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71

Freitag, 14. August 2009, 22:19

Du vergisst das Wort "phlegmatisch". ;)

Nein, ernsthaft. Dieser Artikel gibt für mich das wieder, was ich die ganze Zeit hier zu erklären versuche. Ich glaube nicht an einen Mord aus niederen Beweggründen. Ich glaube an einen Unfall wegen menschlichen Versagens. Und ich glaube an menschliches Versagen aufgrund mangelnder Ausbildung, sowohl "technisch" im Sinne von Waffenausbildung, als auch "menschlich" im Sinne von Schulung für echte Krisensituationen. Für mich hat das nichts mit "Volk vs. System" zu tun, sondern mehr mit der Entfremdung sowohl jugendlicher "Subkulturen" als auch der Polizisten vom überstrapazierten Otto Normalverbraucher.
„Many journalists have fallen for the conspiracy theory of government. I do assure you that they would produce more accurate work if they adhered to the cock-up theory.“
Sir Bernard Ingham

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72

Samstag, 15. August 2009, 00:02

Ich glaube nicht an einen Mord aus niederen Beweggründen.
Stand das irgendwo in diesem Thread mal zur Debatte? Es war eine vorsätzliche Tötung, die nun ganz offensichtlich vertuscht wird, sodass sich sogar der Merkurmitarbeiter, welcher für die Polizei den Markt öffnete, an nix mehr erinnern kann, obwohl er bei der Amtstötung zugegen war.

Du kannst machen was du willst, dennoch wird mir diese Systemdreckssuppe nicht schmecken wollen. Dass ich gegen diesen Sumpf nicht unternehmen kann, wird jedoch sicherlich nicht dein "Verdienst". Du wettest lediglich auf das Lügensystem und wirst dich dadurch als stolzer Sieger fühlen können.

Ich schwimme halt stromaufwärts und treibe dadurch nicht mit dem Mist! :schulter:

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73

Samstag, 15. August 2009, 09:31

Tatsächlich sollten die Leute mal das moralische Hirn ein schalten, bevor sie für Peanuts den Tod eines Kindes inkauf nehmen.

So eindeutig sehe ich das nicht, ein Kind mit dem Körper eines Erwachsenen und einer Laufbahn als Kleinkrimineller ist nur sehr bedingt als "Kind" zu bezeichnen. Wo bleibt die Moral wenn Kinder einer ausgeprägten kriminellen Energie freien lauf lassen.

Zitat


Warum schoss die Polizei nicht auf Meinl, Grasser, Verzetnitsch, Flöttl oder die ganze Zockerbande in der Politik, die uns Millarden Wertschöpfung vernichteten?

Obengenannt geben keinen Anlass zum Schuß, die setzen sich lieber in den Knast und lassen Anwälte arbeiten, die haben den Bogen raus das Gesetz für sich arbeiten zu lassen. Hätten die Jugendliche auch machen sollen, einfach in den Knast gehen, die Anwälte des Jugendamts hätten sie schon wieder rausgeholt.

Zitat


Wir sind doch eine sehr vertrottelte Gemeinschaft, wenn wir diese Sache nicht begreifen was sie ist, nämlich ein Verbrechen von den Polizisten, den Pitbulls des Kapitals.

Ja vertrottelt sind wir allemal, jeder auf seine Art. Für die einen sind jugendliche Serientäter Opfer brutaler Polizeigewalt und Schießwütiger Cops, für die anderen sind die Poliziste Opfer einer linken Polizeiverleumder Szene. Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte. :schulter:
Dies aber ist das Dritte, was ich hörte, dass Befehlen schwerer ist als Gehorchen. Friedrich Nietzsche

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74

Samstag, 15. August 2009, 09:42

Hätten die Jugendliche auch machen sollen, einfach in den Knast gehen, die Anwälte des Jugendamts hätten sie schon wieder rausgeholt.
Wie hätten sie denn das machen sollen? Deine Ansage impliziert, dass sie die Polizisten in der Dunkelheit angegriffen hätten. Wenn du der Polizei ohnehin glaubst, dann ist deine Meinung leicht in jeder Zeitung nachzulesen.

