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27.09.2009, 18:05

Neues Buch: VATIKAN AG

Zitat

Vatikanbank: Die Geldwäscher Gottes

26.09.2009 | 18:46 | von Karl Gaulhofer (Die Presse)

Konten für Mafiosi, Schmiergelder, Vertuschung: Die Vatikanbank wird von der Vergangenheit eingeholt. Ein Enthüllungsbuch brachte nun ihren Chef zu Fall. Benedikt XVI. will aufräumen.

Inserito scidulam quaeso“: Die Rätsel rund um die Vatikanbank beginnen schon am Bildschirm ihrer Bankomaten. Weil Latein offizielle Sprache im kleinsten Staat der Erde ist, sind dort auch die elektronischen Kassen auf sie programmiert. Ein Blick ins Wörterbuch klärt auf: Man möge bitte seine Karte einführen, will uns die Maschine sagen. Doch die wahren Geheimnisse im Institut für religiöse Werke (IOR), wie die Sparkasse des Papstes offiziell heißt, betreffen das ausgespuckte Geld – woher es kommt, warum es hier liegt, wer seine Früchte genießt.

Die Leoninische Mauer rund um den Vatikanstaat war immer auch eine Mauer des Schweigens. Aber aus keinem Teil des päpstlichen Minireichs dringt so wenig hinaus in die weltliche Welt wie aus dem düsteren Turm Nikolaus V. Hier, oberhalb des Apostolischen Palasts, wacht seit 1942 die Elite der „weißen Finanz“ über den katholischen Staatsschatz: fünf Mrd. Euro verwaltetes Vermögen und eineinhalb Tonnen Gold im Keller.

Letzten Mittwoch wurde ihr Präsident vom Thron gestoßen: Angelo Caloias Vertrag wird vorzeitig aufgelöst. Eineinhalb Jahre vor seiner Pensionierung wird er auf einen Versorgungsposten im Staatsrat abgeschoben. An seine Stelle tritt Ettore Gotti Tedeschi, bisher Italien-Chef des spanischen Banco Santander. Das hat die fünfköpfige Kardinalskommission beschlossen,eine Art Aufsichtsrat der Bank, die direkt dem Papst untersteht.

Mönche und Mafiosi. Die Gründe ihrer Entscheidung wären dem weltlichen Publikum so verborgen geblieben wie die Diskussionen auf einem Papstkonklave – gäbe es da nicht das Skandalbuch „Vatikan AG“, das seit Juni an den Spitzen der italienischen Bestsellerlisten steht und zum Sturz Caloias geführt hat. Seitdem bluten wieder alle bösen Kratzer, die das Image des Instituts vor Jahrzehnten abbekam. Auch das Misstrauen gegen das Geschäftsmodell ist wieder wach.

Denn nur in einer Hinsicht ist das IOR eine Bank wie jede andere: Sie soll, ihren Statuten gemäß, Gewinn erzielen. Doch damit sind die profanen Parallelen schon zu Ende. Denn dieser Gewinn, der formal dem Papst selbst gehört, kommt der Kirche, den Missionen und wohltätigen Zwecken zugute. Die 1400Kunden der Bank sind Bischöfe, Nonnen und Mitarbeiter des Vatikans. Doch nicht nur fromme Seelen, arm wie Kirchenmäuse, stehen an ihrem einzigen Schalter Schlange. Die Bank eröffnete – zumindest bis vor drei Jahren – auch Konten für ausgesuchte Privatkunden, und die spülten das große Kapital in die Kassen. Mit dabei war, wer gute Beziehungen spielen ließ und versprach, einen Teil seiner Kapitalerträge früher oder später zu spenden.

Verschwiegen wie Trappisten. Dafür erwarten den Anleger paradiesische Zustände: Er muss keine Steuern zahlen und genießt eine lückenlose Diskretion. Das Schweigegebot ist rigoroser als in jedem Trappistenkloster: keine Zusammenarbeit mit Fiskus und Polizei, volle Anonymität, keine Bilanzen und Rechenschaftsberichte. Das Konkordat mit Italien garantiert den Schutz. Und bis heute hat das IOR kein einziges Abkommen zur Regulierung der Finanzmärkte unterschrieben. Kurz:Es ist ein Offshore-Paradies auf Erden – Sündenfall inklusive.

