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Mittwoch, 10. November 2010, 11:15

Forderung 1 - Bedingungsloses Grundeinkommen

Ich möchte hier mit den für mich 3 wichtigsten Forderungen für eine funktionierende und gleichwertige Gesellschaftsform jeweils einen Thread starten, wo wir Informationen sammeln, die es uns zum Einen erleichtern argumentativ die Menschen über diese Forderung aufzuklären, und zum Anderen um den "richtigen" Weg dorthin zu finden, und wir uns nicht auf Irrpfaden verlaufen und uns selbst der hinderlichste Feind werden.

Inspiriert dazu hat mich zum einen der Neuzugang "ungefragt.com", ein heute gelesenes Interview mit Götz Werner und mein ganz persönliches Anliegen, dies für meine zukünftige Welt zu verwirklichen.

Zitat

..../....
Seit Jahren werben Sie für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Würde dann noch jemand bei Ihnen zum Kassieren kommen?

Werner: Wir bei dm wüssten dann, wer diese Arbeit wirklich gerne macht. Denn mit dem Grundeinkommen wären die Menschen frei, nein zu sagen. Das eigentlich Revolutionäre besteht im Wandel des gesellschaftlichen Klimas: Mit 1000 Euro im Monat ist der Mensch von niemandem mehr abhängig, weder von Familie, Kunden noch Arbeitgeber.

Viele würden vermutlich keinen Strich mehr arbeiten.

Werner: Wer die Arbeit nur macht, weil er das Geld braucht, findet jeden Morgen Gründe, nicht aufzustehen. Viele Bürger haben jetzt schon ein bedingungsloses Einkommen aus Vermietung, oder aus Kapitalvermögen. Die müssten nicht arbeiten, tun es aber trotzdem. Das Grundeinkommen würde den freien Menschen erst möglich machen. So wie es früher hieß: Ein freier Mann auf freier Scholle, hätten wir dann den freien Menschen mit Grundeinkommen.

Mit Hartz IV gibt es doch bereits ein Grundeinkommen.

Werner: Hartz IV ist offener Strafvollzug. Es verstößt gleich mehrfach gegen das Grundgesetz. Erstens gegen Artikel 1, weil es kein menschenwürdiges Leben ermöglicht und zweitens gegen die freie Berufswahl als auch gegen die freie Entfaltung der Persönlichkeit, weil es Menschen zu Sklaven macht, indem es sie zur Annahme von Arbeit zwingt, die sie nicht ausüben wollen.
..../....
Quelle .... http://www.news.de/wirtschaft/855080286/…strafvollzug/1/


Ich möchte hier nicht Götz Werner beklatschen, sondern das Gesagte bejahen, so es daran für mich nichts zu rütteln gibt. Solange es kein "bedingungsloses Grundeinkommen" für einen jeden Menschen gibt, wird die Mehrheit der Bevölkerung in der Abhängigkeit leben müssen - und Abhängigkeit ist für mich das Gegenteil von Freiheit. Und die Abwesenheit von Freiheit ist für mich mehr oder weniger: Gefangenschaft, Sklaverei, Abhängigkeit, Unfreiheit, Beschränkung, Determinierung und leider traurige Realität!
Ein Mensch sollte "frei und unabhängig" in der Wahl seiner Tätigkeit und seines Arbeitgebers sein dürfen. Der Mensch sollte das Recht und auch die Pflicht haben, hinter den von ihm ausgeführten Tätigkeiten voll und ganz zu stehen.

Zitat

Werner: Jeder Mitarbeiter muss die Dinge, die er tut, auch selbst vertreten können. Er muss sich fragen: Will ich das denn selbst (verantworten)? Meine Handlungen müssen höchstpersönlich sein, hinter ihnen muss ich mich authentisch erleben können.

