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Dienstag, 21. Juli 2009, 09:10

Amazon löscht Bücher von Kindles - Eine Studie in Ironie

Disclaimer: Ich halte das folgende Geschehen nicht für gesellschaftsgefährdend, nicht für eine Bestätigung aller Befürchtungen, den Überwachungs- und Unrechtsstaat betreffend.. Der Aufschrei, genau wie bei den dubiosen Phänomenen bei der Amazon-Suche, zeigt für mich viel mehr, dass "das Volk" nicht so blind, taub und stumm ist, wie gewisse Pessimisten annehmen.

Zitat

Amazons Feudalismus
Von Kai Biermann | © ZEIT ONLINE 20.7.2009 - 11:34 Uhr

Bisher dachten viele Menschen, eBooks seien ganz normale Bücher, nur eben schick elektronisch und nicht mehr auf Papier gedruckt. Doch besitzt man die virtuellen Ausgaben wirklich, die man im Internet erworben hat? Dank des Buchhändlers Amazon wird diese Frage im Netz gerade heftig diskutiert. Amazon hat auf den "Kindle"-Lesegeräten seiner Kunden Bücher gelöscht, die diese zuvor gekauft hatten. Legal. Bei Amazon.
[...]
Mehrere hundert Kunden hatten am vergangenen Freitag überrascht feststellen müssen, dass zuvor gekaufte Werke nicht mehr auf ihren Kindles waren. Stattdessen fanden sie auf ihren Accounts die 99 Cents wieder, die sie dafür ausgegeben hatten und in ihren Mailpostfächern eine dürre Entschuldigung des Händlers: Der veröffentlichende Verlag habe nicht die Rechte für den elektronischen Vertrieb besessen, daher habe man die Ausgaben zurückgezogen.
Es dauerte nicht lange, bis sich im Netz wütender Protest erhob. Auf den Seiten des Technikblogs Techcrunch beispielsweise wird die Frage gestellt: "Ernsthaft, warum kommt Amazon nicht auch gleich in unsere Häuser und verbrennt die gedruckten Kopien, wenn sie schon dabei sind?"
Viele Kommentatoren sehen darin eine Bestätigung von Überwachungsängsten und Verfolgungsideen. Nicht zuletzt, da Amazon wohl die Symbolik der gelöschten Werke unterschätzt hat: Wie der Technikjournalist der New York Times, David Pogue, schreibt"Wollen Sie das Beste wissen? Die saftige, feiste, sickernde Ironie? Der Autor, der Opfer dieses Big-Brotherartigen Anschlags wurde, war niemand anders als George Orwell. Und die Bücher hießen 1984 und Farm der Tiere".
Und der FAZ-Blogger Don Alphonso alias Rainer Meyer hält die Löschaktion für den Beleg der Rückkehr der mittelalterlichen Lehen und des Entstehens eines Unterdrückungsinstruments ohne Gleichen: "Kein dreckiger Diktator, Staatsverbrecher und reaktionärer Politiker von Peking über Pjöngjang bis Rom, dem so etwas nicht gefallen würde: Gäbe es keine Bibliotheken mehr, sondern nur noch Kindles, könnte man dem Buchhändler einfach juristisch Druck machen: Ein Knopfdruck, und schon wäre jedes missliebige Werk weg. Bücherverbrennungen sind ein Witz gegen das, was Amazon zu tun in der Lage ist."
[...]
Quelle: zeit.de

Damit hat sich Amazon imho, nach den Manipulationen der Suchergebnisse, mal wieder gründlich selbst ins Knie geschossen.

Auch wenns dort immer so schön leicht ist, auch wenns dort das größte Angebot der Onlinekaufläden gibt, besonders wenn man die US- und UK-Dependancen dazunimmt, werd ich wohl so langsam alles, was es woanders gibt, woanders kaufen.

Meinungen, anyone?

PS: Falls das Thema in der "Imperialismuskritik" für unpassend hält, bitte verschieben.
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Dienstag, 21. Juli 2009, 10:33

Ich finde die Aufregung darüber a bissi übertrieben - und ich wusste bisher gar nicht, was ein Kindle ist.

Diese "Katastrophe" sollte jedoch zum Denken anregen, weil sie beschreibt, wie schnell und einfach das Geschichtswissen ausgelöscht ist. Wenn man sich bisher dachte, es könne ohnehin jedes Wissen dauerhaft auf Computern gespeichert werden, so ist die Täuschung entlarvt.

Alles auf Hardcopy zu haben, hat auch seine Tücken, weil Papier sehr schwer ist und es gibt bei einer Flucht wichtigere Dinge, als das Wissen mitzuschleppen.

Wer diese Umstände bedenkt, sollte auch begreifen, wie durch Vertreibungen, Bombardierungen und sonstige Zerstörung, eine völlig neue, gar nicht geschehene Geschichte erzeugt werden kann; denn die Aggressoren erzählen den Opfern jedes Märchen und die Opfer haben nur jene Mittel zur Verfügung, die ihm der Aggressor und Zerstörer zur Verfügung stellte.

Vielleicht war die Sintflut nix weiter, als ein verheerender, von Imperialisten verursachter Krieg?

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