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Mittwoch, 17. Juni 2009, 10:03

RE: Zwischen Mittelalter und 1930

Im Iran ist es ziemlich egal wer unter dem islamischem Wächterrat Präsident wird, jeder Gewählte kann nur Nuancen verändern, die Staatsreligion sorgt dafür dass der Iran nicht in der Neuzeit ankommt.
Die Iraner hatten also die Möglichkeit sich zwischen finsterem Mittelalter und vorvorgestern zu entscheiden, wobei anscheinend doch 60% das Mittelalter für Erstrebenswert hielten. Und das nach dem Obama wirklich glaubwürdig für einen Neubeginn plädiert hatte.
Ich denke dass Israel bald gezwungen sein wird die iranischen Atomanlagen zu zerstören wenn sie nicht selbst zerstört werden wollen. Ein schlimmer Tag für den Weltfrieden

Die Wahlen im Iran waren demokratisch. Die Mehrheit wollte Ahmadinedschad wieder als Präsidenten haben. Das was du denkst ist dass, was die westlichen Medien wollen das du es denkst.

Der Westen unterstützt die Opposition und hat die Busse bezahlt, mit denen die Regierungsgegner zu den Protestdemonstrationen gekarrt wurden. Die Demonstration verlief weitgehend friedlich, bis es zu einem Zusammenstoß mit der Basijis-Bürgerwehr (Anhänger der Regierung) kam. Dabei wurde ein Demonstrant getötet und ein paar weitere verwundet. Dem Zusammenstoß vorausgegangen waren Steinwürfe auf ein Gebäude und auf die Basijis-Bürgerwehr, die das Gebäude bewachten. In der Nacht zuvor gab es Steinwürfe gegen Polizisten, die mit Tränengas und Plastikgeschossen antworteten.

Am Sontag gab es eine Wahlsiegesparty des Ahmadinedschad. Ein Reporter der Irish Times schreibt dazu:

Zitat

In some districts, the mood was jubilant, as tens of thousands of supporters of newly re-elected President Mahmoud Ahmadinejad made their way home from a victory rally in central Tehran.” The Iranian capital, he said, “felt like two cities instead of one,” divided between the celebrations in the poorer neighborhoods of southern Tehran and the protests centered in the city’s more affluent northern suburbs.


Also wurde Ahmadinedschad hauptsächlich in den Stadtvierteln gefeiert, in denen die arme Bevölkerung lebt, was sehr aussagekräftig ist, denn die Anzahl der Armen ist zahlenmäßig größer wie die der wenigen Reichen, was man durchaus auf das Wahlergebnis umlegen kann.

Soviel zum Thema Diktator - er wurde demokratisch gewählt und es ist kein Wahlbetrug erkennbar. Wenn einer für die iranische Bevölkerung das Mittelalter will, dann sind das die westlichen Ausbeuternationen und die hätten dafür gerne Mousavi als Präsidenten/Werkzeug gehabt.
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12

