Du bist nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Zeitwort Nachrichten Diskussionsforum. Falls dies dein erster Besuch auf dieser Seite ist, lies bitte die Hilfe durch. Dort wird dir die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus solltest du dich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutze das Registrierungsformular, um dich zu registrieren oder informiere dich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls du dich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert hast, kannst du dich hier anmelden.

HerrAbisZ

alias HerrAbisZ - unbequemer Zeitgenosse

  • »HerrAbisZ« ist männlich
  • Private Nachricht senden

371

Freitag, 20. Februar 2009, 12:58

Dazu hat es nun eine ziemlich gute Inititive gegeben

Geldsystem: Anzeige gg. Unbekannt Verstoß gg. § 168a (2) StGB (Ketten- oder Pyramidenspiele)

Wie wird das ausgehen?

Die Werbung ist nur für Gäste sichtbar!

JonDonym anonymous proxy servers

IP-Check

372

Freitag, 20. Februar 2009, 13:11

@HerrAbisZ,

Anzeige gegen Unbekannt führt nicht zu einer Verpflichtung gegen Unbekannt. Also eine Möglichkeit die genau dorthin führt, wo es nichts zu finden geben darf. Die Schuldigen

Wenn jedoch die Gelder (oder die ermittelbaren) wieder in die Länder zurück fließen, dann hat die Findung der Schuldigen keine Dringlichkeit mehr, so er ohnehin ein Weg ins Nichts wäre/ist. Wie uns ja zur Zeit weltweit bewiesen wird. Darum ist es ein nutzloser Weg - so das Gesetz, die Politik oder die Weltelite die Möglichkeiten besitzen dort einfach ein "Sackgasse" Schild zu montieren.

Also sollten wir auf unsere Vorteile verzichten (die Schuldigen) und das Verlorene nach Hause holen.
Vereinen, nicht trennen HerrAbisZ ..... du solltest dich in der Vereinigung üben, dann wirst du merken, wie dich das Trennen begrenzt.
Gedanken sind Deine wahre Macht - wenn Du Gedanken verstehst, bist Du wahrhaft mächtig !

Die Werbung ist nur für Gäste sichtbar!

JonDonym anonymous proxy servers

IP-Check

373

Freitag, 20. Februar 2009, 14:43

GEAB N°32 ist angekommen! 4. Quartal 2009 – Beginn der fünften Phase der umfassenden weltweiten Krise: Die öffentliche Ordnung zerfällt

Zitat


Seit Februar 2006 vertrat LEAP/E2020 die Auffassung, dass die umfassende weltweite Krise in vier Grundphasen ablaufen würde, nämlich die Anfangsphase, die Beschleunigungsphase, die Aufprallphase und die Dekantierungsphase. Die Ereignisse der letzten zwei Jahre fügten sich hervorragend in dieses Schema. Jedoch müssen wir uns endlich in die Einsicht finden, dass die Regierenden unfähig sind, die wahre Natur der Krise zu verstehen.
Denn seit nunmehr mehr als einem Jahr bekämpft die Politik mit ihren Maßnahmen nur die Symptome der Krise, nicht aber die Ursachen.
Deshalb gehen wir heute davon aus, dass mit dem vierten Quartal 2009 eine fünfte Phase der Krise einsetzen wird, in der die öffentlichen Ordnung zerfallen wird.

Nach der Auffassung von LEAP/E2020 werden zwei bedeutende Phänomene diese neue Phase der Krise prägen; die kommenden Ereignisse werden damit in zwei parallelen Entwicklungen ablaufen:

A. Die zwei bedeutenden Phänomene:
1. Das Wegbrechen der globalen Finanzbasis (Dollar + Schulden)
2. Die sich beschleunigende Divergenz der Interessen der großen Staaten und der internationalen Organisationen

B. Die zwei parallelen Entwicklungen:
1. Die rasche Auflösung des gesamten gegenwärtigen internationalen Systems
2. Die Auflösung der Handlungsfähigkeit der mächtigen Staaten und großen internationalen Organisationen

Wir hatten gehofft, dass die Dekantierungsphase den Regierenden dieser Welt ermöglichen würde, die Schlussfolgerungen aus dem Zusammenbruch der Nachkriegsweltordnung zu ziehen. Man kann heute mit größtem Bedauern nur feststellen, dass solcher Optimismus nicht mehr zu rechtfertigen ist (1). In den USA wie auch in Europa, in China oder in Japan handeln die Regierenden, als ob die Weltordnung nur von einer vorüber gehenden Krise erfasst wäre und es genügen würde, noch etwas Treibstoff (Liquidität, also weitere Schulden) und weitere Tinkturen (Leitzinssenkungen, staatlicher Aufkauf von wertlosen Forderungen, Konjunkturförderprogramme zu Gunsten insolventer Industriezweige …) in das System zu gießen, um den Motor wieder zum Anspringen zu bringen. Sie wollen einfach nicht verstehen, dass, wie der Begriff der umfassenden weltweiten Krise, den LEAP/E2020 im Februar 2006 prägte, zu vermittelt versucht, die Weltordnung nicht mehr funktionsfähig ist. Statt verzweifelt zu versuchen, diese am Boden liegende, unrettbare Weltordnung zu retten, muss endlich die Schaffung einer neuen Weltordnung angegangen werden.

