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ASY

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Sonntag, 3. Mai 2009, 09:15

MALARIA: Das umstrittene Wundermittel Artemisinin aus China

Zitat

MALARIA: Das umstrittene Wundermittel aus China


Zurzeit versetzt die Gefahr einer Schweinegrippe-Epidemie die Menschen in Europa in Angst. In Mexiko sind ihr bereits über hundert Menschen zum Opfer gefallen. Eine weitaus tödlichere Seuche, die schon beinahe als ausgerottet galt, scheint sich inzwischen wieder alarmierend rasch auszubreiten. Im letzten Jahr – schreibt die Weltgesundheitsbehörde – sind mehr als eine Million Menschen an Malaria gestorben. Vier Fünftel davon Kinder unter fünf Jahren.

Die Hälfte der Menschheit ist von der Seuche bedroht, die von der Anopheles-Mücke übertragen wird und ein tödliches Fieber hervorruft. Malaria ist nach AIDS die zweitschlimmste Infektionskrankheit. Es gibt freilich ein wirksames Naturmittel gegen Malaria: Artemisinin. Seine Erfolgsgeschichte beginnt mit einem Rezept, das vor zweitausend Jahren in Südchina geschrieben und während des Kalten Kriegs von Archäologen wieder ausgegraben wurde.

Der Bericht des Weltjournals zeigt, wie Artemisinin von chinesischen Ärzten mit großem Erfolg auf den Komoren eingesetzt wird – und dennoch von der Weltgesundheitsbehörde nicht anerkannt wird, weil es nicht den westlichen wissenschaftlichen Standards entspricht. http://tv.orf.at/program/orf2/20090429/450951901/263169/
Dieses ORF Weltjournal vom 29. April 2009 habe ich mir angeschaut und es ist erstaunlich, wie sich die WHO gegen ein absolut erfolgreiches Mittel wehrt, weil es damit für die Pharma-Delinquenten nix zu verdienen gibt.

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2

Samstag, 25. Juli 2009, 23:27

Ah, wir reden von den Artemisinin-Präparaten. Ist zwar nicht wirklich mein Spezialgebiet, Deutschland ist ja nicht wirklich ein Malaria-Land (ich hab glaube 3 positive Fälle in ~10 Jahren erlebt), aber zumindest für das Sträuben der WHO gegen Artemisinin-Monopräparate (Medikamente die NUR Artemisinin enthalten) gibt es sehr wohl gute medizinische Gründe. Artemisinin ist sozusagen eine der letzten Bastionen gegen die immer resistenter werdenden Plasmodien. Aber: Artemisinin alleine angewendet führt oft zwar zu einer vorrübergehenden "Genesung" des Patienten, tötet aber nicht alle Plasmodien ab. Folge ist die Selektion von Artemisinin-resistenten Plasmodien.
Sinnvoll ist deshalb, das Artemisinin mit anderen Malaria-Wirkstoffen, bspw. auf Chininbasis, zu kombinieren. Damit erreicht man eine hohe Rate von echten "Heilungen", da man die Artemisinin-resistenten Erreger eben mit dem zusätzlichen Wirkstoff mit hoher Wahrscheinlichkeit "erwischt". Und damit gibts keine bzw. wenige neue Resistenzbildungen.
Wenn aber Artemisinin weiter "unkontrolliert" als Monowirkstoff eingesetzt wird, wird es in absehbarer Zeit so weit sein, dass es garnicht mehr eingesetzt werden kann, weil es nur noch Artemisinin-resistente Stämme geben wird.
Damit verspielt man eine riesige Chance, sozusagen einen "Vorsprung" gegenüber den unausweichlichen Resistenzentwicklungen zu behalten.
„Many journalists have fallen for the conspiracy theory of government. I do assure you that they would produce more accurate work if they adhered to the cock-up theory.“
Sir Bernard Ingham

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3

Samstag, 25. Juli 2009, 23:43

aber zumindest für das Sträuben der WHO gegen Artemisinin-Monopräparate (Medikamente die NUR Artemisinin enthalten) gibt es sehr wohl gute medizinische Gründe.
Deine Erklärung verstehe ich, weil doch das Resistenz-werden gegen Wirkstoffe auch in den Medien propagiert wird. Dennoch, soweit ich mich erinnere, sind die Patienten beschwerdefrei und gelten als geheilt.

Dein Plädoyer für die WHO verstehe ich also überhaupt nicht - irgendwie müssen doch auch mal Zweifel gegen diese sehr mächtige Organisation aufkommen. Wenn etwas wirkt, dann muss es benutzt werden - oder will man solange warten, bis die WHO eine Resistenz erzeugt hat, damit sie ihre alles verhindernde Befürchtungen synthetisch beweisen kann?

Ich verstehe machen Menschen überhaupt nicht, die ständig jenen glauben, die an den Problemen verdienen und ohne Probleme überflüssig wären. :suspect:

4

Sonntag, 26. Juli 2009, 00:24

Jetzt ist mir der Name des Medikamentes wieder eingefallen: Halofantrin

http://epub.ub.uni-muenchen.de/7591/1/Lo…Thomas_7591.pdf
66 Stunden und die meisten Patienten sind Parasitenfrei.

