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ASY

33.333 Beiträge sind genug

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1

Samstag, 27. Januar 2007, 23:48

Ist Angst/Furcht sinnvoll?

Heute hatte ich eine heftige Debatte, weil jemand fest behauptete Angst sei sinnlos, zumal sie nur behindere. Wissen würde Angst ersetzen können.

Das konnte ich nicht so im Raum stehen lassen, denn ich meine, dass dieses Zitat in den meisten Fällen zutrifft.

Mut ist oft ein Mangel an Einsicht,
während Feigheit nicht selten auf guten Informationen beruht.

(Sir Peter Ustinov)


Natürlich kann ein Wissen eine Angst nehmen, sie kann aber auch eine Angst bescheren.

Was sagt ihr?

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Anonymous

unregistriert

2

Sonntag, 28. Januar 2007, 00:24

Ich würde unterscheiden zwischen der Angst, die uns davon abhält eine glühende Herdplatte zu berühren und Angst, die uns daran hindert uns weiterzuentwickeln.

Die erste Form der Angst schützt unser Wohlbefinden und ist Teil unserer Ur-Instinkte.
Die andere Form würde ich als eine Art Blockade bezeichen, die allerdings eine gewisse Berechtigung hat, da sie meist auf Erfahrung beruht. Diese Art der Angst kann ich nutzen um über mich und mein Verhalten zu reflektieren. Ich kann mich auch hinter meiner Angst verschanzen und mich dahinter verstecken. Das nenne ich Stillstand. Es gibt sicher zahllose Möglichkeiten Angst wahrzunehmen und damit umzugehen.

Sinnlos ist Angst meiner Ansicht nach nicht, denn sie sagt etwas über mich aus. Ich habe die Wahl mir diese Angst anzusehen oder eben nicht. Letzteres halte ich dann für sinnlos, denn dann war die Angst ja umsonst bzw. sie bringt mich nicht weiter - statt mir etwas zu zeigen.

Ich weiss nicht, ob Wissen mir Angst nehmen kann, das ist mir zu theoretisch.
Erfahrung eher. Je öfter ich die Erfahrung mache, dass das, was mir Angst bereitet mir nicht schadet, umso wahrscheinlicher ist es, dass die Angst davor schmilzt.

3

Sonntag, 28. Januar 2007, 01:18

@ kamelin


Na geh, Kamelin! Jetzt hast du diesen Faden abgewürgt, weil du wirklich ernstlich nachgedacht hast! Wo kommen wir denn hin, wenn das Schule macht?

Ich rede ja gar nicht so von Foren, in denen es dann ruhig zuginge. Aber stell dir vor, Politiker nähmen sich ein Beispiel an dir!

Das könnte die ganze Weltordnung umstürzen!

Anonymous

unregistriert

4

Sonntag, 28. Januar 2007, 14:32

Zitat von »"Querulator"«

@ kamelin


Na geh, Kamelin! Jetzt hast du diesen Faden abgewürgt, weil du wirklich ernstlich nachgedacht hast! Wo kommen wir denn hin, wenn das Schule macht?


Mein Lieber, da kennst du den Asy aber schlecht. So wie ich ihn einschätze ist das eine ernst gemeinte Frage. Ich vermute mal auch mit dem Nebeneffekt, die aktuellen Hack-Themen zu entzerren.

Also schreibe hier blos nicht off topic, sonst musst du bei Asy nachsitzen. Der macht nämlich einmal im Jahr einen User-Eignungstest. Und alle, die zu doof, wenig schlagfertig oder nicht witzig sind fallen durch und werden gesperrt, gelöscht und rausgeworfen - aber sowas von. Da kennt der nichts. Ich muss es wissen, mich hat er auch schon mal rausgeworfen - im hohen Bogen!

Und? Habe ich dir jetzt Angst gemacht - oder zumindest deine Weltordung gestürzt?

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ASY

33.333 Beiträge sind genug

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5

Sonntag, 28. Januar 2007, 14:32

Zitat von »"kamelin"«

Angst, die uns daran hindert uns weiterzuentwickeln.

Denkst du dabei an Angst vor Spinnen oder dem Donner?

Wie schaut's aus mit der Angst bei Rufschädigung, Irrtum, Verlassenwerden, Bindung, Krankheit, usw. ?

Zitat von »"kamelin"«

Ich weiss nicht, ob Wissen mir Angst nehmen kann, das ist mir zu theoretisch.

Das Wissen über den "Faradayschen Käfig" nimmt mir die Angst vor Blitzen, das klingt für mich sehr praktisch. Schwimmflügerl nehmen mir die Angst zu ersaufen. Genug Reserven nehmen mir weitestgehend die Angst vor dem nicht Überleben.

Ich meine, die Angst kann mich lähmen, sie kann mich aber auch antreiben Erkenntnisse zu suchen, die mich dann beruhigen oder noch mehr verängstigen.

Angst ist ja grundsätzlich eine hirnige Rückmeldung zu einer Prognose, die Nachteiles befürchten lässt.