Die Wahrheit kann, wie eine Schwangerschaft, nicht in der Mitte liegen. Entweder ist eine Schwangerschaft/Wahrheit oder keine. :schulter:

75

Samstag, 15. August 2009, 10:06

Hätten die Jugendliche auch machen sollen, einfach in den Knast gehen, die Anwälte des Jugendamts hätten sie schon wieder rausgeholt.
Wie hätten sie denn das machen sollen? Deine Ansage impliziert, dass sie die Polizisten in der Dunkelheit angegriffen hätten. Wenn du der Polizei ohnehin glaubst, dann ist deine Meinung leicht in jeder Zeitung nachzulesen.

Die Wahrheit kann, wie eine Schwangerschaft, nicht in der Mitte liegen. Entweder ist eine Schwangerschaft/Wahrheit oder keine. :schulter:


Es sei denn es ist eine Scheinschwangerschaft, aber das tut ja nichts zum Thema.
Falsch ist das meine Ansage einen Angriff unterstellt, sie unterstellt lediglich ein Fluchtverhalten, einen am bodenliegenden sich ergebenden Täter hätte man nicht in de Rücken schießen können one die austretende Kugel im Fußboden zu finden. Dieses "Risiko" nimmt keiner auf sich.

Wie es überhaupt schizo ist von der Polizei zu verlangen Verbrecher aufzuklären und Täter festzunehmen aber zum anderen darauf versessen ist das den Tätern kein Haar gekrümmt wird.
Da ist wie Fahr dein Auto an die Wand, aber achte darauf das die Wand nicht beschädigt wird.
Dies aber ist das Dritte, was ich hörte, dass Befehlen schwerer ist als Gehorchen. Friedrich Nietzsche

76

Samstag, 15. August 2009, 11:02

Aber vom Lebkuchenmesserharakirimann vernimmt man nix Erhellendes?

Wie es überhaupt schizo ist von der Polizei zu verlangen Verbrecher aufzuklären und Täter festzunehmen aber zum anderen darauf versessen ist das den Tätern kein Haar gekrümmt wird.
Da ist wie Fahr dein Auto an die Wand, aber achte darauf das die Wand nicht beschädigt wird.




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77

Samstag, 15. August 2009, 11:28

Wie es überhaupt schizo ist von der Polizei zu verlangen Verbrecher aufzuklären
Die Polizei klärt doch keine Verbrechen auf, sondern sie fängt Symptome von verbrecherischen Systemen und Gesetzgebungen.

Ich kenne deine sonstige negative Einstellung zum System, darum ist mir voll bewusst, dass du dich in mehreren Widersprüchen verhängst. Durch diese vorsätzliche Tötung eines Menschen wird kein einziges zukünftiges Verbrechen verhindert. Würde die Polizei hingegen die Verursacher des Systems töten, dann ist das Wegfallen der Symptome doch nur logisch, oder?

78

Samstag, 15. August 2009, 12:08

Wie es überhaupt schizo ist von der Polizei zu verlangen Verbrecher aufzuklären
Die Polizei klärt doch keine Verbrechen auf, sondern sie fängt Symptome von verbrecherischen Systemen und Gesetzgebungen.

Ich kenne deine sonstige negative Einstellung zum System, darum ist mir voll bewusst, dass du dich in mehreren Widersprüchen verhängst. Durch diese vorsätzliche Tötung eines Menschen wird kein einziges zukünftiges Verbrechen verhindert. Würde die Polizei hingegen die Verursacher des Systems töten, dann ist das Wegfallen der Symptome doch nur logisch, oder?


An meiner kritischen Einstellung zum System hat sich nichts geändert, allerdings sehe ich in Menschen die Einbrechen keine Revolutionäre sondern vielmehr eine zweite Instanz von Parasiten die es nicht in die Riege derer geschaft hat die ungestraft Verbrechen begehen dürfen.
Würde die Polizei die Verursacher des Systems töten, würden nur andere ihre Plätze einnehmen, wie immer man es betrachtet, das Spiel ist immer das Gleiche, nur die dimmension ändert sich oder ist eine andere. Beginnt schon im Kindergarten wo sich eine Gruppe bildet die, die Schwächeren unterdrückt, bedrängt und ausnützt.

