Du bist nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Zeitwort Nachrichten Diskussionsforum. Falls dies dein erster Besuch auf dieser Seite ist, lies bitte die Hilfe durch. Dort wird dir die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus solltest du dich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutze das Registrierungsformular, um dich zu registrieren oder informiere dich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls du dich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert hast, kannst du dich hier anmelden.

1

Mittwoch, 20. Februar 2008, 19:55

Paulo Coelho - Der Alchimist

So, jetzt werf ich euch Bussarde mal was Philosophisches in die Grube! :D

Vor einigen Tagen las ich dieses Buch und so dachte ich mir, dass es irgendwie zum Thread Die Frau die einfach nur lebt !passt. Nicht wie vielleicht die berühmte Faust aufs Auge, doch wenn es darum geht, nach seinen eigenen Bedürfnissen und Vorstellungen zu leben geht es doch immer um Träume.

Ein Zitat eines mir Unbekannten Menschen (bin jetzt zu faul um zu googln) heisst sinngemäss, "hüte Dich vor Deinen Wünschen, denn sie könnten in Erfüllung gehen!" Ich verbinde nun der Einfachheit zu liebe, Träume und Wünsche. In deren ursprünglichen Bedeutungen, sind beides zwar Sehnsüchte doch während Wünsche beeinflussbar und durch gesellschaftliche Normen angepasste/veränderte Träume sind, ist dies bei wahren Träumen mit Sicherheit nicht der Fall. Deswegen kann man sich auch von seinen Träumen nicht hüten, denn man träumt was man träumt.

Träume entspringen dem Unterbewusstsein. Träume sind eine Art Technik oder Vorgehensweise unseres Unterbewusstseins, mit unserem Bewusstsein wert- und vorurteilsfrei zu kommunizieren. So kann man Träume nicht steuern aber man kann versuchen, diese zu deuten.

Im folgenden Zitat aus dem erwähnten Buche, beschreibt der Autor den "Lebenstraum" eines gläubigen Muslimen. Besser oder näher am eigentlichen Sinn wäre vielleicht der Ausdruck "Lebenswunsch" gewesen, wenngleich in der Literatur oder in einem Roman der Wort "Traum" eindrucksvoller klingt.

Zitat

...
Nun unterbrach er sich. Seine Augen wurden feucht, als er vom Propheten sprach. Er war ein gläubiger Mann, und wenn er auch bisweilen unleidig war, so versuchte er doch, sein Leben nach den Geboten der Mohammedaner auszurichten.

»Und welches ist das fünfte Gebot?« fragte der Jüngling.

»Vor zwei Tagen hast du behauptet, ich hätte keine Reiseträume«, antwortete der Händler. »Die fünfte Verpflichtung eines jeden Mohammedaners ist, eine Reise zu machen. Mindestens einmal im Leben sollten wir zur heiligen Stadt Mekka pilgern. Mekka ist noch viel weiter entfernt als die Pyramiden. Als ich jung war, wollte ich das wenige Geld zusammenhalten, um dieses Ladengeschäft zu erwerben. Ich dachte daran, eines Tages reich genug zu sein, um nach Mekka zu reisen. Dann verdiente ich eine Menge Geld, aber ich hatte niemanden, der auf das Kristallglas hätte aufpassen können, denn es ist äußerst zerbrechlich. Gleichzeitig sah ich viele Leute vor meiner Haustüre vorbeiziehen, die nach Mekka pilgerten. Einige Reiche gingen mit einem Gefolge von Dienern und Kamelen, aber die meisten waren viel ärmer als ich. Alle kehrten sie zufrieden zurück und hängten die Symbole der Pilgerfahrt über ihren Türen auf. Einer von ihnen, ein einfacher Schuster, der fremde Schuhe reparierte, erzählte mir, daß er fast ein ganzes Jahr durch die Wüste gewandert sei, aber das hatte ihn weit weniger angestrengt, als durch die Stadtviertel von Tanger zu streifen, auf der Suche nach geeignetem Leder.«

»Wenn das so ist, warum gehen Sie nicht jetzt nach Mekka?« fragte der Jüngling.

