Du bist nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Zeitwort Nachrichten Diskussionsforum. Falls dies dein erster Besuch auf dieser Seite ist, lies bitte die Hilfe durch. Dort wird dir die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus solltest du dich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutze das Registrierungsformular, um dich zu registrieren oder informiere dich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls du dich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert hast, kannst du dich hier anmelden.

menschlichkeit

unregistriert

1

Dienstag, 7. Oktober 2008, 16:17

Finanzkrise in Deutschland Demokratiealarm

Muss ein Schädiger nur dreist genug und der Schaden nur groß genug sein, damit der Staat das Desaster nobilitiert? Ein Kommentar von Heribert Prantl

Wenn die Familie Huber schlecht wirtschaftet, kommt der Gerichtsvollzieher.
Wenn die Firma Maier schlecht wirtschaftet, kommt der Konkursrichter.
Wenn eine Großbank katastrophal wirtschaftet - dann kommen die
Spitzenpolitiker mit dem Milliarden-Geldsack. Ist das die Belohnung für
Zocker? Muss ein Schädiger nur dreist genug und der Schaden nur groß
genug sein, damit der Staat das Desaster nobilitiert? Sind die
Hilfsfonds Fässer ohne Boden? Wird das gute Geld dem schlechten hinterhergeworfen?

In die Nischen geflohen
Sind das dumme Fragen? Sie sind so wenig dumm wie die konsternierte
Feststellung, dass der Kapitalismus gerade dabei ist, private Verluste
zu sozialisieren. Die Bundeskanzlerin spürt, dass es in der Finanzkrise
keine dummen Fragen gibt, sondern allenfalls dumme Antworten.
Dumm sind die politischen Antworten, die das Vertrauen der Bürger in das
demokratische System noch weiter gefährden und zerstören. Deswegen
agieren Angela Merkel und ihr Finanzminister Peer Steinbrück so vorsichtig.

In der globalen Finanzkrise geht es ja nicht nur um das Vertrauen in den Geldmarkt, die
Banken und die Finanzstabilität. Es geht auch um das Vertrauen in die
Souveränität und die Gestaltungskraft der Demokratie.
In den vergangenen Wochen sind auf den Finanzmärkten viele Milliarden Dollar
und Euro verbrannt. Das ist schlimm genug. Noch viel schlimmer wäre es,
wenn in dem Feuer auch noch das demokratische Grundvertrauen verbrennen
würde. Es geht also nicht nur darum, gigantische Geldlöcher zu stopfen,
sondern auch darum, dass aus der Krise des globalen Kapitalismus nicht
eine globale Krise der Demokratie wird.
Die Dirigenten des internationalen Geldmarkts haben viel dafür getan, dass es so kommt.
Sie haben erfolgreich versucht, die Politik demokratisch gewählter
Regierungen ihrer Disziplin zu unterwerfen. Sie haben Regierungen
genötigt, sie haben den Abbau von Kontrollen erzwungen - und sind
gleichwohl mit eigens gegründeten Zweckgesellschaften in die Nischen
der Welt geflohen, in denen sie ihre riskanten Geschäfte noch besser verstecken konnten.

Börsen - fünfte Macht im Staat
Die Großmanager des Geldmarkts taten so, als sei die Demokratie eine
Spielwiese für Kleinbürger, und als hätten Wahlkämpfe und Wahlen nur
eine Funktion ähnlich der, wie sie "Brot und Spiele" im alten Rom
hatten - weil die wahren Wahlakte der Überzeugung der Großmanager nach
auf dem Börsenmarkt stattfanden. Die Börsen als fünfte Macht im Staat:
Das ist keine Übertreibung eines Globalisierungskritikers von Attac.
Das ist die Beschreibung eines früheren Vorstandschefs der Deutschen Bank.
Rolf Breuer legte einst dar, warum sich Regierungen nach
den Wünschen der Anleger richten müssten: "Die autonomen
Entscheidungen, die Hunderttausende von Anlegern auf den Finanzmärkten
treffen, werden im Gegensatz zu den Wahlentscheidungen nicht alle vier
oder fünf Jahre, sondern täglich gefällt."
Die Interessen der Kapitalverwertung wurden der Demokratie untergeordnet mit der
Behauptung, dass die Finanzmärkte sich viel mehr an Wohlstand und
Wachstum orientieren als die Wähler.
Die demokratische Kontrolle der Regierungen durch die Bürger wurde
so überflüssig, weil nach dieser Philosophie die freien Finanzmärkte
die Politik wirkungsvoller kontrollieren konnten. Das war leider auch
wahr. Genau das gehört zu den Ursachen der Finanzkrise.