Mittwoch, 17. Juni 2009, 12:00

Im Iran ist es ziemlich egal wer unter dem islamischem Wächterrat Präsident wird, jeder Gewählte kann nur Nuancen verändern, die Staatsreligion sorgt dafür dass der Iran nicht in der Neuzeit ankommt.
Wenn ich bedenke, dass Afganistan, der Irak und all die anderen Länder, die im Auftrag der USA mit der Unterstützung der sklavischen Anhänger dieser Staatsmacht demokratisiert wurden, dann kann ich auch dort keinen Weg in die "Neuzeit" erkennen. Diese Länder sind tiefer in die Steinzeit gebombt und demokratisiert worden, als sie es je davor waren.
Das "Religionen" in einem Lande immer eine große Macht hatten und haben, dass ist auch in unseren westlichen Ländern um keinen Funken besser. Bei uns im kapitalistischen Westen (und allen anderen Ländern, die bereits in deren Würgegriff sind) regiert die Religion "GELD" - und all das Unheil, das auf Grund von Profit, Gier und Macht weltweit und über viele Jahrhunderte (-tausende) verursacht wurde, kann nicht weniger schlimm sein, als der von dir erwähnte "islamische Wächterrat".
Und das nach dem Obama wirklich glaubwürdig für einen Neubeginn plädiert hatte.
Obama ist nur der Wolf im Schafspelz - der den vielen unterdrückten Menschen weltweit Hoffnung geben soll, und dadurch wird Vertrauen gewonnen. Seine Hautfarbe ist schwarz, sein zweiter Vorname arabisch - doch seine Gesinnung hat er bereits am Tag seiner Wahl offenbart. Indem er alle Versprechungen ins Gegenteil gekehrt hat. Hier wird nur geschickt im Sinne der jetztigen Zeit agiert - gebt dem Volk was sie sich wünschen - passieren wird ohnehin was wir wollen. Das war immer so, und das wird so lange so bleiben, bis wir uns nicht mehr fremdbestimmen lassen.
Mehr gefährlich als traurig...Diese Leute verteidigen den Faschismus, der unter dem Deckmantel der Demokratie daher kommt, und sie merken es nicht einmal.
Das ist die wundersame Verkleidung der Demokratie. Die, wenn sie so wunderbar und einzigartig für das Wohl des Volkes wäre, sich ganz von alleine entwickeln würde. Da sie aber überall mit Krieg, Mord, Raub, Lug und Gewalt installiert werden musste, kann sie nur von ganz wenigen gewollt sein - und zwar für deren Profit, zur Unterdrückung der Millionen, und aber Millionen anderen Menschen dieser Welt.

Soviel zum Thema Diktator - er wurde demokratisch gewählt und es ist kein Wahlbetrug erkennbar.
Auch hier kann ich nur bemerken:

Wenn Wahlen wirklich etwas ändern würden, dann wären sie nicht erlaubt.
Gedanken sind Deine wahre Macht - wenn Du Gedanken verstehst, bist Du wahrhaft mächtig !

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13

Mittwoch, 17. Juni 2009, 22:23

Ahmadinedschads eigentlicher Gegenkandidat war Rafsanjani. Er war der Unterstützer hinter Mousavi.

Vor den Wahlen hat es ein TV-Rededuell zwischen Mousavi und Ahmadinedschad gegeben, bei dem A. gesagt hat:

Zitat

Today it is not Mr Mousavi alone who is confronting me, since there are the three successive governments of Mr Mousavi, Mr Khatami and Mr Hashemi [Rafsanjani] arrayed against me.


Danach zeigte er auf Rafsanjani als denjenigen, der ein Komplott gegen ihn geplant hat und sagte:

Zitat

Rafsanjani promised the fall of his government to Saudi Arabia.


Rafsanjani wendete sich daraufhin an Khamenei (das geisliche Oberhaupt) und forderte, A solle das zurücknehmen sonst müßten 'legale Maßnahmen' ergriffen werden - was auch immer er damit meinte. Khameinei tat allerdings nichts...

Zitat

Khamenei did the worst thing possible to Rafsanjani. He simply ignored the "Shark".

The IRGC and the Basij volunteers running into tens of millions swiftly mobilized. They coalesced with the millions of rural poor who adore Ahmadinejad as their leader. It has been a repeat of the 2005 election. The voter turnout has been an unprecedented 85%. Within hours of the announcement of Ahmadinejad's thumping victory, Khamenei gave the seal of approval by applauding that the high voter turnout called for "real celebration".

http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=13996

Ist wohl alles nicht so einfach. Andere Länder, andere Sitten.
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14

Mittwoch, 17. Juni 2009, 23:08

Korrigiere mich

Irgendwie scheinen sich die Anzeichen zu verdichten dass die Wahl doch massiv manipuliert wurde. Was ja leicht möglich wäre da es keine Wahlbeobachter gab. Somit könnten sich doch eine Mehrheit gegen das Mittelalter und für 1930 entschieden haben. Bin gespannt wie das weitergeht. Eine friedliche Lösung des Atom-Konfliktes wäre jedenfalls besser als Israel zur Notwehr zu zwingen.