Diese Möglichkeit hat kein Arbeitnehmer, der in Betrieben beschäftigt ist, die zur Ausbeutung der Arbeiter und Gewinnmaximierung des Unternehmens und deren Aktieninhabern fungieren. Diese Möglichkeit hat kein Arbeitnehmer, der unsoziale Tätigkeiten verrichtet, der mittels seiner Tätigkeit die Umwelt verschmutzt und vergiftet, der durch seine Arbeit an der Produktion von militärischen Waffen letztlich für die Tötung von Menschen beteiligt ist. Denn alles ist gesetzlich legalisiert und darf und kann vom abhängigen Arbeitssklaven nicht hinterfragt werden.

Und ganz vergessen sind jene Menschen in allen Herren Ländern, die durch Erbschaft, Protektion, die durch die Ausnützung unserer bürgerrechtswidrigen Gesetzte oder unser weltweit verbrecherisches Geld-Zins-System zu einem Vermögen gelangen, das ihnen für alle, oder zumindest eine sehr lange Zeit ein bedingungsloses Grundeinkommen sichert. Hier verhält sich unser Gesetzgeber sehr viel verständnisvoller und liberaler dieses mit allen Mitteln zu erhalten was für das gemeine Volk unter keinen Umständen erlangt werden soll.

Ich hoffe auf eine rege und zielführende Diskussion!
Gedanken sind Deine wahre Macht - wenn Du Gedanken verstehst, bist Du wahrhaft mächtig !

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2

Freitag, 12. November 2010, 15:30

Ich möchte hier nicht Götz Werner beklatschen
Du bist halt aus Erfahrung sehr vorsichtig! ;)

Ich habe mir gestern die Geschichte mit dem BGE durchgelesen und mir darüber natürlich den Kopf zerbrochen. Ich will ja auch nicht hinter jeder Ecke ein Messer vermuten, doch mich machte lange Zeit die Erfahrung (Konfuzius dritter Weg schlau zu handeln!) und nicht das Nachdenken schlau. So möchte ich auch gar nicht lange Sätze schreiben, sondern eine Stellungsnahme von Egon Kreutzer rein stellen, dem ich in monetären Angelegenheiten zwar nicht blind aber doch sehr vertraue.

unbedingt lesen

Ein BGE kann nur dann Sinn machen, wenn Deine beiden anderen Forderungen nach Freigeld und Bodenreform Hand in Hand gehen.
Die glücklichen Sklaven
sind die
erbittertsten Feinde der Freiheit!

Marie von Ebner-Eschenbach

3

Samstag, 13. November 2010, 11:10

Ein BGE kann nur dann Sinn machen, wenn Deine beiden anderen Forderungen nach Freigeld und Bodenreform Hand in Hand gehen.
Absolut - und die Einführung eines fließenden Freigeldes schafft/schöpft automatisch Schritt für Schritt das bedingungslose Grundeinkommen für die, die wenig haben, aus dem Überfluss derer, die darüber hinaus besitzen. Im bisherigen System "fließt" alles darüber erwirtschaftete in Form von Gewinnen in die Töpfe derer, die ohnehin schon alles haben.
Und Menschen, die bereit sind sich eines "fließendes Freigeld" zu bedienen, daraus resultierend die notwendige Sicherheit erschaffen, dass eines jeden Menschen Lebensunterhalt gesichert ist, werden alles daran setzten, unseren Grund und Boden aus den Händen derer zu befreien, die Grund und Boden als "Ware" behandeln. Grund und Boden sind Eigentum eines Landes/Volkes, für dessen Nutzung Alle gleichgestellt sein sollten.

Wie bei allen Dingen muss der Mensch beginnen selbst zu denken, über sein Erdachtes zu einem Schluss kommen und daraus resultierend handeln. Jetzt sind wir nur willige Marionetten, an dessen Fäden mittels Gesetzte und Verordnungen gezogen wird - warum tanzen wir nicht einfach selbst unseren "Lebenstraum", anstatt ihn getanzt zu werden?
Diese 3 Schritte der Veränderung gehen Hand in Hand .... und Hände sind genügend da. Sie müssen sich erst noch finden.