Denn schon bald lockte das Angebot auch Anleger, die nicht ihr Gewissen reinwaschen wollen, sondern das Geld, an das sie durch mafiose Machenschaften, Korruption oder Steuerhinterziehung gelangt waren. Die Bombe explodierte 1982 mit dem betrügerischen Bankrott der Banco Ambrosiano in Mailand. Deren Leiter Roberto Calvi, der sizilianische Banker Michele Sindona und der damalige Vatikanbank-Chef, Erzbischof Paul Marcinkus, bildeten ein skrupelloses Geldwäschertrio mit Kontakten zur Mafia. In die Versuchung, alles auszupacken, kamen zwei von ihnen nicht mehr: Calvi fand man erhängt unter einer Londoner Brücke, Sindona wurde im Hochsicherheitsgefängnis Zyankali in den Espresso gemischt.

Marcinkus aber bunkerte sich im Vatikan ein. Jahrelang verhinderte Johannes Paul II. seine Auslieferung an die italienische Justiz. Erst 1990 ersetzte Wojtyla den amerikanischen Kleriker durch einen fünfköpfigen Laienrat, der fortan für korrektes Gebaren in Sankt Peters Steueroase sorgen sollte.

An seiner Spitze: Angelo Caloia, der nun abgelöste Saubermann. An seiner persönlichen Integrität zweifelt bis heute niemand. Doch es entging ihm in den ersten Jahren, dass ein Privatsekretär von Marcinkus die kriminellen Geschäfte in einer Schattenbank weiter betrieb. Donato de Bonis wob ein Spinnennetz von Tarnkonten, ausgestellt auf fiktive Einrichtungen wie die „Stiftung für die armen Kinder“ oder „Kampf der Leukämie.“ Dahinter verbargen sich Wirtschaftsbosse und Politiker. Kofferweise schleppte de Bonis jede Woche Bargeld dubioser Provenienz herbei. Allein 26 Mio. Euro waren es für seinen ersten Klienten: Premier Giulio Andreotti, codiert als „Omissis“. Vor allem aber wurde im Turm Nikolaus V. ein Teil der Mittel aus „Tangentopoli“, dem größten Schmiergeldskandal in Italiens Geschichte, weißer als weiß gewaschen.

Der offizielle Bankchef Caloia aber behielt seine weiße Weste. Doch seit 1992 wussten er – und der Papst – Bescheid, wie aus den nun veröffentlichten Unterlagen hervorgeht. Zwar wurde „Roma“, wie man de Bonis in internen Memos nannte, ein Jahr später als Kaplan zu den Malteser-Rittern abgeschoben. Aber nach außen hin wurde traditionsgemäß geschwiegen.

Zwei Koffer in der Schweiz. Auch die Mailänder Staatsanwälte, die „Tangentopoli“ aufdeckten, klopften mit ihren „sauberen Händen“ vergebens an die Bronzetore des Vatikans. Welche Politiker sich hinter Codenamen wie „Ancona“ oder „Siena“ verbargen, verrät Caloia bis heute nicht. Nur einer wollte nicht schweigen, zumindest nicht posthum. Ein Berater der Papstes, Renato Dardozzi, legte ein Archiv von 5000 Dokumenten an, versteckte sie in zwei Koffern auf einem Bauernhof in der Schweiz und vermachte sie einem Journalisten seines Vertrauens: Gianluigi Nuzzi, der sie dort, beschützt von Leibwächtern, nach dem Tod Dardozzis 2003 abholte und daraus seinen Bestseller „Vatikan AG“ kompilierte.

Sein beunruhigendstes Kapitel ist das letzte: ein Interview mit dem Sohn eines Exbürgermeisters von Palermo, dem ersten Politiker, der in Italien wegen Packelei mit der Mafia im Gefängnis landete. Er diente als Strohmann für Überweisungen an die Bosse der sizilianischen Mafia – und das nicht nur zur Ära des Schattenbankers, sondern noch viel später. Die letzte Zahlung soll erst vor zwei Jahren geflossen sein.

Grund genug für den neuen Papst, einen neuen Anlauf zu nehmen: Josef Ratzinger will mit der Ablöse des Bankchefs einen Schlussstrich ziehen und für „Transparenz“ sorgen. Alles andere stünde auch schwer im Einklang mit seiner Enzyklika „Caritas in Veritate“, in der unter den „Auswüchsen der Globalisierung“ auch Steuerparadiese kritisiert werden – ein Vokabel, das den Lateinübersetzern ähnliche Probleme bereitete wie die Anzeige der Bankomaten. Der neue Mann der Vatikanbank schlug Benedikt XVI. wegen seiner Enzyklika sogar für den Wirtschaftsnobelpreis vor. Das ist zum Teil Eigenlob, weil er selbst den Papst bei der Abfassung beraten hat. Gotti Tedeschi steht – Verschwörungstheoretiker, aufgepasst! – dem Opus Dei nahe, lehrt aber immerhin „Ethik der Finanz“ an einer Mailänder Universität.

