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Montag, 23. Januar 2012, 00:31

Ein interessanter Text von Leo Tolstoi (Lew Nikolajewitsch Graf Tolstoi).

Zitat

Der beste Beweis dafür ist die Lage der arbeitenden Klassen unserer Zeit, die eigentlich nichts anderes sind, als unterworfene Menschen. Trotz aller erheuchelten Bemühungen der höheren Gesellschaftsklassen, die Lage der Arbeiter zu erleichtern, sind alle Arbeiter unserer Zeit einem ehernen Gesetz unterworfen, dass sie nur so viel haben, wie sie brauchen, um stets von der Not zur Arbeit gezwungen zu werden und die Kraft zu haben, für ihre Herren, das heisst für ihre Unterwerfer, zu arbeiten.

So war es immer. Immer gingen nach dem Maße der Dauer und der Steigerung der Macht, ihre Vorteile für die Verloren, die sich ihr fügten, und ihre Nachteile wurden größer.

So war es und ist es, unabhängig von den Regierungsformen, in welchen die Völker leben. Der Unterschied liegt nur darin, dass bei der despotischen Regierungsform die Macht auf eine kleine Zahl von Gewalthabern beschränkt und die Form der Gewalt eine schärfere ist. In kostitutionellen Monarchien, in Republiken, wie Frankreich und Amerika, verteilt sich die Macht unter einer größeren Anzahl von Gewalthabern, und die Formen, in denen sie sich ausdrückt, sind weniger scharf, aber die Gewalt selbst, bei der die Nachteile der Macht größer sind, als ihre Vorteile, und ihre Weiterentwicklung, die die Vergewaltigten bis an die äußerste Grenze der Erschöpfung bringt, bis zu der sie zum Vorteil der Gewalthaber gebracht werden können, ist stets ein und dieselbe.

So war und so ist die Lage aller Vergewaltigten. Bis heute aber haben sie das nicht erkannt und haben in den meissten Fällen naiv geglaubt, die Regierungen seien zu ihrem Wohle da, ohne Regierung würden sie zugrunde gehen. Der Gedanke, die Menschen könnten ohne Regierung leben, sei eine Lästerung, die man gar nicht aussprechen dürfe. Es sei etwas Entsetzliches, die Lehre des Anarchismus, mit dem die Vorstellung aller Greuel verbunden ist.

Die Menschen glaubten wie an etwas vollständig Bewiesenes und daher des Beweises nicht Bedürfendes daran: wie sich alle Völker bis zum heutigen Tage in staatlicher Form entwickelt hätten, sei diese Form für alle Zeiten eine notwendige Vorbedingung der Menschheit.

So währte es Hunderte, Tausende von Jahren, und die Regierung, das heißt die Menschen, die sich in der Macht befanden, bemühten sich stets und bemühen sich heute mehr denn je, die Völker in diesem Irrtum zu halten.

So war es zur Zeit der römischen Kaiser und so ist es jetzt. Obwohl der Gedanke von der Unnützlichkeit, ja sogar von dem Schaden staatlicher Gewalt immer und mehr in das Bewusstsein der Menschen eindringt, würde die staatliche Gewalt ewig dauern, wenn die Regierung zur Erhaltung ihrer Macht nicht in die Notwendigkeit versetzt wäre, ihre Heere zu verstärken.

Man glaubt gewöhnlich, die Heere würden von den Regierungen nur zur Verteidigung des Staates gegen andere Staaten verstärkt, und vergißt, dass die Regierungen die Heere vor allem dazu brauchen, um sich gegen ihre Unterdrückten und geknechteten Untertanen zu schützen.

Das war stets notwendig und wurde immer notwendiger, je mehr die Bildung bei den Völkern zunahm, je mehr der Verkehr zwischen den Menschen einer und verschiedener Nationalitäten zunahm, und wurde besonders notwendig bei den kommunistischen, sozialistischen, anarchistischen und allgemeinen Arbeiterbewegungen der Gegenwart. Und die Regierungen empfinden das und verstärken ihre Hauptkraft, die des diszipilinierten Heeres.