Gibst du mir die deine :frag:
Gedanken sind Deine wahre Macht - wenn Du Gedanken verstehst, bist Du wahrhaft mächtig !

4

Dienstag, 16. November 2010, 10:57

Ich habe ja durchaus eine gewisse Affinität zu spektakulären "Radikal-Lösungen" und werde vermutlich viel zu oft meinem, als Beleidigung erdachten Spitznamen "Sozialphantast" gerecht ... aber in diesem Punkt hege ich massive Zweifel.

Ursprünglich als ein Kapitel für das Buch gedacht an dem ich derzeit schreibe, werde ich das Folgende dort doch nicht inkludieren und werfe es daher hier in die Schlacht:

Zitat


"Grundeinkommen"
Eine verlockende Vorstellung! In der Tat!
Man stelle sich bloß vor, jeder Österreicher, egal ob Mann, Frau, Kind bekommt pro Monat zB die oft im Gespräch befindlichen € 1.000,-
Jeder Mann, Frau UND Kind? Warum nicht "pro Haushalt", oder "nur für Erwachsene" ?
Ja, es müsste schon, wenn dann eben wirklich gerecht, jeder Mann, jede Frau, jedes Kind in den Genuss dieses "bedingungslosen Grundeinkommens" kommen. Sonst wäre ja ein kinderloser Haushalt gegenüber der (für die Gesellschaft wichtigeren) Familie im (finanziellen) Vorteil. Oder der Singelhaushalt gegenüber einem zusammenwohnenden Pärchen....
Nein, ich denke: Wenn dann müsste dieses "bedingungslose Grundeinkommen" wirklich jedem Bürger zustehen!

Ernüchterung folgt sobald man sich mit Zahlen beschäftigt: Bei einem vergleichsweise kleinen Land wie Österreich, mit ca 8 Mio Einwohnern, wären diese 1.000 Euro/Kopf & Monat eine jährliche Budget-Belastung von 100 Milliarden(!) Euro.
Oder, wieder zurück gerechnet auf den einzelnen Steuerzahler - also abzüglich der Kinder und der Senioren, belieben (nur für eine Überschlagsrechnung mal angenommen) 4 Millionen Beitragsleister übrig, welche ja zumindest diese 100 Milliarden erst mal erwirtschaften müssten - zusätzlich zu dem sonstigen Kapitalbedarf einer Regierung. In anderen Worten: Jeder Arbeitnehmer müsste (für seine eigenen 1.000 € im Monat ebenso wie für die 1.000 €/Monat all der Nichtwerktätigen) erst mal ein Steuervolumen von 2.000,- €/Monat stemmen.

Als "Milchmädchenrechnung" sehe ich hier Folgendes herauskommen:
=> 1.000,- € Gehalt für die erbrachte Arbeitsleistung PLUS
=> 1.000,- € (Steuerleistung) um das eigene "bedingungslose Grundeinkommen" zu finanzieren PLUS
=> 1.000,- € (Steuerleistung) um das "bedingungslose Grundeinkommen" für alle Kinder, Arbeitslosen, Senioren zu finanzieren PLUS
=> 2.000,- € (Steuerleistung) für die übrigen Aufwendungen welche der Staat zu bezahlen hat.

Daraus würde sich ein Mindestgehalt (MINDEST....(!)) von 5.000,- € Brutto im Monat errechnen, das jeder künftig verdienen müsste der heute einfach "nur 1.000 € netto" hat.
Noch einfacher ausgedrückt: Pro Arbeitnehmer müsste das Bruttogehalt um mindestens 2.000 € /Monat angehoben werden, damit dieser am Ende des Monats das Gleiche wie bisher herausbekommt (zuzüglich des Grundeinkommens, natürlich, aber das darf ja keinen Unterschied machen: entweder hat JEDER ein Anrecht darauf, oder die Idee ist gleich reif für den Rundordner.)