»Weil Mekka mich lebendig hält. Das läßt mich all die eintönigen Tage ertragen, die stummen Gegenstände in den Regalen, die Mahlzeiten in dem schrecklichen Restaurant. Ich habe Angst, meinen Traum zu verwirklichen und danach keinen Ansporn mehr zum Weiterleben zu haben. Du träumst von Schafen und Pyramiden. Du bist ganz anders als ich, weil du dir deinen Traum erfüllen willst. Ich hingegen möchte nur von Mekka träumen. Ich habe mir schon hundertmal die Durchquerung der Wüste vorgestellt, meine Ankunft auf dem Platz mit dem Heiligen Stein und die sieben Runden, die ich um ihn drehe, bevor ich ihn berühren darf. Ich habe mir ausgemalt, welche Personen sich um mich herum befinden, und die Worte und Gebete, die wir miteinander sprechen werden. Aber ich befürchte auch, daß es eine große Enttäuschung werden könnte, deshalb ziehe ich es vor, nur davon zu träumen.«

Als ich das las dachte ich mir zuerst, entweder ist dieser Händler ein Feigling, weil er Angst vor seinen Wunsch oder Traum aufgrund befürchteter Enttäuschungen hatte, oder er ist einfach nur ein Träumer der Angst vor dem Alltag hat. Aber ist es so einfach?

Hatten wir nicht schon alle Träume welche in Erfüllung gingen? Familie, Kinder, Urlaub, sexuelle Phantasien … Und als all dieses eintrat, was wurde aus dem Traum, wie ging dieser weiter oder war er in jenen Moment zu Ende als er Realität, von der Umwelt vergiftet wurde?

Ich persönlich träume seit vielen Jahren von etwas, was im diesen Jahr wahrscheinlich in Erfüllung gehen wird. Einerseits ist die Freude groß, anderseits habe ich keine Sorge vor einer Enttäuschung aber dennoch Angst, dass ein langer Traum vorbei sein wird. Ich denke dass es immer gilt, sich neue Träume/Wünsche zu suchen bzw. diese zuzulassen.

"Wer nichts riskiert lebt nicht!" Genauso gut sollte es heißen, "wer nicht träumt, lebt nicht!"
Die glücklichen Sklaven
sind die
erbittertsten Feinde der Freiheit!

Marie von Ebner-Eschenbach

Die Werbung ist nur für Gäste sichtbar!

JonDonym anonymous proxy servers

IP-Check

2

Freitag, 22. Februar 2008, 12:45

Hatten wir nicht schon alle Träume welche in Erfüllung gingen? Familie, Kinder, Urlaub, sexuelle Phantasien ? Und als all dieses eintrat, was wurde aus dem Traum, wie ging dieser weiter oder war er in jenen Moment zu Ende als er Realität, von der Umwelt vergiftet wurde?

Ich definiere "Träume" als ein Gedankengut, das in einem weilt und lebt - genährt von dem, womit wir diese füttern - dies können nun ebenso positiven, wie auch negativen Ursprungs sein. Und genau nach dieser Saat, wird sich der Traum bei Erfüllung offenbaren.

Ich persönlich träume seit vielen Jahren von etwas, was im diesen Jahr wahrscheinlich in Erfüllung gehen wird. Einerseits ist die Freude groß, anderseits habe ich keine Sorge vor einer Enttäuschung aber dennoch Angst, dass ein langer Traum vorbei sein wird.

Ist bei dir die Freude über die Erfüllung des Traumes größer, als die Angst diesen Traum als Zielpunkt deines Lebens zu verlieren?
Träume, Wünsche sind die Triebfeder unseres Voranschreitens in eine Richtung, die wir ganz gezielt in unseren Gedanken planen - weil eben vieles (Gedanken, Handlungen) dadurch beeinflusst und gelenkt werden. Und somit steuern wir unweigerlich in eine von uns bereits vorbestimmte Richtung. Für mich ist weniger die "Erfüllung" des Traumes der Gewinn, den es für uns zu erlangen gilt - vielmehr liegt für mich der absolute Gewinn in der Reise dorthin, wie und auf welchen Wegen wir diesen erreicht haben - denn es gibt unzählige Wege zum selben Ziel - schöpfen können wir jedoch nur aus unserem Weg, und nicht von dem der anderen. Deshalb ist wohl das Ziel für einen jeden das gleiche, jedoch der Weg dorthin vollkommen verschieden.

