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09.06.2005, 10:01

Erinnerung an die Kindheit

Ok, wie versprochen schildere ich in diesem Forum so einiges aus meiner
Kindheit, wie ich sie erlebt habe. Irgendwann in den 50er Jahren lernte meine Mutter meinen Vater kennen. Im Jahre 1959 wurde sie schwanger und musste Heiraten. Da sie die Volljährigkeit noch nicht erreicht hatte,
mussten ihre Eltern das Einverständnis geben zur Heirat. Dies als Einleitung zu der Geschichte die nun folgt.

Einige Monate nach dieser Heirat durfte ich das Licht der Welt erblicken. In
dieser Zeit, also unmittelbar nach der Geburt, wohnten wir in einem Vorort
von der Stadt Bern ganz in der Nähe von den Eltern der Mutter, während
meinen ersten 41/2 Lebensjahren. An diese Zeit habe ich fast keine
Erinnerung mehr. Ich kann mich aber noch daran erinnern wie ich mal das
Gefühl hatte, meinem Vater die Rasierklinge zu nehmen und mich zu Rasieren. Resultat war: ein zerschnittes Kinn das stark blutete. Es folgte eine verbale Attacke von der Mutter. Ein anderes mal sollte mein Vater auf mich aufpassen, weil die Mutter mit ihren Kolleginnen abwesend oder fortgeganen war. Da hatte ich gedacht, dass ich mit dem dreirad Velo draussen herumkurven könnte. Vater gefragt und die erlaubnis erhalten. Du gehst aber nicht fort, du bleibst in der Nähe, ich muss dann arbeiten gehen. Also nach draussen Velo genommen und ab. Nun bin ich halt doch abgehauen mit dem Velo und schinbar eine lange Zeit. Kann mich erinnern das ich das Velo irgendwo an einem Strassenrand abgestelt hatte und dort einen Grasabhang hinunter gegangen bin Richtung Fluss. Laut Erzählungen von seiten der Mutter, hätten sie bei der Rückkehr das Velo gesichtet und kurz danach auch mich. Also Velo eingeladen in das Auto und ab nach Hause. Am Abend als Vater nach Hause kam gab es eine Strafe. Keine Ahnung wie die Ausgefallen ist, aber wahrscheinlich Prügel. Verbringen durfte ich die Tage in der Kinderkrippe, da beide Eltern arbeiten mussten.

Als ich dann ca. 41/2-jährig war mussten wir Umziehen in eine andere Wohnung direkt mitten in der Stadt Bern, so ca. zwei Minuten vom Bärengraben entfernt (Touristenpunkt der Stadt). Die Wohnung befand sich in einem ehemaligen Historischengebäude im 4. Stock, das mal dem Zoll diente so ca. um 1600. Im Jahre 1880 wurde es eben umgebaut zu einem Wohnhaus und dienten dann ab den 60er Jahren als Sozialwohnungen. Kein Warmwasser, kein Badezimmer und das WC befand sich im Stiegenhaus. Geheizt werden musste mit einem Ölofen. Duschen konnte man also nicht. Körperwäsche fand in der Küche statt. Dazu musste man in einer grösseren Pfanne Wasser aufkochen, dann
stand man in einem Becken vor dem Abwaschbecken und hat sich mit Seife und Waschlappen von zuoberst bis zuunterst gewaschen.

Auch da wurde ich in die Kinderkrippe verfrachtet. Dann kam der Kindergarten an den ich nur die Erinnerung hatte, wo er war und wie er aussah. Und in der Zwischenzeit bekam ich einen Bruder. Zwischen den Eltern gab es relativ viel Streit. Der Vater war mehr oder weniger fast nie zu Hause, Mutter war mehr oder auch nie zu Hause sondern am Arbeiten.