Auch die Gang des 14 Jährigen war (ist) ein System in sich, und es ist mit einen mächtigeren System zusammngestoßen. Chicago in Wels, zwei feindliche Gangs sind sich in die Quere gekommen, die eine, bestehend aus Bodyguards der Stärkeren Gang hat ein Mitglied einer revoltierenden Gang erschossen, das war es letztlich.

Mir selbst gefallen jene nicht die mich mittels Gesetzgebung berauben und Knechten, aber ich kann auch nichts Jenen abgewinnen die mich persönlich berauben und drangsalieren. :schulter: kurz gesagt ich resigniere langsam.
Zum Politiker hab ich nicht das Zeug (zu ehrlich), mit einen Manager Job ists auch nichts geworden (zu ehrlich und kein Netzwerk), Ganganfüherer war nie meine Sache (schwache treten und vor Starken buckeln liegt mir auch nicht), und den Nachbarn drangsalieren oder nötigen ist auch nicht das Meine.
Dies aber ist das Dritte, was ich hörte, dass Befehlen schwerer ist als Gehorchen. Friedrich Nietzsche

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Atlan« (15. August 2009, 12:29)


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79

Samstag, 15. August 2009, 13:52

Weißt was Atlan, für deine Einstellung wäre es echt das Genaueste, wenn du nach Israel auswanderst, denn genau dort passt du hin. :oooch:

Ich erinnere dich an das Motto des Forums.

Die Tarnung der Neider ist die Freundlichkeit für die Mächtigen
und der Tritt gegen Gleiche und Untergebene.

Max Putzler (1915 - 1998)


Du kommst alle heiligen Zeiten mal rein, liest dir nix durch, sondern gibst deinen flachen Senf zum Besten, für den du in ebenso flachen Foren Lorbeeren erntetest. Grundsätzlich ist zu diesem Thema schon ziemlich alles gesagt. Wenn du also wirklich fest überzeugt bist, dass es korrekt war die Polizei dermaßen zu schonen, weil sie einen Kaugummidieb eindeutig von hinten hinrichteten, dann geh doch wirklich nach Israel oder vielleicht steht du sogar auf deren Lohnliste.

Israel rekrutiert Armee von Bloggern um kritische Webseiten zu stören

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80

Samstag, 15. August 2009, 19:44

Hier ein Fall aus Deutschland:

Zitat

FREISPRUCH FÜR POLIZISTEN - Im Zweifel für den Todesschützen
Von Simone Utler
Es war das tragische Ende eines Routineeinsatzes: Im Sommer 2007 erschoss ein Hamburger Zivilfahnder einen unbewaffneten Mann. Jetzt hat eine Amtsrichterin den Polizisten freigesprochen - aus Mangel an Beweisen.

Hamburg - Es geschah in einer Sommernacht mitten in der Hamburger Innenstadt, sechs Polizisten standen drum herum. Dennoch wird wohl nie geklärt werden, wie es dazu kam, dass der erfahrene Zivilfahnder Hans-Peter A. im Juni 2007 bei einem Einsatz einen unbewaffneten Mann erschoss. Von seinen Kollegen will niemand etwas gesehen haben, Beweise gibt es nicht und A. sagt, er wisse nicht, was geschehen sei.