Der Weg ist das Ziel

Da ich mich gerne auf mein Intuition und dessen Richtigkeit verlasse, hab ich meinen "Alchimisten" nach meinem inneren Gefühl aufgeschlagen und zwar an folgender Seite:

Zitat von »Der Alchmist«

Seite 84
„Wie lustig“, dachte der Jüngling bei sich, während er versuchte, die Szene der Beerdigung, mit der das Buch begann, noch einmal zu lesen. „Vor beinahe zwei Jahren fing ich hiermit an und kam nicht über die ersten Seiten hinaus.“ Selbst ohne einen König, der ihn unterbrach, konnte er sich nicht konzentrieren. Er war sich nämlich eines Entschlusses noch nicht ganz sicher. Aber er hatte etwas Wichtiges festgestellt: Die Entscheidungen waren nur der Anfang von etwas. Wenn man einen Entschluss gefasst hatte, dann tauchte man damit in eine gewaltige Strömung, die einen mit sich riss, zu einem Ort, den man sich bei dem Entschluss niemals hätte träumen lassen.
„Als ich mich auf die Suche nach meinem Schatz begab, hätte ich niemals vermutet, dass ich in einem Kristallwarengeschäft arbeiten würde“, dachte er und fühlte sich in seinen Überlegungen bestätigt. „Ebenso kann ich mich zwar für diese Karawane entscheiden, aber wohin sie mich führen wird, das bleibt ein Geheimnis.“

Man kann einen Traum haben und diesen nach einem festgelegten Plan folgen - man kann sich aber auch einfach auf die "Reise" zu diesem Traum begeben und sich vom Strom des Lebens treiben lassen. Das Leben bietet einem oft Möglichkeiten die dem Weg/Ziel dienlich sind, wenn man offen genug ist, diese auch zu erkennen. Und nicht ein jedes augenscheinliche Hindernis zu verfluchen oder zu umgehen, nur weil dieses im Kopf nicht eingeplant war/ist. Denn meiner Meinung nach sollte von Beginn an zwar „der Traum/das Ziel“ im Kopf sein, jedoch noch nicht der endgültige Weg der uns dorthin führt. Denn ein Hindernis muss nicht immer nur dazu da sein, um jemanden aufzuhalten. Es kann auch dafür gut sein, um vielleicht an einem Ort ein wenig länger zu verharren, als ursprünglich geplant - weil genau dort der "Schlüssel" gefunden werden kann, sein Ziel auch zu erreichen. Oder es ist dienlich um den Träumer die Möglichkeit zu geben sein Ziel zu verwerfen, starken Schrittes weiter zu gehen, oder zu überprüfen ob man überhaupt noch daran festhalten möchte.

Ich denke dass es immer gilt, sich neue Träume/Wünsche zu suchen bzw. diese zuzulassen.

Unbedingt - solange der Mensch den Drang hat etwas zu erreichen, sich zu erfüllen oder zu erLEBEN!
Der einzig berechtigte Grund für mich diese Zielsetzung Traum/Wunsch aufzugeben läge maximal in der vollkommenen Zufriedenheit eines Wesens. Eine Zufriedenheit die ein weiteres Sterben nach etwas unerfülltem nicht mehr aufkommen lässt - denn wo absolute Fülle Allem Seins vorhanden ist, gilt es nach nichts mehr zu streben.
Gedanken sind Deine wahre Macht - wenn Du Gedanken verstehst, bist Du wahrhaft mächtig !