Ja dann kam die Schule, d.h. die 1. Klasse, da waren wir ca. 28 Schüler. Die Lehrerin war sehr nett und lieb. In dieser Schule wurde ich von den
Mitschülerinnen und Mitschülern regelmässig verhauen, so wie zu Hause auch des öfteren. So zum Beispiel, als wir, mein Bruder und ich, draussen am Spielen waren dabei haben wir uns vergessen und als wir mal mussten haben wir ein klein ein wenig in die Hosen gemacht. Als wir nach Hause gekommen sind, mussten wir in die Wohnstube gehen. Vater hat dies gesehen und unsbefohlen die Hosen runter zu lassen und seinen Ledergürtel abgezogen und uns damit auf den Nacktenhintern geschlagen. Einmal hatte ich das Gefühl ichmüsste ein Kunststück vollführen und das auf der Terrasse. Die war zuoberst auf dem Haus so ca. in 25 Metern höhe. Dort oben konnten wir Spielen und einfach sein. Ja, da stellte ich mein Dreiradvelo an das Geläner und bin drübergestiegen auf die Aussenseite der Terrasse und habe mich am Geländer gehalten und bin hin und her gegangen. dies hatte zur folge, dass ein Autofahrer dies bemerkt hatte, angehalten ist und im Haus bei jeder Hausglocke geläutet hat, bis jemand geöffnet hatte. Da kam mein Vater mich herunterholen, Mutter war nicht anwesend, und holte mich herunter. In meinem Zimmer angelangt wurde mal gefragt wie ich das gemacht habe, nach der Erklärung gab es dann noch Prügel. Danach musste ich auf den Esterrich gehen und wurde den Tag eingesperrt und erst wieder rausgelassen als Mutter nach Hause kam.

Aber auch Mutter stand im Prügel geben dem Vater in nichts nach. Einmal als ich zu Spät nach Hause kam, hat sie hinter der Türe abgepasst und als ich dann reinkam, bekam ich mit einem Plastikteppichklopfer auf den nackten Hintern bis dieser Kapputt war. Nach der 1. Klasse musste ich in eine Kleinklasse gehen, die nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen war (Fahrt ca. 20 Minuten, alter 8-jährig). Selbständig in die Schule gehen und wieder nach Hause gehen. Auch dort wurde munter auf mich eingeschlagen. Zu Hause etwas erzählen war schlicht nicht möglich, da alles was gesagt wurde, als Lügenmärchen abgetann wurde.

Ich wurde von irgendwelchen Ärzten und Behördenheinis untersucht ob ich den überhaupt ein nomrales Kind sei. Was diese wahrscheinlich alle verneinten. In der Zwischenzeit wurde meine Schwester geboren und der Vater ist ca. drei Jahre nach der Geburt der Schwester abgehauen. Das letzte was wir erhalten haben, war eine Postkarte vom Flughafen Zürich-Kloten.

Während den Schulferien im Sommer durfte oder musste ich jeweils, in ein
Ferienlager gehen für drei Wochen. Zum Teil war diese Zeit schön und zum teil nicht. Ja, dann war die 3. Klasse in der Kleinklasse, Schüler blieben die Lehrerin wechselte. Sie hat mich als Feind ausgesucht. Alles was geschah oder getan wurde, dann war der Sündenbock schnell gefunden. Es ist vorgekommen, dass ich mein Schulpult vor lauter Wut und Verzweiflung, abgeräumt habe. Alles was sich auf oder im Pult befand wurde an den Boden geschmissen, dies hatte eine Strafe zur Folge. So habe ich begonnen laut zu Brüllen. In dieser Klasse hatte ich eine Freundin die zu mir gestanden ist. Am Mittag musste sie jeweils in die Tagesstätte gehen um das Mittagessen einzunehmen. Oft sind wir zusammen diesen Weg gegangen zu der Tagesstätte. Für mich war dieser Weg kürzer und das hat die Lehrerin gewusst und trotzdem hat sie allen, ausgenommen die Freundin, verboten den zu gehen. Da haben uns drei Klassenkollegen abgepasst und uns dann verfolgt. Einer von diesen, der
war behindert, hat mir dann ein Bein gestellt. Ich viel flach auf den Bauch
und dabei ist die Brille kaputt gegangen. Als ich aufstand habe ich geblutet
oberhalb dem Auge neben der Schläfe. Am nächsten Tag wusste die Lehrerin bereits was vorgefallen war und ihr einziger Kommentar war, du bist selber Schuld und das geschieht dir Recht. Während es zu Hause nun mehr oder weniger so lief wie vorher, kam noch ein weiteres Problem dazu. Mutter hatte begonnen mit Trinken. Während all den Jahren waren die Grosseltern die auf uns aufpassten, vorallem ich war derjenige der oft zu ihnen durfte. Und die Grossmutter hatte es eben auch nicht gerade leicht mit Grossvater.

