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ASY

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Donnerstag, 12. Juni 2008, 23:09

"Liebe jüdische Eltern, eure Kinder sind Non-Zionisten"

David Mandelzys, Autor im kanadischen Culture Magazine und in Kanada lebender jüdischer Mensch, schreibt seinen Eltern - und damit seiner Elterngeneration - diesen offenen Brief:

Zitat

“Liebe Mutter, lieber Vater,

Ich hab Neuigkeiten für Euch. Die Zeiten ändern sich! Erinnert Ihr euch an das letzte Pessach-Fest? Erinnert Ihr Euch daran, als wir alle am Sederabend um unseren Tisch herum saßen, und Euren Tiraden über Israels Opferrolle zuhörten? Eure Tiraden darüber, dass ethnische Säuberungen doch nicht so schlimm seien? Und dass wenn sie nochmal die Juden töten wollen, dass wir sie dieses mal wenigstens alle mit in den Tod reißen werden? Erinnert Ihr Euch daran, dass meine Cousins alle die Augen verdrehten und wir und alle Blicke zuwarfen und dachten ihr spinnt doch?

Es waren damals vier Fragen, über die wir nachdachten:

Erstens: Warum rechtfertigen wir an einem solchen Abend, an dem wir der Geschichte unseres eigenen unterdrückten Volkes gedenken, gleichzeitig die Unterdrückung der Palästinenser?

Zweitens: Warum sind an diesem Abend, an dem Israelis feiern können, die Palästinenser durch eine Ausgangssperre eingesperrt, wie es während der meisten jüdischen Feiertage der Fall ist?

Drittens: Warum sollten wir hier in Kanada, wo wir unter der christlichen Mehrheit eine Minderheit sind, einen ‘jüdischen Staat’ im Nahen Osten unterstützen, in welchem die nicht-jüdische Minderheit als Bürger zweiter Klasse behandelt wird?

Viertens: Sollten wir uns das Recht herausnehmen, andere Menschen aus ihren Häusern zu vertreiben, damit wir selbst dort leben können, nur weil wir am Ende jedes Sederabends ‘nächstes Jahr in Jerusalem’ sagen?

Wisst Ihr, unsere Generation ist anders. Wir sind nicht blinde Zionisten. Wir haben von den Geschichten unserer Großeltern, die vom Holocaust und von Antisemitismus erzählten, nicht mehr wie ihr die Lektion mitgenommen, dass man töten muss, bevor man selbst getötet wird. Während Eurer Lektionen über Zionismus und darüber, warum die Juden wegen dem Holocaust einen eigenen Staat brauchten, haben wir vor Allem gelernt, dass wir Rassismus und Unterdrückung bekämpfen müssen, und nicht die Unterdrückung eines ‘Volkes’ zum Wohle eines anderen rechtfertigen sollten.

Zuerst haben wir Eure Märchen vom ‘guten Israel’ und von der israelischen Armee, die die einzige ‘moralische’ Armee der Welt sei, noch geglaubt. Wir haben noch geglaubt, dass nicht Israel keinen Frieden will, sondern ‘die Araber’.

Aber wir sind Erwachsen geworden. Und so wie unsere christlichen Altersgenossen irgendwann gemerkt haben, dass der Weihnachtsmann nicht real ist, so hat eine wachsende Mehrheit von uns gemerkt, dass das Märchen vom guten Israel ein Relikt der Channuka-Feste unserer Kindheit ist.

Jene unter uns, die die Entwicklungen innerhalb des jüdischen Mainstream hier beobachtet haben, sehen mehr als nur Eure Tiraden. Wir sehen eine kranke, streng hierarchisch organisierte jüdische Gemeinschaft, die nicht nur einen Deckmantel dafür bietet, dass der andauernde Genozid an den Palästinensern zugelassen wird. Wir sehen auch die Ironie dass Ihr, unsere Eltern die behauptet hatten, wir bräuchten Israel als eine Schutzburg gegen den Antisemitismus, Eurerseits uns und den Rest der Juden auf der Welt in Gefahr bringt. Indem Ihr unser Schicksal, und das unserer Kinder, an das der Führung des sterbenden amerikanischen Imperiums bindet, bereitet Ihr unsere Rolle als Sündenbock vor.

Israel ist eine amerikanische Militärbasis in Übersee. Und die israelische Führung und deren Lobby in Nordamerika stecken so tief mit den Neocons unter einer Decke, das wir jüdischen Menschen noch jahrelang mit den Konsequenzen zu kämpfen haben werden. Schlimmer noch, die Israellobby in Kanada und den Vereinigten Staaten hat sich der Illusion hingegeben, sie würde die jene kontrollieren, von denen sie abhängig ist.