15

Mittwoch, 17. Juni 2009, 23:46

friedliche lösungen sind immer wünschenswert. sie sind das rote tuch der rüstungsindustrie und des militärs.

notwehr heißt nach meinem verständnis immer noch abwehr in not. das gilt es zu rechtfertigen im fall des falls.
man muss aufpassen, dass schreibspeise nicht zu speischreibse wird

16

Donnerstag, 18. Juni 2009, 06:54

RE: Korrigiere mich

Irgendwie scheinen sich die Anzeichen zu verdichten dass die Wahl doch massiv manipuliert wurde. Was ja leicht möglich wäre da es keine Wahlbeobachter gab. Somit könnten sich doch eine Mehrheit gegen das Mittelalter und für 1930 entschieden haben. Bin gespannt wie das weitergeht. Eine friedliche Lösung des Atom-Konfliktes wäre jedenfalls besser als Israel zur Notwehr zu zwingen.

Gestern hab ich mir nochmal die Nachrichten zum Thema angeschaut. Ist ja Thema Nr. 1 in Deutschland und die deutschen Medien sind ganz vorne dabei, wenn es darum geht auf den Iran einzuschlagen. Kein einziger Anhänger des gewählten Präsidenten kam bei uns im TV bisher zu Wort. Nur einseitig die Gegner und da wurden die von der übelsten Sorte rausgeholt.

Nein, es war kein Wahlbetrug, da bin ich mir ziemlich sicher. Der Gegner Ahmadinedschads, Rafsanjani, ist einer der reichsten Männer im Iran. Ihm gehört praktisch alles und ihm stinkt die Politik der Regierung, weil die für die Armen gemacht wird. Rafsanjani wollte also Mousavi als Präsidenten haben und hat den Revolutionsrat beeinflusst, der wiederum beratend auf das geistliche Oberhaupt Khamenei einwirken sollte. 14 Mitglieder dieses Rates konnte Rafsanjani auf seine Seite ziehen. Doch K. hat sich nicht beeinflussen lassen und A. weiter unterstützt. Das Wahlergebnis hat ihm Recht gegeben, denn das Volk wollte Ahmadinedschad und hat ihn gewählt.

Es würde mich nicht wundern, wenn auf Khamenei demnächst ein Anschlag verübt wird - mit CIA Unterstützung oder so.
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17

Donnerstag, 18. Juni 2009, 13:14

Mir fiel bei meiner Begutachtung der Iranischen Szene auf, dass die Plakate alle auf Englisch gedruckt sind


In der heutigen Kronenzeitung ist sogar ein Bild mit deutschsprachigen Slogans abgebildet! Leider habe ich die Zeitung nicht mehr, die wurde schon weitergegeben, sonst hätt ich das Bild noch hier reingestellt! :kopfkratz:

18

Donnerstag, 18. Juni 2009, 23:58

Was hat die Wahl im Iran mit dem Zwölften Imam zu tun? – Eine tiefer gehende Analyse

Da "unsere" Medien begriffen haben dürften dass sie sich mit der "Berichterstattung der grünen Revolution" wieder nur ins Knie geschossen haben, wird es Zeit für eine tiefer gehende Analyse. Ein aufschlussreicher Artikel über die Geschehnisse der vergangenen Tage im Iran.

Zitat

Das Wahlergebnis im Iran ist inzwischen definitiv, und Neuwahlen wird es nicht geben! Die Islamische Revolution hat eine neue höhere Stufe der Entwicklung mit einem enormen Maß an innerer Läuterung beschritten, und der Westen hat dabei alles verloren, was er sich in den letzten Jahren versucht hat aufzubauen im Iran.

Doch um das zu verstehen muss man die Westbrille abnehmen und die Geschichte, Kultur und Religion des Landes erheblich besser kennen, als es westhörige Hofjournalisten, die nur in Schublanden denken können, jemals verstehen werden. Sie denken, dass man entweder für den Westen oder gegen die Zivilisation sei. Aber im Iran wird gerade die intensive Hegemonialarbeit der Westlichen Welt von vielen Jahren demontiert. Und in diesem Zug wird gründlich aufgeräumt, auch mit korrupten Mullahs im Land!

