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Dienstag, 22. April 2008, 21:27

Häftlinge sollen Wachzimmer putzen

Zitat

Häftlinge sollen Wachzimmer putzen

22.04.2008 | 18:42 | KLAUS STÖGER (Die Presse)

Verwaltungshäftlinge als Reinigungs-Personal? Die Gewerkschaft ist empört.

WIEN. Häftlinge sollen künftig die knapp 100 Dienststellen der Wiener Polizei reinigen. Dies sieht laut Polizeigewerkschaft ein Vorschlag der Bundespolizeidirektion (BPD) Wien vor, der vor wenigen Tagen intern publik wurde – und jetzt innerhalb der Polizei für helle Aufregung sorgt. Ein erster Einsatz könnte noch im Mai erfolgen, derzeit laufen die Planungen. In der BPD wurde dieser Vorstoß am Dienstag bestätigt.

Polizei: „Keine Fluchtgefahr“

Im Detail soll das Modell so aussehen: Verwaltungshäftlinge – etwa Personen, die eine Verwaltungsstrafe nicht bezahlen und nicht gepfändet werden können und deshalb für einige Tage in die Zelle wandern – sollen künftig zu dieser Arbeit herangezogen werden. Sie wären dazu angehalten, die Fenster von Wiener Polizeinspektionen zu reinigen. Diese Verwaltungshäftlinge sind derzeit während ihrer Haft im Polizeianhaltezentrum an der Rossauer Lände untergebracht.

Bitte weiter lesen ...

Dieser Artikel passt heute deswegen gut ins Forum, weil es in den verschiedenen Threads um den Wert von Arbeit sowie um Kriminalität geht.

Strafhäftlinge verrichten schon heute Arbeiten. Das ist in beiderseitigen Interesse! Einerseits kann der Häftling etwas für die Zeit draussen ansparen - obwohl es ja nicht viel ist, aber immerhin - anderseits macht Häftlingsarbeit den Strafvollzug insofern billiger, weil Häftlinge für den selbstbetrieb vom Gefägnis dienen. Was natürlich gar nicht so ungefährliche Seiten in sich birgt, so man doch ein System damit aufrecht erhält, welches den gesetzlichen Auftrag hat dafür zu sorgen, dass es eben keine Häftlinge mehr gibt.

Aber sei's drum!

Der Vorschlag welcher nun gemacht wurde, ist allerdings eine Katastrophe! Damit meine ich nicht, dass man Polizisten - also höhere Arbeitsqualität - dafür abstellen muss, um die geringere Arbeitsqualität (1) zu überwachen. Nein, es geht mir primär darum, dass der Wert von Reinigungsarbeit ideologisch auf NULL reduziert wird.

Polizeiverwaltungsstrafen werden damit abgegolten, dass die betreffende Person diese bar bezahlt oder dass die betreffende Person den "Wert" der Strafe mittels Freiheitsentzug tilgt. Der Nachteil an diesem System ist, dass der Staat quasi bei zweitgenannter Lösung doppelt zahlt. Erstens weil er kein Geld bekommt, und zweitens weil er für die Zeit während des Aufenthaltes zusätzlich Geld bereit stellen muss. Essen, Bewachung, Bett usw.

Will man nun aber die Kosten damit senken, dass der Verwaltungshäftling gratis arbeiten muss ist dies zwar verständlich, bedeutet aber, dass man in Zukunft eine gewisse Anzahl an Häftlingen braucht, um den Betrieb - nämlich jenen der Reinigungsarbeiten - aufrecht zu erhalten. Und es darf doch kein Ziel sein, möglichst viele Häftlingen zu haben!

Oder doch???

(1) Man möge mir den Ausdruck "geringere Arbeitsqualität" bezüglich Reinigungsarbeiten verzeihen, aber ich weiss es momentan nicht besser zu formulieren. :frieden:
Die glücklichen Sklaven
sind die
erbittertsten Feinde der Freiheit!

Marie von Ebner-Eschenbach

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2

Dienstag, 22. April 2008, 21:34

Dieselbe Kritik leiste ich auch gegen die 1Euro-Jobs, die ja genau so den Wert der Arbeit zerstören, nicht nur den der Putzfrau, sondern jeder handwerklichen Berufsgruppe.

Ich sehe dahinter eine Zermürbung der Gesellschaft, wenn mit Gewalt mögliches Einkommen durch solche Mechanismen vernichtet wird. So handelt doch keine Gesellschaft die für sich das Beste will.

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Dienstag, 22. April 2008, 21:58

Dieselbe Kritik leiste ich auch gegen die 1Euro-Jobs, die ja genau so den Wert der Arbeit zerstören, nicht nur den der Putzfrau, sondern jeder handwerklichen Berufsgruppe.

Ich sehe dahinter eine Zermürbung der Gesellschaft, wenn mit Gewalt mögliches Einkommen durch solche Mechanismen vernichtet wird. So handelt doch keine Gesellschaft die für sich das Beste will.

Das ist haargenau das Gleiche! :up

Nachdem wir nun vorsätzlich der Globalisierung sowie dem Manchesterkapitalismus ausgesetzt wurden/werden, ständig Hungersnöte und Kriege in die Wohnzimmer gesendet werden, Menschen als Ware behandelt werden, wird man das Angebot machen, dass es dafür eine Lösung geben kann.