Die 3. Klasse musste ich wiederholen und wurde in ein Kinderheim
eingewiesen, welches sich im Berner Oberland befand. Dort durfte ich dann die dritte Klasse wiederholen. Danach wurde ich in die Hilfsschule
eingewiesen für die 4. Klasse. In den Sommerferien durfte ich für 6 Wochen wieder in das Heim zurückkehren. Da die Mutter mich nicht wollte zu Hause. Dort in diesem Heim hatte ich es wirklich gut und schön. Nach diesen 6 Wochen konnte ichn noch nicht nach Hause gehen, da Mutter sich das Leben nehmen wollte. Da die Schule aber rufte wurde ich in ein anderes Heim gesteckt. Dort war ich dann für weitere 3 Wochen bevor wir nach Hause durften (mein Bruder war bereits dort, die Schwester war bei während dieser Zeit bei der Grossmutter). Die Schule ging weiter und die Behörden haben dann doch bemerkt, dass ich nicht so dumm war wie es gerne haben wollten. Aber die Prügel gingen auch in dieser Hifsschule munter weiter. So gegen den Herbst wurden wir zu Hause von Mutter gefragt wer von uns beiden (Bruder oder ich) wieder in das Jugendheim gehen möchte. Ich habe sofort ja gesagt. Denn ich hatte mich dort auch wohl gefühlt. Wir konnten selbständig in Schule gehen und wieder zurück und es war ja immer jemand da der zu einem aufgepasst hatte.

Auf das neue Schuljahr, diese haben immer im Frühjahr begonnen damals, wurde uns ein Knabenheim vorgestellt, welches ausserhalb von der Stadt Bern war. Es lag oben auf einem Hügel mit schöner Aussicht. Hatte einen Bauernhof angegliedert. Bei der Vorstellung dabei waren die Mutter, eine Fürsorgerin und der Beistand. Als der Rundgang und die Fühurung durch das Heim gemacht war, wurden wir, mein Burder und ich, gefragt ob es uns hier gefallen würde. Wir konnten nichts anderes Sagen als Ja. Also mussten wir auf das Frühjahr in dieses Heim gehen. Wobei unsere Mutter immer wieder betonte, dass es nicht von ihr aus komme, dass wir dorthin müssten, das war die Vormundschaftsbehörde. Was dann folgten waren 4 Jahre strengste Erziehung mit Psychoterror und Prügel und körperlichem Missbrauch. In diesem Heim waren damals 38 Knaben im Alter von 7 bis 16 Jahren, angeblich alles schwersterziehbare Jungen.

Wir durften alle 4 Wochen nach Hause gehen. Vom Samstagmittag bis
Sonntagabend. Um 17h00' mussten wir wieder drinnen sein. Von den 6 Wochen Urlaub die wir im Sommer jeweils hatten durften wir 3 Wochen nach Hause gehen. Die Kanben die keine Eltern hatten mussten oben bleiben. Jeden 2. Sonntag mussten wir in die Kirche gehen. Nach dem Mittagessen am Sonntag gabe es Spaziergänge bis zu 4 Stunden dauer. Im Herbst während den Schulferien mussten wir in ein Ferienlager gehen mit dem ganzen Heim für 1 Woche, den Rest der 3 Wochen war helfen angesagt auf dem Bauernhof.