3

Samstag, 23. Februar 2008, 20:35

Ich definiere "Träume" als ein Gedankengut, das in einem weilt und lebt - genährt von dem, womit wir diese füttern - dies können nun ebenso positiven, wie auch negativen Ursprungs sein. Und genau nach dieser Saat, wird sich der Traum bei Erfüllung offenbaren.
Nicht nur Träume leben in uns, sondern auch Krankheiten, Ängste, Wünsche. Aber durch Träume äussern sich diese und so gilt es, auf diese zu hören und darüber nachzudenken.
Ist bei dir die Freude über die Erfüllung des Traumes größer, als die Angst diesen Traum als Zielpunkt deines Lebens zu verlieren?
Träume, Wünsche sind die Triebfeder unseres Voranschreitens in eine Richtung, die wir ganz gezielt in unseren Gedanken planen - weil eben vieles (Gedanken, Handlungen) dadurch beeinflusst und gelenkt werden. Und somit steuern wir unweigerlich in eine von uns bereits vorbestimmte Richtung. Für mich ist weniger die "Erfüllung" des Traumes der Gewinn, den es für uns zu erlangen gilt - vielmehr liegt für mich der absolute Gewinn in der Reise dorthin, wie und auf welchen Wegen wir diesen erreicht haben - denn es gibt unzählige Wege zum selben Ziel - schöpfen können wir jedoch nur aus unserem Weg, und nicht von dem der anderen. Deshalb ist wohl das Ziel für einen jeden das gleiche, jedoch der Weg dorthin vollkommen verschieden.

Der Weg ist das Ziel
Es ist wohl immer der Weg das Ziel und vor allem und wie Du es sagtest ist es wichtig, die Offenheit zu haben, diesen Weg auch aktiv verändern zu lassen. Wenn es so sein soll! Das mag vielleicht nicht immer einfach sein, so man doch einst los zog um ein Ziel zu erreichen. Ziele aufzugeben kann sehr schwer sein, weil es nicht selten bedeutet, dass man Menschen verlassen muss mit denen einen das Ziel verband. Aber vielleicht kommt man eines Tages wieder über Umwege zurück?

Der Jüngling im Buch zog von Spanien aus, um bei den Pyramiden einen Schatz zu finden. Durch seine Offenheit, die Dinge so zu nehmen wie sie sind und immer weiter zu gehen, fand er diesen Schatz auch. Allerdings zu Hause in Spanien an einer Stelle, wo er einst mit seinen Schafen weilte. Er hätte diesen Schatz wahrscheinlich nie gefunden, wäre er zu Hause geblieben und er hätte auf viele Erlebnisse verzichten müssen welche allein für sich betrachtet jede Menge wert waren.
Die glücklichen Sklaven
sind die
erbittertsten Feinde der Freiheit!

Marie von Ebner-Eschenbach

4

Sonntag, 24. Februar 2008, 13:17



Der Jüngling im Buch zog von Spanien aus, um bei den Pyramiden einen Schatz zu finden. Durch seine Offenheit, die Dinge so zu nehmen wie sie sind und immer weiter zu gehen, fand er diesen Schatz auch. Allerdings zu Hause in Spanien an einer Stelle, wo er einst mit seinen Schafen weilte. Er hätte diesen Schatz wahrscheinlich nie gefunden, wäre er zu Hause geblieben und er hätte auf viele Erlebnisse verzichten müssen welche allein für sich betrachtet jede Menge wert waren.


ist schon lang her, dass ich den Alchimisten gelesen hab -
aber soweit ich mich erinnern kann ist der eigentliche Schatz eben die Reise, die Erlebnisse und die Erkenntnisse daraus.
ich find das Buch nicht, sonst hätt ich es jetzt nochmal gelesen.
Man muss einem Menschen die Wahrheit hinhalten, dass er wie in einen
offenen Mantel hineinschlüpfen kann, und nicht wie einen nassen Lappen um
die Ohren hauen.

Die Werbung ist nur für Gäste sichtbar!