Ich glaube dann werden wir mit lachendem Gesicht einer völligen Versozialisierung unserer Gesellschaft entgegegen laufen. Einer Gesellschaft von der uns versprochen - aber nicht gehalten - wird, dass jeder Mensch Arbeit bekommt und jeder versorgt werden wird, so er seine für ihm zugeteilte Aufgabe/Arbeit erledigt. 1Euro-Jobs, Kombilohn usw. sind ja schon ein Teil dieser Richtung!

Ich habe nichts dagegen wenn man sich um Menschen annimmt, welche nicht imstande sind sich selbst zu versorgen. Aber ich habe etwas dagegen, wenn man das tun muss was einem gesagt wird und man keine Alternativen mehr hat. Entweder man tut es oder man ist gesellschaftlich vogelfrei!
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Marie von Ebner-Eschenbach

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Mittwoch, 23. April 2008, 06:33

hier gehts ums fensterputzen und die werden nicht alle tage geputzt, für die anderen arbeiten haben sie eh das reinigungspersonal, fenster geputzt wird sowieso von extra leuten, also kanns denen nicht schaden, wenn sie einmal in einem oder alle zwei monate fensterputzen, da braucht man nicht gleich ein hauf neue häftlinge


wer bezahlt eigentlich diese fensterputzbrigade, der stuerzahler

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Reini« (23. April 2008, 06:50)


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5

Mittwoch, 23. April 2008, 11:55

gibts sowas ähnliches nicht eh schon bei Jugendlichen? so zB. 30 Stunden Arbeit in einem Krankenhaus oder Ähnlichem??
da stell ich mir das auch nicht so schlimm und verwerflich vor, wenn eben solche Verwaltunshäftlinge auch sowas in der Art machen, wie zB. Fensterputzen...
nur war das für mich in dem Zeitungsbeitrag nicht ganz ersichtlich, arbeiten die dann statt der paar Tage Gefängsnisstrafe oder währenddessen noch zusätzlich?

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6

Mittwoch, 23. April 2008, 12:03

da stell ich mir das auch nicht so schlimm und verwerflich vor,
Ich schon, weil dieser Arbeitsplatz ein Einkommen für eine Familie bedeuten würde.

Wenn Häftlinge arbeiten, dann machen sie das während der Haftzeit, sonst wären sie kein Häftlinge. :)

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Mittwoch, 23. April 2008, 12:19

Ich schon, weil dieser Arbeitsplatz ein Einkommen für eine Familie bedeuten würde.

So eine Argumentation kann ins Auge gehen... Viele werden da wieder sagen, ja das trifft auf Ausländer auch zu, dass uns die einen Arbeitsplatz wegnehmen usw...
Oder die Anwärter zu einem Zivildienst könnten sich beschweren, dass die Jugendlichen, die Solzialstunden aufgebrummt bekommen haben, ihnen ihre Plätze wegnehmen, usw...

hm, Häftling hat was mit Haftzeit zu tun.... :kopfkratz: ...................:idea: ah ja, wirklich!!!!! :zkugel: :zkugel: :zkugel: :up
na das is halt a bissl dumm, das könnt ja gleich so gemacht werden, dass das anstatt den paar Tagen Haftzeit wäre, dass man so Arbeiten macht...

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8

Mittwoch, 23. April 2008, 12:44

So eine Argumentation kann ins Auge gehen... Viele werden da wieder sagen, ja das trifft auf Ausländer auch zu, dass uns die einen Arbeitsplatz wegnehmen usw...
Oder die Anwärter zu einem Zivildienst könnten sich beschweren, dass die Jugendlichen, die Solzialstunden aufgebrummt bekommen haben, ihnen ihre Plätze wegnehmen, usw...
Siehst du, auf Umwegen kommst du der "möglicheren" Wahrheit schon a bissal näher. In der Diskussion entlarvst du ein vollkommen übliches Prinzip. Ja, die Ausländer werden hier eingeladen um die Arbeitslöhne zu drücken, ja, ich bin sogar gegen Zivildiener, weil ich will, dass soziale Leistungen sehr gut entlohnt werden.

Doch unsere Volksverkäufer schaffen andere Werte - darum haben wir noch immer wo es geht eine freiwillige Feuerwehr und einen solchen Rettungsdienst. Doch hinterletztem Mist wird das Volksvermögen großzügig in den Arsch gesteckt.

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9

Mittwoch, 23. April 2008, 14:43

ja, ich bin sogar gegen Zivildiener,

bist du da speziell gegen Zivildiener, oder auch gegen den Wehrdienst? oder generell gegen so eine Pflicht so einen Dienst abzuleisten?

ASY

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10

Mittwoch, 23. April 2008, 14:51

Ich bin gegen jede gebrauchte Gratisarbeit in einer Gesellschaft, in der alles etwas kostet. Es ist auch moralisch defekt, einer Krankenschwester weniger als einer Gogo-Tänzerin zu bezahlen. Da müssten sich die Bürger dagegen auflehnen.

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