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12.11.2010, 15:50

USA: Betrüger plündern Holocaustopfer-Fond

Ein ganz normaler Betrug
Von Daniel Neun | 10.November 2010



Laut einer Anklage der New Yorker Staatsanwaltschaft, sowie des
New Yorker FBI (1) haben sechs Angestellte der “Konferenz für jüdische
Schadensersatzansprüche gegen Deutschland” (“Conference on Jewish Material Claims Against Germany”),
zusammen mit 11 weiteren Angeklagten über zehn Jahre lang Betrüger
rekrutiert, die sich durch gefälschte Lebensläufe und erfundene
Geschichten in über 5.600 nicht regulär genehmigten Anträgen insgesamt
42 Millionen Dollar aus zwei Fonds ausbezahlen ließen, die vom deutschen
Staat für Überlebende des Holocaust bezahlt werden. Anschließend, so
das FBI, “behielten diese Insider einen Teil des Geldes für sich und
ihre Mitverschwörer”.




Laut Anklage stellt sich der Vorgang wie folgt dar: Die sechs
Angestellten waren im New York Büro der “Konferenz für jüdische
Schadensersatzansprüche gegen Deutschland” – in der Presse (2, 3) meist
abgekürzt als “Jewish Claims Conference” (JCC) oder “Claims Conference”
benannt – für die Überprüfung von Anträgen von Personen zuständig, die
als Opfer des Holocausts Anspruch auf Gelder aus dem “Fonds für
Härtefelle” (“Hardship Fund”) und dem “Artikel 2 Fonds” hatten. Zusammen
mit 11 weiteren Angeklagten, die dafür zuständig waren geeignete
Antragsteller zu finden, organisierten sie diesen gefälschte
Geburtsdaten, Passdokumente, Lebensläufe, erfanden Geschichten und
sorgten dann als Bearbeiter der gefälschten Anträge dafür, dass sie
bewilligt wurden. Anschließend wurde den vermeintlichen Holocaust-Opfern
das Geld überwiesen. Diese behielten entsprechend der vorher
getroffenen Abmachungen einen Teil für sich und überwiesen einen Teil
zurück an die Angestellten der “Konferenz für jüdische
Schadensersatzansprüche gegen Deutschland”. Viele der genehmigten
Auszahlungen ging an Personen, die nach Ende des 2.Weltkrieges geboren
waren und “mindestens eine Person war nicht einmal jüdisch”.

Laut dem FBI wurde der “Fonds für Härtefälle” in rund 4.957 Fällen,
der “Artikel 2 Fonds” in 658 Fällen mißbraucht. Wie die assistierende
FBI Direktorin Janice Fedarcy gestern Abend auf einer Pressekonferenz
bekannt gab, waren am Morgen des 9.November elf Verdächtige verhaftet
worden. Fünf weitere bereits erhobene Anklagen wurden öffentlich
gemacht, von denen in vier Fällen sich die Angeklagten berreits schuldig
bekannt haben.

Alle 17 Angeklagten sind wohnhaft im New Yorker Stadtteil Brooklyn.
Das FBI gab die Namen der bereits zuvor Angeklagten wie folgt an: Faina
Davidson, Raisa Belgorodskaya, Polina Toikach, Rozaliya
Brodetskaya, Esfira Bas.

Die Namen der 11 gestern Verhafteten, sowie einer weiteren
Angeklagten (mutmaßlich der Kronzeuge): Semen Domnitser, Valentina
Romashova, Polina Staroseletsky, Polina Berenson, Polina
Breyter, Liliya Ukrainsky, Galina Trutina-Demchuk, Marina
Zaytseva, Dora Grande, Polina Anoshina, Abram Grinman, Tatyana
Grinman.

Die Anklage leitet US-Staatsanwalt Preet Bharara, Süd-New York.

In einer Stellungnahme der “”Konferenz für jüdische
Schadensersatzansprüche gegen Deutschland” zeigte sich diese “empört”
über die mutmasslichen Taten ihrer Angestellten, aber betonte, dass kein
Überlebender des Holocausts geschädigt worden sei. Man habe selbst das
FBI informiert, eine eigene “unabhängige interne Untersuchung” habe zu
den Strafverfahren beigetragen. (4)

Kommentar


Es handelt sich hier um einen ganz normalen Betrug. Der deutsche
Staat ist offenbar um umgerechnet 30,1 Millionen Euro betrogen worden.
Angesichts der ungezählten Banken-Skandale ist diese Summe
vergleichsweise marginal. Nur ein Beispiel von vielen, aber das größte:
jetzt, in dieser Sekunde, ist es kommerziellen Geschäftsbanken mit Sitz
in der Euro-Zone erlaubt zur “Europäischen Zentralbank” (EZB) zu rennen,
sich dort für Null Zinsen Geld erfinden zu lassen, um dann mit diesem
“geschöpften” Geld Staatsanleihen der Bundesrepublik Deutschland zu
kaufen und dafür 3-4 Prozent Zinsen zu kassieren. So läuft es derzeit
fast überall auf dieser Erde: es herrscht der organisierte, staatlich
gedeckte Betrug durch ein Geldsystem, was die Menschen täglich
ausplündert und ausbeutet, ohne dass diese es überhaupt begreifen. (Der kranke Kapitalismus)

Das Wesen des Rechtes ist es, dass jeder davor gleich ist und dass es
für alle gilt; sonst ist es kein Recht, sondern ein Privileg.
Heutzutage ist die Unschuldsvermutung, auch in den Vereinigten Staaten
von Amerika, ein Privileg geworden. Es gibt Angeklagte, die keinen
Anwalt bekommen und wieder Lagerhaft ohne Verfahren oder gar
Gerichtsurteile. Wieder einmal werden Menschen ihre Religion, ihre
Herkunft, ihre Eltern, Großeltern und Dinge zum Vorwurf gemacht, die sie
selbst nie begangen haben. Ebenso werden Menschen wegen ihrer Religion,
ihrer Herkunft, ihren Eltern, Großeltern und Dingen begünstigt, die sie
nie erlitten oder nie geleistet haben.

Alle diejenigen, die angesichts dieses Skandals ein Exempel
statuieren wollen, müssen sich fragen, ob nicht auch sie selbst für neue
(oder alte) Privilegien sind, anstelle von verfassungsmäßigen Rechten
einer ganz normalen Republik.
http://www.radio-utopie.de/2010/11/10/ei…ormaler-betrug/
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