Es gibt nur 12,2% Rückfälle - alle Anderen sind danach Malariafrei.

Im Falle meines Bekannten kannte das Tropeninstitut dieses Medikament noch nicht mal. Er wußte den Namen, lies sich ein Rezept ausstellen und die Apotheke am Frankfurter Flughafen bestellte es für ihn. Innerhalb von 24 Stunden wurde es aus Kenia geliefert.
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5

Sonntag, 26. Juli 2009, 00:27

Die Bekämpfung von Infektionskrankheiten ist ein ständiger Wettlauf zwischen den Erregern und den Entwicklern von Antibiotika und ähnlichen Mitteln. Mit Penicillin entlockst du bspw. inzwischen den meisten Bakterien nur noch ein müdes Gähnen.
Es ist ein wahnsinnig schneller Kreislauf aus wirksameren Medikamenten und umfangreicheren Resistenzbildungen entstanden. Und zwar gerade weil Ärzte dazu tendieren, neue verfügbare Mittel sofort einzusetzen "solange sie noch wirken". Doch damit sind sie einem kreuzgefährlichen Trugschluss aufgesessen. Resistenzen bilden sich nunmal am schnellsten, wenn der "Selektionsdruck" am höchsten ist. Das ist Mikroevolution. Wenn ich also ein Mittel in der Hand habe, das noch gegen fast alle Stämme des zu bekämpfenden Mikroorganismus wirkt, dann tue ich gut daran, es als "last line" oder Reserveantibiotikumzurückzuhalten und nur einzusetzen, wenn die "first line"-Antibiotika versagen.
Inzwischen gibt es besonders in Krankenhäusern Keime, gegen die nur noch ein oder zwei Antibiotika wirksam sind. Wir können da leider nicht nur ein Lied von singen. Vor zwei, drei Jahren haben wir mit Vancomycin noch so ziemlich alles "totgekriegt", heute haben wir fast täglich Vancomycin-resistente Stämme von Enterokokken bei unseren Krankenhaus-Einsendern.

Und ähnlich wie bei den Bakterien läuft es auch bei den Parasiten, die Malaria verursachen. Nach der Einführung neuer Medikamente gab es teilweise innerhalb eines Jahres Resistenzbildungen. Da kann kein Entwickler mithalten. Und genau deshalb sind die Kombinationspräparate so wichtig: wenn ich zwei Wirkstoffe mit unterschiedlichen Wirkmechanismen habe (z.B.Artemisinin + Chinin/Chloroquin), die jeweils 90% Wirksamkeit besitzen, ist es sehr unwahrscheinlich, dass ein Erreger gegen beide resistent ist und die Therapie "überlebt" um die Resistenz weiterzugeben. Wenn ich allerdings nur einen der Wirkstoffe, in diesem Falle das Artemisinin gebe, selektiere ich damit die 10% Artemisinin-resistenten Erreger. Dann ist in ein paar Jahren das Artemisinin völlig wirkungslos und ich stehe nur noch mit dem Chloroquin da, das ja aber auch nur 90% Wirksamkeit hat. Das heisst, bei den restlichen 10% hab ich nix mehr. Und logischerweise selektiere ich dann, weil ich ja nur noch einen Wirkstoff zur Verfügung habe, innerhalb kürzester Zeit die Chloroquin-resistenten Stämme und stehe dann völlig ohne wirksame Medikamente da.

Die WHO mag nicht fehlerfrei sein, aber das wirkliche Problem liegt bei den Klinikern, die ohne wirkliche Indikation und ohne Erreger-/Resistenzbestimmung gleich mit den wirksamsten Antibiotika auf den kleinsten Infekt ballern. Ich sitze verdammt nahe an diesen Problemen dran, ich hab täglich mit den steigenden Resistenzraten zu tun, deshalb verstehst du hoffentlich, dass ich der WHO dankbar bin, dass sie verucht, bspw. Artemisinin für die Fälle zurückzuhalten, wo die anderen Malaria-Medikamente versagen.
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Sir Bernard Ingham

6

Sonntag, 26. Juli 2009, 01:08

Finde ich irgendwie witzig. Alles was die Pharmaindustrie zusammenmixt, wird nach einiger Zeit unwirksam.

Kolloidales Silber wirkt seit Jahrhunderten - auch gegen Malaria. :-P
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7

Sonntag, 26. Juli 2009, 09:02

Finde ich irgendwie witzig. Alles was die Pharmaindustrie zusammenmixt, wird nach einiger Zeit unwirksam.
Kolloidales Silber wirkt seit Jahrhunderten - auch gegen Malaria. :-P
Makes perfect sense. Seit Entdeckung des Chinins fallen die Erkrankungszahlen trotz steigender Weltbevölkerung. Und das liegt bestimmt daran, dass die Leute ihr Chinin aus Silberbechern trinken.