Dass in Amerika, trotz der geringen Zahl des Heeres, Missbräuche der Macht vorkommen, ist nicht nur keine Widerlegung, sondern eine Bestätigung dieses Satzes. In Amerika gibt es weniger Militär als in anderen Staaten, und darum gibt es nirgends eine geringere Unterdrückung der geknechteten Massen, sieht man nirgends die Vernichtung der Missbräuche der Regierung und der Regierung selbst so nahe voraus. Man hört auch in Amerika in der letzten Zeit nach dem Maße, in dem die Einigung unter den Arbeitern wächst, immer häufiger Stimmen, die eine Vergrößerung des Heeres fordern, obgleich Amerika kein Überfall von außen droht. Die höheren, herrschenden Klassen wissen, dass 50.000 Mann Soldaten bald nicht mehr hinreichen werden. Sie vertrauen der Armee Pinkertons nicht mehr und fühlen, dass eine Sicherung ihrer Lage nur auf der Verstärkung des Heeres beruht. (Allen Pinkerton (1819 - 1884) war ein nach Amerika ausgewanderter Schotte, der in Amerika eine sehr angesehene Detektivagentur aufbaute, die sich allerdings nach dem Tod Pinkertson's von der Verbrechensbekämpfung auf die Unterdrückung der Gewerkschaftsbewegung verschob.)
http://www.narayanananda.0nyx.com/tolstoj.htm
Die Heere werden nicht benutzt, um die eigene Bevölkerung zu unterdrücken, sondern, um andere Völker zu unterdrücken. Die Herrscher auf der Welt sind alle Komplizen, die sich gegenseitig mit dem Militär helfen, wenn's im eigenen Land brenzlich wird und die Polizei und der Staatsschutz nimma ausreichen.

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322

Montag, 23. Januar 2012, 09:07


So war es immer. Immer gingen nach dem Maße der Dauer und der Steigerung der Macht, ihre Vorteile für die Verloren, die sich ihr fügten, und ihre Nachteile wurden größer.


Das ist ein Totschlagsargument und eben nicht wahr.

Der Preis der sozialen Errungenschaften ist die ewige Wachsamkeit.

Wem es schlecht genug geht, der wird sich mit Gleichgesinnten zusammenschliessen und für bessere Arbeitsbedingungen und Bezahlung kämpfen. Klar ist auch, dass die Unternehmer Maßnahmen ergreifen werden, um die Einigkeit der Arbeiter zu verhindern.

Die Masse hat genug Macht, sie muß sich dieser nur bewußt werden.
People who lie to others have merely hidden away the truth, but people
who lie to themselves have forgotten where they put it.

323

Montag, 23. Januar 2012, 10:10

Die Masse hat genug Macht, sie muß sich dieser nur bewußt werden.
Blablabla ...
Ich habe kein fertiges Konzept. Das kann jeder nur für sich alleine entscheiden, welcher "Partei" er seine Stimme gibt.

324

Montag, 30. Januar 2012, 21:46

Blablabla ...


Blubb.

Du hast keine wirkliche Lösung nur Anti. Die Bremse der Entwicklung. Gewöhn Dich dran, dass die Mehrheit bestimmt. Gibt aber sich er ein paar Länder, die Deinen Ideen näher stehen als eine gerechte Demokratie mit dem größtmöglichen Bemühen und viel Erfolg die Willkür auszuschließen, die ja Dein Machtinstrument ist.

Deine Gesellschaftform ist programmiert die Schwachen zu vernichten und zu versklaven, wie es alle ähnlichen Systeme vorher taten, die dem Menschen Lügen auftischten und sie dann noch leugneten. Du beißt in die Hand, die Dir Deine Freiheit gibt.

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