Der Zwölfte Imam ist bekanntlich aus der Verborgenheit heraus verfassungsmäßiges Oberhaupt der Islamischen Republik Iran und Imam Chamene’i ist “nur“ dessen Stellvertreter. Zugegebenermaßen kann man mit solch einer Argumentation dem eher materiell orientierten Bürger der Westlichen Welt kaum die derzeitigen Geschehnisse um die Islamische Republik Iran erklären. Aber für ein tiefer gehendes Verständnis ist diese Kenntnis zumindest hilfreich. Die absolute Mehrheit der Bevölkerung im Iran, ob jung, ob alt, gebildete Schicht oder weniger gebildet, ob Arbeiter oder Hochschullehrer, sie alle glauben daran, dass der Zwölfte Imam ihr erwarteter Erlöser ist und aktiv wirkt. Ganze Scharen von Bussen fahren Donnertag Abends in die Wüste vor Qum, um die berühmte Moschee des Imam Mahdi in Dschamkaran aufzusuchen, eine Moschee, von deren Existenz viele Westliche Journalisten gar nichts wissen. Um im Iran zu wissen, ob man es bei seinem Interview mit einem halbwegs repräsentativen Staatsbürger der Islamischen Republik Iran zu tun hat, müsste ein Journalist eigentlich nur die Frage nach dem Zwölften Imam stellen. Jene Schickimicki-Puppen aus Nord-Teheran, die westliche Journalisten so gerne vor die Kamera rufen, und die mit an Zauberkunst grenzender Geschicklichkeit zeigen, dass ein Kopftuch hinter den Haaren hängend doch nicht runterrutschen kann, glauben weder an den Zwölften Imam noch akzeptieren sie die Verfassung der Islamischen Republik Iran. Westliche Journalisten – leider allen voran deutsche – kennen im Wesentlichen aber nur jene Verfassungsfeinde im Iran. Sie zeigen nur diese und reden nur mit diesen, wie heute z.B. das heute-journal einen ehemaligen Flugzeugentführer und Aufrufer zum Sturz als “Experten“ vorgestellt hat.

Wie viele Ahmedinejat-Befürworter hat der von “Ausgewogenheit“ und “Freiheit“ träumende Westbürger in den letzten 5 Tagen hören dürfen? Ja, er hat die Freiheit, das Diktat der Westpresse anzunehmen, nur eine bestimmte Meinung hören zu dürfen! Dabei muss man nicht an den Zwölften Imam glauben, um die Geschehnisse zumindest halbwegs zu verstehen. Allein das entspannte strahlende Gesicht Imam Chamene’is am Folgetag nach den Wahlen bei einer Veranstaltung zum Geburtstag Fatimas (a.) hätte genügt, zu verstehen, dass hier etwas “Größeres“ im Gang ist, aber auch das wurde ja nicht gezeigt.

Wenn man einmal den Aspekt des Zwöften Imams weglässt, so gibt es zumindest ein Ereignis aus der Vergangenheit, an das zu erinnern hilfreich ist, um die heutigen Geschehnisse besser zu verstehen. Als das heutige religiöse Oberhaupt Imam Chamene’i selbst Präsident der Islamischen Republik Iran war und Mousawi Ministerpräsident, gab es eine bedeutsame verbale Auseinandersetzung zwischen beiden. Imam Chamene’i wollte die Position des religiösen Oberhauptes – damals Imam Chomeini – stärken, wohingegen Mousawi eine Schwächung bewirken wollte. Zur Überraschung aller stärkte Imam Chomeini damals zunächst die Position Mousawis. Es war die ultimative Meisterprüfung des Vertreters des Zwölften Imams (der Westleser möge verzeihen, dass es hier wieder erwähnt wird) für seine Nachfolge, was damals aber kaum jemand verstand. Der damalige Präsident Imam Chamene’i reagierte unverzüglich, nahm seine Position zurück und unterstützte die Position Imam Chomeinis. Es ging nicht um den Konflikt, sondern um die Selbstbeherrschung und Loyalitätsbereitschaft. Es ging darum, seine eigene Position für eine größere Sache zurück zu stecken.