Daher muss das Urteil, das am Dienstagmittag in Saal 138 des Hamburger Strafjustizgebäudes gesprochen wurde, unbefriedigend bleiben. Ja, ein Mann sei "unter tragischen Umständen umgekommen", sagt Richterin Catrin Knuth. Aber nein, "dem Angeklagten war keine Sorgfaltspflichtverletzung nachzuweisen". Das reiche nicht für eine Verurteilung. "Für den Straftatbestand der fahrlässigen Tötung muss nachgewiesen werden, dass der Schütze den Tod eines Menschen durch Fahrlässigkeit verursacht hat", so die Richterin.
Der Terminus, den die 32-jährige Juristin in ihrer Urteilsbegründung am häufigsten benutzt, lautet, dass etwas nicht mehr aufgeklärt werden könne. Hielt A. die Waffe vorschriftswidrig nach oben? Legte er den Finger fälschlicherweise an den Abzug? Diese Fragen blieben offen.

Klar ist: Der Tod war das tragische Ende eines vollkommen misslungenen Festnahmeversuchs, den der inzwischen in den Innendienst versetzte Hamburger Polizeioberkommissar A. in den frühen Morgenstunden des 26. Juni 2007 angeführt hatte.

Die Beamten verfolgten in der Hamburger Innenstadt zwei verdächtige Männer, die sich an mehreren Geldautomaten zu schaffen machten. Sie umstellten das Duo in seinem Renault Laguna, eine Personenkontrolle sollte es werden. Alles lief planmäßig, sagte ein 47-Jähriger Kollege von A., der unmittelbar neben ihm gestanden hatte, vor Gericht: "Das war für uns ein perfekter Zugriff."

Doch dann krachte der Schuss durch die Nacht. Der auf dem Fahrersitz des britischen Wagens sitzende Tibor Istvan C., 27, wurde von einer Kugel getroffen und starb noch am Tatort.

Gefeuert hat eindeutig Hans-Peter A., zu diesem Zeitpunkt seit 35 Jahren im Dienst und einem Vorgesetzten zufolge "in jeder Hinsicht vorbildlicher Polizist". Der Schuss löste sich aus seinem schweren Dienstrevolver, einer Smith & Wesson, Kaliber .357 Magnum.

Alles Weitere ist ungewiss und umstritten. Verteidigung, Staatsanwaltschaft und die drei Nebenklage-Vertreterinnen lieferten sich in den zehn vergangenen Verhandlungstagen so manches hitzige Wortgefecht und taten ihre unterschiedlichen Ansichten über den Sachverhalt kund.

Die Theorie der "unbeabsichtigten Muskelkontraktion"
Das nun ergangene Urteil stützt sich vor allem auf die Aussage von A. und die Verteidigungsstrategie des ausgebufften Anwalts Walter Wellinghausen, der stets argumentierte, das "tragische Unglück" sei die Folge einer "unbeabsichtigten Muskelkontraktion" gewesen.
A. hatte bei dem Einsatz nach eigenen Angaben zur Autotür gegriffen, um diese zu öffnen. Da er bei dem britischen Wagen die Fahrertür mit der rechten Hand öffnen musste, habe er seine Waffe in die linke - seine ungeübte - Hand genommen. Dann fuhr das Auto ruckartig an, die Bewegung übertrug sich über die auf der Tür liegende rechte Hand auf die linke - und löste den Schuss aus.

Obwohl es zunächst eine anderslautende Zeugenaussage gegeben hatte, glaubt die Richterin, dass A. seine rechte Hand an der Autotür hatte: "Es gab keine Anhaltspunkte für eine bewusste oder unbewusste Falschaussage." Auch ist für sie klar, dass A., mit links geschossen hat. "Die Einlassung des Angeklagten ist glaubhaft und schlüssig."

Zweifelhaft bleibt, auch aus Sicht des Gerichts, ob der Polizeioberkommissar den Finger am Abzug hielt. Wenn dies aber nicht mit Sicherheit festgestellt werden könne, müsse davon ausgegangen werden, dass A. den Finger längs am Lauf gehalten habe, so die Richterin.

Ebenfalls sei unklar, ob er die Waffe vorschriftsmäßig vorwärts-abwärts gerichtet hatte. Das könne nicht ausgeschlossen - aber eben auch nicht bewiesen - werden. Offensichtlich war der Revolver bei Abgabe des Schusses aufwärts gerichtet, sonst hätte die Kugel Tibor C. gar nicht treffen können.