Entwicklung der Industrieaufträge im Verlauf des 4. Quartals 2008 (Japan, USA, Eurozone, Großbritannien, China, Indien) - Quellen: MarketOracle / JPMorgan
Entwicklung der Industrieaufträge im Verlauf des 4. Quartals 2008 (Japan, USA, Eurozone, Großbritannien, China, Indien) - Quellen: MarketOracle / JPMorgan
Geschichte wartet nicht, bis die Menschen für sie bereit sind. Da die Schaffung der neuen Weltordnung nicht vorausschauend und planend möglich war, wird der Zerfall der öffentlichen Ordnung während dieser fünften Phase der Krise die Welt in ein solches Chaos stürzen, dass die neue Weltordnung als Zufallsprodukt und Improvisation entstehen wird. Die beiden parallelen Entwicklungen, die wir in dieser 32. Ausgabe des GEAB beschreiben, werden für einige der großen Staaten und internationalen Organisationen tragisch sein.

Nach unserer Auffassung verbleibt nur ein sehr kleines Zeitfenster, während dem das Schlimmste noch vermieden werden kann, nämlich bis zum Sommer 2009. Dann wird die Zahlungsunfähigkeit erst Großbritanniens und dann der Vereinigten Staaten die Grundlagen des bestehenden Systems zusammen stürzen lassen (2) und Chaos ausbrechen. Wir gehen sehr konkret davon aus, dass der geplante G20-Gipfel April 2009 die letzte Chance für die bestehende Weltordnung ist, die aktuell wirkenden Kräfte so auszurichten, dass der Übergang in die neue Weltordnung sich mit dem geringst möglichen Schaden vollzieht. Wenn ihnen das nicht gelingt, wird den Mächtigen der aktuellen Weltordnung die Kontrolle über die Ereignisse vollständig entgleiten (3), und zwar nicht nur auf globaler Ebene, sondern für einige von ihnen auch in ihren eigenen Ländern; die Welt wird in die Phase, in der die öffentliche Ordnung zusammen bricht, gleiten wie ein Schiff, dessen Ruder gebrochen ist. Am Ausgang dieser Phase des Zusammenbruchs der öffentlichen Ordnung wird die Welt mehr dem Europa von 1913 ähneln als der Welt, an deren reale Existenz die meisten noch bis 2007 glaubten.

Die meisten der von der Krise betroffenen Staaten, unter ihnen die mächtigsten dieser Erde, versuchten verzweifelt, das immer weiter anwachsende Gewicht der Krise zu schultern; sie verstanden nicht, dass sie damit die Gefahr herauf beschworen, unter dieser Last zusammen zu brechen. Sie vergaßen, dass Staaten, von Menschen geschaffen, nur solange Bestand haben, wie sich eine Mehrheit dieser Menschen mit ihnen identifiziert. In dieser 32. Ausgabe des GEAB wird LEAP/E2020 seine Analysen über die Auswirkungen dieser Phase des Zusammenbruchs der öffentlichen Ordnung auf die USA und die EU vorlegen.

Entwicklung der Geldmenge in den USA (12/2002 – 12/2008) - Quelle: US Federal Reserve / DollarDaze
Entwicklung der Geldmenge in den USA (12/2002 – 12/2008) - Quelle: US Federal Reserve / DollarDaze
Es wird für alle, Privatpersonen wie Wirtschaftsführer, dringlich, sich auf eine sehr schwierige Zeit vorzubereiten, in der ganze Bereiche unserer Gesellschaft wegbrechen werden und zumindest zeitweise oder sogar dauerhaft aufhören werden, Bestandteile der Gesellschaft zu bilden (4). So wird z.B. der Zerfall des Weltwährungssystems im Sommer 2009 nicht nur den Dollar (und aller Geldanlagen in Dollar) zusammen brechen lassen, sondern das Vertrauen in alle Papierwährungen (also ohne Gold- oder Silberdeckung) massiv unterminieren. Alle Empfehlungen in dieser Ausgabe des GEAB sollen auf diese Situation vorbereiten.

Weiterhin gehen wir davon aus, dass die Staaten (5), die besonders monolithisch, besonders mächtig, besonders zentralistisch sind, diejenigen sein werden, die von der fünften Phase der umfassenden weltweiten Krise besonders massiv betroffen sein werden. Weitere Staaten, die unter dem Schutz dieser Staaten stehen, werden ihre Schutzmächte verlieren und damit dem Chaos in ihren Regionen ausgeliefert sein.

---------
Noten:

(1) Barack Obama wie auch Nicolas Sarkozy oder Gordon Brown werden nicht müde, von der historischen Dimension der Krise zu schwadronieren, und versuchen hinter diesen Worten nur ihre Unfähigkeit zu verstecken, die wahre Natur der Krise zu verstehen ; worum es ihnen geht, ist, sich schon jetzt für schuldlos am Scheitern ihrer Politik zu erklären. Alle anderen ziehen es vor, sich einzureden, dass es sich bei der Krise nur um ein übliches Konjunkturproblem handele, wobei ein Zyklus einen etwas größeren Ausschlag verzeichne als üblicher Weise. Und all diese „Weltführer“ spielen weiterhin an ihrem Spiel nach den Spielregeln, die seit Jahrzehnten gelten und wollen nicht verstehen, dass dieses Spiel vor ihren Augen untergeht.