Tagesablauf war in diesem Heim so: Aufstehen um 07H00' Betten auslüften, sich anziehen. Dann zum Esssaal gehen, Frühstück einnehmen. Dann Zimmeraufräumen, Schule, war direkt in diesem Heim, Mittagessen. 1Stunde Pause. Schule. Nachmittag helfen auf dem Bauernhof. Abendessen. um 20H00' ins Bett gehen. Es wurden sogenannte Ämter verteilt, wie Abwaschen, Abtrocknen, Speisesaal reinigen, Milch in die Käserei bringen morgens und abends. Im Sommer helfen Heuen, Kartoffelnernten, Garben aufstellen, Dreschen, Strohballen auf die Bühne geben und dort auftischen, Misten, Rüben ausmachen im Herbst. Wohlgemerkt die Heuernte erfolgte noch von Hand.

Also am Morgen bei eintritt in den Speisesaal mussten wir an unseren Platz
gehen. Der Heimleiter betätigte danach eine Glocke, Tischgebet, dann Essen. Nach dem Aufräumen der Zimmer in die Schule. Wenn man zu Spät in den Speisesaal kam, mussten man an der Wand stehen bleiben bis der Heimleiter mit dem Kopf nickte. Das konnte dauern, je nach beliebtheitsgrad. Dann in die Schule und warten bis der Lehrer eingetreten ist. Aufstehen, stehen bleiben, er spielte ein klassisches Musikstück, danach beten. Erst dann hat der Schulunterricht begonnen. Jetzt gab es 2 Möglichkeiten: entweder der Lehrer hat dich gemocht oder eben nicht. Ansonsten hat man versucht, dass er einem mochte. Den Schüler den er nicht mochte, wurde von ihm schikaniert, egal wie. Du konntest dir noch so fest mühe geben, es half nichts. Also sah er zu, dass er immer einen Grund fand damit er bestrafen konnte. Wenn er den
kleinsten Fehler gefunden hat, so wurde geschlagen oder ist mit der Hand in die Haare gefahren und hat an einem herumgezogen. Es ist auch vorgekommen, dass er Haselruten holte und mit diesen auf einem eingeschlagen hatte. Der Heimleiter war nicht viel besser, auch der bestrafte einem mit Kopfnüssen oder eben auch mit an den Haarenziehen oder prügel geben.

Der jenige der am Morgen in die Käserei gehen musste, egal ob Winter oder Sommer, Regen oder Sturm, musste um 6H00' aufstehen und dann die Milchkannen auf ein Veloanhänger beladen und mit der Milch in das nächst gelegene Dorf gehen, ohne ein Fahrzeug von Hand ziehen oder stossen. Der Weg führte über Naturstrasse und Wald und dann noch Aspahlt, dauer ca. 20'. Einmal hatte ich auch dieses Amt auszuführen und dabei ist mir vor den Augen aller und dem Heimleiter ein Unglück geschehen. Ich blieb mit dem Rad an einem Wagenrad hängen vom Traktor. Die Milchkannen sind aus den Anhänger gefallen die Milch
ausgelaufen. Der Heimleiter kam sofort auf mich zu und sagte: "kannst du
eigentlich nicht aufpassen?" und schlug mit der Faust voll in meinen Magen. Es gab dann noch zusätzlich eine Strafe, wie die ausgefallen ist weiss ich nicht mehr (wahrscheinlich verdrängt, wie so vieles andere auch).

Der Lehrer hat auch gerne Strafaufgaben verteilt. Da musset man dann einen Satz entweder 100, 200 oder 500 mal Schreiben und das von einem Tag auf den anderen. Wer dies nicht schafte, oder diese nicht schön geschrieben hatte, dem wurde es erhöht. Also das Maximum war 500mal. So wurde zum Teil während des Nachts geschrieben im Geheimen. Aber wehe wenn du erwischt wurdest, dann setzt es noch prügel. Es war nicht nur der Heimleiter und der Lehrer der solche Strafen durchführte sondern auch ein Knecht, so auch Erzieher die da Mithalfen. Abends beim zu bettgehen durfte kein Spielzeug oder auch kein Kuscheltier im Bett sein, wenn die Aufsichtsperson einem erwischte wurden die Sachen weggenommen. Auch unter den Zöglingen herrschte oft das Faustrecht nebst dem sexuellen Missbrauch. Wohlverstanden ich erlebte keine direkten übergriffe von Schutzbefohlenen aber dafür von Mitschülern. Wenn jemand bei einer solchen Handlung mal erwischt wurde vom Lehrer oder vom Heimleiter hatte dies nichts zur Folge ausser einer Ermanhnung, dass man das nicht mehr sehen möchte. Bei den Lieblingen des Lehrers und des Heimleiters geschah überhaupt nichts. Ausgenommen dann, wenn einer mal erwischt wurde mit einem Mädchen. Dann wurde ihm mit Auschluss des Heimes gedroht. So wurden wir auch durch Mitzöglinge erpresst. Wenn man ein Packet erhielt mit Süssigkeiten musste man denen das Abgeben oder du bekammst Prügel.