Die Richterin geht davon aus: Zunächst hielt A. die Waffe richtig, erst als der Wagen anfuhr, lief alles aus dem Ruder, der "Überraschungsmoment" war schuld. Dabei stützt sie sich auf den renommierten Hamburger Gerichtsmediziner Klaus Püschel, der in einem Gutachten bestätigte, dass wegen der ruckartigen Bewegung des Fahrzeugs, die A. in seiner auf dem Türgriff ruhenden Rechten gespürt haben will, an der Linken eine "reflektorische Kraftausübung" hätte entstehen und der neben dem Abzug liegende Finger den Schuss hätte auslösen können.

Aus "menschlichem Bedürfnis" die Hände gewaschen
Die Nebenklage bezweifelt hingegen die Aussage von A. Hatte er wirklich seine rechte Hand an dem Türgriff? Und hielt er die Waffe tatsächlich in seiner Linken? Aussagen der Kollegen stifteten in dem Prozess mehr Verwirrung, als dass sie Klarheit brachten. Der Kollege, der direkt neben A. gestanden hatte, konnte sich an vieles nicht erinnern und auch andere aus dem Einsatzteam wollen nichts gesehen haben.

Es gibt auch keinen Sachbeweis, dass der erfahrene Zivilfahnder den Revolver tatsächlich mit links geführt hat - Schmauchspuren wurden nicht gefunden. A. hatte sich nach dem Vorfall und einem "menschlichen Bedürfnis" auf der Wache gründlich die Finger gewaschen. Erst sieben Stunden nach der Tat wurden seine Hände auf Spuren untersucht.

Dies ist nach Ansicht der Nebenklage ein Skandal. Überhaupt sprachen die Vertreterinnen im Zusammenhang mit den Ermittlungen von "Pleiten, Pech und Pannen". So sei es ein Unding, dass die Beamten nach dem Unglück zusammen in einem Bus gefahren seien. Gab es vielleicht doch Absprachen? Das Einsatzteam bestritt dies.

Rechtsanwältin Astrid Denecke, die mit zwei Kolleginnen die beiden kleinen Kinder und die Schwester des Opfers als Nebenkläger vertritt, hält das Urteil für angreifbar. Sie empfiehlt ihren Mandanten die Revision: "Ich sehe eine Verletzung der Sorgfaltspflicht."

Staatsanwaltschaft plädierte auf Freispruch
Damit stand die Nebenklage zum Schluss alleine da - sogar die Staatsanwaltschaft plädierte auf Freispruch. "Eine Sorgfaltspflichtverletzung konnte letztlich in keiner Hinsicht nachgewiesen werden", sagte die Anklagevertreterin Dorothea Fellows in ihrem - von scharfen wechselseitigen Angriffen zwischen Verteidigung, Nebenklage und Staatsanwaltschaft überschatteten - Plädoyer.
Das gesamte Verfahren war davon geprägt, dass diejenigen, die eigentlich das Sagen hätten haben sollen, nicht immer das Wort ergreifen konnten. Die Richterin sah sich daher wohl auch veranlasst, in ihrer Schlussbemerkung das Verhalten der Nebenklage zu kritisieren.

"Ich fand es sehr schade, dass zum Teil respektlos und rücksichtslos gegen den Angeklagten und die Zeugen vorgegangen wurde", sagte Knuth, die über weite Strecken des Verfahrens die Hoheit über ihren Gerichtssaal verloren zu haben schien.

Auch kritisierte sie, dass ihr vorgeworfen worden sei, "nicht aufklären zu wollen" - dabei habe sie einen Ortstermin und insgesamt elf Verhandlungstage angesetzt, eine absolute Ausnahme in einem Prozess bei einem Amtsgericht, wie sie betonte.

Eine Ausnahme ist allerdings auch, dass sich Knuth geweigert haben soll, die Uhrzeit für die Urteilsverkündung bekanntzugeben, wie aus Gerichtskreisen verlautete. Am Ende stand sogar noch eine falsche Zeit auf der Terminrolle. Die Presse war trotzdem da.


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