Demokratie ist eine Gemeinschaft, die ihre Zukunft miteinander gestaltet. Die
Dirigenten der Finanzmärkte haben sich aus diesem Miteinander
ausgekoppelt. Kraft und Zukunft demokratischer Politik hängen nun davon
ab, diese Entwicklung zu revidieren und Regularien für die Märkte
durchzusetzen. Dies ist die eigentliche Aufgabe bei den Treffen der Politiker der Industrienationen.
Die gewaltigen Geldmittel, welche die Demokratien zur Stabilisierung der Finanzsysteme zur
Verfügung stellen sollen, sind also an Kautelen zu knüpfen, die zur
Stabilisierung der Demokratie beitragen und das Vertrauen in
demokratische Gestaltungskraft herstellen. Der regulierte Finanzmarkt
ist eine Satansmühle. Die Demokratien können dort nicht ihr Geld
hineinwerfen und dann zuschauen, wie sie sich auf die alte Weise weiterdreht.

Das Urbild des Markplatzes kennt jeder: Er ist
umrahmt von Kirche, Krankenhaus, Rathaus, Wirtshaus und Schule. Ohne
diese regelnden Institutionen hätte es nie einen Marktplatz gegeben.
Man kann dieses simple Bild auf den Markt von heute übertragen. Und
dann kann man sich fragen, was auf diesem Markt wieder Vertrauen
schafft. Da wären auch ein paar symbolträchtige Handlungen deutscher
Großmanager nicht schlecht.

Der US-Milliardär Warren Buffett
spendet und spendet. Solche Spendabilität ist in Deutschland nicht
bekannt geworden. Auch die Kultur des Rücktritts ist in der hiesigen
Wirtschaft wenig ausgebildet. Der Chef von Hypo Real Estate tut, als ob
nichts wäre. In den USA hat der Chef des US-Versicherers AIG auf seine
22-Millionen-Abfindung verzichtet, als sein Sanierungsplan
zusammenbrach. Er verzichtete, obwohl er erst drei Monate im Amt war
und für die Krise nichts konnte. Deutsche Banker und Großmanager
verzichten auf nichts. Ohne Verzicht wird ihnen Vertrauen nicht mehr
zuwachsen. Sie stehen unter demokratischer Bewährungsaufsicht.

Quelle: [url]http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/894/312805/text/[/url]

Die Werbung ist nur für Gäste sichtbar!

JonDonym anonymous proxy servers

IP-Check

2

Samstag, 11. Oktober 2008, 00:07

http://de.youtube.com/watch?v=KPOfn6evRFw



warum erfahren wir hier bei uns nichts derartiges?

Sind bei uns alle Politiker bescheuert?

3

Montag, 13. Oktober 2008, 07:35

nein, nicht immer

aber immer öfter *fg*

4

Mittwoch, 5. November 2008, 00:46

Finanzkriese künstlich herbeigeführt!

Ich will Ihnen ja nicht de Spaß am Ärgern vermiesen, da ich es ja auch total verstehen kann das man sich über solche total katastrophalen Entscheidungen "unserer" Politiker grün und blau Ärgern könnte. Aber meine Meinung ist das "Die" das alles wissen, ja sogar wollen, besser noch es sogar unterstützen.
Es geht nur mehr darum "uns" etwas "vorzumachen".... ich nenne das "das große Theater"... Aber ich will Ihnen ja nicht allzu viel vorreden, da sich jeder seine Eigene Meinung bilden sollte.
Ich empfehle ein paar Videos zu diesen Themen:
1.) Warum die Bankenkriese eine Kriese der Geldortnun ist
http://video.google.com/videoplay?docid=1218626257944570167
2.) Zeitgeist the Movie & Zeitgeist Addendum
http://www.zeitgeistmovie.com/
3.) David Icke, big brother the big picture
http://video.google.com/videoplay?docid=-4799447112501062338
4.) Ring of Power
http://sprword.com/videos/ringofpower/
Dazu passend empfehle ich folgende webseiten:
www.nuovisio.de
www.sprword.com
www.secret.tv
Über Rückmeldungen freue ich mich immer!
LG
ClausW.

Die Werbung ist nur für Gäste sichtbar!

JonDonym anonymous proxy servers

IP-Check

Winfried Sobottka

unregistriert

5

Montag, 10. November 2008, 13:48

In der globalen Finanzkrise geht es ja nicht nur um das Vertrauen in den Geldmarkt, die
Banken und die Finanzstabilität. Es geht auch um das Vertrauen in die
Souveränität und die Gestaltungskraft der Demokratie.
In den vergangenen Wochen sind auf den Finanzmärkten viele Milliarden Dollar
und Euro verbrannt. Das ist schlimm genug. Noch viel schlimmer wäre es,
wenn in dem Feuer auch noch das demokratische Grundvertrauen verbrennen
würde.