Einmal, es war bei einer Heuernte, sagte unser Erzieher, dass ich nach Hause gehen kann. Ich lief mit den Grasrechen zum Waldrand um mein Leibchen zu holen. Da kam der Knecht mit dem Traktor und dem Ladewagen, den sie in der Zwischenzeit angeschafft hatten (1975), und brüllte ich solle herkommen. Da ich aber nach Hause durfte beeilte ich mich nicht sonderlich. Er brüllte noch einmal und sagte: "du sollst in einer Minute bei mit sein, sonst hole ich dich". Habe mien Tempo erhöt und war vor ablauf der Minute bei ihm. Er erhob sich und hob seinen Arm. Ich sah noch seine geballte Faust und bückt mich. Diese Faust landete mit voller Wucht auf dem Rücken zwischen den Schulterblättern, was zur Folge hatte, dass einen blauen Fleck gab. Am Samstag durften wir wieder einmal nach Hause gehen. Ich erzählte der Mutter davon. Das Resultat war folgendes: Am Sonntagabend als wir wieder einrückten war noch nichts zu bemerken. Am Montagabend wurde ich in das Fernsehzimmer gerufen. Zu meiner Überraschung befanden sich in diesem Zimmer Mutter, die Fürsorgerin, der Beistand, der Heimleiter und der Lehrer.
Der ganze Vorfall wurde so abgetan, bei einem solchen Vorfall hätte ich ganz ruhig zuerst zu ihnen kommen können und nicht gerade alles zu Hause erzählen. Es wäre dir nichts geschehen. Somit war der ganze Fall erledigt für die. Kaum waren die fortgegangen, ging es erst recht los. Nun wurde mit anderen Mittel gegen mich angegangen. Keine Beachtung mehr, Strafaufgaben usw. usf.. Also es wurde mir gezeigt, dass ich eigentlich nicht mehr erwünscht war.

Sie haben eine Bauernfamilie angestellt, welche für die Kühe und Schweine zuständig war. Die hatten ein Sohn und eine Tochter. Die Tochter war einige Jahre jünger als ich. Wir hatten es gut zusammen. So hatten wir auch kleinere Spielchen nach dem Motto zeig mir deins ich zeige dir meins. Als wir einmal so zusammen beschäfigt waren und wir zum Wald gingen, muss uns einer gefolgt sein und der hat uns beim Heimleiter verraten. Was danach folgte war die Drohung, wenn das noch einmal vorkommt, dann musst du das Heim verlassen. Also durften wir uns nicht einmal mehr ansehen. Ein Mitschüler hat sich zu Hause ebenfalls über die Behandlungen beschwert. Als dies die Heimleitung erfahren hatte wurde er ebenfalls mit dem Bedroht, wenn noch einmal ein solcher Vorfall geschieht, dann werden wir Konsequenzen ziehen müssen.

Nun der Schulabschluss nahte und jeder Schulabgänger musste eine Lehrstelle haben. Ich wollte Koch lernen. Dies wurde mir sowohl vom Heimleiter, dem Lehrer, dem Beistand, der Fürsorgerin wie auch von der Mutter ausgeredet.