Wenn ich Nachteiliges befürchte - was tue ich damit? Soll ich die Angst in mir stillständlich verbergen, oder soll ich die Angst protagonistisch verkünden?

Anonymous

unregistriert

6

Sonntag, 28. Januar 2007, 17:00

Zitat von »"ASY"«

Zitat von »"kamelin"«

Angst, die uns daran hindert uns weiterzuentwickeln.

Denkst du dabei an Angst vor Spinnen oder dem Donner?


Nein eben genau nicht. Eher etwas wie: Angst sich zu wehren, durchzusetzen, neue Wege zu gehen oder etwas Neues auszuprobieren, Fragen zu stellen, Nein zu sagen, Ja zu sagen, zu kündigen, (...)

Zitat von »"ASY"«

Wie schaut's aus mit der Angst bei Rufschädigung, Irrtum, Verlassenwerden, Bindung, Krankheit, usw. ?


Hm, das ist aber schwierig.
Jeder einzelne, von dir aufgelistete Aspekt hat meiner Ansicht nach eine eigene Ursache. Hast du schon mal die Erfahrung gemacht, wie Rufschädigung eine Karriere oder sogar ein Leben zu Grunde richten kann, ist die Angst davor verständlich. Angst vor dem Verlassen werden hat für mich mit mangelndem Selbstwert zu tun, was wiederum auf negative Erfahrung begründet sein könnte. Angst vor Krankheit kann man abklären etc.
Ich meine da muss man sich jeden Punkt ansehen, denn Angst kommt meisten nicht von ungefähr, sondern ist die Konsequenz aus Erfahrung, die ich nicht mal unbedingt selber gemacht haben muss.

Ein Beispiel:
Ich war letzten Freitag beim Zahnarzt. Eigentlich sollte er nur meine Füllung abschleifen, doch siehe da, etwas stimmte nicht. Er hat den frisch verputzten Zahn wieder aufgebohrt, das ganze Porzellan rausgepuhlt und meint: "Der Nerv liegt frei, er muss gezogen werden" (der Nerv, nicht der Zahn). Innerhalb von 3 Sekunden wurde mir so schlecht, dass ich kurz überlegte, ob ich genug gegessen habe um mich zu übergeben. Ich habe furchtbare Angst bekommen, obwohl ich noch nie einen Nerv gezogen bekommen habe. Vielleicht sogar weil, denn meine Vorstellung darüber war schrecklich und die Geschichten, die ich darüber kannte waren der Horror. Ich habe mich so verkrampft, dass ich noch 3 Tage später deswegen Kopfschmerzen hatte, obwohl die ganze Prozedur dann tatsächlich gar nicht so schlimm war.

Diese Angst war also vollkommen unbegründet - oder eben sinnlos. Sie hat mir nichts weiter gebracht ausser einen dicken Kopf und einen verspannten Nacken.


Zitat von »"ASY"«

Zitat von »"kamelin"«

Ich weiss nicht, ob Wissen mir Angst nehmen kann, das ist mir zu theoretisch.

Das Wissen über den "Faradayschen Käfig" nimmt mir die Angst vor Blitzen, das klingt für mich sehr praktisch. Schwimmflügerl nehmen mir die Angst zu ersaufen. Genug Reserven nehmen mir weitestgehend die Angst vor dem nicht Überleben.


Ja, das stimmt schon. Aber ich bin z.B. als Kind mit meinen dünnen Ärmchen immer durch diese Schwimmflügel geflutscht, was mir nicht gerade das Gefühl von Sicherheit vermittelt hat. Da wären wir also wieder bei Erfahrung.
Das mit den "Faradayschen Käfig" trifft für mich auf der anderen Seite wieder zu. Bei Gewitter (Blitzschlag) fühle ich mich im Auto sicher, weil ich von dieser Theorie gehört habe. Ich muss aber dazu sagen, dass ich an sich keine Angst vor Blitzen und Gewitter habe, das kann auch ein Grund sein.



Zitat von »"ASY"«

Ich meine, die Angst kann mich lähmen, sie kann mich aber auch antreiben Erkenntnisse zu suchen, die mich dann beruhigen oder noch mehr verängstigen.


Angst als Antrieb?
Kann ich mir ad hoc nicht wirklich vorstellen. Was soll dabei rauskommen?
Darüber müsste ich mal nachdenken.



Zitat von »"ASY"«

Wenn ich Nachteiliges befürchte - was tue ich damit? Soll ich die Angst in mir stillständlich verbergen, oder soll ich die Angst protagonistisch verkünden?


Das ist wieder schwierig zu beantworten, finde ich, weil es sehr komplex ist.
Ob es dafür ein Patentrezept gibt wage ich zu bezweifeln.

Ich glaube jedoch, dass es ein Fehler ist, Angst als Feind zu betrachten, was nicht selten der Fall ist. Angst ist oft etwas sehr persönliches, darum reden die Meisten nicht gerne darüber. Und: wer ist schon gerne ein "Angsthase"?