Imam Chamene’i hat jene letzte Meisterprüfung glorreich bestanden. In der Folge wurde die Position des Ministerpräsidenten abgeschafft und Imam Chomeini legte alle Weichen, dass Imam Chamene’i sein Nachfolger werden möge. Mousawi, der damals scheinbar zuerst recht bekommen hatte, war sang- und klanglos untergegangen und mit ihm seine Position. Er war der letzte Ministerpräsident Irans. Das liegt über 20 Jahre zurück. Und seit 20 Jahren hat Mousawi jene Rechnung offen. Er hat nicht die Ideale der Islamischen Revolution im Sinn. Imam Chamene’i hat ihn in der Nacht nach den Wahlen empfangen und ihm die Chance zur eigenen Läuterung gegeben, sowie mit erhobenen Haupt seinen Fehler zu bereinigen. Aber er hat das Angebot zuerst nicht angenommen, um dann zu erkennen, dass sein Handeln zu sieben Toten geführt hat! Sieben Tote, die versucht haben, gewaltsam in ein Militärlager einzudringen, um sich Waffen zu beschaffen. Sieben Tote wegen Westlicher Aufhetzung. Erst jetzt – zu spät – hat er sich zumindest etwas besonnen und weitere Teilnahmen an Demonstrationen abgesagt. Dabei war er nur “vorgeschickt“.

Es gibt aber weitere Personen, die “Rechnungen“ mit Imam Chamene’i offen haben. Da ist zum einen der ehemalige Präsident Rafsandschani. Er wurde bei den Verhandlungen des Expertenrats um die Nachfolge von Imam Chomeini im Rahmen einer Dreierspitze mit vorgeschlagen. Aber er wurde nicht gewählt. Die Mehrheit der Experten hat ihn nicht einmal in Erwägung gezogen. Danach hat er u.a. als Präsident eine Machtposition im Land aufgebaut, die zumindest nach Vorstellung von Ahmedinejat an Korruption grenzte. In seinem Wirken gegen Korruption hat sich Ahmedinejat auch Rafsandschani zum Gegner gemacht. Immer wenn Rafsandschani dazu in der Lage war, hat er ein Gesetzesvorhaben Ahmedinejads blockiert bzw. behindert. Insbesondere die Aufklärung einiger Korruptionsvorwurfe gegen frühere Beamte wurden behindert.

Und Ahmedinejat hatte diesbezüglich viele Gegner. Eine ganze Kaste von korrupten Geistlichen, die westlichen Journalisten gegenüber sehr empfänglich waren (insbesondere wenn es auch eine Bezahlung für das Interview gab), entwickelte sich zu einem Parasiten der Islamischen Revolution, der eine viel größere Bedrohung darstellte, als alle Aktionen der Westlichen Welt zusammen. Die mehrheitlich revolutionäre Jugend, die politisch sehr gebildete, spirituell entwickelte und vor allem antiimperialistische Jugend, ging nicht mehr in die Moscheen solcher Mullahs, sondern zu “Laien“, wie Ahmadinejat und seinesgleichen, weil sie dort den Geist der Islamischen Revolution erkannten. Diese Lage war auch im Ausland bei manchem Iranischen Geistlichen zu spüren. Sie schusterten sich die Posten zu und hatten wenig mit der wahren immerwährenden inneren Revolution zu tun. Zahlreiche Geistliche verhinderten alle möglichen Reformversuche Imam Chamene’is, zur Bekämpfung von Korruption. So hat Imam Chamene’i z.B. gleich mehrfach versucht, verbindliche Kriterien und Prüfungen vorzuschlagen für das Tragen von Titeln, wie Ayatollah usw., aber jene Kaste wehrte sich mit Händen und Füßen dagegen! Das hatte zur Folge, dass manch weniger Revolutionärer sich selbst Ayatollah nannte, während die wahren bescheidenen Geistesgrößen sich nicht solche Titel gaben. Nachdem die ganze Welt schon die wahre Größe Imam Chamene’is erkannt hatte und er im Libanon von den Geistlichen “Imam“ genant wurde, führten die Geistlichen in der Gelehrtenstadt Qum ihn in ihrer Gelehrtenliste an fünfte Stelle! Derjenige, der laut Verfassung der “Imam der Umma“, also der Imam aller Muslime, die sich zu ihm bekennen, ist, sollte gemäß jener Gelehrten-Kaste “nur“ Nummer fünf sein. Manche haben bis heute nicht verstanden, dass der Revolutionszug an ihnen vorbei gefahren ist. Aber Ahmedinejat war für sie ein Dorn im Auge, denn er bekämpfte die materielle Orientierung derartiger Gelehrter und die daran gekoppelte Korruption. Wenn also dieser Tage aus der Gelehrtenstadt Qum zur Freude ahnungsloser Hofjournalisten des Westens ein Protestbrief gegen die Wahlen kam, dann ist er genau von solchen “Gelehrten“ unterzeichnet. Und jetzt ist angesichts des Schadens das Schweigen über jene Gelehrten auch zu Ende!