Zudem verfasste er ein Buch mit dem Titel „Geld und Paradies“. Er sollte also wissen, dass der Weg in den Garten Eden nur schwer über ein kirchliches Steuerparadies für arme Sünder läuft. Vielleicht kann ihm bei seiner Gratwanderung zwischen Transparenz und Diskretion ja die heilige Teresa beistehen. Sie entwarf, abseits ihrer erotisch-mystischen Visionen, auch eine recht pragmatische Moral für den Umgang mit Vermögen: „Geld ist der Kot des Teufels, aber es ist ein wunderbarer Dünger.“
http://diepresse.com/home/wirtschaft/int…=/home/index.do

Das ist in einem Format Leitartikel schon gestanden - muss ich noch nachforschen

Und Herr Ratzinger will jetzt aufräumen? Das hat schon jemand versucht : der 33 Tage Papst.

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27.09.2009, 21:52

RE: Neues Buch: VATIKAN AG


Und Herr Ratzinger will jetzt aufräumen? Das hat schon jemand versucht : der 33 Tage Papst.

Passend dazu meldete mein Radiosender, dass der Papst auf seiner Tscheschienreise bei jedem Schritt gestützt werden mußte... :kopfkratz:
People who lie to others have merely hidden away the truth, but people
who lie to themselves have forgotten where they put it.

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28.09.2009, 16:55

Zitat

Die dunklen Geschäfte des Vatikan: Buch enthüllt Finanznetzwerk für Geldwäsche


  • Vatikanbank führte geheime Konten für die Mafia
  • Spitzenpolitiker Andreotti tief in Skandal verwickelt

....

http://www.format.at/articles/0938/525/2…erk-geldwaesche
Hier noch ein Interview, wie es zu diesem Buch kam

Zitat

Gianluigi Nuzzi: "Die Dokumente enthalten die Geldflüsse der schmutzigsten Skandale"


  • "Dokumente unter Bodyguard-Schutz abgeholt"
  • "Vatikan blockierte Antikorruptions-Ermittlungen"

....

http://www.format.at/articles/0938/525/2…luesse-skandale
Ichhabe das Buch auf deutsch nicht gefunden - aber lupo kann ja italienisch - hat er bzw. wird er es lesen?

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4

28.09.2009, 16:57

der 33 Tage Papst.

[book]3499611759[/book]

http://www.amazon.de/mysteri%C3%B6se-Pap…e/dp/3499611759

Und ISS, ich denke der Papst hat meine Botschaft erhalten, aber nicht danach gehandelt.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »HerrAbisZ« (06.04.2010, 09:21)


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26.11.2009, 15:22

Jetzt sind auch noch andere Banken vielleicht involviert?

Zitat

UniCredit in Rom
Ermittlungen wegen Vatikan-Bank-Konten
26. November 2009, 12:35
Geheimnisvolle Bankkonten bei einer römischen Filiale der Bank-Austria-Mutter im Visier der Ermittler

Rom - Die italienische Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen bezüglich geheimnisvoller Bankkonten bei einer römischen Filiale der Bank-Austria-Mutter UniCredit in die Wege geleitet, die auf die Vatikanbank IOR zurückzuführen seien. Auf diese Konten seien in den letzten drei Jahren circa 60 Mio. Euro pro Jahr geflossen, berichteten italienische Medien am Donnerstag. Die Ermittler wiesen auf Verstöße gegen EU-Vorschriften hin, die unter anderen die Anti-Geldwäsche-Prozeduren regeln. Die Inhaber der Bankkonten seien unbekannt.

Die Bankkonten befinden sich in einer Bankfiliale unweit des Vatikans, die der Banca di Roma gehörte und später von UniCredit übernommen wurde. Bisher wurden noch keine Ermittlungen gegen Personen aufgenommen, berichteten italienische Medien. Die Anzeige wegen des Mangels an Transparenz bezüglich der Inhaber der Bankkonten erhielten die römischen Ermittler von der italienischen Notenbank.

