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Montag, 20. Juli 2009, 01:04

Straßenschlachten in Jerusalem: Orthodoxen Juden halten Staatsvertreter für "dreckige Zionisten"

Zitat

Krawalle: Der Aufstand der orthodoxen Juden in Jerusalem


Von Michael Borgstede 19. Juli 2009, 17:01 Uhr
Es begann mit Protesten gegen die Öffnung eines Parkhauses am Sabbat. Nun fliegen in Jerusalem benutzte Windeln und Steine auf Polizisten. Die orthodoxen Juden halten Staatsvertreter für "dreckige Zionisten", lehnen die weltliche Macht ab. Dahinter steht die Grundfrage, wie jüdisch der jüdische Staat sein soll.

Vor kurzem noch flogen im orthodoxen Viertel Mea Shearim die Steine, doch jetzt ist es wieder ruhig. Züchtig gekleidete Frauen schleppen prall gefüllte Einkaufstaschen durch die Gassen, Männer mit allerlei exotischen Kopfbedeckungen eilen, einige heilige Bücher unter dem Arm, zu ihrer Religionsschule. Nichts deutet darauf hin, dass sich vor wenigen Tagen einige dieser vorbeihuschenden Gestalten schwere Straßenschlachten mit der Polizei lieferten.

Hunderte orthodoxer Juden waren Ende vergangener Woche an die Hauptverkehrsadern der Stadt gezogen und hatten den Verkehr blockiert, ehe die Polizei sie mit Wasserwerfern zurückdrängte. „Mörder“ und „Nazis“ schrien sie den Polizisten zu, bewarfen die Sicherheitskräfte mit benutzten Windeln, vergammeltem Obst, aber auch mit Steinen und Flaschen. Es war nicht die erste Kundgebung dieser Art: Seit Wochen ziehen regelmäßig randalierende Orthodoxe durch die Straßen der Heiligen Stadt. Mehrere Hundert Mülleimer gingen in Flammen auf, 70 Ampeln mussten dran glauben, und zwei Fahrzeuge der Stadtverwaltung wurden demoliert.

Denn der Konflikt zwischen säkularen und orthodoxen Israelis dreht sich seit der Staatsgründung um dieselben Fragen. Wie jüdisch ist der jüdische Staat? Ist Israel schon deshalb ein jüdischer Staat, weil er überwiegend von Juden bewohnt wird und Juden das Recht zur Einwanderung haben, wie einige säkulare Juden glauben? Oder wird Israel seiner Bestimmung nur dann gerecht, wenn das religiöse Gesetz zur Leitlinie seiner Bewohner wird, wie es sich die Orthodoxen wünschen? Seit der Staatsgründung verhindern die Orthodoxen eine Verfassung für den Staat. Nur das biblische Gesetz könne dem jüdischen Staat Verfassung sein, argumentieren sie.

Denn im Gegensatz zu den meist säkularen Staatsgründern hatten gläubige Juden sich die versprochene Rückkehr ihres Volkes in das Gelobte Land nicht als säkulare Siedlungsbewegung vorgestellt. Sie glauben, dass das jüdische Volk nur mit der Ankunft des gottgesandten Messias in das Gelobte Land zurückkehren dürfe. Dementsprechend verhalten fielen die Reaktionen der orthodoxen Gemeinschaft auf die Staatsgründung aus.

Viele Familien haben keinen Fernseher
Viele Gruppierungen haben Wege gefunden, ihren Antizionismus abzuschwächen, ohne dem Staat dabei religiöse Legitimität zu verleihen. Der einflussreiche Lubawitscher Rebbe, MenachemM. Schneerson, war zwar Antizionist und weigerte sich, auch nur den Namen des neuen Staates in den Mund zu nehmen, gleichzeitig unterstützte er aber die Regierung und die Armee aus pragmatischen Gründen: An einem Ort, an dem Millionen Juden leben, habe deren Schutz höchste Priorität. Andere orthodoxe Gruppierungen lehnen den Staat Israel zwar ebenfalls prinzipiell ab, sind aber in bestimmten Bereichen zur Zusammenarbeit mit ihm bereit.