Angst wegzudrängen wird der Angst meiner Meinung noch mehr Kraft verleihen. Letztendlich bekommt sie so Macht über mich, denn sie zu verdrängen kann zur Dauerbeschäftigung werden. Das ist wie ein Medizinball, den du dauernd unter Wasser drückst. Irgendwann geht es nicht mehr, dann schiesst der Ball in die Höhe.

Mit Angst muss man sich auseinandersetzen, nicht "protagonistisch verkünden" sondern zuerst mal leise. Sich die Wurzel der Angst ansehen. Und das heisst ich muss mich selber ansehen und meine Geschichte betrachten.

Angst will mir etwas sagen, da meine ich, dass ich zuhören sollte. Tue ich das nicht, sucht die Angst sich neue Wege, um gehört zu werden. Ich glaube, dass so auch Krankheiten bzw. Suchtverhalten entstehen kann.
Wenn ich Angst ignoriere, findet sie andere Wege, darum würde ich immer versuchen ihr auf den Grund zu gehen. Sie auszuhalten, sie nicht wegdrücken, verdrängen oder so zu tun, als hätte ich gar keine Angst. Ich würde in die Angst hineingehen, sie fühlen und - zulassen. So erkenne ich meine eigenen sog. 'Schwachpunkte' an denen ich dann arbeiten kann. Und das kann ich nur mit Hilfe der Angst.

7

Sonntag, 28. Januar 2007, 19:39

Zitat von »"kamelin"«

Mein Lieber, da kennst du den Asy aber schlecht. So wie ich ihn einschätze ist das eine ernst gemeinte Frage. Ich vermute mal auch mit dem Nebeneffekt, die aktuellen Hack-Themen zu entzerren.

...

Und? Habe ich dir jetzt Angst gemacht - oder zumindest deine Weltordung gestürzt?

Ich weiß, dass es ASY ernst meinte.

Und ich meinte ernst, dass du dir wirklich Gedanken darüber gemacht hast. Ich hätte es nicht besser ausdrücken können als du.

Das ist ja nach meinen bisherigen Forumserfahrungen das Ungewohnte.

Nix Angst gemacht! Nix Weltordnung gestürzt! :-P

8

Sonntag, 28. Januar 2007, 20:08

Zitat von »"ASY"«

Zitat von »"kamelin"«

...

...

Zitat von »"kamelin"«

...

...

Ich möchte es so zusammenfassen:

Die Angst ist ein ererbter Reflex, der als Warnsignal dient. Sie weckt die Aufmerksamkeit und bereitet uns auf Gegenmaßnahmen vor.

Da sie aber instinktmäßig verankert ist, reagieren wir dadurch in erster Linie auf instinktmäßig verankerte Gefahren richtig.

Dann wurden wir Menschen und begingen die "Erbsünde". Du ahnst vielleicht nicht, wieviel Weisheit in der Legende darüber festgehalten ist, für den, der sie zu deuten weiß.

Der Mensch bekam einen Haufen Intelligenz dazu, die ihn vor Allem befähigt, in Situationen, auf die sein Instinktrepertoire nicht vorbereitet ist, Lösungen zu finden. Aber die Intelligenz ist etwas Zweischneidiges: Sie befähigt den Menschen zu Genieleistungen einerseits, zu denen Tiere nicht fähig sind, und zu Unsinn, zu dem Tiere auch nicht fähig sind, andererseits.

Und was machte der Mensch mit seiner Intelligenz? Er schuf sich in evolutionär kurzer Zeit ein Ambiente, in dem er sich oft selbst nicht zurechtfindet, in dem natürliche Instinkte versagen oder fehl am Platz sind. Das kann, unter Anderem, dazu führen, dass Angst zu einer Art Lähmung führt, weil Instinkt und Verstand Verschiedenes raten.

Aus der Psychologie gibt es ein anschauliches Beispiel: In gewissen Situationen reagierte man ursprünglich entweder mit Flucht oder Angriff, und die Angst führt zum nötigen Adrenalinstoß, der den Körper darauf vorbereitet. In vielen Situationen ist keine dieser Reaktionen angemessen, und der Körper bleibt danach in einem verkrampften Zustand, der mit der Zeit zu Erkrankungen führen kann.


Zum Glück hast du deine trügerischen Schwimmflügel überlebt und dir eigene Flügel wachsen lassen, wie man an deinem Avatar sieht.

Ganz allgemein kann man das Problem des Menschen so umreißen: Er hat die Aufgabe, seine lebensnotwendigen Instinkte und den noch relativ jungen Verstand unter einen Hut zu bringen.

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9

Sonntag, 28. Januar 2007, 20:16

wenn man dich sieht bekommt man sicher angst, entweder rennt man weg oder man is erstarrt, wie bei der medusa

10

Sonntag, 28. Januar 2007, 20:23

Zitat von »"reinkarnation"«

wenn man dich sieht bekommt man sicher angst, entweder rennt man weg oder man is erstarrt, wie bei der medusa

Klar!



Aber wie hast du das herausgefunden?




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