“Geistiges“ Oberhaupt jener Gelehrtenkaste ist Rafsandschani. So lange Präsidenten, wie Chatami regierten, die selbst eine gewisse Vorliebe für ein auch äußerlich ansehnliches Präsidentendasein hatten, gab es keine Gefahr für alle Rafsandschanis. Die Scherze, die das Volk mit seinem stets zunehmenden Besitz machten, wie z.B. “Rafsandschani-Air“ für die Fluggesellschaft “Mahan-Air“ konnte er gut verkraft und es war sogar Werbung für ihn. Rafsandschani, Chatami und Mousawie sollten das starke Dreiergespann sein, dass sich gegen Imam Chamene’i stellt. Aber sie haben die Rechnung ohne das Volk und ohne den Zwölften Imam gemacht.

Mit Ahmedinejat hat sich das Volk für ein anderes Kaliber an revolutionärer Wahrhaftigkeit entschieden. Der lebte die Bescheidenheit selbst vor und bekämpfte die Korruption mit aller Härte! Aber einen verkrusteten Apparat von so vielen Jahren konnte man nicht von heute auf Morgen umwälzen. Zudem hatte er zusammen mit Imam Chamene’i immer die schwierigere Situation. Muslime können und dürfen ihre Widersacher nicht immer mit den gleichen Methoden bekämpfen, mit denen sie bekämpft werden. Wenn z.B. der Gegner öffentlich verleumdet, darf ein Muslim das dennoch nicht usw.! Aber wenn der Imam nicht immer deutlich werden konnte, dann haben seine Anhänger es jetzt getan. Bei den Demonstrationen zu seiner Unterstützung gab es – im Gegensatz zu früher – kein einziges Rafsandschani-Bild mehr. Das wäre doch ein Detail, über das man hätte berichten können, aber wie soll man etwas berichten, was man nicht versteht?

Schon früh war klar, dass der im Volk höchst beliebte Ahmedinejat klar gewinnen würde. Das haben auch Umfragen des CIA vor den Wahlen belegt! Also musste der Westen einen Plan ausarbeiten, der jenen Wahlsieg madig machen sollte, Leute auf die Straße bringt, Unruhen erzeugt und dadurch die Erfolge des Wahlsieges zumindest vermindert. Aber genau das Gegenteil ist eingetreten.

Zunächst einmal war Ahmedinejat heute bei einer Konferenz der Schanghai-Gruppe in Russland. Wenn die Prostete nur halb so groß wären, wie im Westen behauptet, wäre er nicht gereist. Fast alle großen asiatischen Regierungschefs und Russland haben ihm gratuliert und ihm – obwohl er nur einen Beobachterstatus hat – als Redner herzlich begrüßt. In der Rede hat er über den Untergang des Kapitalismus und die Westliche Welt gesprochen, was mit stehenden Ovationen begleitet wurde! Wo waren denn all jene Journalisten, die jede brennende Mülltonne im Iran persönlich interviewt haben. Wurden sie hier auch behindert? Warum haben sie dieses so bedeutsame Ereignis ihren eigenen Bevölkerungen vorenthalten? Da spricht ein Staatschef vor den größten Wirtschaftsmächten Asiens und verkündet unter Applaus den Untergang des Westens – obwohl er ja angeblich nur durch Wahlbetrug an die Macht gekommen sei – und die Bürger der Westlichen Welt dürfen darüber nichts erfahren?! Wo gibt es Zensur? Ist Gleichschaltung nicht viel schlimmer?