Damit wollen sie zum einen die Missachtung der religiösen Gesetze im weltlichen Israel so gering wie möglich halten. Zum anderen haben sie früh erkannt, dass sie durch die Zusammenarbeit mit der zionistischen Verwaltung ihre eigenen Belange effektiver vertreten können. Die Vertreter dieser orthodoxen Parteien verlassen in der Knesset noch immer das Plenum, wenn die israelische Nationalhymne gespielt wird. Auch den Feierlichkeiten zum israelischen Unabhängigkeitstag bleiben sie fern.

Da viele Orthodoxe aber gleichzeitig von Sozialhilfe und Kindergeld leben und ihre Tage mit dem Studium der Thora verbringen, ist das Verhältnis von säkularen und orthodoxen Juden gespannt. Dabei weiß der säkulare Durchschnitts-Israeli über die Charedim, die Ultraorthodoxen in seinem Land, meist nicht viel mehr, als dass er sie nicht ausstehen kann. Andersherum ist das nicht viel anders: Was genau in den Medien der Säkularen so steht, wissen die meisten Orthodoxen nur vom Hörensagen. Einen Fernseher haben viele Familien nicht, sie lesen nur orthodoxe Zeitungen und hören orthodoxe Radiosender.

http://www.welt.de/politik/ausland/artic…-Jerusalem.html

Der Vollständigkeit halber gebe ich diesen Beitrag rein. Ich bin zwar mit den streng religösen Bestimmungen überhaupt nicht einverstanden, dennoch zeigt es, wie brutalfaschistisch das zionistische Regime mit Glaubensfreiheit umgeht. Null Respekt vor der Würde der Menschen.

Eine Bilderserie gibt es im LInk des Textes.

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2

Montag, 20. Juli 2009, 07:08

RE: Straßenschlachten in Jerusalem: Orthodoxen Juden halten Staatsvertreter für "dreckige Zionisten"

Der Vollständigkeit halber gebe ich diesen Beitrag rein. Ich bin zwar mit den streng religösen Bestimmungen überhaupt nicht einverstanden, dennoch zeigt es, wie brutalfaschistisch das zionistische Regime mit Glaubensfreiheit umgeht. Null Respekt vor der Würde der Menschen.

Eine Bilderserie gibt es im LInk des Textes.
Jetzt wirds absurd. Wenn ein Staat seine Säkularität verteidigt, verteidigt er damit auch die Glaubensfreiheit. Wenn hier steinewerfende Katholiken einen Gottesstaat fordern würden, und unser "Regime" dagegen vorgehen würde, wäre das dann auch ein "brutalfaschistischer" Eingriff in die Glaubensfreiheit? Und was wäre die Alternative?
„Many journalists have fallen for the conspiracy theory of government. I do assure you that they would produce more accurate work if they adhered to the cock-up theory.“
Sir Bernard Ingham

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Montag, 20. Juli 2009, 09:10

Ich weiß nicht was du hast. Ist das Wort von gläubigen Menschen weniger Wert? Kommt es bei dir auch drauf an, wer etwas sagt und nicht was jemand sagt?

Zitat

„Mörder“ und „Nazis“ schrien sie den Polizisten zu,
Hier geht es nicht um einen Gottesstaat, sondern um eine berechtigte Form des Protestes gegen die Unanständigkeit der israelischen Administration.

Der ganze Bericht aus der welt.de ist eine Hetzschrift. So wird erwähnt, dass viele orthodoxe Juden von der Sozialhilfe leben, dass einige davon Kompromisse eingehen. Was hat das mit der Protestkundgebung zu tun?

Es ist eben wie bei uns. Wenn alles Land im Eigentum weniger Menschen ist, die ihr Eigentum nur gegen Geld/Arbeit freigeben, dann müssen Menschen, die am System nicht teilhaben wollen, eben Sozialhilfe beziehen. Sie müssen sich von jenen erhalten lassen, die am System profitieren.

Freihheit ist nicht, wenn ich nur nur beim Malochen für einen fremden Eigentümer Frieden bekomme, Freiheit ist auch nicht, wenn ich für die Feinde der Zionisten Blut zollen muss, obwohl ich die Zionisten gar nicht will.

Du siehst, manche Sachen müssen einfach nur halbwegs fertig gedacht werden.