(2) Vgl. die vorher gehenden Ausgaben des GEAB

(3) Es ist sogar wahrscheinlich, dass schon die Abhaltung des G20-Treffens auf Schwierigkeiten stoßen wird, weil immer mehr Staaten ihr Heil in einer Politik suchen, die ausschließlich auf ihre eigenen Interessen zugeschnitten ist und damit kein Interesse an einem konzertierten Vorgehen auf multilateraler Ebene haben.

(4) Quelle: New York Times, 14/02/2009

(5) Dies ist genauso wahr für die großen multinationalen Unternehmen
Q: http://www.leap2020.eu/GEAB-N-32-ist-angekommen!-4-Quartal-2009-Beginn-der-f%C3%BCnften-Phase-der-umfassenden-weltweiten-Krise-Die-offentliche_a2818.html

:depress

HerrAbisZ

alias HerrAbisZ - unbequemer Zeitgenosse

  • »HerrAbisZ« ist männlich
  • Private Nachricht senden

374

Sonntag, 22. Februar 2009, 17:54

Zitat


120.000 unterwegs

Massenproteste in Dublin gegen Banken



Es ist eine der größten Demos in Irlands Geschichte: 120.000 Menschen gingen in Dublin auf die Straße - aus Protest gegen die Regierung

....

http://www.oe24.at/welt/weltpolitik/Mass…4+Newsletter+82
Ich finde das dies erwähnt werden sollte!

375

Sonntag, 22. Februar 2009, 18:25

Zitat

"Wir sind verärgert, denn jeder weiß, dass es nicht unsere Schuld ist, dass eine Wirtschaftselite unsere Wirtschaft zerstört hat und noch niemand dafür zur Rechenschaft gezogen wurde", sagte der Generalsekretär des irischen Gewerkschaftsverbands, David Begg, unter dem Applaus der Menge. Zudem würden die neuen Lasten ungerecht verteilt.
Gewerkschaftsverbands-Präsidenten Patricia McKeown warf der Regierung vor, die Schuldigen an der Krise zu beschützen und Opfer von den Arbeitern zu verlangen, die in der Vergangenheit zum wirtschaftlichen Aufschwung Irlands beigetragen haben.

und in der EU macht man einen G20 Gipfel, damit die Verursacher als retter da stehen! Warum hat man nicht vorher reagiert? :kopfkratz:

376

Montag, 23. Februar 2009, 20:06

Experten warnen vor Staatspleiten in der EU

Zitat

Sorgen um Island und Irland sowie osteuropäische Staaten
Einigen EU-Staaten könnte die Pleite drohen - das meinen zumindest Wirtschaftsexperten. Der UNO-Ökonom Flassbeck etwa spricht von einer "sehr großen Gefahr". Italiens Regierungschef Berlusconi hingegen hält Staatsbankrotte für unwahrscheinlich.
Der italienische Ministerpräsident verwies darauf, dass die Europäische Union bis jetzt allen Staaten geholfen habe, die sich in Schwierigkeiten befunden hätte - wie beispielsweise dem Nicht-Euro-Mitglied Ungarn. "Es liegt in unserem Interesse, dass kein Staat bankrott geht", erklärte Berlusconi der "Bild"-Zeitung. Allerdings gehört Italien selbst mit einer Verschuldung von mehr als 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu den am höchsten verschuldeten Ländern in Europa.
Über die Verhältnisse gelebt
Viele Länder in der EU hätten in den vergangenen Jahren weit über ihre Verhältnisse gelebt und riesige Schulden aufgetürmt, sagte UNO-Experte Flassbeck im SWR. Er verwies unter anderem auf Staaten, wie Irland, Griechenland oder Spanien und besonders auf Länder in Osteuropa außerhalb der Währungsunion.
Österreich drang deswegen am Montag auf Sicherheitsvorkehrungen gegen einen wirtschaftlichen Zusammenbruch östlicher Nachbarstaaten der EU. "Wichtig ist für uns, dass die Volkswirtschaften dort mit gewissen Garantien ausgestattet werden, damit es keine überraschenden Effekte gibt, an denen wir dann alle zu kniffeln haben", sagte der österreichische Außenminister Michael Spindelegger beim EU-Außenministertreffen in Brüssel.
Wirtschaftsinstitut warnt vor Panikmache
Vor einer allgemeinen Panikmache warnte derweil das Hamburger Welt-Wirtschafts-Institut (HWWI). "Wir sind derzeit weit von einem Staatsbankrott entfernt", sagte HWWI-Konjunkturchef Michael Bräuninger mit Blick auf Deutschland. Auch Staaten wie Island oder Irland, die jetzt in großen Schwierigkeiten sind, hätten seriös gewirtschaftet und litten nun wegen ihres großen Bankensektors massiv unter den Folgen der Finanzkrise. Er sei jedoch zuversichtlich, dass im Euro-Raum alles unternommen werde, um die Pleite eines Staates zu verhindern.
Die Pläne für eine Gemeinschaftsanleihen in Euroland stießen bei den Experten auf ein geteiltes Echo. UNO-Experte Flassbeck sprach sich für die Herausgabe einer Euroanleihe aus. Damit könnte man verhindern, dass sich Spekulanten auf Kosten der Länder mit hohen Schulden eine goldene Nase verdienten. Dagegen äußerte sich HHWI-Experte Bräuninger skeptisch, der Euroland-Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, sprach sich sogar klar dagegen aus. Stattdessen fordert Mayer bei der Online-Ausgabe der "Frankfurter Rundschau" einen Europäischen Währungsfonds.
EWF soll finanziellen Beistand gewähren
Damit es nicht zum Staatsbankrott innerhalb der Währungsunion komme, solle der Europäische Währungsfonds (EWF) "im Fall drohender Zahlungsunfähigkeit finanziellen Beistand gewähren". Die um Beistand bittenden Staaten müssten sich gegenüber den anderen Euroländern, die gemeinsam Teilhaber des EWF wären, zu Auflagen verpflichten, um ihre Haushaltsprobleme wieder in den Griff zu bekommen.
Mit Material von ap
Q: http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/16/0…7527184,00.html
Video: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/587416?inPopup=true