Ich war der einzige der keien Lehrstelle vorweisen konnte, aber dafür ein
Zwischenjahr auf einem Bauernhof, damit ich dann ein andwirtschaftliches
Lehrjahr beginnen konnte. Mit mir waren insegesamt 7 Mitschüler die von
diesem Heim entlassen wurden. Nach heutigem wissensstand sind von diesen 7 noch deren 4 am Leben, einer hat sich den goldenen Schuss gesetzt, zwei andere haben sich sonst das Lebengenommen, einer wurde von der Interpool gesucht, einer ist Vorbestraft wegen Nazipropogande und sitzt heute in eine Gemeinderat, von einem weiss ich nicht was aus ihm geworden ist. Ich darf sagen, dass ich der einzige von diesen 7 bin, der eine Lehre absolviert hat und nicht vorbestraft bin.

Das Heim wurde damals in der 3. Generation geführt. Der Heimleiter aus
meiner Zeit war bis Oktober 2000 als Heimleiter tätig, danach wurde er
Pensioniert. Im Jahre 2000 wurde ein jüngeres Ehepaar angestellt. Im Jahr
2001 wurde eine Brandstiftung verübt. Einen Tag nach dieser Brandstiftung
ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht, welches auf Sexuellenmissbrauch und sonstigen Missbrauch hinwies. Dieses Bekennerschreiben veranlasste mich, an die Medien zu schreiben aus meiner Sicht. Dies hatte dann zur Folge, dass sich noch mehr ehemalige Zöglinge und Erzieherinnen meldeten. Es musste eine Untersuchung durchgeführt werden. Wir wurden vom Untersuchungsrichter eingeladen Aussagen zu machen. Es konnte mit dieser Untersuchung nach gewiesen werden, dass während rund 40 Jahren die Heiminsassen dort an Gewalt, Missbrauch und Prügel ausgesetz waren, als bis ins Jahr 2000. Nun kommt der Hammer: Es wurde gegen keinen dieser Personen ein Strafverfahren eröffnet, da diese zum Teil verjährt sind.

Mit den neuen Heimleiterpaar konnten meine Frau und ich Kontakt aufnehmen und uns vor Ort überzeugen, dass Reformen eingeführt wurden die auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen. Nach 5 Jahren müssen sie dieses Heim verlassen, weil es der Stiftungsrat so will. In diesem Stiftungsrat sitzen Behördenvertreter.


Lieber hbbs und liebe Forum Leserinnen und Leser, anhand dieser Schilderung kann man in etwa erkennen, was alles für Verletzungen auftreten können die in die Erwachsenenwelt mitgenommen werden. Ich bin mir völlig im Klaren, dass es noch schlimmere Schicksale gibt die einem Kind widerfahren sind oder können und das auch in der heutigen Zeit.

Noch was, als ich ca. 25-jährig war, hielt es Mutter für nötig, folgendes vor meiner Ex-Freundin zu erzählen: "als ich damals im 7. Monat schwanger war, ging ich mit deinem Vater auf eine Motorradtour in der Hoffnung, dass ich dich verlieren würde". Knapp einen Monat später teilte sie mir alleine mit, dass im 9. Monat der Schwangerschaft eine Treppe heruntergefallen ist, in der Hoffnung, dass sie mich verlieren würde, es half aber auch das nichts.

Und vor ca. 10 Jahren teilte sie mir mit, dass sie die jenige ganz allein war die mein Bruder und mich in dieses Heim steckte. Weil sie nicht zu uns sehen wollte oder konnte.

Dieses Heim ist aufgeschaltet im Internet mit der Adresse: www.schulheimried.ch
Wir sind nicht verantwortlich für das, was uns widerfährt, sondern dafür, wie wir damit umgehen.
Vergebung ist, alle Hoffnung auf eine bessere Vergangenheit aufzugeben!

:)


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2

09.06.2005, 10:42

Wahnsinn,und dann wundern sich die Leute wenn einer Durchdreht und jemanden Umbringt.Glaube wenn mir das passiert wäre ich hätte mir einen Peiniger nach den anderen vorgenommen.Diese Leute die diese Verbrechen an den Kindern begangen haben sollten allesamt an den Pranger gestellt werden.Alle mit aktuellen Fotos und vollständigen Namen in den Tageszeitungen veröffentlicht.

Maria

Lieber Hydrokultur als gar keine Bildung!