Die Lobby spielt fröhlich die Rolle des bösen Cops, indem sie unter der Hand (aber ein Geheimnis ist es nicht mehr) versucht, alles zu eliminieren, was die Unterstützung für Israel und die Macht der Lobby gefährdet. Ich bin mir sicher, dass der kanadische Premierminister Stephen Harper, US-Präsident Bush und ihre Bosse aus der Wirtschaft froh darüber sind, dass die Zielpersonen in den Medien, in der Wissenschaft, im öffentlichen Leben, die die Israellobby sich für ihre Schmutzkampagnen und ‘career or character assassinations’ aussucht, meistens auch Feiner von Harper, Bush und den Wirtschaftsbossen sind.

Aber was wird passieren, wenn der Ölpreis weiterhin steigt? Wenn die Kriege im Irak und in Afghanistan noch schlimmer werden? Wenn die wirtschaftliche Situation noch schlimmer wird? Wenn der weltweite Hass auf den Westen weiter wächst?

Die Führung der jüdischen Gemeinschaft macht es anderen auf jeden Fall leicht genug, es so darzustellen, als würden die Juden dahinterstecken. Manchmal brüstet sich die jüdischer Führung sogar damit. Wird es daher wirklich überraschend sein, wenn es hart auf hart kommt, dass unsere angeblichen Verbündeten in der US- und kanadischen Elite Israel aufgeben und die Schuld den Juden geben werden?

Aber genug mit dem was wäre wenn. Glücklicherweise hat sich innerhalb der jüdischen Gemeinschaft einiges geändert!

Es ist viel passiert in der letzten Zeit. Die Kinder kommen heim! All diese ’selbst-hassenden’ Juden, die sich nicht deshalb von der Gemeinschaft distanziert haben, weil sie unsere jüdische Kultur, Tradition oder Religion verabscheuen, sondern weil sie hinausgeworfen wurden, nachdem sie die Unterdrückung der Palästinenser kritisiert haben, all diese Juden finden gerade zueinander, organisieren sich, und kommen zurück.

In Kanada zum Beispiel gibt es eine neue Dachorganisation mit dem Namen Alliance of Concerned Jewish Canadians (ACJC), die jene Juden repräsentiert, die gegen die israelische Besatzung Palästinas sind. Bei der Gründungsveranstaltung der ACJC im März, bei der die international bekannte kanadisch-jüdische Autorin Naomi Klein die Hauptrede hielt, kamen über 100 Vertreter aus 23 verschiedenen kanadisch-jüdischen Gruppen zusammen.

Die ACJC soll ein Gegengewicht zu den jüdischen Organisationen bilden, die Israels Verbrechen verteidigen, wie zum Beispiel der Canadian Jewish Congress (CJC). Seitdem hat die ACJC ihren Worten Taten folgen lassen. Vor Kurzem hat sie zum Beispiel die kanadische Postgewerkschaft unterstützt, als diese als erste nationale Gewerkschaft in Nordamerika mutigerweise eine Resolution verabschiedet hatte, die die palästinensische Kampagne für einen Boykott Israels unterstützt und anerkennt, dass Israel zu einem Apartheidsstaat geworden ist.

Im Mai ist die ACJC zusammen mit anderen progressiven jüdischen Organisationen aus Nordamerika und der ganzen Welt dem palästinensischen Ruf gefolgt, und hat den 60. Jahrestag der Nakba als ‘No Time to Celebrate’ ausgerufen. Dies ist ein viel benutzter Ausdruck, wenn gegen Israels eigene Feierlichkeiten protestiert wird. Auf der ganzen Welt wurden Proteste organisiert, und in Kanada und den USA protestierten Juden zusammen mit Palästinensern und anderen besorgten Bürgern.

In San Francisco wurden zwanzig Juden ohne Grund festgenommen, während sie versucht haben, als Juden gegen Israels Verbrechen zu demonstrieren. In England unterzeichneten über hundert Juden einen offenen Brief, der im Guradian veröffentlicht wurde. Darin erklärten sie, sie würden Israels Geburtstag nicht feiern. In Paris hängten französische Juden aus Protest die palästinensische Flagge an den Eiffelturm. In der kanadischen Hauptstadt Ottawa fanden sich über 100 Juden, Palästinenser und andere Menschen zusammen, um vor dem Convention Center zu demonstrieren, in dem die offiziellen israelischen Feierlichkeiten abgehalten wurden. Das gleiche geschah während einer anderen Veranstaltung im National Arts Center.

Trotz all dem Geld und Glamour, das die Feierlichkeiten zu Israels 60. Geburtstag zu einer Propagandakampagne macht, die Israels Verbrechen schönredet, versprachen Juden aus der ganzejn Welt, nicht zu feiern. Die Aktionen, die ich beschrieben habe, hatten nicht die Millionen von Dollars für Publicity, die die offiziellen Veranstaltungen der jüdischen Elite hatten. Stattdessen wurden sie durch Graswurzelbewegungen möglich, wanderten durch Mund- zu Mund-Propaganda von Aktivist zu Aktivist. Diese Juden, die an diesen Aktionen teilgenommen haben, sind informiert und dazu bereit, der offiziellen Position des jüdischen Mainstreams entgegen zu treten.