ahhh, sucht man jetzt die schuldigen Länder, wie Irland, Griechenland oder Spanien und besonders auf Länder in Osteuropa außerhalb der Währungsunion.
Deswegen hat Italien über 100% des Bruttoinlandsprodukt Schulden?
Warum suchen sie nicht die Schuldiegn im EU-Parlament (den Finanzminister von dort) od. gleich bei den Banken, dessen Manager? :kopfkratz:

Die Werbung ist nur für Gäste sichtbar!

JonDonym anonymous proxy servers

IP-Check

377

Donnerstag, 26. Februar 2009, 15:14

Kurzmeldungen

Zitat

Geldscheine wie Klopapier - kommt die nächste Inflation?
(23.02.2009/dpa-rn)
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) sieht wegen der Milliarden-Programme zur Stützung der Konjunktur eine Inflationsgefahr. «Ich habe die Befürchtung, dass wir etwas machen, was wir als Fehler schon mal gemacht haben nach den Anschlägen vom September 2001», sagte Steinbrück am Sonntag in der ARD-Sendung «Bericht aus Berlin». Vor allem die USA pumpten viel Geld in den Markt. Sobald die Rezession und die Finanzmarktkrise überwunden seien, werde sich die Frage stellen, «ob wir die Kraft haben, diese Liquidität aus dem Markt wieder herauszuziehen. Und das wird sehr schwierig», sagte Steinbrück.
Die "Liquidität", von der Steinbrück spricht, besteht mittlerweile zum größten Teil aus nichts als reinen "Luftwerten". „Die US Notenbank FED produziert, wenn nötig, Dollarscheine wie die Firma Hakle Klopapier. Offiziell kann der Staat also gar nicht bankrottgehen“, erklärte der Schweizer Ökonom Walter Wittmann bereits im vergangenen September.
Trotzdem warnen Konjunkturforscher vor zunehmenden Staatsbankrotts und Geldentwertung. Die Regierung scheint Übersicht bei den Nullen vor dem Komma schon lange verloren zu haben. Ständig werden weitere Sicherungspakete geschnürt und neue "Opfer der Krise" mit möglichen Finanzspritzen bedacht.
In "LifeGen" fordert Vlad Georgescu bereits ein internationales Wirtschaftsverbrecher-Tribunal: "Rund eine Billion Euro. Das ist die Summe, die schlimmstenfalls über die Hypo Real Estate (HRE) an volkswirtschaftlichem Schaden der Bundesrepublik entsteht. Und das ist der Betrag, der die Republik in den Staatsbankrott führen könnte – denn er macht bereits die Hälfte des Bruttoinlandsproduktes des Landes aus. Angesichts solcher Dimensionen von Verfehlungen einzelner Manager zu reden wäre unangebracht. Die Verluste der HRE entstanden, weil Aufsichtsbehörden und politische Entscheidungsträger das Vabanque-Spiel der Banken erst möglich machten. Damit aber steht fest: Ein unabhängiges Tribunal muss sämtliche Verantwortung zur persönlichen Rechenschaft ziehen – wenn nötig, bis hin zu den höchsten Gremien der Politik."
Eine Billion. Diese Summe übersteigt alles, was die Bundesrepublik an Wirtschaftskriminalität je gesehen hat.Wer haftet aber für das Desaster? Der Steuerzahler? Und wenn ja, warum eigentlich? Vor allem: Wer hat was gewusst?
Die Bundesregierung trägt an der derzeitigen Krise mehr Schuld, als sie zugeben möchte. Noch vor Monaten wollte man von einer Implosion der Realwirtschaft nichts wissen, selbst eine Bankenkrise war, folgt man den damaligen Aussagen der Politik, hierzulande in diesem Ausmaße undenkbar.

Und nun tönt es leise, aber vernehmlich von Inflation und Staatsbankrott!
Q: http://www.hintergrund.de/index.php?opti…=173&Itemid=100

:kopfkratz:

HerrAbisZ

alias HerrAbisZ - unbequemer Zeitgenosse

  • »HerrAbisZ« ist männlich
  • Private Nachricht senden

378

Freitag, 27. Februar 2009, 12:59

Zitat


USA: 252 Banken droht inzwischen die Pleite

27.02.2009 | 06:35 | (DiePresse.com)

Die Zahl gefährdeter Institute hat sich im Vergleich zu 2007 verdreifacht. Noch gibt es in den USA rund 8300 Banken und Sparkassen. Seit Jänner sind bereits 14 Banken zusammengebrochen.