Die Vatikan-Bank, die offiziell den Namen "Institut für religiöse Werke" (Istituto per le Opere di Religione, IOR) führt, gehört nicht zur römischen Kurie und legt traditionell weder Bilanzen noch Rechenschaftsberichte vor. Eigentümer der Bank ist der jeweilige Papst selbst, der die Gewinne für den Heiligen Stuhl - aber nicht für sich als Person - beansprucht.

Mehr als einmal waren in der Vergangenheit unsaubere Finanzgeschäfte des IOR in die Schlagzeilen geraten. Die Bank war nach der Verwicklung in den Bankenkrach von 1981 unter ihrem damaligen Präsidenten Erzbischof Paul Marcinkus umstrukturiert worden. Nach 20 Jahren ist es im September an der Spitze des IOR zu einem Führungswechsel gekommen. Der italienische Bankier Ettore Gotti Tedeschi steht nun an der Spitze der Bank.

http://derstandard.at/1256745708254/UniC…kan-Bank-Konten

IOR gehört Vatikan ? - Inhaber trotzdem unbekannt?

Zeigt sich die Fratze nun noch deutlicher?

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25.03.2010, 17:09

Jetzt auch auf deutsch erhältlich

Zitat

Die Geheimnisse des Vatikan (03:11)Jetzt kommt ein Buch, das den Kirchenstaat als Zentrale von Finanzskandalen porträtiert. Der Autor heißt Gianluigi Nuzzi. Er hat den Nachlass eines Beamten der einzigen vatikanischen Bank durchforstet: 5.000 Dokumente, die belegen sollen, dass zu ihren geheimen Kunden auch Politiker und Mitglieder der Mafia zählten. Nuzzis Buch wurde von den etablierten italienischen Medien totgeschwiegen - und trotzdem zum Bestseller.

http://tvthek.orf.at/programs/1211-ZiB-2…sse-des-Vatikan

Zitat



Korruption, Mafia und der Vatikan als Geldwaschanlage



Korrupte Politiker, die Mafia und der Vatikan: Der italienische Journalist Gianluigi Nuzzi hat mit seinem Buch "Vatikan AG" in seiner Heimat für Aufregung gesorgt. Jetzt ist sein Aufdecker-Bestseller, der die Vatikanbank als riesige Geldwaschanlage enttarnt, auch auf Deutsch erschienen. "Krone"-Reporterin Nadia Weiss traf Nuzzi zum Interview.