Und ich glaube immer fester, dass ihre Unterstützung wächst.

Dieser Brief hört sich vielleicht wütend an, und an manchen Stellen ist er das auch. Es macht mich wütend, am Pessach-Fest die Unterhaltungen mit anzuhören. Aber ich werde nicht mehr nur schweigend meine Augen verdrehen. Der Grund dafür ist Liebe und Respekt. Wir bilden gerade eine neue Gemeinschaft, deren Kern humanistisch ist, und der uns alle kraftvoll verbindet. Mittlerweile gibt es Sedertische, an denen wird nicht nur von der Unterdrückung der Juden gesprochen, sondern auch von der Unterdrückung der Palästinenser. Es werden Veranstaltungen abgehalten, bei denen jüdische Menschen ihre jüdische Kultur in dem Sinne feiern, dass sie wegen ihrer eigenen Geschichte dafür verantwortlich sind, Unterdrückung zu kritisieren. Ich werde auch weiterhin als Teil unserer Familie meine jüdischen Wurzeln ehren, genauso wie all diese angeblich ’selbsthassenden’ Juden mit mir feiern werden, als Juden und als Teil der jüdischen Gemeinschaft.

Uns geht es um Gerechtigkeit, und durch sie finden wir unsere jüdische Seele. Und wenn Ihr dazu bereit seid, Euch der wachsenden Zahl an Juden anzuschließen, die die israelische Besatzung kritisiert, dann werden wir Euch mit offenen Armen willkommen heissen.

In Liebe,
Eure jungen non-zionistischen Kinder”
:up http://politblog.net/nachrichten/2008/06…-non-zionisten/

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2

Donnerstag, 12. Juni 2008, 23:30

Guter Brief, dem man eigentlich nichts mehr hinzufügen kann!
Die glücklichen Sklaven
sind die
erbittertsten Feinde der Freiheit!

Marie von Ebner-Eschenbach

3

Donnerstag, 12. Juni 2008, 23:47

Nur, wer ist dieser Mann ?

Kennt ka Nega.

Wäre das gleiche, wie wenn ich so einen Brief schreiben würde.

ASY

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4

Donnerstag, 12. Juni 2008, 23:55

Wäre das gleiche, wie wenn ich so einen Brief schreiben würde.
Natürlich, ich würde ihn ebenfalls lobpreisen. Leider hindert dich deine faschistische Gesinnung am Verfassen so eines Schreibens. Du interpretierst die Sozialdemokratie wie ein Buschindianer eine Vorarlberger Mundartdichtung. Du hast bis heute nicht begriffen was für einen unmenschlichen Unsinn du überhaupt verteidigst.

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5

Freitag, 13. Juni 2008, 08:34

Es ist doch leider so, das solche offene Briefe keine Resonanz in der Öffentlichkeit finden, solche Schreiben müssen von Personen erfolgen, die Weltbekannt sind.

6

Freitag, 13. Juni 2008, 08:54

In Liebe,
Eure jungen non-zionistischen Kinder”


Ich denke in Israel sind sie keine gerne gesehenen Gäste. :schulter:
Dies aber ist das Dritte, was ich hörte, dass Befehlen schwerer ist als Gehorchen. Friedrich Nietzsche

7

Freitag, 13. Juni 2008, 08:57

Nur, wer ist dieser Mann ?

Kennt ka Nega.

Wäre das gleiche, wie wenn ich so einen Brief schreiben würde.



Dieser Brief wird sicher als Hoax "entlarvt" werden, was nicht sein darf kann nicht sein. :schulter:
Dies aber ist das Dritte, was ich hörte, dass Befehlen schwerer ist als Gehorchen. Friedrich Nietzsche

ASY

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8

Freitag, 13. Juni 2008, 09:10

solche Schreiben müssen von Personen erfolgen, die Weltbekannt sind.
Wen schlägst du vor? Ein Muzikant wird das nicht schreiben, denn er lebt sehr gut vom Hass.

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9

Freitag, 13. Juni 2008, 09:54

Es wäre ein Hit, wenn der "Georg" so einen Brief schreiben würde.

10

Freitag, 13. Juni 2008, 10:51

Der Brief ist gut :applaus

Hoffentlich werden diese "Aktivisten" nicht von ihren eigenen Reihen mundtot gemacht... hatten wir ja schon. Hm, aber ob sie sich das leisten können?

Ich hoffe in Zukunft mehr derartige Dinge zu lesen und zu erfahren. Weiter so :up der US/israelische Terror muss aufhören
"Sozialismus - das ist die Brücke von links nach rechts"


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