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3

09.06.2005, 11:54

das mußt einmal versuchen, du hörst schnell wieder auf damit. die sitzen fast immer auf dem längeren ast.
Ein wacher Geist weiß das in der Rache nichts als Zerstörung liegt.

Maria

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4

09.06.2005, 12:05

@ fidel!
ich bin 47 geboren, das erste von 3 mädchen.
egal was auch immer angestellt wurde und von wem, schuld war immer die älteste, also ich!
ich bekam die schläge von meiner mutter, weil sie ja auch immer welche bekam.
wie es so kam einen teufel schlägt man raus und 7 teufel rein!
so war es halt bei mir. meine mutter steckte mich auch ins heim( zu den nonnen, oh ekel!), weil sie mit mir nicht mehr fertig wurde, ich hab ihr jeden schlag irgendwie zurückgezahlt.
in meiner ganzen kindheit (welche auch sehr schöne seiten hatte, spielen im wald, am bacherl usw.)hat sie mich nicht ein einziges mal an sich gedrückt oder mir gesagt das sie mich liebhat!
und ich wurde trotzdem groß und sehr früh sehr selbstständig!
vor einigen jahren nach dem tod meines vaters( den ich sehr liebte, er schlug mich nie, war aber sehr wenig zu hause, mußte familie ernähren)kam es zu einer aussprache zwischen uns, die sehr hart von meiner seite aus provoziert wurde. na ja, wir haben uns irgendwie versöhnt, sie ist ja trotz allen meine mutter und ich liebe sie. heute verstehen wir und einfach gut und ich bin froh das ich sie noch hab!
Ein wacher Geist weiß das in der Rache nichts als Zerstörung liegt.

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5

09.06.2005, 13:22

Zitat von »"viertel"«

Wahnsinn,und dann wundern sich die Leute wenn einer Durchdreht und jemanden Umbringt.Glaube wenn mir das passiert wäre ich hätte mir einen Peiniger nach den anderen vorgenommen.Diese Leute die diese Verbrechen an den Kindern begangen haben sollten allesamt an den Pranger gestellt werden.Alle mit aktuellen Fotos und vollständigen Namen in den Tageszeitungen veröffentlicht.


Viertel ob du es glaubst oder nicht. Der Lehrer und der Heimleiter wurden mit nahmen in den Zeitungen erwähnt. Der Heimleiter ist ja Pensioniert. Und laut Aussagen von einem Lokalfernsehen, arbeitet der Lehrer Heute noch als Heilpädagoge für sehr schwere Fälle. Dieser musste übrigens von diesem Heim gehen auf druck der Schulbehörden und durft nur noch eine Kleinklasse unterrichten, da damals der Verdacht bestanden hatte auf übergriffe. Leider konnten die ihm nie nachgewiesen werden. Ein ehemaliger Mitzögling, hat mir nach auffliegen, gesagt, dass er des Nachts mehreremale das Gefühl hatte, dass eben dieser an seinem Bett gestanden sei und ihn gestreichelt habe. Dieser wollte keine Aussage machen gegenüber dem U-Richter.
Wir sind nicht verantwortlich für das, was uns widerfährt, sondern dafür, wie wir damit umgehen.
Vergebung ist, alle Hoffnung auf eine bessere Vergangenheit aufzugeben!

:)


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6

09.06.2005, 13:26

Zitat von »"Maria"«

das mußt einmal versuchen, du hörst schnell wieder auf damit. die sitzen fast immer auf dem längeren ast.