"Es ging um schmutziges Geld, und die Vatikanbank hat als Geldwaschanlage mitten in Rom gearbeitet", sagt Nuzzi, der u.a. bei der Tageszeitung "Corriere della Sera" als Aufdecker tätig war. Der Journalist zeigt in seinem Buch, wie das Machtsystem des Vatikans über Jahrzehnte funktionierte und die Vatikanbank, die offiziell "Institut für religiöse Werke" (Instituto per le Opere di Religione, IOR) heißt, Millionen an Mafia- und Politiker-Schmiergeld wusch. So seien allein über das Konto des siebenmaligen italienischen Ministerpräsidenten Giulio Andreotti über 60 Millionen Euro geflossen.
Ans Licht waren die Machenschaften durch das Testament des Priesters Renato Dardozzi, ehemaliger Kanzler der päpstlichen Akademie der Wissenschaften und Berater des vatikanischen Staatssekretariats, gekommen. Er hatte verfügt, dass über 4.000 Beweisdokumente - darunter interne Berichte, Kontoauszüge, Überweisungen und Schreiben höchster kirchlicher Würdenträger - veröffentlicht werden sollen. Bedingung sei nur gewesen, dass ausschließlich über Fakten berichtet werden dürfe und diese kostenlos zur Verfügung stehen müssten. In Italien wurden von "Vatikan AG" mehr als 250.000 Exemplare verkauft, in Österreich ist es nun im Ecowin Verlag erschienen (22,30 Euro, 360 Seiten).
"Krone": Herr Nuzzi, Sie beschreiben in Ihrem Buch die Machenschaften der Vatikanbank als Finanz- und Politskandal. Wie kamen Sie an die Unterlagen?
Gianluigi Nuzzi: Ich war zu diesem Zeitpunkt, im Jahre 2006, als Journalist beim italienischen Magazin "Panorama" tätig. Die Nachlass-Verwalter von Monsignore Renato Dardozzi kontaktierte mich, um mir jene Tausenden internen Akten zu übermitteln, die er gesammelt hatte, als er im Auftrag des Vatikans den Skandal rund um die Banco Ambrosiano untersuchte, der ja bekanntlich dazu geführt hatte, dass der Direktor der Vatikanbank, Erzbischof Paul Casimir Marcinkus, erhängt unter einer Brücke in London aufgefunden wurde.
"Krone": Warum veranlasste Monsignore Dardozzi die Veröffentlichung der Dokumente nach seinem Tod?
Nuzzi: Er wollte die Vorgänge in die Öffentlichkeit bringen. Die Nachlassverwalter dachten zunächst an einen Zeitungsartikel, als ich jedoch die Dokumente zu Gesicht bekam, wusste ich, das ist eine viel größere Sache, der nur ein Buch gerecht werden kann. Die Hälfte der Erlöse kommt wohltätigen Zwecken zugute, so wurde es von den Nachlassverwaltern bestimmt.
"Krone": Wo waren die Dokumente bis zu diesem Zeitpunkt versteckt?
Nuzzi: Sie befanden sich im Keller eines Bauernhofes in der Schweiz. Die Bäuerin hatte zum Glück nie nachgesehen, was sich in den zwei schweren Samsonite-Koffern befand. Auf dieser Reise wurde ich von Leibwächtern begleitet, wissen Sie, es passieren so viele Unfälle auf dem Weg zwischen der Schweiz und Italien…
"Krone": Wurden Sie nach der Veröffentlichung des Buches in Italien bedroht, verklagt oder in Ihrer Arbeit behindert?
Nuzzi: Es gab eine kleine zivile Klage, in der ein Konto-Besitzer klarstellen wollte, dass die betreffenden Geldsummen wohltätigen Zwecken zugeflossen sind. Ich hatte jedoch nie Gegenteiliges behauptet, und somit hatte die Klage keine Folgen.
"Krone": Wie reagierte der Vatikan?
Nuzzi: Der aktuelle Papst, Benedikt XVI., hat den Direktor der Vatikanbank Angelo Galoia nach zwanzig Jahren an der Spitze vorzeitig entlassen. Außerdem unterliegt der Vatikan nun den in der EU geltenden Gesetzen zur Verhinderung von Geldwäsche. Obwohl der Papst auch jetzt bei den Missbrauchsfällen von der Öffentlichkeit angegriffen wird, macht er den Eindruck, wirklich etwas zum Positiven verändern zu wollen. Es wäre auch undenkbar gewesen, dass ein früherer Papst die betreffenden Priester und Ordensleute dazu aufgerufen hätte, sich der weltlichen Gerichtsbarkeit zu stellen. Aber natürlich hat der Papst Joseph Ratzinger einfach keine solche mediale Wirkung wie sein Vorgänger Papst Karol Wojtyla.
"Krone": Wie stellte sich nach Sicht der Dokumente die Rolle von Papst Johannes Paul II. rund um die Machenschaften in der Vatikanbank dar?
Nuzzi: Dazu kann ich nur sagen, dass er von Monsignore Dardozzi informiert wurde, es aber keine Konsequenzen gab.
"Krone": Sie haben vorhin von Geldwäsche gesprochen. Was sind die konkreten Vorwürfe gegenüber der Vatikanbank?
Nuzzi: Es kann belegt werden, dass die unsauberen Vorgänge nicht mit dem Tod von Erzbischof Marcinkus zu Ende waren, sondern dass im Gegenteil das System danach verfeinert und verdeckt weiterhin funktionierte. Es geht um schmutziges Geld, das von der Mafia sowie korrupten Firmen und Politikern stammt. Die Vatikanbank hat als Geldwaschanlage in der Mitte von Rom gearbeitet.
"Krone": Wer waren gemäß Ihrer Unterlagen die Strippenzieher?
Nuzzi: Der siebenfache italienische Ministerpräsident Giulio Andreotti ist eine der zentralen Figuren der italienischen Politik und der Skandale in der Vatikanbank. Auf einem seiner Konten wurden innerhalb von zwei Jahren 60 Millionen Euro bewegt. Als ich ihn danach fragte, meinte er nur, er könne sich nicht erinnern, jemals ein Konto dort besessen zu haben.
"Krone": Andreotti ist seit 1992 nicht mehr Regierungsmitglied, sondern lediglich "Senator auf Lebenszeit", Ihr Buch behandelt Vorgänge bis ins Jahr 2003. Ist er dennoch die wesentliche politische Figur?
Nuzzi: Andreotti hat das Land über Jahrzehnte geprägt, solche "Kraken" gehen nicht auf einmal in Pension. Von ihm ist auch der Spruch überliefert: "Wenn ich in die Kirche gehe, spreche ich nicht mit Gott, nur mit dem Priester, denn Gott geht nicht wählen." Nach dem Zusammenbruch der "Democrazia Cristiana", der italienischen Christdemokraten, aufgrund der Anti-Korruptionsaktion "Mani pulite" wollte der Vatikan eine neue christliche Partei installieren, dies misslang jedoch. Heute haben Sie Lobbyisten in allen Parteien.
"Krone": Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat nach dem Zusammenbruch der "Democrazia Cristiana" als Reaktion seine politische Karriere begonnen. Ist er in die Skandale nicht eingebunden?
Nuzzi: Er scheint in den Dokumenten nicht auf.
"Krone": Welchen Nutzen konnten einige Menschen im Vatikan daraus ziehen, dass es unsaubere Vorgänge in der Bank gab?
Nuzzi: Zunächst will ich noch einmal klarstellen: Ich habe kein Buch gegen die Kirche geschrieben, sondern gegen einige Menschen, die ihr Vertrauen missbraucht haben. Der Grund dafür ist der Wunsch nach Macht und Einfluss, dabei ist es hilfreich, wenn man über die Geheimnisse und Geschäfte anderer Bescheid weiß. In Italien ist eine Reihe von Gesetzen durch den Einfluss gewisser klerikaler Kreise verhindert worden.
http://www.krone.at/krone/S28/object_id_…xcms/index.html