JonDonym anonymous proxy servers

IP-Check

5

Sonntag, 24. Februar 2008, 16:48

ist schon lang her, dass ich den Alchimisten gelesen hab -
aber soweit ich mich erinnern kann ist der eigentliche Schatz eben die Reise, die Erlebnisse und die Erkenntnisse daraus.
ich find das Buch nicht, sonst hätt ich es jetzt nochmal gelesen.
Am Beginn seiner Reise stand natürlich der materiellen Schatz im Vordergrund. Desegen gab er auch seinen Wunsch ein Schafhirte zu sein auf. Doch während der Reise auf welcher er zuerst alles verlor, begriff er immer mehr, dass seine Erlebnisse mehr wert waren als irgendwelches Gold. Aber um das Gold zu finden, zog er dennoch bis zu die Pyramiden weiter.

Obwohl er den Schatz bei den Pyramiden nicht fand und sogar nochmals ausgeraubt wurde, verspürte er keine Bitterkeit und liess es zu, neue Träume zu haben. So kehrte er nach Spanien zurück, aber er hatte es nicht eilig den neuen Schatz zu finden. So trank er an jener Stelle, wo ihm von einen weiteren Schatz erzählt wurde, zuerst gemütlich eine Flasche Wein und schlief ohne es zu merken ein.
Die glücklichen Sklaven
sind die
erbittertsten Feinde der Freiheit!

Marie von Ebner-Eschenbach

6

Freitag, 29. Februar 2008, 11:20

Es ist wohl immer der Weg das Ziel und vor allem und wie Du es sagtest ist es wichtig, die Offenheit zu haben, diesen Weg auch aktiv verändern zu lassen. Wenn es so sein soll! Das mag vielleicht nicht immer einfach sein, so man doch einst los zog um ein Ziel zu erreichen. Ziele aufzugeben kann sehr schwer sein, weil es nicht selten bedeutet, dass man Menschen verlassen muss mit denen einen das Ziel verband. Aber vielleicht kommt man eines Tages wieder über Umwege zurück?

Einzig wichtig ist immer nur das Ziel, dem man zu folgen bereit ist und das zu erreichen es gilt - der Weg dorthin ist am Anfang keineswegs bestimmt - und sollte es auch nicht sein. Stell dir vor, das Meer wünscht sich viele Erfahrungen und schickt seine Meerwassertropfen durch die Verdunstung, einen Ablauf usw. auf Reisen. Ein jeder Tropfen wird irgendwo anders auf die Erde niederkommen, wird unterschiedliches erleben um am Ende wieder im Meer zu landen. Alle Meerwassertropfen die ihre Heimat verlassen haben, können nach ihrer Rückkehr unterschiedliches Berichten - obschon sie im Grunde alle nur weg und zurückgegangen sind - aber eben auf verschiedensten Wegen. Aber die Gesamtheit "Meer" hat ungleich mehr Informationen und Wissen erhalten.
Deine Begründung "Ziele aufzugeben sei schwer", weil man Menschen verlassen müsste, die einem mit demselben Ziel verbunden haben kann ich so nicht ganz gelten lassen. Denn dieser Umstand kann die ebenso treffen, wenn du dich überhaupt für ein Ziel entscheidest, dass vielleicht eben nicht das Ziel eines anderen ist, der eine Wichtigkeit in deinem Leben hat.

Santiago hat seine Heimat, seine Schafe und ein augenscheinlich wichtiges Mädchen verlassen um seinen Schatz zu finden - begegnete auf der Reise vielen "unglaublichen" Menschen, fand in einer Oase seine Liebe, musste diese wiederum verlassen und nach Spanien zurückkehren. Jedoch wurde (mit dem Fazit in der Hand) nichts verhindert, er hat im Grunde nur gewonnen - und damit meine ich wie auch du nicht nur seinen Schatz.

Der Jüngling im Buch zog von Spanien aus, um bei den Pyramiden einen Schatz zu finden. Durch seine Offenheit, die Dinge so zu nehmen wie sie sind und immer weiter zu gehen, fand er diesen Schatz auch. Allerdings zu Hause in Spanien an einer Stelle, wo er einst mit seinen Schafen weilte. Er hätte diesen Schatz wahrscheinlich nie gefunden, wäre er zu Hause geblieben und er hätte auf viele Erlebnisse verzichten müssen welche allein für sich betrachtet jede Menge wert waren.