Maria, da muss ich dir Recht geben. Und es wäre falsch dies mit vergeltung zu üben, obschon der Reiz da war dies zu tun. Ich habe mal gesagt, sollte ich diesen Lehrer einmal antreffen so werde ich dem eine runterhauen, dass er nicht mehr aufstehen kann. Als dies dann tatsächlich mal der Fall war, bin ich neben ihm vorbei gegangen und habe ihn angesehen. Er hat mich gekannt, aber sein Blick war auf den Boden gerichtet weil er vermutlich Angst hatte. Ich war damals ein Punker.
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7

09.06.2005, 13:40

Zitat von »"Maria"«

@ fidel!
ich bin 47 geboren, das erste von 3 mädchen.
egal was auch immer angestellt wurde und von wem, schuld war immer die älteste, also ich!
ich bekam die schläge von meiner mutter, weil sie ja auch immer welche bekam.
wie es so kam einen teufel schlägt man raus und 7 teufel rein!
so war es halt bei mir. meine mutter steckte mich auch ins heim( zu den nonnen, oh ekel!), weil sie mit mir nicht mehr fertig wurde, ich hab ihr jeden schlag irgendwie zurückgezahlt.
in meiner ganzen kindheit (welche auch sehr schöne seiten hatte, spielen im wald, am bacherl usw.)hat sie mich nicht ein einziges mal an sich gedrückt oder mir gesagt das sie mich liebhat!
und ich wurde trotzdem groß und sehr früh sehr selbstständig!
vor einigen jahren nach dem tod meines vaters( den ich sehr liebte, er schlug mich nie, war aber sehr wenig zu hause, mußte familie ernähren)kam es zu einer aussprache zwischen uns, die sehr hart von meiner seite aus provoziert wurde. na ja, wir haben uns irgendwie versöhnt, sie ist ja trotz allen meine mutter und ich liebe sie. heute verstehen wir und einfach gut und ich bin froh das ich sie noch hab!




Wahrscheinlich, war das damals einfach so. Die/der älteste war der der am Meisten dran glauben musste. Nach der Schule durfte ich sehr lange Zeit immer wieder hören was Mutter alles für mich getan hatte und wie sie zu uns aufgepasst hat. Dann, eines Tages meinte sie, ich sei der einzige ihrer Kinder der es zu etwas gebracht. Seit ich mit meiner jetztigen Frau zusammen bin, tänt es bereits wieder nicht mehr so.

Vor 5 Jahren haben wir geheiratet. Wir haben nur Zivil geheiratet und uns in einer Freikirche segnen lassen. Wir haben für beide Anlässe meiner Mutter, dem Bruder und der Schwester je eine Einladung zugestellt. Komischerweise war Mutter im Spital und danach zu einer Rehabilitation. Eine Gratulation zur Hochzeit haben wir von diesen Dreien bis zum heutigen Tage nicht erhalten.

Es wird wahrscheinlich auch so schnell nicht eine Aussprache geben mit ihr, weil sie sich gar nicht bewusst ist was sie uns angetan hat. Ausgenommen der Schwester.
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8

09.06.2005, 16:02

na ihr habt vielleicht schlimme erinnerungen, an eure kindheit
ich hab eine gute kindheit gehabt

ich hoffe ihr habt eure kinder nicht geschlagen und sie nicht aggressiv erzogen

so mit regeln und verboten usw.. ich mach das nämlich nicht

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9

09.06.2005, 16:09

Zitat von »"reinkarnation"«

na ihr habt vielleicht schlimme erinnerungen, an eure kindheit
ich hab eine gute kindheit gehabt

ich hoffe ihr habt eure kinder nicht geschlagen und sie nicht aggressiv erzogen

so mit regeln und verboten usw.. ich mach das nämlich nicht



Nun, das wird dir fast automatisch auf den Weg gegeben.

Die Regeln und Verbote die gibt es, das ist ganz Klar, es kommt nur darauf an was für Regeln und was für Verbote. Dass ich in den letzten Jahren fehler gemacht habe ist mir ganz Klar. Prügeln liegt nicht drin. Auch wenn ich das erlebt habe. Denn das war mal meine grösste Sorge, dass ich das auch übernehme und weiter gebe. Denn die Gefahr ist sehr riesen Gross.
Wir sind nicht verantwortlich für das, was uns widerfährt, sondern dafür, wie wir damit umgehen.
Vergebung ist, alle Hoffnung auf eine bessere Vergangenheit aufzugeben!

:)


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10

09.06.2005, 16:18

hast du da auch eine therapie gemacht, oder hältst du nichts davon
ich halte schon etwas davon, weil ich denke mir wenn man das alles wem erzählen kann, hilft einem das

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