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8

25.03.2010, 17:32

Autor: Gianluigi Nuzzi,

Ausführung: 6,

Label: Ecowin,

Titel: Vatikan AG: Ein Geheimarchiv enthüllt die Wahrheit über die Finanz- und Politskandale der Kirche,

Erscheinungsjahr: 2010-03-25,


Zitat

Ein aufsehenerregendes Buch voller Fakten, die dokumentieren, mit welcher Scheinheiligkeit der Vatikan sein Glaubensimperium, das durch die aktuellen Missbrauchsenthüllungen ins Wanken gerät, diktatorisch regiert.....

Rezension

http://www.amazon.de/Vatikan-AG-Geheimar…e/dp/3902404892

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9

31.03.2010, 16:16

Zitat

Die Kirche und das Geld. Eine Kirchengeschichte unter dem Aspekt der Entfaltung ihrer Einnahmequellen und Geschäfte. Laut NT konnten die Apostel und vor allem Petrus alle möglichen Wunder vollbringen, nur Geld vermehren konnten sie nicht. Die armen frühchristlichen Gemeinden verbesserten durch Verbreitung der Worte Jesu ihre Finanzen. In den Evangelien prophezeit Jesus Christus merhfach den Weltuntergang "noch in dieser Generation." Und er sagt: "Verkaufe deinen Besitz ung gib das Geld den Armen". Schenkungen mehrten alsbald auch den Reichtum der ersten Bistümer. Dazu kam alsbald die Ablösung kirchlicher Bußstrafen durch Geldopfer und etwas später der Verkauf von Ablassbriefen zur Verkürzung der zeitlichen Sündenstrafen. (Fegefeuer, Purgatorium). Der exzessive Ablasshandel löste schließlich die Reformation aus. (Martin Luther). Peter Milger

DIE PAPST AG

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10

03.04.2010, 10:10

Prof. Dr. Walter Veith berichtet hier noch genauer über die Reformation

http://www.youtube.com/user/Nature23Infokrieger#grid/user/DF07E99DCC2BCB63

Hier gibt es eine Geschichte über den Ablasshandel. Irgendwer hat mit einem Bischof verhandelt, um sich ein zukünftige "Sünde ab zu lassen" ab zu kaufen. Er hat sie dann bekommen und später die Einnahmen des Ablasshandels geraubt! Dumm gelaufen. hehe

Doch die wichtigste Aussage hier war für mich, dass das gesamte britische Empire (also mit den USA, Australien, etc.) dem Vatikan gehört und die Krone wird um horrendes Geld zurück geliehen.

Habt ihr das gewusst?

Das geht also bis ins 16 Jahrhundert nun. Wie ging es dann weiter?

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