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Montag, 15. Juni 2009, 21:44

Flugparanoia

ich hab das wochenende in berlin verbracht und dabei entdeckt, dass die flugsicherheitsbehörden sogar noch paranoider sind, als ich ohnehin schon angenommen hab.

ich hab nämlich ein zippo. für alle nichtwisser: zippos, das sind feuerzeuge, die innen mit watte gefüllt sind, in die sich das feuerzeugbenzin so richtig schön reinsaugen kann. jetzt darf man, und das hab ich gewusst, im handgepäck oder in der hosentasche während des flugs ein gasfeuerzeug mit sich führen (ich glaub sogar bis zu zwei stück), aber nie, um kein geld der welt, ein benzinfeuerzeug, denn das ist GEFÄHRLICH! (ich hab mal ein gasfz. zu boden geschmissen, da ist es explodiert. beim zippo hab ich es nicht ausprobiert, aber ich glaube, es würde höchstens ganz normal kaputt gehen.) mein zippo wollt ich nun nicht allein zu hause lassen, deshalb hab ichs in meine reisetasche gesteckt und die tasche am flughafen in schwechat aufgegeben. das war alles kein problem. im hotel in berlin war die tasche unversehrt und das zippo ebenso.

beim rückflug hab ich das zippo wieder in die reisetasche gesteckt, weil ich nicht wollte, dass mir eine grimmige kontrolleurin mein geliebtes kleines zippofeuerzeug wegnimmt und es vor meinen augen in ihrer faust zerdrückt (die schauen aus, als wären sie in der lage dazu). mein gasfeuerzeug haben sie mir anstandslos durchgehen lassen in berlin tegel.

zuhause öffne ich die tasche und - welche überraschung - ich finde zwei blatt papier mit folgenden lettern (gekürzt):

Zitat

Sehr geehrter Fluggast,
Ihr Gepäck wurde einer Röntgenkontrolle der Luftsicherheitsbehörde unterzogen und danach zu [sic!] einer weiteren Überprüfung zugeführt, da Anlass zur Nachkontrolle bestand. Dabei
wurden folgende Gegenstände in einen flugtauglichen Zustand versetzt:
1x Watte + Docht
vernichtet

Ihr Gepäck wurde von Beauftragten des Flughafens im Beisein des Mitarbeiters der Luftsicherheitsbehörde wieder verschlossen und gesichert.


das andere blatt informierte mich darüber, dass dieser vorgang rechtens, im beisein von ausreichend qualifizierten fachkräften und deshalb ohne info an mich durchgeführt wurde, da der flugbetrieb ansonsten zu leiden habe.

die haben wirklich von meinem zippo das innenleben entfernt! den feuerstein ließen sie aber drin, was ich ein bisschen inkonsequent finde, wenn man an die funkengefahr denkt...
findet ihr das normal? ich meine, mit einem gasfeuerzeug kann man in der flugkabine eine kleine explosion auslösen, aber ein verschlossenes benzinfeuerzeug, noch dazu im gepäck, zu dem ich keinen zugang habe, stellt ein erhebliches sicherheitsrisiko dar... ich hoffe nur, sie haben mit ihren drecksfingern meine schmutzwäsche nicht unnötig beschmutzt. und das zeigt natürlich auch, wie tüchtig die deutschen beamten gegenüber ihren österreichischen kollegen arbeiten.

also, liebe schmuggler, niemals bei einem flug in einem zippo irgendwas verstecken, das nicht gefunden werden will!!!
man muss aufpassen, dass schreibspeise nicht zu speischreibse wird

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ASY

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2

Montag, 15. Juni 2009, 22:01

Diese Geschichte ist so grotesk, dass sie unbedingt auf Net-News-Global muss. Ich würde meinen Dienst quittieren, so ich solche Aufträge durchführen müsste, weil das eine Entwürdigung meiner Auffassungsgabe wäre.

Schön, dass unter uns Artgenossen leben, die für ein Butterbrot jede Drecksarbeit erledigen. :depress

3

Montag, 15. Juni 2009, 22:59

Schön, dass unter uns Artgenossen leben, die für ein Butterbrot jede Drecksarbeit erledigen. :depress


unsere gesellschaft strotzt von solchen leuten, ich bin fast versucht zu sagen, sie lebt davon. sadistische tierschlächter, asoziale ubahnkontrolleure, prügelnde polizisten, pharmakonzernhörige (v.a. praktische) ärzte - hier stimmt das "butterbrot" nicht ganz - und so weiter und so fort. alles staatsnahe, vom krankenkassenbetrieb über die bundesbahn bis zu den pflegestellen ist durchsetzt mit menschen, die nach dem saudämlichen motto "irgendwer muss es ja machen, und wenn ich's nicht mach, macht es ein anderer" arbeiten. (ein denkbares motto der wirtschaft: "'irgendwer' kann es nicht machen, also mach ich's.")