Die Unruhestifter haben auf der einen Seite die Disziplin und auf der anderen Seiten die Opferbereitschaft der Mehrheit im Iran unterschätzt. Die sind – ob es dem Westen passt oder nicht – bereit, im Notfall ihr Leben für den Zwölften Imam zu geben, denn das ist ihr Glaube! Sie glauben an Gott und nicht an das Kapital! Die Vertreter der Westlichen Dienerschaft würden nicht einmal ihre Schminke opfern!

Mousawi hat sich zumindest teilweise aus der Randale ausgeklinkt. Dennoch haben einige weitergemacht. Jetzt wird es darum gehen, die Hintermänner herauszufinden. Einer der Hauptakteure der Geschehnisse ist in der Versenkung verschwunden. Von Rafsandschani hat man seit einigen Tagen absolut nichts gehört, obwohl er sich sonst sehr oft meldete! Er ist in einer Zwickmühle. Erklärt er die Wahlen für gefälscht, dann outet er sich als Drahtzieher der Entwicklung und stellt sich offen gegen Imam Chamene’i und riskiert all sein Kapital. Erklärt er die Wahlen für legitim, unterschreibt er weitere vier Jahre, die sich gegen seinen Reichtum wenden könnten und gegen eine ganze Kaste von Mullahs, die Imam Chamene’i das Leben schwer gemacht haben.

Die Westliche Welt wollte mit ihrer Inszenierung das System schwächen. Das Ergebnis ist, dass das System stärker denn je zuvor sein wird, und die Westliche Welt ihren letzten Einfluss in der Region verliert.

Hier kommen wir wieder zum Zwöften Imam zurück, der eben wirkt. Wer an die Verborgenheit glaubt, der glaubt, dass Ahmedinejat mit seiner Ankündigung, dass diese Wahl ein göttlich erhellendes Ergebnis haben wird, den Nagel auf den Kopf getroffen hat. Alle anderen werden die Formulierung für eine typisch orientalische Übertreibung halten. Viele wahrhaftige Mullahs, die an der Korruption manch anderer verzweifelt ist, dürfte jetzt aufatmen und die Ehre der so ehrenvollen und bedeutsamen Geistlichkeit neu aufbauen, in der Loyalität zu Imam Chamene’i. So oder so ist aber vor allem das Volk der Gewinner und mit dem Volk im Iran jeder Bürger dieser Welt, der gegen Korruption, gegen Imperialismus, gegen den Raubtierkapitalismus und für den Einsatz für Gerechtigkeit ist. Wir gratulieren!
http://www.muslim-markt.de/forum/messages/784.htm

19

Freitag, 19. Juni 2009, 15:04

So läuft das eben in einer islamischen "Demokratie"

Ihr wählt und wir sagen euch was ihr gewählt habt. Und wenn ihr bemerkt dass wir euch bescheissen dann gibt es eben Prügel.

Meiner Meinung nach schließen sich Islam und Demokratie gegenseitig aus.

20

Freitag, 19. Juni 2009, 15:23

Meiner Meinung nach schließen sich Islam und Demokratie gegenseitig aus.
Da kann man der islamischen Welt nur gratulieren, wenn da so ist - aber das hindert trotz allem die Amis nicht, auch dort mittels Krieg und Gewalt diese unsinnige Staatsform zu installieren.

Wie viele Augen drückst du eigentlich bei den westlichen "Diktatoren" zu, um deren verwerflichen Schandtaten nicht zu sehen. Vermutlich eines, denn mit dem anderen hast nix anderes im Blick, als die von den westlichen Medien verkauften "Bösewichte" Iran, Korea usw.

Zwick dir bloß dein Augerl nicht ein!
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