Tu dir selbst einen Gefallen und mach dich nicht lächerlich. Belies dich erstmal ein bissel. Das hier wär vielleicht ein guter Anfang.
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Sir Bernard Ingham

8

Sonntag, 26. Juli 2009, 21:05

Finde ich irgendwie witzig. Alles was die Pharmaindustrie zusammenmixt, wird nach einiger Zeit unwirksam.
Kolloidales Silber wirkt seit Jahrhunderten - auch gegen Malaria. :-P
Makes perfect sense. Seit Entdeckung des Chinins fallen die Erkrankungszahlen trotz steigender Weltbevölkerung. Und das liegt bestimmt daran, dass die Leute ihr Chinin aus Silberbechern trinken.

Tu dir selbst einen Gefallen und mach dich nicht lächerlich. Belies dich erstmal ein bissel. Das hier wär vielleicht ein guter Anfang.

Ich war schon oft genug auf Reisen und auch in Ländern, in denen es Malaria gibt, z.B. Venezuela, Mexico, Sri Lanka, Malediven, etc.. Von den Prophylaxe-Tabletten wird mir schlecht, also habe ich die immer weggelassen.

Von meinem Schulfreund, dessen Mutter nach Kenia gezogen war und jahrelang dort lebte, habe ich bereits geschrieben.

Was also willst du mir erzählen?
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9

Mittwoch, 12. August 2009, 06:24

Potentieller Impfstoff & Artemisinin

@Topic:

Zitat

Die Tübinger Tropenmediziner arbeiten weiter unter Hochdruck gegen die Malaria. Sie sind nicht nur an einem Impfstoff dran, sondern auch an Artesunat, einem Malaria-Medikament. Bisher, sagt Peter Kremsner, fehle noch die richtige Dosierung für die chinesische Heilpflanze, die dann Kranke heilen soll. Der Kampf gegen die Seuche geht in die nächste Runde.
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10

Donnerstag, 27. August 2009, 18:39

Kräuter-Export

Zitat

Die obersten Seuchenschützer in Genf sind nervös, und ausnahmsweise gilt ihre Sorge nicht der Schweinegrippe. Im Grenzgebiet zwischen Thailand und Kambodscha beobachtet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit Monaten zunehmend Resistenzen gegen das Malariamittel Artemisinin. Dabei ruht auf dieser Substanz, gewonnen aus dem Einjährigen Beifuß (Artemisia annua), die ganze Hoffnung der WHO im Kampf gegen das Wechselfieber.

Die gefürchtete Resistenz wäre nicht entstanden, hätten die Patienten den Wirkstoff – wie empfohlen – als Kombinationspräparat mit einer anderen Substanz eingenommen. Doch dieser Plan scheitert. Immer wieder tauchen Mittel allein mit dem Wirkstoff auf, Fälschungen enthalten viel zu geringe Dosierungen, oder der Inhaltsstoff fehlt gleich ganz. Als sei das alles nicht schlimm genug, wird die Kampagne der WHO seit einiger Zeit auch noch aus Deutschland unterwandert.

Das Zentrum der Subversion liegt in Winnenden, dem Sitz der christlichen Hilfsorganisation Anamed International. Ihr Name steht für »Aktion Natürliche Medizin«, ihre Mission wirkt auf den ersten Blick plausibel: Patienten in Entwicklungsländern sollen sich mit dort angebauten Heilpflanzen selbst therapieren. Interessenten erhalten zum Preis von 142 Euro ein Artemisia-Starter-Kit mit 5000 Samen und Broschüren zugeschickt – dann kann das Menschenexperiment beginnen. Über tausend Kooperationspartner in 75 Ländern habe man, wirbt der Anamed-Gründer Hans-Martin Hirt.

Auf den zweiten Blick ist dieses Konzept verheerend. Ein mit Artemisia annua zubereiteter »Tee« ist eben noch längst kein zuverlässiges Therapeutikum gegen Malaria. Zwar zitiert Anamed Studien, nach denen der Malariaparasit unter der Teetherapie im Blut nicht mehr nachweisbar war. Tatsächlich aber schlummert der Erreger weiterhin versteckt im Körper. Den Patienten geht es kurzfristig besser – dann erleiden sie einen neuen Anfall. Die Konzentration des Wirkstoffs im Blut von Artemisia-Tee-Konsumenten reicht nicht, um den Parasiten endgültig zu besiegen. »Dafür«, sagt der Biologe Frank van der Kooy von der Universität Leiden, »müsste man schon fünf Liter am Tag trinken.«

Auch den Verdacht, dass sein Tee zu den gefürchteten Artemisinin-Resistenzen führen könnte, kann Hans-Martin Hirt nicht ausräumen. Stattdessen kontert er mit dem Hinweis auf die 2000-jährige asiatische Tradition mit der Pflanze; was er verschweigt, ist die Tatsache, dass Asien trotz dieser Tradition von Malaria geplagt ist.

So steht der Glaube an das Naturheilwunder gegen das Wissen um ein gut untersuchtes Medikament. Solange die Beweislage für die Wirksamkeit seines Tees derart dünn bleibt, gefährdet Anamed ahnungslose Malariapatienten und riskiert gleichzeitig, dass die letzte Waffe gegen Malaria stumpf wird. Das wäre dann ein gewaltiges Therapieversagen, made in Germany.

Überraschung
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