....

http://diepresse.com/home/wirtschaft/fin…home_Wirtschaft
Es wird noch schlimmer werden und die ganze Welt erfassen!

ASY

33.333 Beiträge sind genug

  • »ASY« ist männlich
  • Private Nachricht senden

379

Freitag, 27. Februar 2009, 15:12


Die Zahl gefährdeter Institute hat sich im Vergleich zu 2007 verdreifacht
Super, bravo! :applaus

Noch gibt es in den USA rund 8300 Banken und Sparkassen.
Das ist wieder eine schlechte Nachricht! :sad: Wie lange wird es dauern, dass diese Banken endlich bankrott gehen? Die Bankangestellten können dann günstig Spargel stechen. :zkugel: :ggg:

Seit Jänner sind bereits 14 Banken zusammengebrochen.
Das fängt sehr träge an - wir brauchen ideen das zu beschleunigen. :)

380

Freitag, 27. Februar 2009, 15:17

Arbeitslos und abgebrannt in Dublin

Zitat

Irland galt als Musterland, jetzt wird es zum Musterfall der Krise: Nirgendwo sonst in der EU ballen sich Unternehmens-, Immobilien- und Finanzprobleme so massiv
Der alte BMW, mehr Klapperkiste als Auto, ist bis unters Dach vollgeladen: Bücherkisten, eine Stereoanlage, Taschen, Koffer, ein aufgerollter Teppich, sogar die sperrige Stehlampe hat noch Platz gefunden. »Time to say goodbye«, sagt Charlotte Murphy entschlossen und blickt noch einmal hoch in den fünften Stock. Vor kaum einem Jahr hatte sie noch geglaubt, dass ihre Karriere so richtig beginnen würde. Ohne lange Berufserfahrung hatte die 23-Jährige einen Superjob in einer Werbeagentur bekommen. Mit dem Gehalt konnte sie ihre erste eigene Wohnung anzahlen. Und dann gleich hier in den Docklands von Dublin, wo Irland am coolsten ist.
In der Gegend rund um den Sir John Rogerson’s Quay am Ufer des Liffey ist in den vergangenen zehn Jahren eine neue Stadt entstanden. Auf einer Fläche, so groß wie der Berliner Tiergarten, wurden fünf Milliarden Euro investiert. Schicke Apartment- und Bürohäuser, Designerhotels, ein Theater des Stararchitekten Daniel Libeskind breiteten sich über die Industriebrache aus.
Aber bevor alle Türklinken in der Nachbarschaft festgeschraubt waren und die junge Charlotte Murphy in den Bars und Restaurants am Fluss ihren Karrierestart und ihre glänzenden Zukunftsperspektiven genießen konnte, wurde sie von der Gegenwart aufgehalten. Im Januar verlor sie ihren Job. »Da war mir sofort klar, dass ich die Hypothek für die Wohnung nicht mehr bezahlen kann«, erinnert sie sich. »Über Nacht war ich pleite.«
Charlotte Murphy, arbeitslos und zahlungsunfähig in der coolen, windigen Geisterstadt, steht vor dem Ende – und damit stellvertretend für Irlands Misere. Die Finanzkrise hat die Wirtschaft der Inselrepublik schwer getroffen. Am vergangenen Wochenende gingen in Dublin 120.000 Menschen auf die Straße, um gegen die Regierung, ihre Sparpolitik und die Banken zu protestieren. Die »Wirtschaftselite« müsse zur Rechenschaft gezogen werden, verkündeten Redner unter dem Applaus der Menge. Denn sie sei schuld daran, dass Irlands Wirtschaft ihren guten Ruf verloren habe.
Lange Jahre galt Irland als Muster für erfolgreiche Wirtschaftspolitik – nun wird das Land zum Exempel für den Absturz. In seiner Wirtschaft ballen sich Probleme, die in anderen Ländern Europas nur einzeln auftreten: eine Immobilienkrise wie in Spanien, eine extreme Abhängigkeit von ausländischen Direktinvestitionen wie in Osteuropa und die laxe Kontrolle eines aufgeblähten Bankensektors wie in Island oder Großbritannien. »Ohne den Euro«, sagt Will Hutton, Chef des Londoner Thinktanks Work Foundation, »wäre Irland schon bankrott.«
Die Staatspleite ist auch noch nicht ausgeschlossen, wie Hutton fürchtet. Das gesamte irische Finanzsystem droht aus den Fugen zu geraten. Die Summe der ausstehenden Kredite, Derivate und Hypothekendarlehen irischer Banken übersteigt das Bruttoinlandsprodukt beinahe um das Vierfache. Nun haben auch die beiden großen Rating-Agenturen Standard & Poor’s und Moody’s angedroht, die Bonitätsnoten für Irland »innerhalb der nächsten zwölf bis achtzehn Monate herabzusetzen«. Deshalb muss die Regierung unter Premierminister Brian Cowen schon heute zwei Prozent mehr an den Kapitalmärkten zahlen als Deutschland. Das ist in diesem Geschäft eine riesige Spanne. Irland ist dabei, seine Kreditwürdigkeit zu verlieren.
Die Arbeitslosenquote, vor einem Jahr noch bei ansehnlichen 4,7 Prozent, ist bereits auf acht Prozent gestiegen und wird nach Schätzungen der Regierung bis Ende des Jahres ohne Weiteres zwölf Prozent erreichen. Auf den Staatshaushalt kommen also steigende Sozialausgaben zu, und das bei einer Gesamtverschuldung, die sich im vergangenen Jahr fast verdoppelte und nun bei 41 Prozent des Bruttoinlandsproduktes steht. Damit liegt Irland zwar immer noch unter dem EU-Durchschnitt von rund 58 Prozent, aber die Europäische Kommission rechnet in diesem Jahr mit einer irischen Neuverschuldung von 9,5 Prozent. Das ist mehr als das Dreifache dessen, was der EU-Stabilitätspakt erlaubt, und die höchste Neuverschuldung in der EU.
Q: http://www.zeit.de/2009/10/Irland?page=1