Wer hat denn noch Vertrauen in eine nominale Demokratie, die mit einer wahren Demokratie nichts zu tun hat?

Zudem ist kein Cent verbrannt - was die einen verlorenen haben, haben andere gewonnen.

In dem Beitrag werden berechtigte Vorwürfe mit subtilen Irrtumsbotschaften gemischt, das ist schlimmer, als wenn jemand klipp und klar den eiskalten und gnadenlosen Kapitalismus und die Diktatur forderte.

ASY

33.333 Beiträge sind genug

  • »ASY« ist männlich
  • Private Nachricht senden

6

Montag, 10. November 2008, 15:05

Zudem ist kein Cent verbrannt - was die einen verlorenen haben, haben andere gewonnen.
So ist das auch nicht ganz richtig. Es wird ständig zum Verbrennen erzeugt und es gibt mehr Verbranntes als zu verbrennen gewesen wäre. Eine total widersprüchliche Situation und mit dem Verbrennen gar nicht zu beschreiben.

Das Produkt Geld ist lediglich ein Loch, für welches die Völker die bittere Verantwortung für noch mehr Löcher übernehmen müssen, sonst wird ihnen der Schädel eingeschlagen. :schulter:

Winfried Sobottka

unregistriert

7

Montag, 10. November 2008, 15:08

So ist das auch nicht ganz richtig. Es wird ständig zum Verbrennen erzeugt und es gibt mehr Verbranntes als zu verbrennen gewesen wäre. Eine total widersprüchliche Situation und mit dem Verbrennen gar nicht zu beschreiben.


Die Summe an Geld und die Summe der geldwerten Güter ist exakt die selbe geblieben.

Was verstehst Du unter "Verbrennen" von Geld? Was passiert Deiner Meinung nach dabei mit dem Geld?

ASY

33.333 Beiträge sind genug

  • »ASY« ist männlich
  • Private Nachricht senden

8

Montag, 10. November 2008, 17:23

Was verstehst Du unter "Verbrennen" von Geld? Was passiert Deiner Meinung nach dabei mit dem Geld?
Das habe ich doch mit dem Loch erklärt - Geld beschreibt lediglich die Schuld, weil jedes Geld ausgeliehen ist und aus diesem Schuldverhältnis werden Zinsen erzeugt, die wiederum nur mit geliehenem Geld bezahlt werden können, welches weider Zinsen verursacht.

Die Werbung ist nur für Gäste sichtbar!

JonDonym anonymous proxy servers

IP-Check

Winfried Sobottka

unregistriert

9

Montag, 10. November 2008, 17:32

Das habe ich doch mit dem Loch erklärt - Geld beschreibt lediglich die Schuld, weil jedes Geld ausgeliehen ist und aus diesem Schuldverhältnis werden Zinsen erzeugt, die wiederum nur mit geliehenem Geld bezahlt werden können, welches weider Zinsen verursacht.


Das ist keine Antwort darauf, wie Geld "verbrennen" soll. Nach Deiner Definition kann man höchstens sagen, Geld sei eine reine Illusion, die kann dann aber auch nicht verbrennen. Dass es stets nur geliehen ist, ist im Übrigen nicht richtig: Es gibt zumindest eine Teildeckung von Währungen z.B. in Gold, in Schuldverschreibungen, Fremdwährungen, und der, der im Leistungsaustauschprozess (oder im Spekulationsgeschäft....) Geld erwirbt, wird zum Eigentümer daran.

Das Schlagwort "Geldverbrennung" suggeriert Wertvernichtung/Wertverlust. Das trifft einfach nicht zu, durch Finanzcrashs werden realiter keine Werte vernichtet, anders bei Naturkatastrophen o.ä.

ASY

33.333 Beiträge sind genug

  • »ASY« ist männlich
  • Private Nachricht senden

10

Montag, 10. November 2008, 18:11

Sorry, aber du bist doch ein BWL-Profi - was verstehst du nicht? Der erste Euro/Dollar wurde beim ersten Ausleihen geschaffen und es entstand eine Schuld von einem Dollar plus Zins und Zinseszins. Von dem ersten Geld kannst du den Zins nicht zahlen. Du kannst zwar das erste Geld zurückzahlen, aber nicht den Zins, weil du dir das Geld dafür wieder ausleihen müsstest.

Thema bewerten