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Dienstag, 23. Oktober 2007, 19:24

Arbeit macht unfrei!

"Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel
für sich hat, ist ein Sklave, er sei übrigens, was er wolle:
Staatsmann, Kaufmann, Beamter oder Gelehrter."

(Friedrich Nietzsche)


Was ist passiert, dass Menschen heute ihre Arbeit als den zentralen Punkt im Leben sehen oder suchen? Arbeit war einmal nur etwas "Notwendiges" eine lästige Pflicht. Der Ausstieg/Verlust von Arbeit bedeutet oft den Verlust der gesellschaftlichen Anerkennung. Eine Anerkennung welche man vielleicht wo anders suchen würde, was allerdings oft nicht möglich ist weil ja die Arbeit im Wege steht. Nichts ist wichtiger als aus der Arbeit unseren Sinn, unseren Wert und unsere Identität zu ziehen. Klar, das Beste was einen Menschen passieren kann wäre, er findet aus der Quelle seiner Berufungen eine Arbeit. Nur wie oft kommt den dies schon vor? Ich bezweifle dass das Verkaufen von Versicherung eine Berufung ist!

Aus dem Buch Die Kunst, weniger zu Arbeiten“ gebe ich hier zehn Argumente gegen den Arbeitswahn wider. Es lohnt sich darüber nachzudenken!
  • Der menschliche Erfindergeist zeigt Wirkung: durch den Produktivitätsfortschritt nimmt der Bedarf an menschlicher Arbeit kontinuierlich ab. In absehbarer Zukunft wird die Wirtschaft mit einem Bruchteil der derzeit benötigten Arbeitskraft auskommen.
  • Die einseitige Fixierung unserer Kultur auf Erwerbsarbeit und ihre Überhöhung zum Lebenssinn ist deshalb anachronistisch. In 100 Jahren wird die heutige Arbeitsmoral den Menschen so lächerlich erscheinen wie uns heute die Sexualmoral des 19. Jahrhunderts erscheint.
  • Wir brauchen kein »Bündnis für Arbeit« sondern ein Bündnis für weniger Arbeit. So wie sich das Drogenproblem nicht durch die
    Beschaffung von noch mehr Drogen lösen lässt, liegt auch die Lösung des »Arbeitslosenproblems« nicht darin, mehr Arbeit zu schaffen, sondern uns von der Arbeit zu entwöhnen.
  • Beschäftigung ist kein Wert an sich. Am erfolgreichsten bei der Schaffung von Arbeit waren Hitler und Stalin. Wer mehr Beschäftigung verspricht, muss auch den Preis dafür nennen: die Wiederauferstehung der Dienstbotengesellschaft und die Zunahme von Armut und
    sozialer Ausgrenzung.
  • Arbeit ist nicht der »Beruf« des Menschen. Das freudlose Erbe des Puritanismus beraubt uns der Weite und Intensität des Lebens. Ein Arbeitsplatz ist in den seltensten Fällen der beste Platz für die Entfaltung und Selbstverwirklichung des Menschen. Der ganz in seinem Beruf aufgegangene »Vollprofi« ist kein Vorbild, sondern ein tragischer Fall.
  • Die Mehrheit unserer Jobs dient der Herstellung überflüssiger, ja, schädlicher Produkte. Weniger Arbeit ist eine Chance für die Umwelt und eine Gelegenheit, Sinn und Zweck unseres Wirtschaftens neu zu bestimmen.
  • Erfolg im Beruf kann zwar zeitweilig als Aufputschmittel wirken, ist aber langfristig nicht in der Lage, die Löcher in unserem Leben zu stopfen. Erfolgreich ist, wer sein menschliches Potenzial leben kann!
  • Der Mensch ist nicht auf der Welt, um möglichst viel zu tun. Nichtstun ist nicht Faulheit, sondern gehört zur Fülle des Lebens. Müßiggang öffnet uns Türen, an denen wir sonst vielbeschäftigt vorbeirennen.
  • Auch Träume haben ein Verfallsdatum. Wer meint, seine Lebensträume zugunsten des beruflichen Weiterkommens aufschieben zu können,
    läuft Gefahr, sie für immer zu verlieren.
  • Time is Honey. Wann leben wir, wenn nicht jetzt?


Die glücklichen Sklaven
sind die
erbittertsten Feinde der Freiheit!

Marie von Ebner-Eschenbach

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Weihnachtsmann« (23. Oktober 2007, 22:06)


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2

Dienstag, 23. Oktober 2007, 20:46

Der Mensch ist nicht auf der Welt, um möglichst viel zu tun. Nichtstun ist nicht Faulheit, sondern gehört zur Fülle des Lebens. Müßiggang öffnet uns Türen, an denen wir sonst vielbeschäftigt vorbeirennen.
das hier gefällt mir am besten!
endlich kein schlechtes Gewissen mehr .... :thumbsup:
das Sprichwort "Müßiggang ist aller Laster Anfang" wird heute noch entsorgt!
Man muss einem Menschen die Wahrheit hinhalten, dass er wie in einen
offenen Mantel hineinschlüpfen kann, und nicht wie einen nassen Lappen um
die Ohren hauen.

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Dienstag, 23. Oktober 2007, 23:12

Arbeit ist nicht der »Beruf« des Menschen. Das freudlose Erbe des Puritanismus beraubt uns der Weite und Intensität des Lebens. Ein Arbeitsplatz ist in den seltensten Fällen der beste Platz für die Entfaltung und Selbstverwirklichung des Menschen. Der ganz in seinem Beruf aufgegangene »Vollprofi« ist kein Vorbild, sondern ein tragischer Fall.
Mir gefällt dieses Gebot sehr gut, weil es zeigt, dass Arbeit normalerweise nur Arbeit ist. Nicht mehr und nicht weniger.
Die glücklichen Sklaven
sind die
erbittertsten Feinde der Freiheit!

Marie von Ebner-Eschenbach

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