Zitat

TEIL 2
So endet, dramatisch und binnen eines Jahres, eine der größten ökonomischen, politischen und sozialen Erfolgsgeschichten der Europäischen Union. Der irische Aufschwung begann Anfang der neunziger Jahre. EU-Geld floss in die Infrastruktur, und mit Unternehmenssteuern von 12,5 Prozent und einem niedrigen Lohnniveau lockte Irland Investitionen an, vor allem aus den USA. Textilfirmen, Computerhersteller und Pharmaunternehmen eröffneten Produktionsstätten und Callcenter in Limerick, Cork oder Galway und eröffneten ihre europäischen Hauptquartiere in Dublin. Mit ausländischem Kapital entstand so eine Exportindustrie, die dem Land ein Wirtschaftswachstum von durchschnittlich acht Prozent bescherte und, zum ersten Mal in seiner Geschichte, Vollbeschäftigung. Irland wurde zur Computerschmiede und produzierte die Hälfte aller in Europa verkauften Hard- und Software.
»Die Kerle erzählten von ihren Bentleys und ihren Hubschraubern«
Der Barmann Patrick, Mitte 50, krauses Haar und gegerbtes Gesicht, verfolgte die Euphorie am Ausschank mit. Sein Doheny & Nesbitt Pub in der Altstadt von Dublin ist eine Institution. Das Fenster ist voll mit verstaubter Guinness-Reklame und wird von einer altmodischen Holzfassade eingerahmt. Drinnen ist es düster und ein bisschen muffig. Am Mobiliar hat der keltische Tiger keine Spuren hinterlassen. Der Charme des Einfachen hat den Laden zu einem Lieblingsplatz der Politik und des neuen Geldes gemacht. »Übers Geschäft wurde hier immer viel gesprochen«, erzählt Patrick. »Aber neu war, dass auf einmal alle über Geld redeten«, erinnert er sich. »Kerle, die ich seit Jahrzehnten kannte, erzählten von ihren Bentleys, ihren Hubschraubern und den Rennpferden, die sie gekauft hatten.« Der Boom brachte ein neues soziales Phänomen mit sich: Auf einmal gab es hausgemachte superreiche Iren. Vergangenes Jahr im April, bevor alles zusammenbrach, schätzte die Londoner Sunday Times das Gesamtvermögen von Irlands 250 reichsten Männern und Frauen auf über 61 Milliarden Euro. Männer wie Sean Quinn, der mit 14 die Schule verlassen hatte und ein Konglomerat aus Industrieunternehmen, Finanzdienstleistern und Immobilienfirmen aufbaute, das ihn mit über vier Milliarden Euro zum reichsten Iren machte, wurden zum Symbol für den Erfolg. »Für dieses kleine Land mit seinen 4,5 Millionen Einwohnern, das in seiner Geschichte nur Armut kannte, spielte der Aufstieg dieser Unternehmer eine große Rolle«, glaubt Hugo Bradey, Irland-Experte am Centre for European Reform in London. »Ihr Aufstieg verstärkte den feel-good- Faktor.«
Ihren Wohlstand kosteten die Iren vor allem mit größeren Eigenheimen aus. Ein wahrer Bauwahn setzte ein. Ehrgeizige Stadtentwicklungsprojekte wie Dublins Docklands waren nur der Anfang. Die Immobilienpreise gingen durch die Decke, als sich die Innenstädte von Cork bis Galway mit neuen Einkaufszentren und Fußgängerzonen herausputzten und überall neue Wohnsiedlungen entstanden. Irland wurde zum Land der urbanen Speckgürtel.
Wer vor fünf Jahren von Dublins Ringautobahn links auf die N7 abbog, brauchte nicht lange zu fahren, bis er Irlands Postkartenlandschaft mit ihren grünen Hügeln und ihren saftigen Wiesen erreicht hatte. Heute führt die Reise durch eine neue Industrievorstadt. Die Landschaft wurde zehn Kilometer weit zurückgedrängt. Kongresszentren, Industrieanlagen, Neubausiedlungen und Hotelneubauten wechseln sich entlang der Verkehrsader ab.
»Sind Sie es leid zu mieten?«, liest der Reisende auf einem Werbeplakat über einer Schallschutzmauer: »www.betterliving.ie – kaufen Sie Ihr eigenes Heim. Schon ab 720 Euro im Monat.« Eigentum zu besitzen verheißt ein besseres Leben. Vom Stadthaus im herrschaftlichen Stil des 18. Jahrhunderts bis zur Dreizimmerwohnung im Reihenhaus, der Bauherr bietet sieben verschiedene Varianten des bezugsfertigen Eigenheimglücks. So verlockend einfach waren die Angebote und so zuverlässig funktionierte das Geschäftsmodell, dass die Baubranche ungezügelt expandierte. Auf dem Höhepunkt wurden 15 Prozent des Bruttoinlandsproduktes im Wohnungsbau erwirtschaftet. In Deutschland sind es gerade mal 5,5 Prozent. Bis 2006 wurden innerhalb weniger Jahre rund 90.000 neue Wohnungen gebaut. »Damals beschäftigte die Baubranche knapp 300.000 Menschen«, sagt Alan Barrett vom Dubliner Economic and Social Research Institute (ESRI). Rund acht Prozent aller irischen Jobs hingen von der Immobilienblase ab, ungefähr so viele wie in Spanien, wo die Hauspreise binnen acht Jahren um 250 Prozent stiegen. In Irland waren es über 300 Prozent, obwohl offensichtlich war, dass es längst ein Überangebot gab. Nach Schätzungen der Regierung stehen knapp 300.000 Wohnungen leer. Der Markt ist ins Bodenlose gefallen. Bis Ende des Jahres könnten die Immobilienpreise von ihrem Hoch Ende 2007 um 80 Prozent gesunken sein, glauben einige. Im Vergleich dazu sieht die Situation auf dem spanischen Immobilienmarkt, für den ein Sturz um 50 Prozent erwartet wird, geradezu rosig aus.
Am anderen Ende der N7, vor den Toren von Limerick, findet sich eine weitere Szene aus dem Drehbuch der irischen Krise. Am Rande von Kornfeldern liegt der Parkplatz von Dell. Autos, so weit das Auge reicht. 3000 Menschen arbeiten hier für den amerikanischen Computerhersteller. Eine von ihnen ist Siobean Jennings. Die 36-jährige Mutter von vier Kindern schraubt Bildschirme zusammen. Anstrengend sei das, meint sie, »aber welcher Job ist das nicht«, dann steuert sie auf ihren Wagen zu. »Besser einen anstrengenden Job als gar keinen.« Für Jennings ist Dell eine Art Familienunternehmen. »Meine Mutter, meine beiden Brüder, mein Mann und mein Schwager arbeiten hier auch.« Doch sie und 1900 Kollegen werden sich Ende des Jahres eine neue Arbeit suchen müssen. Nach knapp zwanzig Jahren verlegt Dell die Produktion von Limerick ins polnische Łódź. »Es ist ein ziemliches Desaster«, sagt Jennings. »Limerick lebt von Dell.« Wie es für ihre Familie weitergehen soll, weiß sie nicht. »Neuseeland vielleicht oder Australien. Meine Vorfahren sind damals nach Amerika abgehauen. Im Auswandern sind wir Iren gut.«
Q: http://www.zeit.de/2009/10/Irland?page=2