die ddr beispielsweise konnte sich nur durch ein spitzelwesen erhalten, das schätzungen zufolge zehn prozent der gesellschaft ausgemacht hat. ich hab die quelle leider nicht mehr im kopf. dieses potential ist immer und überall vorhanden, es müssen nur die rahmenbedingungen stimmen. da hab ich schon wieder mitleid mit einem flughafenbediensteten, der meint, für sicherheit zu sorgen.

eingedenk der hochkomplexen elektrochemischen vorgänge im menschlichen körper eigentlich ein wunder, dass ein menschlicher körper überhaupt noch fliegen darf und nicht wie die watte meines armen zippos "in einen flugtauglichen zustand versetzt" und "vernichtet" wird. vermutlich deshalb der prophetische name der linie: "aua"
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4

Montag, 15. Juni 2009, 23:12

was die spitzel in der ddr betrifft, muss ich meine angaben korrigieren - wenns denn stimmt:

http://www.welt.de/politik/article178323…er_gedacht.html
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5

Montag, 15. Juni 2009, 23:26


Schön, dass unter uns Artgenossen leben, die für ein Butterbrot jede Drecksarbeit erledigen. :depress

Eine Bekannte von mir macht so einen Job. In Wechselschicht und für 1000 - 1100 Euro. Besser wie arbeitslos und HartzIV.

Was sollen die Leute denn machen?
People who lie to others have merely hidden away the truth, but people
who lie to themselves have forgotten where they put it.

ASY

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6

Montag, 15. Juni 2009, 23:56

was die spitzel in der ddr betrifft, muss ich meine angaben korrigieren - wenns denn stimmt:

http://www.welt.de/politik/article178323…er_gedacht.html
Ich glaube, dass der Westen die Angaben stark manipuliert, um den Leuten einzureden, der Wandele DDR auf BRD sei ein massiver Gewinn.
Was sollen die Leute denn machen?
In Österreich sagen wir "Pfuschen" - also jeder möglichen Schwarzarbeit nachgehen. Unserer Regierungen haben doch längst bewiesen, dass die soziale Sicherheit nicht existent ist und lediglich lauter stinkt.

7

Dienstag, 16. Juni 2009, 00:58

es ist aber nicht nur die soziale sicherheit, die mit entprivatisiertem, steuerlichem geld betrieben wird, und wenn sie es ist, kann sie auch gut und notwendig sein. man könnte sicher noch einigen vom staat bezahlten unsinn aufzählen, es fragt sich halt, ob die übrigen steuern wie grunderwerb(s)teuer, vermögensteuer, mehrwertsteuer, kirchensteuer etc., die wir bedingt oder unbedingt zu zahlen haben, wirklich notwendige infrastrukturen wie feuerwehren, schulen, straßen, sozialwesen und einige mehr, und - meiner meinung nach: polizei und kirche, aufrechterhalten können. also "notwendige", wenn man von größeren menschlichen gefügen als der familie spricht. über überfällige reformen in den beamtenapparaten brauchen wir an dieser stelle ja nicht unbedingt zu reden.
ich könnte mir allerdings vorstellen, dass eine geringe steuerbelastung dem menschen nicht im weg stehen würde zu einem einigermaßen gesicherten und zufriedenen leben, soweit der staat die möglichkeiten dazu bereitstellen kann und muss. ich hab keine ahnung, wieviel geld steuerlich insgesammt verpufft wird. aber wozu steuergeld gut sein soll, wird wohl jeder ein bisschen anders beurteilen. auch die, die's verwalten.
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8

Dienstag, 16. Juni 2009, 13:50

Schön, dass unter uns Artgenossen leben, die für ein Butterbrot jede Drecksarbeit erledigen. :depress
:shock: wat ne story....da sollte man sich mal wirklich schlau machen, ob die das rein rechtlich dürfen. mir scheint doch eher, dass die kasper ihre flughafenvorschriften dem eigentlichen gesetz vorziehen. was interessiert denn schon ob der flugbetrieb zu leiden hat????

und ja...die von dir angesprochenen ziehen sich aber durch fast alle berufe. mediennutten, die ARGEN, der grüne verein usw...denen sind die paar kröten im monat ausreichend um ihre seelen zu verkaufen.

naja..und zur abwechslung habe ich hier auch mal ein nettes viedo, allerdings gehts da um eine "sprite": :oooch:

Zitat

Ein Irak-Kriegsveteran wird beim Eincheckversuch am Las Vegas Flughafen von Polizisten geschlagen und getasert. Der Streit wurde im Prinzip ausgelöst weil der Soldat eine Sprite-Flasche (=Terrorflüssigkeit) mit an Bord des Flugzeuges nehmen wollte.
Ob dass wohl die "Freiheit" ist, die der Veteran in Irak und Bosnien verteidigen sollte?


nun gut, vielleicht war ihm das ja ne lehre, dass er sich von verbrechern hat in einen krieg schicken lassen um dann anschließend belohnt zu werden. ;)

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9

Dienstag, 16. Juni 2009, 14:29

Dein Erlebnis zeigt uns, wie tief unser "Wertempfinden" schon gesunken ist, so sich ja auch ISS noch mit dem Spruch: "Was soll er den machen" (Ihr Bekannter) zufrieden gibt. Ebenso, wie es immer genügend Menschen geben wird, die die "Drecksarbeit" der Menschenunterdrücker erledigen werden (egal für wie wenig Geld auch immer), so wird es immer die dazugehörige Menge Menschen geben, die dies klaglos akzeptieren, oder deren Gegenwehr bei der Frage: "Was soll ich/er denn dagegen machen" aufhört.

