Freunden und Sportkameraden im Dorf eine Respekt- und wie ich später erfuhr, sogar eine Führungsrolle ausübte.

Als ich eines düsteren Herbsttages 1967 in Montreal, im Schlafsack unter Büschen oder Dächern übernachtend, mit dürftigem Englisch und noch 36 Cent in der Tasche, schon eine Woche lang vergeblich nach einem Job gesucht hatte, erinnerte ich mich an meinen ‚Beschützer’ oder Schutzengel meiner Jugendtage und begab mich in die Montrealer Kathedrale, die, glaube ich, eine Nachahmung von Notre Dame in Paris ist.

Ich betrat die Kirche und hatte das unbestimmte Gefühl, dass mich, Heimkehrer aus einer anderen Welt, nicht ‚irgend etwas’, sondern jemand erwarten und beobachten würde. Ich lächelte darüber. Denn Angst um mein Schicksal hatte ich nie, auch damals nicht. Mein Schutzengel und ich vertrauten einander. Ich hatte ja noch nie eine sog. schwere Sünde begangen.

Ich schritt durch die Kathedrale als ob sie meine bekannte alte Dorfkirche wäre und setzte mich auf eine Bank. Ich tat so als ob ich um nichts zu bitten gekommen wäre – Gott bewahre! -, nur so zu Besuch, weil ich mich zufällig in dieser Stadt befand. Dann blickte ich, auch nur ganz zufällig, zur Decke hinauf und tat, als sähe ich mir die verschiedenen architektonischen Verzierungen an. Dann, nach einer Weile, kam ich zu meinem ‚Thema’: „Muss ich dir sagen, warum ich gekommen bin? Du weißt ja alles, kannst Gedanken lesen und so. Ich bin DA, okay?“ Ich blieb noch eine Weile auf der Bank sitzen. Dann verließ ich die Kathedrale.

In St. Catherine Street angekommen, wo ich schon mehrere Male an einem Restaurant vorbeigekommen war, sah ich plötzlich ein Schild in der Auslage: „Kitchen help wanted.“ (Küchenhilfe gesucht). Von da an gingen meine Lebensaktien in Kanada bergauf. Inzwischen hatte mich noch eine Seherin von einem Leiden befreit das mir große Schwindelgefühle gegeben und meine körperliche Arbeitsfähigkeit bedroht hatte. Sie versicherte mir, wahr oder unwahr, dass jemand der um das Jahr 1000 im Süden Spaniens oder Frankreichs gelebt und schwarzes Haar hatte, mich liebe und auf mich aufpasse.

Bete ich, wenn ich mich in Not befinde? Ja, um meine Familie, nicht um mich - das katholische Vaterunser (das "Gegruesset seist du Maria" habe ich vergessen, sonst wuerde ich es hinzufuegen)

der Eberndorfer,
ein komischer 'christlicher' Agnostiker

55

Dienstag, 19. Dezember 2006, 23:14

Lieber Otto,

Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort auf meine Frage...ich glaube den Kern erkannt zu haben, korrigiere mich, wenn ich mich irre.

Mein Fehler ist scheinbar, daß mich "mein Ich" in das Zentrum stelle und vor allem die Angst um das dannach (Ja, die habe ich, interressanterweise seit meine Tochter (Knapp 2 Jahre) auf der Welt ist, aber deutlich weniger!!!). Wenn man sich also nicht auf das dannach konzentriert, sondern auf das Leben hier und vor allem auf das Wohl seiner Liebsten, dann tritt auch die Sorge über das eigene Jenseits in den Hintergrund...

Was mich in meinem Leben in Bezug auf Gott immer mehr verunsichert hat, ist die Tatsache, daß wir für Gott (falls er existierte) im Weltbild immer entbehrlicher wurden, je mehr ich lernte. Es war für mich immer unvorstellbarer, warum Gott in diesen vielen Galaxien ausgerechnet an uns unbedeutende Menschen viel denken sollte - ich empfand (und empfinde) den Menschen (im Vergleich zum Universum) als sehr unwichtig - natürlich schlägt sich diese Sichtweise deutlich mit der der Kirche, aber die Logik gibt mir vor so zu denken.

Manchmal denke ich, daß mich meine techn. Studien "verdorben" haben...ich versuche alles mit dem Massband zu messen oder statistisch zu erfassen. Das ist einerseits sehr praktisch und zur Lösung von konkreten Problemen sehr hilfreich. Andererseits hinterfragt man alles - auch bei Deiner Schilderung Deines Erlebnisses mit der Seherin regte sich in mir natürlich sofort wieder der Zweifel des Naturwissenschaftlers ("Kann ja gar nicht sein!"), dabei denke ich mir sollte man es stoischer sehen: Wahr oder nicht wahr...es ist egal! Wenn der Glaube daran beruhigt, so ist es in Ordnung...

Nochmals vielen lieben Dank für Deine ausführliche Antwort!
Ein frohes Fest und liebe Grüsse an Deine Familie

Andy

:wink
Muht die Kuh laut im Getreide, war ein Loch im Zaun der Weide

56

Montag, 15. Januar 2007, 21:25

Re: Verkehrte Welt, verkehrte Suche?

Zitat von »"Eberndorfer"«

Zitat von »"ASY"«

Wir können Gott nicht finden, weil er sich noch nicht aus dem Chaos herausgeordnet hat.


Es gibt keinen findbaren Gott. Amen.

Wahrscheinlich will Er sich nicht von uns inkarnierten Menschlein finden lassen. Und da er allmächtig ist... - kein Problem für Ihn!

@ASY

Um zu diesem Thema etwas zu sagen, muss ich erst etwas, das ich einmal geschrieben habe, ein wenig umstricken und ergänzen.

Die Werbung ist nur für Gäste sichtbar!

JonDonym anonymous proxy servers

IP-Check

ASY

33.333 Beiträge sind genug

  • »ASY« ist männlich
  • »ASY« ist der Autor dieses Themas
  • Private Nachricht senden

57

Montag, 28. Mai 2007, 22:25

Re: Verkehrte Welt, verkehrte Suche?

Zitat von »"Querulator"«

Um zu diesem Thema etwas zu sagen, muss ich erst etwas, das ich einmal geschrieben habe, ein wenig umstricken und ergänzen.

:popcorn:

58

Mittwoch, 30. Mai 2007, 19:58



Könnte es auch sein dass das was wir dass Leben nennen und als das ansehen und kennen in Wahrheit nur ein Traum ist und das echte Leben
noch auf uns wartet :frag::

Gruß Eva


59

Mittwoch, 30. Mai 2007, 20:46

@ Eva Nowatschek

Träume werden zerstört durch die Realität, hinter welcher sich die Illusion des Lebens verbirgt.

Habe ich irgendwo mal aufgeschnappt und kommt wahrscheinlich aus dem buddhistischen.
Die glücklichen Sklaven
sind die
erbittertsten Feinde der Freiheit!

Marie von Ebner-Eschenbach

ASY

33.333 Beiträge sind genug

  • »ASY« ist männlich
  • »ASY« ist der Autor dieses Themas
  • Private Nachricht senden

60

Mittwoch, 30. Mai 2007, 20:53

Re: Verkehrte Welt, verkehrte Suche?

@ Eva Nowatschek

Grundsätzlich wäre alles möglich, wenn ja, dann ist nicht mal sicher ob wir die Wahrheit erfahren. Sollten wir sie erfahren, so ist es leicht möglich, dass wir die Wahrheit gar nicht erkennen können.

Die Werbung ist nur für Gäste sichtbar!

JonDonym anonymous proxy servers

IP-Check

Thema bewerten