Zitat

TEIL 3
Die Jennings ereilt damit ein Phänomen, das Arbeiter in Griechenland und Ungarn längst kennen. Beide Länder haben wie Irland in den vergangenen zwanzig Jahren von Auslandsinvestitionen profitiert, dann stiegen die Einkommen, und die Konzerne zogen zu billigeren Produktionsstätten in Fernost weiter. Dell begann schon vor Jahren damit, seine Produktion in asiatische Billiglohnländer zu verlagern. Alan Barrett vom Wirtschaftsforschungsinstitut ESRI hält es sogar »für ein Wunder, dass Dell so lange in Irland ausgehalten hat«, und zieht Parallelen zur irischen Textilindustrie. »Die Textilfabriken kamen aus dem Ausland, die Löhne stiegen, und schließlich wurde die Produktion verlegt.« Tatsächlich ist Dell der letzte IT-Konzern, der noch in Irland produziert. Apple, Microsoft und IBM sind schon vor Jahren weitergezogen. Die ungesicherte Zukunft, die sich für Siobean Jennings und ihre Familie eröffnet, ist insofern Zeichen einer strukturellen Schwäche der irischen Wirtschaft. Das Billiglohnmodell, das ganz auf Auslandsinvestitionen setzt, hat nur eine kurze Laufzeit. »Im Zeitalter der Globalisierung zieht die Karawane rasch weiter und sucht sich billigere Standorte«, sagt Will Hutton von der Work Foundation, und Irland hat sich zu sehr auf dieses Modell verlassen. 70 Prozent des Bruttoinlandsproduktes werden durch ausländische Investitionen geschaffen.
Ähnlich verzweifelt wie die Jennings sind die Arbeiter weiter östlich in der Vorstadt von Waterford. Seit fast 200 Jahren wird hier Glas geblasen. Feinste Briefbeschwerer stellen die Arbeiter her, Kronleuchter oder Gläser aus Bleikristall. Es ist eine uralte Handwerkskunst, für die Waterford zum Synonym wurde. Die Fabrikhallen sehen grau und angegriffen aus von dem rauen Meeresklima der nahen Küste. Der Showroom der Fabrik ist menschenleer. Der Ausverkauf hat begonnen. Tafelkristall und Vasen mit filigran geätzten Mustern, selbst die ausladenden Kronleuchter, die von der Decke blinken, sind billig zu haben. Anfang Januar meldete die Unternehmensgruppe Waterford Wedgwood, zu der auch die Porzellanhersteller Wedgwood und Rosenthal gehören, Konkurs an. Waterford verliert damit seinen wichtigsten Arbeitgeber. 500 Jobs werden abgebaut.
Dass der größte Arbeitgeber in Waterford ausgerechnet jetzt einpackt, ist nicht einmal eine direkte Konsequenz der Krise. Die Insolvenzverwalter von Waterford Crystal machen Management- und Marketingfehler der vergangenen Jahre für den Untergang verantwortlich. Die Marktsituation sei für Luxusartikel im Moment zwar schwierig, aber Waterford Wedgwood habe es versäumt, sich in den guten Zeiten eine Marktnische zu erobern, erklären sie. Waterford Wedgwood ist damit ein Symbol für die, insgesamt gesehen, schwache internationale Wettbewerbsfähigkeit irischer Unternehmen. Nur eine Handvoll von ihnen, wie der Billigflieger Ryanair oder die Verpackungsgruppe Smurfit Kappa, können international bestehen.
Irlands Finanzaufsicht war lax – das lockte auch deutsche Banken an
