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ASY

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Mittwoch, 1. August 2007, 12:28

Augustin alles ist hin! Butter oder Kanonen?

Zitat von »"Egon W. Kreutzer"«

Gebrauchslyrik für Anfang August (gerne auch als Sommerlochlyrik bezeichnet)

Mit Anleihen

bei dem deutschen Volkslied vom "Lieben Augustin" und dem 84 Jahre alten Hit: "Yes, we have no bananas" in der deutschen Fassung, in der aus rein reimtechnischen Gründen ein Don Juan namens Meier sich - mangels Bananen - vergeblich zu mühen hat, was aber hier und heute nicht von Belang ist, abgesehen vom vergeblichen Mühen vielleicht...

und zudem einem kleinen Prosa-Einschub - als literarische Bonus-Meile, sozusagen.



Butter oder Kanonen?
Nein, du lieber Augustin
Nicht alles ist hin.
Es gibt ein Entweder - Oder!

Und hast du die Alternative im Sinn,
Statt Wohlstand für alle, dein Riesengewinn,
Dann bist du gewisslich kein Roter.



Der Aufschwung ist da - die Butter ist fort.
Es lebe der Weltmarkt und der deutsche Export.

Und hast du die Alternative im Sinn,
Statt Butter für alle, dein Riesengewinn,
Dann weißt du bestimmt auch ein tröstendes Wort:

Ora et labora, und schweig! ... oder zahl!



Der Aufschwung ist da - die Strompreise steigen,
Für EOn Co. hängt der Himmel voll' Geigen.

Nein, du lieber Augustin,
Nicht alles ist hin.
Es gibt ein Entweder - Oder!

Und hast du die Alternative im Sinn,
Gehst weg du von EOn, zu Yellow-Strom hin,
Dann wirst du in Bälde erleben,
Wie auch dort sich die Strompreise heben -
So ist's auf dem Strommarkte eben,
Wo Oligo- und Monopol in schöner Eintracht nach einem nur streben:

Statt Wohlstand für alle - ein Riesengewinn.



Der Aufschwung ist da - die Gerste wird teuer,
Statt Bier macht man Gas draus, für's Biogas-Feuer.

Der Aufschwung ist da - es gibt keinen Zweifel,
Die Reichen geh'n feiern, der Rest geht zum Teufel.

Und hast du die Alternative im Sinn,
Willst selbst - zu den Bayreuther Festspielen? - hin,
Dann wirst du in Bälde erleben,
Den einen wird alles umsonst gegeben,
Die andern steh'n höchstens bescheiden daneben.

Weil diese wenigen einen, in all' ihrem Streben,
Dem eignen Gewinn stets den Vorrang geben.

(prosa-mode on)

Was uns Christenmenschen von der Heiligen Schrift, Matthäus 13, Vers12, auch exakt so vorgeschrieben wird:

Denn wer da hat, dem wird gegeben,
Und er wird Überfluß haben;

Wer aber nicht hat, von dem wird selbst, was er hat,
Genommen werden.



Sich dem zu widersetzen, also denen, die da haben, etwas zu nehmen, um es denen, die da nichts haben, zu geben, wäre wider den Willen Gottes und schreckliche Sünde.

Das haben inzwischen alle verantwortlichen Politiker begriffen und begonnen, frühere Sünden zu bereuen.

Siehe einerseits Unternehmenssteuerreform, Abgeltungssteuer, Vermögenssteuer usw., und Hartz IV, Mehrwertsteuererhöhung, Kürzung der Pendlerpauschale, Streichung der Eigenheimzulage usw. andererseits.

Dem Herrn sei Lob und Preis, dass er unserer irdischen Herrschaft die Gnade geschenkt und ihnen Gelegenheit zu tätiger Reue gegeben hat,

Der Herr bewahre uns vor den Gelüsten der unverbesserlichen Linken und ganz Linken, in Ewigkeit. Amen.

Ergo gilt:

Ora et labora, und schweig! ... oder zahl!

(prosa mode off)




Der Aufschwung ist da - die US-Banken krachen,
Wer in Dollar gespart hat, dem gefriert nun das Lachen.

Nein, du lieber Augustin,
Nicht alles ist hin.
Es gibt ein Entweder - Oder!

Die deutschen Interessen ganz feste im Sinn,
Zieh'n wir an den hinteren Hindukusch hin,
Und helfen, die Berge mit Bomben zu pflügen,
Und helfen, den Terror militärisch besiegen,
Und helfen uns so, mit Ordensglanz und Heldenlegende,
Mit Parademarsch und Kriegswitwenrente,
Und dem Zugang zu den letzten Quellen des unheiligen Öles


Hinweg
Über den Schreck,
Denn die Butter - ist weg.



Was bleibt, sind Kanonen,
Es tun nicht erfreuen,
Die schönsten Levkojen...
Nein - ausgerechnet Kanonen ...

Der Aufschwung ist da - und der Rüstungsexport
Bricht alle Rekorde, reißt Bedenken hinfort.
Fehlt's auch dem Volke allmählich am Futter -
Es läuft wie geschmiert. Es ist alles in Butter.

Und so hallt alle Jahre der Globalisierungssegen:

Urbi et Orbi!
Den großen Spielern auf Erden entgegen.

Sie nehmen den ganzen Segen hin,
genießen - und schweigen, und halten im Sinn:

Die Alternative zu unserem Treiben, ist eine Falle.

Statt Riesengewinnen

Gäb's bloß noch Frieden für alle.


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