Ich kann allen nur zur Antwort geben:
"Es einfach nicht zu machen", was schon mal gar keine Handlung wäre, die somit auch niemanden schaden könnte.

das andere blatt informierte mich darüber, dass dieser vorgang rechtens, im beisein von ausreichend qualifizierten fachkräften und deshalb ohne info an mich durchgeführt wurde, da der flugbetrieb ansonsten zu leiden habe.
Was uns bestätigt, dass ein jeder Mensch, der ein Zippo Feuerzeug besitzt und Watte und Docht entfernen kann, auch eine "ausreichend, qualifiziete Fachkraft" ist. Gibt es dafür einen WIFI-Kurs, um zu erlernen, was im Grunde ein jeder Depp kann? War auf dem Info-Blatt denn auch die genaue Bezeichnung des "rechten Vorgangs" angeführt? Oder reicht es jetzt schon aus, etwas einfach als "rechtens" zu bezeichnen, um daraus Recht werden zu lassen?
Ob dass wohl die "Freiheit" ist, die der Veteran in Irak und Bosnien verteidigen sollte?
Ganz genau so sehe ich das - wenngleich es auch mehr als beschämend ist, wenn man die Wahrheit erkennen muss.
Die Freiheit, die uns alle zu unwissenden Sklaven macht, weil wir dann nicht mehr in der Lage sein werden uns gegen so viel "Freiheit" zu verteidigen. Und auch kein anderer wird uns dann mehr aus dem Würgegriff der "Freiheit" befreien können.
Gedanken sind Deine wahre Macht - wenn Du Gedanken verstehst, bist Du wahrhaft mächtig !

10

Dienstag, 16. Juni 2009, 16:40

War auf dem Info-Blatt denn auch die genaue Bezeichnung des "rechten Vorgangs" angeführt? Oder reicht es jetzt schon aus, etwas einfach als "rechtens" zu bezeichnen, um daraus Recht werden zu lassen?


hervorhebung durch mich:

Zitat

Sehr geehrter Fluggast,
in Umsetzung der geltenden Sicherheitsbestimmungen der Zivilluftfahrt ist eine lückenlose Kontrolle des Gepäcks durch die zuständige Luftsicherheitsbehörde sicherzustellen (§ 5 Abs. 3 Luftsicherheitsgesetz). Diese Kontrollen dienen Ihrer Sicherheit. Dabei ist aufgegebenes Gepäck, welches bereits im Röntgengerät kontrolliert wurde, einer weiteren Überprüfung zu unterziehen, wenn die Ungefährlichkeit nicht zweifelsfrei bewertet werden konnte

Die erneute Zusammenführung des Gepäcks mit dem Fluggast würde den gesamten Abfertigungsablauf negativ beeinflussen und für viele Fluggäste, ggf. also auch für Sie, und den Flughafen eine erhebliche Belastung darstellen. Um die Abfertigungsprozesse in Ihrem Interesse so reibungslos wie möglich zu gestalten und eine höchstmögliche Flugpünktlichkeit zu gewährleisten, werden diese weiteren Gepäcküberprüfungen am Flughafen Tegel weigehend ohne Beisein des Passagiers durchgeführt. In diesem Fall normiert das Gesetz den Flughafen, die Gepäckstücke zu öffnen (§ 8 Abs. 1 Nr. 3 LuftSiG). Dazu öffnen speziell qualifizierte Mitarbeiter die Gepäckstücke in Anwesenheit des Mitarbeiters der Luftsicherheitsbehörde, der die Kontrolle durchführt. Das Prüfergebnis wird auf umliegendem Öffnungsprotokoll schriftlich festgehalten (Vier-Augen-Prinzip). Da die Durchführung des Verfahrens in unmittelbarer Nähe der Gepäckverladung stattfindet, kann eine hohe Flugpünktlichkeit sichergestellt werden.

Dieses am Flughafen Berlin-Tegel angewandte Verfahren wird auch an anderen deutschen Verkehrsflughäfen erfolgreich praktiziert.

[...]


abseits vom thema möchte ich aber noch erwähnen, dass die berliner superliebe leute sind und die stadt wirklich, wirklich sehenswert ist. ein echter kulturschock auch nach nur zwei tagen, wieder mit typischen wienern konfrontiert zu sein (da gibts natürlich auch liebe, ich weiß, so wie es vermutlich depperte berliner gibt).
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