4

Montag, 20. Juli 2009, 09:16

Seit wann wird denn auf "Systemmedien" zurückgegriffen? Doch nicht etwa, weil es die eigene Meinung stützen könnte? Aber ich sehe dies wohl zu negativ.

Und ja, das Wort eines jeden Menschen hat weniger Wert, wenn es auf Gewalt zurückgreift.
Das Leben ist kein Problem, das es zu lösen, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt.

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5

Montag, 20. Juli 2009, 09:36

Zitat

Ich weiß nicht was du hast. Ist das Wort von gläubigen Menschen weniger Wert? Kommt es bei dir auch drauf an, wer etwas sagt und nicht was jemand sagt?

Zitat

„Mörder“ und „Nazis“ schrien sie den Polizisten zu,
Hier geht es nicht um einen Gottesstaat, sondern um eine berechtigte Form des Protestes gegen die Unanständigkeit der israelischen Administration.
Nein, mir geht es auch darum, warum jemand etwas sagt. Warum beschimpfen sie die Polizisten und die Regierung denn als "Mörder" und "Nazis"? Nicht weil sie bspw. mit der Palästinenserpolitik nicht einverstanden wären, sondern weil die Verknüpfung von Staat und Religion ihnen nicht weit genug geht. Wenn es nach den Ultraorthodoxen ginge, gäbe es keine Palästinensergebiete mehr, sondern nur noch ein Großisrael, siehe Räumung der Siedlungen. Und davon wärst du wohl am wenigsten begeistert.

Zitat

Der ganze Bericht aus der welt.de ist eine Hetzschrift. So wird erwähnt, dass viele orthodoxe Juden von der Sozialhilfe leben, dass einige davon Kompromisse eingehen. Was hat das mit der Protestkundgebung zu tun?
Das wird doch in den nächsten Sätzen haarklein erklärt. Imho wird (für ein Systemmedium^^) der Konflikt zwischen Ultraorthodoxen und Gemässigten sogar recht gut beleuchtet. Zitat: "Dabei weiß der säkulare Durchschnitts-Israeli über die Charedim, die Ultraorthodoxen in seinem Land, meist nicht viel mehr, als dass er sie nicht ausstehen kann. Andersherum ist das nicht viel anders: Was genau in den Medien der Säkularen so steht, wissen die meisten Orthodoxen nur vom Hörensagen. Einen Fernseher haben viele Familien nicht, sie lesen nur orthodoxe Zeitungen und hören orthodoxe Radiosender." Da wird das Problem ganz gut dargestellt: wie immer, man redet nicht miteinander, man redet nur übereinander.
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Montag, 20. Juli 2009, 10:32

Nein, mir geht es auch darum, warum jemand etwas sagt. Warum beschimpfen sie die Polizisten und die Regierung denn als "Mörder" und "Nazis"? Nicht weil sie bspw. mit der Palästinenserpolitik nicht einverstanden wären, sondern weil die Verknüpfung von Staat und Religion ihnen nicht weit genug geht. Wenn es nach den Ultraorthodoxen ginge, gäbe es keine Palästinensergebiete mehr, sondern nur noch ein Großisrael, siehe Räumung der Siedlungen. Und davon wärst du wohl am wenigsten begeistert.
Dem widerspricht aber dieser Teil des Berichtes.

Sie glauben, dass das jüdische Volk nur mit der Ankunft des gottgesandten Messias in das Gelobte Land zurückkehren dürfe. Dementsprechend verhalten fielen die Reaktionen der orthodoxen Gemeinschaft auf die Staatsgründung aus.


Ja warum beschimpfen sie die Polizisten und Regierung? Vielleicht geht es um die herrliche Tugend "Geduld" die bekanntlich nicht sichtbar ist. Der Ungeduldige macht sich ständig bemerkbar, während der Geduldige die Ignoranz seines Herrschers still erträgt - bis ihm eben der Kragen platzt und er den Herrscher für seine Ignoranz bestrafen will.