Wenn ich mich erinnere hat er genau an der Stelle von seinem Schatz geträumt, an dem er ihn schließlich auch fand - er war im Grunde schon am Anfang der Reise bei seinem Schatz - nur hat er ihn eben nicht erkannt. Und wenn wir auf das Leben hören, es uns etwas anbietet, dann können wir darauf vertrauen, dass es uns auch den Weg dorthin weist. Deshalb auch die lange Reise, zu der er sich mutig aufgemacht hat. Es stellte sich heraus, dass er mehr Geschäftssinn hatte als der Kristallverkäufer, klüger war als der Alchemist und erhabener und mutiger als die Krieger der Wüste - und all das nur, weil er für alles offen war, er seine Augen und Ohren offen hielt für die Geschehnisse rund um sich - das Leben ist der beste und untrüglichste Lehrer, den man sich vorstellen kann.
Ich denke, das Santiago erst gewisse Dinge lernen musste um den Schatz zu finden, dazu war die Reise da - hätte er dieses Wissen bereits besessen, dann hätte er sich die Reise erspart, einen Spaten genommen und genau an der Stelle gegraben an der er gelegen hat.
Gedanken sind Deine wahre Macht - wenn Du Gedanken verstehst, bist Du wahrhaft mächtig !

7

Freitag, 29. Februar 2008, 11:22

aber soweit ich mich erinnern kann ist der eigentliche Schatz eben die Reise, die Erlebnisse und die Erkenntnisse daraus.


Darüber denke ich genau so wie du - hierzu ein sehr schöner Text aus dem Coelho Buch "Der Zahir":

Ithaka

Wenn du deine Reise nach Ithaka antrittst,
so hoffe, dass der Weg lang sei,
reich an Entdeckungen und Erlebnissen.
Die Lästrygonen und die Zyklopen,
den zornigen Poseidon, fürchte sie nicht;
Solche findest du nie auf deinem Weg,
wenn deine Gedanken erhaben bleiben,
wenn erlesene Gefühle
deinen Geist und deinen Körper beherrschen.
Den Lästrygonen und den Zyklopen,
dem wilden Poseidon, ihnen wirst du nicht begegnen,
wenn du sie nicht in der Seele trägst,
wenn deine Seele sie nicht vor dich stellt.

Hoffe, dass der Weg lang sei,
voll Sommermorgen, wenn du,
mit welchem Vergnügen, mit welcher Freude,
in bisher unbekannte Häfen einfährst.
Unterbrich deine Fahrt in phönizischen Handelsplätzen,
und erwirb schöne Waren,
Perlmutt, Korallen, Bernstein und Ebenholz,
allerlei berauschende Essenzen,
soviel du vermagst an berauschenden Essenzen.
Besuche viele ägyptische Städte,
und lerne mehr und mehr von den Gelehrten.

Bewahre stets Ithaka in deinen Gedanken.
Dort anzukommen ist dein Ziel.
Aber beeile dich auf der Reise nicht.
Besser, dass sie lange dauert,
dass du als alter Mann erst vor der Insel ankerst,
Reich an allem, was du auf dem Weg erworben hast,
ohne die Erwartung, dass Ithaka dir Reichtum schenkt.

Ithaka hat dir eine schöne Reise beschert.
Ohne Ithaka wärest du nicht aufgebrochen.
Jetzt hat es dir nichts mehr zu geben.

Und auch wenn du es arm findest, hat Ithaka
dich nicht enttäuscht. Weise geworden,
mit solcher Erfahrung
begreifst du ja bereits, was Ithakas bedeuten.

Konstantinos Kavafis (1863 – 1933)
Gedanken sind Deine wahre Macht - wenn Du Gedanken verstehst, bist Du wahrhaft mächtig !

Ähnliche Themen

Thema bewerten