Ganz abgesehen davon, dass das jedwede Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft mit sofortiger Wirkung killen würde, denke ich, dass sich die Wirtschaft - unter der Annahme man könnte das irgendwie realisieren - sofort auf die geänderten Einkommensverhältnisse der Menschen einstellen würde. Von den Lebensmitteln bis zu Benzin, von den Kosten für Wohnraum bis zu Strom/Gas/Telefon-Rechnung...... jeder Wirtschaftsbetrieb würde sofort sagen: "Hej! Die Leute können sich doch jetzt doppelt so viel leisten wie früher als sie "nur" Einkommen, noch ohne dem "bedingungslosen Grundeinkommen" zur Verfügung hatten - also heben wir doch unsere Preise drastisch an!"
Ich hege den dringenden Verdacht, dass die Menschen, deren Lebensqualität man ja anheben wollte, binnen kürzester Zeit wieder an dem gleichen Punkt angekommen wären wo sie heute sind!

Und dabei unterstelle ich noch nicht mal, dass die Menschen der Verlockung unterliegen würden, und vermehrt aufs Arbeiten entweder ganz "verzichten" oder nur mehr zur Arbeit erscheinen wenn es draussen nicht gerade regnet oder schneit, oder das Wetter ins Freibad lockt, oder eben andere Pläne im Wege stehen.

Die Argumentation, dass es ja jetzt auch schon Leute gibt die Einkommen aus veranlagtem Erbe, Vermietung & Verpachtung oder sonstigen Quellen haben, ja trotzdem arbeiten gehen, - der kann ich so nicht ganz folgen.
Aber vielleicht irre ich mich da ja auch?
Meiner Meinung nach arbeiten diese Menschen die heute schon solche "Grundsicherungseinkommen" aus diversen Quellen beziehen, einfach weil sie ein Leben lang aufs "Arbeiten" und "Leisten" konditioniert wurden, und letztlich auch oft die Veranlagungen die jetzt das "Zusatzeinkommen" bescheren, durch eben diese Arbeit verdient wurden. (Die angesprochenen Erben mal ausgenommen.)

Disziplin ist die erste Grundlage Vermögen zu schaffen.
Jenes Vermögen das in späterer Folge, klug & gut & vorsichtig angelegt, ein solches "Sicherungseinkommen" abwerfen kann.

Ein kurzes, simples Gespräch mit jedem beliebigen Arbeitgeber - wirklich JEDEM(!) - würde unweigerlich zu der Einschätzung der Arbeitgeber führen, dass die meisten ihrer Mitarbeiter, bis hinauf in höhere Positionen, keinen Finger rühren würden, wenn sie nicht müssten.
"Müssen" als Form des Zwanges um zumindest ein Mindestmass an Lebensqualität halten zu können, oder um den guten Job nicht zu verlieren. Eine Leistung die wirklich dramatisch über die jeweiligen Mindesterfordernissen, also das womit die Arbeitnehmer meinen "gerade noch durch zu kommen", hinausgeht, ist bestenfalls die höchst goldene Ausnahme, wird man aber von der soliden Mehrheit nicht erwarten können.

Ja! Ganz ehrlich! Ich fände ein derartiges "bedingungsloses Grundeinkommen für jeden Österreicher" als genial!
Ich würde sofort meine Frau und mich selbst in den nächsten Flieger packen, meine Zelte in einem Land mit extrem niedrigen Lebenshaltungskosten aufschlagen, wie zB Thailand, und künftig nur mehr den Wellen zusehen wie sie an den Strand schlagen. Wird mir langweilig, dann mache ich eben irgendwas das mir Spass macht, und wenn nicht - nunja, dann können wir mit den 2.000 € /Monat die wir zusammen hätten, in Thailand ein leben wie "Gott in Frankreich" führen!
......mich würde es ehrlich wundern, wenn es irgend jemanden gäbe der ernsthaft der Meinung ist, dass nicht die meisten Österreich die Strände links und rechts von mir dann bevölkern würden!
"Kaisermühlenblues in Phuket" ... auch eine interessante Vorstellung!

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