Freilich ist die Aktion erfolglos, denn wir brauchen nicht zu betonen, dass Israel ein durch und durch faschistisches, auf Chuzpe basierendes Konstrukt ist. Ähnlich einer Mutter, die ihr eigenes Kind heimlich verletzt, um von der Öffentlichkeit Bedauern, Mitleid, unnatürliche Toleranz und Aufmerksamkeit zu ernten - dieses Tun ist auch unter dem Begriff "Münchhausen Stellvertretersyndrom" bekannt.

7

Montag, 20. Juli 2009, 10:51

Nein, mir geht es auch darum, warum jemand etwas sagt. Warum beschimpfen sie die Polizisten und die Regierung denn als "Mörder" und "Nazis"? Nicht weil sie bspw. mit der Palästinenserpolitik nicht einverstanden wären, sondern weil die Verknüpfung von Staat und Religion ihnen nicht weit genug geht. Wenn es nach den Ultraorthodoxen ginge, gäbe es keine Palästinensergebiete mehr, sondern nur noch ein Großisrael, siehe Räumung der Siedlungen. Und davon wärst du wohl am wenigsten begeistert.
Dem widerspricht aber dieser Teil des Berichtes.

Sie glauben, dass das jüdische Volk nur mit der Ankunft des gottgesandten Messias in das Gelobte Land zurückkehren dürfe. Dementsprechend verhalten fielen die Reaktionen der orthodoxen Gemeinschaft auf die Staatsgründung aus.
Dann frage ich mich, warum sie in diesem Staat leben. "Back to Diaspora" wär doch dann die Maxime, bis zur Rückkehr des Messias.
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Montag, 20. Juli 2009, 11:22

Dann frage ich mich, warum sie in diesem Staat leben. "Back to Diaspora" wär doch dann die Maxime, bis zur Rückkehr des Messias.
Diese Frage erstaunt mich, so doch erwähnt wird, dass Orthodoxjuden eher bescheiden leben und vom Zionismus nix wissen wollen - woher sollen sie das Auswanderungskapital hernehmen? Zudem sind sie Juden und darum offen als auch latent verhasst. Mir scheint, dir fehlt die Empathie zu den Problemen jener Menschen, die sich gegen den Zionismus wehren. Juden haben es da besonders unbehaglich.

In Israel wirst du, laut neuem, von der Knesset erlassenem Gesetz, eingesperrt, wenn du den Staat als undemokratisch und faschistisch bezeichnest.

Ich hoffe, du ziehst diese Erkenntnisse demnächst in dein Argumentationskalkül.

Ergänzung: Angeblich gibt es für Juden nur in Deutschland eine Einwanderungshilfe von 50.000 Euros, ob in Österreich das auch so ist, habe ich nicht noch nicht feststellen können. Wenn ich Jude wäre, würde ich sicherlich nicht in das Land der Täter flüchten. :schulter:

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9

Montag, 20. Juli 2009, 11:59

Ähm. Ich formuliere um: warum sind sie denn dem zionistischen Ruf nach dem Wk2 gefolgt? Ja, mir ist klar, dass die meisten zweite Generation sind, aber die stammen fast rundweg aus orthodoxen Familien.
Und wenn sie eher bescheiden leben, wozu brauchen sie dann Auswanderungskapital? ;)
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Sir Bernard Ingham

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Montag, 20. Juli 2009, 12:47

Ähm. Ich formuliere um: warum sind sie denn dem zionistischen Ruf nach dem Wk2 gefolgt? Ja, mir ist klar, dass die meisten zweite Generation sind, aber die stammen fast rundweg aus orthodoxen Familien.
Und wenn sie eher bescheiden leben, wozu brauchen sie dann Auswanderungskapital? ;)

Es wurden ja bereits während der Nazizeit hunderttausende nach Israel 'deportiert'. Anfangs zahlten die Nazis Prämien für Auswanderungswillige. Die Nazis arbeiteten mit den Zionisten zusammen, die sich dann sogar beschwerten, die Nazis sollen ihnen nicht nur Alte und Kranke schicken...

hier gab es mal eine interessante Diskussion darüber: http://forum.politik.de/forum/showthread.php?t=197914
Viele gingen also nicht freiwillig und wer heute in dritter oder vierter Generation dort lebt - was sollen die Menschen machen?
People who lie to others have merely hidden away the truth, but people
who lie to themselves have forgotten where they put it.

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