Als wäre das nicht genug, droht der irischen Wirtschaft die größte Gefahr von ihren Banken. Im Boom nährten sie sich vor allem an der Euphorie auf dem Immobilienmarkt. Jetzt scheitern sie an ihm. Die Bank of Ireland, zweitgrößte Bank des Landes, hat 70 Prozent ihrer Kredite an den heimischen Wohnungsmarkt gebunden. Im Dezember verkündete sie Abschreibungen von 3,8 Milliarden Euro und erhielt von der Regierung zwei Milliarden Euro Finanzhilfe. Aber das reichte nicht. Vor zwei Wochen mussten die Ergebnisse korrigiert werden. Bis 2011 könnten die Abschreibungen auf sechs Milliarden Euro steigen, erklärte die Bank und erhielt weitere 3,5 Milliarden Euro vom Steuerzahler. Genauso viel ging auch an die Allied Irish Bank, von der ähnlich schlechte Nachrichten erwartet werden. Insgesamt hat die Regierung also bereits elf Milliarden Euro in die Stützung der beiden größten Banken gepumpt und die dritte, die Anglo Irish Bank, im Januar ganz verstaatlicht, nachdem ihr Marktwert binnen eines Jahres von sieben Milliarden auf 160 Millionen Euro gefallen war.
Billiges Geld und die Gier nach Größe, befriedigt durch wahnwitzige Hypothekendarlehen, waren aber nicht der einzige Grund für den Aufstieg der irischen Banken. Ähnlich wie in Großbritannien herrschte auch hier wenig Kontrolle. »Die City of London war das Vorbild für die irische Regulierungsbehörde«, sagt der Broker Kevin McDonnell. Nun hat sogar der Chef der Londoner Financial Services Authority, Lord Turner, zugegeben, dass seine Behörde in der Vergangenheit »nicht ausreichend auf die exzessiven Risiken geachtet hat, auf die die Banken sich eingelassen haben«, aber im Vergleich zu dem Gebaren der Dubliner Aufsicht scheint Turner geradezu strikt gewesen zu sein. Nicht von ungefähr siedelten sich viele Zweckgesellschaften deutscher Banken in Dublin an, um von dort ihre riskanten und für ihre Muttergesellschaften existenzbedrohenden Geschäfte mit Derivaten zu betreiben. Die Depfa, diese ehemals solide deutsche Pfandbriefbank, verlegte sogar ihren Hauptsitz nach Irland – und gehört heute zu den Verursachern des größten deutschen Banken-Schadensfalls: Denn die Depfa gehört zur demnächst vermutlich zwangsverstaatlichten Hypo Real Estate.
Der Ruf von Dublin als Bankenplatz ist also dahin – genau wie die gesamtwirtschaftliche Reputation Irlands. In einem Versuch, die Lage unter Kontrolle zu bekommen, verabschiedete Premierminister Brian Cowen kürzlich ein drastisches Sparprogramm von 15 Milliarden Euro. Vor allem der öffentliche Dienst, der in den guten Jahren auf 350.000 Beamte aufgeblasen wurde, muss heftige Kürzungen hinnehmen. Aber auch Infrastrukturprojekte wurden gestoppt und regionale Strukturhilfen auf unabsehbare Zeit eingefroren. Viel mehr kann die Regierung nicht tun. »Der keltische Tiger war ein Paradebeispiel dafür, wie die Kräfte der Globalisierung funktionieren«, sagt der Ökonom Alan Barrett vom ESRI. Jetzt muss Irland warten, bis diese Kräfte sich wieder erholen. Allein wird das Land es nicht schaffen.
Q: http://www.zeit.de/2009/10/Irland?page=3

"Diese" Globalisierung ist wie eine Fressmaschine, wenn sie satt ist, zieht sie weiter! Und diese Reste läßt sie liegen!

Die Werbung ist nur für Gäste sichtbar!

JonDonym anonymous proxy servers

IP-Check

Thema bewerten